Larceveau-Arros-Cibits (baskisch Larzabale-Arroze-Zibitze) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre (bis 2015: Kanton Iholdy).

Die Bewohner werden Larzabaldar, Arroztar oder Zibiztar genannt.

Geographie Larceveau-Arros-Cibits liegt ca. 60 km südöstlich von Bayonne im historischen Landstrich Ostabarret () der historischen Region Nieder-Navarra im französischen Teil des Baskenlands.

Umgeben wird Larceveau-Arros-Cibits von den Nachbargemeinden:

Larceveau-Arros-Cibits liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Einer seiner Zuflüsse, die Bidouze, durchquert das Gebiet der Gemeinde ebenso wie ihr Nebenfluss Artikaitéko Erreka mit seinen Nebenflüssen Erreka Handia und Arlako Erreka.

Geschichte An der Grenze zur Nachbargemeinde Lantabat auf dem Gazteluzahar () befindet sich eine archäologische Fundstätte mit einem frühgeschichtlichen Ringwall, der eine frühe Besiedelung des Gebiets belegt.

Repräsentanten des Königreichs Navarra gründeten zu Beginn des Mittelalters die Gemeinde Larceveau als Bastide, um ihre Präsenz am Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu zeigen. 1119 wurde sie in der Form Larçabal erstmals im Zusammenhang mit der Pilgerherberge erwähnt, abhängig vom Grundherr Sault von Cibits. Von 1199 an empfing das Dorf Utxiat die Pilger auf dem Jakobsweg. Eines der bedeutendsten Priorate und Hospitäler der Region, Sainte-Madeleine, wurde 1227 erstmals erwähnt. Daneben versammelten sich die Stände von Navarra regelmäßig in diesem Weiler. 1343 zählte Utxiat 23 Einwohner, hauptsächlich Laien, die Arbeiten im Priorat verrichteten. Angebunden an die Kirche von Utxiat, war Cibits dennoch eine eigenständige Pfarrgemeinde mit einer Pilgerherberge und einem Friedhof am Jakobsweg.

Sowohl Larceveau als auch Cibits und Arros wurden 1570 während der Hugenottenkriege verwüstet. Das Priorat von Utxiat wurde zur gleichen Zeit erst geplündert und dann in Brand gesteckt. Seine Funktion als Hospital wurde per Erlass des französischen Königs Ludwig XVI. im November 1784 zugunsten des Hospitals von Saint-Palais aufgehoben. In den Wirren der Französischen Revolution wurden die Gebäude des ehemaligen Priorats und Hospitals in Brand gesteckt, die Laienmitarbeiter wurden Besitzer ihrer Bauernhöfe im Juni 1795.

Larceveau wurde bei der Neueinteilung der Territorien zu Beginn der Französischen Revolution Hauptort eines Kantons, bevor die Gemeinde 1801 im Kanton Iholdy aufging. Utxiat wurde zwischen 1790 und 1794 in die Gemeinde Larceveau eingegliedert. Die ehemaligen Gemeinden Arros und Cibits fusionierten am 20. Juni 1842 mit der Gemeinde Larceveau zur neuen Gemeinde Larceveau-Arros-Cibits.

Toponyme und Erwähnungen von Larceveau waren: Larsaval und Larseval (1119 bzw. 1167, Manuskriptsammlung von André Duchesne, Band 114, Blatt 32 und 35), Larsaval (1120), Sanctus Vicentius de Larcevau (1160), Larceval (1167), Larçabau (1292, 1350, 1413), Larssabau (1477, Verträge von Ohix, Notar von Soule, Blatt 51), Larcabau (1513, Urkunden aus Pamplona), Larsabau (1518, Kapitel von Bayonne), Larçaval, Larçabal und Larzabal (1621, nach Martin de Viscay), Larcebeau (1750, Karte von Cassini), Larceveau (1793, Notice Communale), Larcevau (1801, Bulletin des lois) und Larceveau (1863, Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées).

Toponyme und Erwähnungen von Arros waren: Arrosium (1100), Arros (1350) und Arros (1750, Karte von Cassini).

Toponyme und Erwähnungen von Cibits waren: Sevis (1150), Sanctus Andreas de Civiz (1160), Siviç (1350), Çibitz (1413), Sent Andriu de Cibitz (1472, Notare von Labastide-Villefranche, Nr. 2, Blatt 22), Civitiz (1513, Urkunden aus Pamplona) und Cibits (1750, Karte von Cassini).

Toponyme und Erwähnungen von Utxiat waren: Uxiat (1227, Gallia Christiana), La Magdelene de l’espitau d’Utsiat (1441, Notare von Labastide-Villefranche), Uxat (1488, Notare von Pau), Uciat (1513, Urkunden aus Pamplona), Utziate (1621, nach Martin de Viscay), Utxiat (1750, Karte von Cassini), Utxiat (1793, Notice Communale) und Utziat (1863, Dictionnaire topographique Béarn-Pays basque).

Wappen links|mini|125x125px|Wappen von Larceveau-Arros-Cibits Das Wappen der Gemeinde Larceveau-Arros-Cibits lässt sich nach Guy Ascarat, Heraldiker und Historiker, folgendermaßen interpretieren.

Die Felder des Wappens sind Wappen der verschiedenen Adelshäuser der Gemeinde: links oben: La Salle (Larceveau), linke Hälfte von rechts oben: La Salle de Murulu (Arros), rechte Hälfte von rechts oben: Pedro (Arros), links unten: Dona Maria (Lacerveau) und rechts unten: La Salle de Sault (Cibits).

Einwohnerentwicklung Nach einem Höchststand von fast 800 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts fiel die Einwohnerzahl bis zu den 1870er Jahren auf ein Niveau von rund 500 zurück, bis zu den 1940er Jahren noch einmal um rund 100 auf ein Niveau von rund 400 Einwohnern zurück, das bis heute gehalten wird.

Jahr19621968197519821990199920062009 Einwohner 452 394 388 424 406 395 407 403

Sehenswürdigkeiten Bauwerke Pfarrkirche von Larceveau mini|Pfarrkirche Saint-Laurent in Larceveau Sie ist Laurentius von Rom gewidmet. Anlässlich des Durchzugs von Pilgern auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela wurde die erste Kirche vermutlich im Mittelalter gebaut. In den Hugenottenkriegen im 16. Jahrhundert wurde sie vollständig zerstört, und die heutige Kirche wurde 1854 an anderer Stelle neu gebaut. Ihr Grundriss stellt ein lateinisches Kreuz dar mit einem einschiffigen Langhaus einer Länge von zwei Jochen und von zwei Seitenkapellen, die ein falsches Querschiff bilden. Eine flache Apsis bildet den Abschluss. Das Langhaus besitzt ein falsches Tonnengewölbe, die Apsis ein falsches Kreuzgratgewölbe. Eine gerade Treppe aus Holz am Eingang der Kirche führt zu den Emporen im Langhaus und in den Kapellen, deren Plätze wie bei den meisten baskischen Kirchen traditionell den Männern während einer Messe vorbehalten sind.

Neben der Kirche ist eine scheibenförmige Grabstele, Hilarri genannt, aus dem angrenzenden Friedhof in der Erde aufgestellt. Die ältesten Stelen des Baskenlands datieren aus dem 16. und 17. Jahrhundert, einige können sogar älter sein, wie diese an der Pfarrkirche in Larceveau. Die Inschrift des trapezförmigen Unterbaus ist heute nicht mehr lesbar. Den Scheibenaufsatz bedeckt ein fünfzackiger Stern zusammen mit drei Rosetten und einem Blatt mit Stiel in vier der fünf Zwischenräume zwischen den Zacken. Dieses strahlenförmige Motiv ist im Baskenland weit verbreitet, es ist auch auf Tür- oder Fensterstürzen oder auf Möbelstücken zu finden.

Pfarrkirche von Cibits Sie ist dem Apostel Andreas geweiht. Eine Kirche in der Namensform sanctus andreas de civiz wird im Livre rouge (), einer Sammlung von Dokumenten des 11. und 12. Jahrhunderts der Kathedrale von Dax, erwähnt. Im 19. Jahrhundert fanden Umbauten statt, bei denen der Glockenturm und möglicherweise der Vorbau und die Sakristei errichtet wurden. Während des 20. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus restauriert und instand gehalten. Der Vorbau steht nach drei Seiten offen mit Durchgängen in Rundbogenform. Eine Grabplatte ist unter dem Vorbau im Boden eingelassen, die mit einem Kruzifix und zwei strahlenförmige Motiven verziert ist, der untere Teil mit sich kreuzenden Balken besetzt. Die Inschrift, die den größten Teil der Stele bedeckt, gibt die Identität des Verstorbenen preis, gibt aber keinerlei Aufschluss über seinen sozialen Status innerhalb der Gemeinde. Er besagt, dass Detchebers Chrisogon am 20. Februar 1837 im Alter von 83 Jahren verstarb. Traditionell werden bedeutsame und vermögende Personen oder Priester auf diese Art bestattet. Der Vorbau ist an eine Fassade angebaut, die in den Glockenturm übergeht, der einen polygonalen, mit Schiefer gedeckten Helm trägt. Das einschiffige Langhaus mit einer Länge von zwei Jochen ist im Innern gedeckt von einem falschen Tonnengewölbe aus Holz und ist mit Emporen aus Holz ausgestattet, die über eine gerade, gemauerte Außentreppe erreichbar sind. Die Sakristei auf rechteckigem Grundriss ist im Osten an die flache Apsis gebaut.

Auch bei dieser Kirche sind Hilarri tief in die Erde eingegraben und an der Kirchenwand ausgestellt. Die Scheibe einer dieser Stelen ist mit einem fünfzackigen Stern ausgefüllt, in dessen Mitte ein Tatzenkreuz in einem Kreis eingraviert ist. Lilien füllen die Aussparungen zwischen den Zacken dieses Sterns aus. Die Grabstele stammt ursprüngliche aus dem Friedhof von Arros, der aufgegeben wurde. Sie wurde 1960 auf Veranlassung vom früheren Bürgermeister Emmanuel Lartique an diese Stelle verbracht ebenso wie ein Flurkreuz, das die Jahreszahl 1786 auf seinen beiden Armen verteilt trägt. Im Kreuzungspunkt der Arme ist ein Strahlenkranz eingraviert, Symbol der Eucharistie und der göttlichen Präsenz, der Fuß ist mit einem zahnfömigen Motiv verziert.

Herrenhaus Dona Maria Das ursprüngliche Gebäude ist als Festes Haus zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert abseits des Zentrums der Gemeinde neben der ehemaligen Kapelle Sainte-Marie de Bulunza gebaut worden. Im Register von 1365 wird es als Adelssitz unter dem Namen lostau de santa maria erwähnt. Der Standort der Kapelle ist in der Karte von Cassini eingetragen, im Kataster von 1832 wird sie als zerstört gelistet. Pero Sanz de Leizarazu war im Jahre 1376 der Eigentümer des Hauses. Im Jahre 1762 ist ein Nebengebäude errichtet worden für die Unterbringung des Personals, was eine entsprechende Inschrift FAIT L’AN 1762 auf dem Schlussstein des Eingangs zusammen mit einer Verzierung mit einem Kreuz und vier Rosetten belegt. Im 18. Jahrhundert wurden umfangreiche Umbaumaßnahmen getroffen, die das Feste Haus in ein einfaches Herrenhaus verwandelten und ihm den Verteidigungscharakter nahmen. Im 19. Jahrhundert wurde das Haus renoviert und im Hinblick auf die Anforderungen einer landwirtschaftlichen Nutzung angepasst. Ein Stall und ein Haus für den Pachtbauer wurden in jener Zeit hinzugefügt. Das heutige Herrenhaus zeigt allerdings immer noch seine robuste Struktur und drei Schießscharten in der östlichen Wand als Zeugen seiner ursprünglichen Funktion. Es befindet sich in Privatbesitz, ist immer noch bewohnt und im 21. Jahrhundert renoviert worden.

Bauernhof in Cibits mini|Türsturz eines Bauernhofs in Cibits An der Bauweise der meisten Bauernhäusern im französischen Baskenland ist erkennbar, in welcher historischen Provinz, Labourd, Nieder-Navarra oder Soule sie sich befinden. Manchmal vermischen sich jedoch die Einflüsse, wie bei einem Bauernhaus in Cibits, dessen Fassade auf den ersten Blick wie andere Gebäude des Nieder-Navarra aussieht. Die Einflüsse der Bauweise der Soule lassen sich an einer von Steinen umrahmten Toreinfahrt erkennen, die zum eskaratz führt, einem zentralen Eingangsbereich, von dem alle anderen Räume der Wohn- und Arbeitsbereiche zugänglich sind. Außerdem ist der Stall vom Wohnbereich separiert im hinteren Bereich des Bauernhofs errichtet. Der Zugang vom Bauernhaus zum Stall erfolgt vom hinteren Bereich des eskaratz. Inschriften auf Tür- oder Fensterstürzen dienen im Baskenland nicht nur zur Verzierung, sondern generell der Personalisierung der Häuser. Der Türsturz dieses Bauernhauses verrät mit seiner Inschrift die Namen der Besitzer Gratian Eliache (1645–1782), Anne Hitateguy (1702–1775) und Charles Massun mit den Angaben „GRATIAN DE ELISSECHEANA“ und „DE HITATEI CHARLES MASUN 1743“. In der Mitte des Sturzes ist ein mit Schwertlilien verziertes Kreuz zu erkennen, das von vier verschiedenen Rosetten umgeben ist. Der oberste Teil ist bedeckt mit einer Pflanzengirlande und pickenden Vögeln.

Bauernhof Jauregia