Eschenbach () ist ein Gemeindeteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Eschenbach hat eine Fläche von 6,410 km². Sie ist in 966 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6635,10 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Altziegenrück und Häringsmühle.
Geografie Das Dorf liegt am noch flachen linken Hang über dem Eschenbach, der auf Höhe des Dorfes entsteht, in einem unterhalb an den Hängen waldbewachsenen Tal südostwärts zieht und bald von links in die Zenn mündet. Im Osten liegt das Flurgebiet Große Lohteile, im Südosten Kleines Loch. 0,5 km westlich steigt jenseits der Talmulde der Weiherberg an.
Die Staatsstraße 2252 führt nach Markt Erlbach (1,4 km nordwestlich) bzw. nach Wilhermsdorf (3,5 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Häringsmühle (0,9 km südlich). Der Ort hat einen Haltepunkt an der Zenngrundbahn, die aus Erlbach kommend durchs Eschenbachtal ins Zenntal absteigt.
Geschichte Der Ort wurde 1144 als „Eskenbach“ erstmals in einer Urkunde erwähnt, in der das Kloster Heilsbronn ein Gut im Ort veräußerte. 1164 und 1165 folgten weitere Erwerbungen des Klosters.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 96. Konrad von Schlüsselberg schenkte 1308 dem Kloster den Zehnten in Markt Erlbach und Eschenbach.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 315. 1310 vermachte Syfried von Löpsingen dem Kloster einen Hof in Eschenbach mit der Auflage, in Heilsbronn begraben zu werden.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 88. Das Kloster hatte dort eine 125 Morgen große Waldung, die Bastleite genannt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 310. Eschenbach war auch ein Weinort und hatte den Weinzehnten zu entrichten.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 312. Insgesamt erwarb das Kloster acht Anwesen. Im Dreißigjährigen Krieg blieben vier davon bewohnt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 328.
Eschenbach bildete eine Realgemeinde mit Häringsmühle. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Eschenbach 17 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Grundherren waren das Stadtvogteiamt Markt Erlbach (2 Höfe, 1 Halbhof, 5 Gütlein) und das Kastenamt Neuhof (1 Mühle, 3 Höfe, 1 Halbhof, 2 Güter, 2 Halbgüter).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 95.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. Im Jahre 1810 kam Eschenbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Markt Erlbach zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Eschenbach, zu der Häringsmühle, Mittelmühle, Unterulsenbach und Wolfsmühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Altziegenrück und Blümleinsmühle von Markt Erlbach nach Eschenbach umgemeindet.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 225. Am 14. September 1824 wurden die Blümleins-, Mittel- und Wolfsmühle in die neu gegründete Ruralgemeinde Siedelbach umgemeindet.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 200. Ab 1862 gehörte Eschenbach zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 8,909 km². 1958 wurde Unterulsenbach nach Wilhermsdorf umgemeindet. Dadurch verringerte sich die Gebietsfläche auf 6,791 km².
Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Eschenbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Markt Erlbach eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Eschenbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 376 394 438 437 432 390 404 387 392 400 377 369 351 330 357 351 331 324 309 482 473 447 342 342HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 61 62 72 74 69 71 71 68 61 Quelle Für die Gemeinde Eschenbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Altziegenrück (S. 5), Häringsmühle (S. 39), Mittelmühle (S. 26), Unterulsenbach (S. 96) und Wolfsmühle (S. 105).
Ort Eschenbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2017 2023Einwohner 181 187 219 190 191 178 155 230 232 246 432 497 607Häuser 31 31 36 36 36 35 42 118 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Markt Erlbach) gepfarrt. Die Katholiken gehören zur Kirchengemeinde Maria Namen (Markt Erlbach), die ursprünglich eine Filiale von St. Michael (Wilhermsdorf) war und seit 2019 eine Filiale von St. Johannis Enthauptung (Neustadt an der Aisch) ist.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Markt Erlbach Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1144 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim