Die Saison 1977/78 des von der FIS veranstalteten Alpinen Skiweltcups begann am 7. Dezember 1977 in Val-d’Isère und endete am 19. März 1978 in Arosa. Bei den Männern wurden 22 Rennen ausgetragen (8 Abfahrten, 7 Riesenslaloms, 7 Slaloms). Bei den Frauen waren es ebenfalls 22 Rennen (7 Abfahrten, 8 Riesenslaloms, 7 Slaloms). Dazu kam je ein Parallel-Slalom, der nur für den Nationencup zählte. Die Kombination wurde in diesem Jahr ausgelassen, ab der folgenden Saison 1978/1979 stand sie wieder regelmäßig im Weltcup-Programm. Die Reduzierung auf 22 Herrenrennen (die Damen hatten ohnehin in den letzten Jahren immer einige weniger als die Herren) stand bereits in Ende Oktober 1976 ausgearbeiteten Papieren und wurde auch im Hinblick darauf, dass es eine Saison mit Weltmeisterschaften war, so konzipiert.
Höhepunkt der Saison waren die Weltmeisterschaften 1978 in Garmisch-Partenkirchen.
Weltcupwertungen
Gesamt 1. 150 2. 116 3. 100 4. 95 5. 70 7. 65 8. 60 10. 54 11. 47 12. 43 14. 41 16. 40 17. 39 18. 37 19. 32 20. 31 21. 29 22. 27 23. 25 25. 24 26. 22 27. 21 28. 20 30. 19 31. 18 32. 16 33. 15 34. 14 36. 13 38. 12 39. 11 42. 10 43. 9 46. 8 51. 6 52. 4 54. 3 56. 1
1. 154 2. 147 3. 135 4. 105 5. 97 6. 96 7. 94 8. 76 9. 70 10. 63 11. 62 12. 60 13. 45 14. 37 16. 27 17. 26 18. 24 19. 23 20. 20 21. 19 22. 17 23. 16 24. 14 25. 12 26. 10 28. 7 30. 6 32. 5 33. 4 36. 3 37. 2 41. 1
Abfahrt + Herren Rang Athlet Punkte 1 85 2 74 3 73 4 56 5 49 6 47 7 45 8 43 9 39 + Damen Rang Athletin Punkte 1 125 2 91 3 78 4 74 5 51 6 36 7 32 8 24 9 23 10 16
Riesenslalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 120 2 100 3 84 4 82 5 32 6 30 7 27 8 24 9 23 10 17+ Damen Rang Athletin Punkte 1 115 2 106 3 77 4 62 5 60 7 36 8 30
Slalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 115 2 90 3 66 4 47 5 43 7 30 8 28 9 25 10 22+ Damen Rang Athletin Punkte 1 110 2 105 3 79 4 71 5 65 6 46 7 23 8 19 9 18 10 17
Podestplatzierungen Herren
Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 11.12.1977 Val-d’Isère (FRA) 18.12.1977 Gröden (ITA) 22.12.1977 Cortina d’Ampezzo (ITA) 20.01.1978 Kitzbühel (AUT) 21.01.1978 Kitzbühel (AUT) 11.02.1978 Les Houches (FRA) 10.03.1978 Laax (SUI) 11.03.1978 Laax (SUI)
Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 10.12.1977 Val-d’Isère (FRA) 14.12.1977 Madonna di Campiglio (ITA) 08.01.1978 Zwiesel (FRG) 17.01.1978 Adelboden (SUI) 03.03.1978 Stratton Mountain (USA) 06.03.1978 Waterville Valley (USA) 18.03.1978 Arosa (SUI)
Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 13.12.1977 Madonna di Campiglio (ITA) 05.01.1978 Oberstaufen (FRG) 09.01.1978 Zwiesel (FRG) 15.01.1978 Wengen (SUI) 22.01.1978 Kitzbühel (AUT) 11.02.1978 Chamonix (FRA) 04.03.1978 Stratton Mountain (USA)
Parallelslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 19.03.1978 Arosa (SUI)
Podestplatzierungen Damen
Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 07.12.1977 Val-d’Isère (FRA) 06.01.1978 Pfronten (FRG) 07.01.1978 Pfronten (FRG) 13.01.1978 Les Diablerets (SUI) 18.01.1978 Bad Gastein (AUT) 11.03.1978 Bad Kleinkirchheim (AUT) 12.03.1978 Bad Kleinkirchheim (AUT)
Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 08.12.1977 Val-d’Isère (FRA) 15.12.1977 Madonna di Campiglio (ITA) 09.01.1978 Les Mosses (SUI) 10.01.1978 Les Mosses (SUI) 09.02.1978 Megève (FRA) 02.03.1978 Stratton Mountain (USA) 07.03.1978 Waterville Valley (USA) 17.03.1978 Arosa (SUI)
Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 10.12.1977 Breuil-Cervinia (ITA) 19.01.1978 Bad Gastein (AUT) 22.01.1978 Maribor (SLO) 24.01.1978 Berchtesgaden (FRG) 25.01.1978 Berchtesgaden (FRG) 08.02.1978 Saint-Gervais-les-Bains (FRA) 05.03.1978 Stratton Mountain (USA)
Parallelslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 19.03.1978 Arosa (SUI)
Nationencup + Gesamtwertung Rang Land Punkte 1 849 2 499 3 378 4 356 5 303 6 286 7 218 8 150 9 97 10 43 11 37 12 31 13 10 14 9+ Herren Rang Land Punkte 1 460 2 293 3 227 4 154 5 150 6 115 7 97 8 85 9 43 10 37 11 31 12 12 13 9+ Damen Rang Land Punkte 1 389 2 272 3 259 4 224 5 206 6 171 7 12 8 10
Statistik der Podestplätze Angegeben werden die Anzahl Podestplätze je Land und Disziplin sowie die Gesamtanzahl.
Damen + Gesamt Land 1. 2. 3. Total 1 7 6 2 15 2 6 2 2 10 3 6 1 8 15 4 3 3 6 12 5 1 6 4 11 6 – 5 1 6+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 5 2 – 2 1 1 3 3 1 – 4 4 – 4 –+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 4 – 3 2 3 1 – 3 1 3 1 4 – 3 1 5 – 1 – 6 – – 3+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 3 3 3 2 3 1 2 3 1 1 1 4 – 1 1 5 – 1 –+ Parallel Land 1. 2. 3. 1 1 – – 2 – 1 – 3 – – 1
Herren + Gesamt Land 1. 2. 3. Total 1 7 4 5 16 2 7 4 2 13 3 4 2 1 7 4 2 2 5 9 5 2 1 3 6 6 1 1 – 2 7 1 – 2 3 8 – 5 3 8 9 – 2 – 2 10 – 1 1 2 11 – – 1 1+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 5 2 4 2 2 1 1 3 1 1 – 4 1 – 2 5 – 2 – 6 – 1 1+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 4 1 2 2 2 1 2 3 1 2 – 4 – 3 2 5 – – 1+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 3 2 – 2 2 2 – 3 2 – 1 4 – 2 – 5 – 1 3 6 – – 1 – – 1 – – 1+ Parallel Land 1. 2. 3. 1 1 – – 2 – 1 – 3 – – 1
Saisonverlauf
Punktesystem und Startnummern-Modifizierung Für den Gesamt-Weltcup zählten die drei besten Resultate jeder Disziplin (höchste Möglichkeit daher 225 Punkte), für die Disziplinenwertung die besten 5 Resultate (daher 125 Punkte). Erstmals wurde (sieht man von wenigen vorherigen Ausnahmen ab) der Damen-Riesenslalom in zwei Durchgängen gefahren. Damit hatten die Verantwortlichen das System mit der Aufteilung in mehrere Perioden ad acta gelegt und es gab damit wieder eine sehr restriktive Handhabung in puncto Gesamtweltcup, welche vor allem ein Nachteil für Ingemar Stenmark war. Dieses System wurde beim FIS-Kongress in Bariloche (29./30. April) beschlossen.
Es hatte eigentlich für 1977/78 der Plan bestanden, dass es bei Damen und Herren je 8 Rennen in allen Disziplinen geben werde und von den acht Abfahrten sieben und von den 16 technischen Disziplinen acht für den Gesamtweltcup zählen sollten, womit eine Chancengleichheit der Speedfahrer gegeben wäre. Am Rande der Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen gab es einen Vorschlag des österreichischen Hauptverantwortlichen Udo Abl, der ab 1978/79 je acht Rennen pro Disziplin anregte, während von der FIS eine Zweiteilung (1. Dezember bis 10. Februar mit je 6 Rennen und dann bis 20. März als eine Art Finale mit je 2 Wertungen und außerdem nur Startberechtigung der ersten 15 der jeweiligen Weltrangliste) gewünscht wurde. Letztlich wurde dieser Vorschlag aber mit 9:7 Stimmen abgelehnt, wobei Italien und Österreich auf Grund ihres Stimmrechtes je 2 Gegenstimmen und Jugoslawien, die Schweiz und Bundesrepublik Deutschland die übrigen einbrachten.„Neuer Vorschlag für Weltcup: Spezialwertung und Finale“ in «Volkszeitung Kärnten» Nr. 22 vom 28. Januar 1978, S. 54.„Im Weltcup alles wie bisher . Reform 9:7 abgelehnt“ in «Volkszeitung Kärnten» Nr. 23 vom 29. Januar 1978, S. 22.
In den Slaloms und Riesenslaloms gab es eine neue Startnummernregelung für die 2. Durchgänge. Die bisherige seit 1971/72 eingeführte «Bibbo-Regel» wurde modifiziert, indem nun die fünftplatzierte Person nach dem ersten Lauf als erste bis hin zum führenden Läufer startete, danach kamen die Ränge ab 6 an die Reihe («Super-Bibbo-Regel»). Das brachte einen größeren Vorteil für die Top-Platzierten, aber der Großteil der Rennen war frühzeitig entschieden, ab den Rängen 11 des ersten Durchgangs schalteten viele TV-Zuschauer weg.
Premierensiege Andreas Wenzel feierte persönlich seine ersten zwei Siege (jeweils im Slalom), die gleichzeitig auch die ersten Siege für Liechtensteins Herren waren. Weiters war Uli Spieß am 10. März bei der Abfahrt in Laax erstmals siegreich. Bei den Damen kam kein „Neuling“ dazu.
Andere Entscheidungen Zum erfolgreichsten Herrn an Weltcupsiegen avancierte Ingemar Stenmark, der seit seinem ersten Sieg im Dezember 1974 auf nunmehr 28 Siege (17 im Slalom, 11 im Riesenslalom) kam, dahinter lagen Gustav Thöni mit 24 und Franz Klammer mit 23. (Jubiläumssieg Nr. 25 war Stenmark am 5. Januar beim Slalom in Oberstaufen gelungen.) Von den großen Skinationen gelang den Schweizer Herren überhaupt kein Saisonsieg (sie blieben mit 42 Siegen auf Rang 4 hinter Österreich mit 74, Frankreich 63 und Italien 46). Die Herren des ÖSV belegten in der gesamten Saison keinen Podestplatz im Riesenslalom, aber auch die Herren der «Federazione Italiana Sport Invernali», die in den letzten Jahren in dieser Disziplin sehr gute Ergebnisse erzielt hatten (19 Siege, 15 zweite und 17 dritte Plätze), mussten sich mit einem einzigen Podest (Rang 3 von Piero Gros) begnügen. Ein vierter (Mauro Bernardi) und fünfter (Gustav Thöni) Platz waren die nächstbesten Ränge; bei den Österreichern sorgten Klaus Heidegger mit einem vierten und fünften und auch Leonhard Stock mit einem fünften Platz für die spärlichen „Highlights“. Erste Podestplatzierungen überhaupt gab es für zwei Nationen, u. zw. Bulgarien (Petar Popangelow) und Jugoslawien (Bojan Križaj). Für die abschließenden Parallel-Slaloms waren die ersten 32 der Weltcuprangliste startberechtigt
Absagen und Verschiebungen Es konnten zwar alle geplanten Konkurrenzen ausgetragen werden, doch nicht immer am vorgesehenen Austragungsort und teilweise recht verspätet.
Herren: Vorerst gab es für die Lauberhornrennen die gute Meldung über genügend Schnee, dann waren aber die Wetterbedingungen für die Abfahrt äußerst schlecht. Die Trainings konnten nicht stattfinden, wurden verschoben bzw. wurde einer am 12. Januar auf verkürzter Strecke gefahren, dann musste am 13. Januar nach Start-Nr. 31 (Franz Klammer hatte bis zu diesem Zeitpunkt die Führung inne) wegen Sturmböen (es hatte auch Bodennebel geherrscht) abgebrochen werden. Der erste Terminplan hatte die Abfahrt für den 15., den Slalom für den 16. Januar – und den Riesenslalom in Adelboden für den 17. Januar vorgesehen, die nächste Planung lautete, dass am 15. Januar zwischen den beiden Slalomdurchgängen ein ultimativ letztes Training stattfinden solle.
Nach dem Slalom herrschte auch Optimismus, dass die Abfahrt am Montag, 16. Januar, ausgetragen werden könne, es wurde von der FIS an Kitzbühel die Bitte gerichtet, auf die erste Abfahrt zu verzichten. Die dortigen Organisatoren zeigten sich nur dahingehend bereit, dass sie die drei Rennen um einen Tag verschieben würden. Der Grund für die Abfahrtsabsage lag darin, dass in der Nacht auf den geplanten Renntag (16. Januar) ein Föhnsturm und ein Orkan die Piste zwischen Hundschopf und Wasserstation verweht bzw. aufgerissen hatten. Der Sturm hatte die Kontrolltore an die Felsen geschleudert. Fazit war jedenfalls, dass der Adelboden-Riesenslalom um einen Tag verspätet gefahren wurde. Am 20. Januar wurde der Ersatzort bekanntgegeben, es war dies Laax, wobei vorerst der 12. März genannt wurde. Hinsichtlich Verschiebungen beim Finale in Arosa siehe bitte die Vermerke bei den Damen.
Damen: Es gab sogar mehrere Absagen bzw. Verschiebungen und damit tatsächlich ein Chaos. Bormio war nicht in der Lage, Abfahrt und Riesenslalom (15./16. Dezember) auszutragen, der Riesenslalom konnte zwar am 15. Dezember in Madonna di Campiglio gefahren werden, die Abfahrt hätte zusätzlich am 19. Dezember in Saalbach-Hinterglemm ausgetragen werden sollen, aber dort hatte es einen Warmwettereinbruch gegeben, so dass es eine Absage gab, doch es mussten dann auch die für 20./21. Dezember im Rennkalender genannten Rennen (Abfahrt, Riesenslalom) wegen der weggeschmolzenen Pisten abgesagt werden.
Pfronten (mit seinen eigenen Terminen (6./7. Januar)) sprang für die Abfahrt ein; all die Probleme (geringe Schneelage am Breitenberg, daher keine Zeitläufe etc.) führten immer wieder zu neuen Terminen. Was blieb war, dass die Bormio-Abfahrt, statt am 5. Januar, am 6. Januar nachgetragen wurde. In weiterer Folge wurde der Pfronten-Slalom gestrichen (vorerst ersatzlos), doch nebst dem ursprünglich für den 24. Januar programmierten Slalom in Berchtesgaden wurde dort auch diese Lücke gefüllt.