Die Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen ist eine Gemeinschaftsschule mit Grundschule und Sekundarstufe in Lauda im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Die Geschichte der Schule und deren Vorgängerinstitutionen (ehemalige Volksschule, später Grund- und Hauptschule sowie Grund- und Werkrealschule) in den zum Teil denkmalgeschützten Schulgebäuden in der Laudaer Stadtmitte reicht über 100 Jahre zurück.
Geschichte mini|Eingang ins alte Schulhaus von 1912, indem die Volksschule untergebracht war; heute beherbergt der Altbau die Sekundarstufe der Gemeinschaftsschule Schule Ursprünge der Volksschule Lauda Am 15. April 1912 begann der Neubau des heute denkmalgeschützten Altbaus der Volksschule Lauda in der Philipp-Adam-Ulrich-Straße 2, der am 6. April 1913 eingeweiht wurde. Mit dem Unterricht konnte bereits am 7. April 1913 begonnen werden. Geführt wurde die Laudaer Volksschule von der sogenannten Ortsschulbehörde.Wolfgang Fischer, Christina Sahr, Annegret Scholz: 1912–2012. 100 Jahre Volksschule Lauda. Grund- und Werkrealschule Lauda (Hrsg.). Stieber Druck, Lauda 2012.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten wirkte sich auch auf die Schule in Lauda aus, indem sich die für damalige Verhältnisse relativ freiheitlich-liberale Grundhaltung der Schulpolitik zunehmend den streng gegliederten Regeln der „Allgemeinen Deutschen Volksschule“ und den nationalsozialistischen Inhalten gegenübersah.
Beginn der Hauptschule mini|Erster Erweiterungsbau mit ehemaligem Volksbad, 1949 errichtet mini|Zweiter Erweiterungsbau, ab 1967 errichtet Ab dem Herbst 1942 wurde in Baden die Hauptschule eingeführt. Neben Wertheim war Lauda vom Minister für Kultus und Unterricht als Standort bestimmt worden. Die Hauptschule baute fortan auf der vierten Klasse der Volksschule auf und war ebenfalls auf vier Schuljahre angelegt. Die Schulbezeichnung wurde in Volks- und Hauptschule Lauda, ab den 60er Jahren in Grund- und Hauptschule Lauda geändert. Damals wurde in der Hauptschule bereits Englisch gelehrt und eine breite Allgemeinbildung angestrebt, die sowohl für technische und wirtschaftliche Berufe als auch den gehobenen Dienst geeignet sein sollte.
Die letzten Zeugnisse vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am 27. Juli 1944 verteilt. Danach fiel der Unterricht vorübergehend aus und im März 1945 wurde der Stab eines Eisenbahnflakregiments in der Schule einquartiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schulhaus zunächst durch die amerikanische Militärregierung beschlagnahmt und Rot-Kreuz-Soldaten zogen ins Gebäude ein. Erst im Herbst 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen, jedoch noch nicht im Volksschulgebäude, sondern in einem alten Schulhaus der Stadt, das sich gegenüber dem Gasthof Stern befand. Im Jahre 1947 wurde das Schulgebäude von den Amerikanern wieder für den Unterricht freigegeben.
Ein Erweiterungsbau mit öffentlichem Volksbad an das alte Schulhaus wurde im Jahre 1949 in Angriff genommen. Jeden Freitag und Samstag stand das Hallenbad für die Öffentlichkeit zur Verfügung, jedoch wurde auf die Geschlechtertrennung Wert gelegt: Frauen und Kinder durften am Freitag und Männer am Samstag baden. Mit dem Beschluss des Gemeinderates vom 8. März 1954, in der Volksschule eine 5., 6. und 7. Aufbauklasse einzurichten, die bei „genügendem Interesse“vgl. Gemeinderatssitzungs-Protokollbuch Nr. 152 später um eine 9. und 10. Aufbauklasse erweitert werden sollte, wurde der Grundstein für die spätere Josef-Schmitt-Realschule der Stadt gelegt.
Das Volksbad der Schule im Erweiterungsbau musste im Jahr 1959 wieder schließen. An seiner Stelle befindet sich heute ein Maschinenraum sowie ein Lagerraum für den Technikunterricht. Im Jahre 1964 wurde der Bau einer Schulturnhalle beschlossen und von 1967 bis 1969 wurde ein weiteres Gebäude auf dem Schulgelände für die Realschule errichtet. Nach dem späteren Umzug der Realschule an einen eigenen Schulstandort wurden diese Räume für die in den 60er Jahren ebenfalls wachsende Hauptschule frei.
Die zuvor eigenständigen Klassen 5 der Gemeinden Heckfeld und Oberlauda wurden zum 1. August 1968 der Hauptschule Lauda zugewiesen.Siehe: Schreiben des Staatlichen Schulamts vom 3. Juli 1967. Die 8. und 9. Klassen von Heckfeld, Oberlauda und Gerlachsheim waren bereits seit dem 9. Dezember 1966 in Lauda geführt worden.siehe: Fränkische Nachrichten, Ausgabe vom 9. Dezember 1966.
Aufwertung der Hauptschule zur Werkrealschule Im Schuljahr 1983/84 wurde die Abschlussprüfung in den Hauptschulen flächendeckend eingeführt mit dem Ziel, den Hauptschulabschluss aufzuwerten, indem ein objektivierbarer Leistungsnachweis erbracht wird. Im selben Schuljahr hielten auch die ersten Schul-PCs Einzug. Mit dem Ende des Schuljahres 1986/87 konnten die ersten Hauptschüler einen mittleren Bildungsabschluss nach dem Modell „9 + 3“ erlangen. Diese Versuche, die Hauptschule aufzuwerten, mündeten in den 1980er Jahren schließlich im Schulversuch Werkrealschule. Der Schulname änderte sich fortan in Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule.
Der schulfreie Samstag wurde in Lauda – trotz unterschiedlichster Bedenken – ab dem Schuljahr 1992/93 eingeführt. Dagegen wurde im Jahr 1993 mit dem Zusatzunterricht in der 10. Klasse der Hauptschule begonnen. Ebenfalls im Jahr 1993 brachte die Schule die „Kernzeitenbetreuung“ auf den Weg, ein Vorläufer der Ganztagesbetreuung. Ein Förderverein der Schule wurde im Jahre 1998 ins Leben gerufen.
Ganztagesbetrieb der Werkrealschule mini|Neubau des Verwaltungsgebäudes mit Mensa und Aufenthaltsraum, ab 2007 errichtet Im Jahre 2000 beschloss der Gemeinderat der Stadt Lauda-Königshofen, beim Land Baden-Württemberg einen Antrag für die Einrichtung einer Ganztagsschule zu stellen. Nach erfolgreichem Einrichtungserlass durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport stellte die Schule 2003 auf den Ganztagsbetrieb in der Grund- und Werkrealschule um. Dies erforderte anhand vorangegangener Raumbedarfsplanungen ab 2007 unter anderem einen Neubau des Mitteltraktes mit angeschlossener Mensa. Ab 2011 hieß die Schule Grund- und Werkrealschule Lauda.
Vom 9. bis 11. Mai 2012 feierte die Schule ihr 100-jähriges Bestehen mit vielfältigen Aktionen und Projekten rund um das Schulmotto „Lernen, Leben, Zukunft“.Fränkische Nachrichten: Lauda / Königshofen. Jubiläum. Vom 9. bis 11. Mai feiert die Grund- und Werkrealschule / Aufruf an die Bevölkerung. "Lernen, Leben, Zukunft". 100 Jahre Volksschule Lauda, 26. März 2012, online auf www.fnweb.de, abgerufen am 13. Juli 2017.
Einrichtung der Gemeinschaftsschule Zum Schuljahr 2014/15 wurde die Grund- und Werkrealschule Lauda als eine von nur wenigen Schulen im Main-Tauber-Kreis ausgewählt, um den Gemeinschaftsschulbetrieb aufzunehmen. Die Schule hieß fortan Gemeinschaftsschule Lauda.Fränkische Nachrichten: Lauda und Wertheim erhalten ab dem nächsten Schuljahr Gemeinschaftsschule, 11. Februar 2014, online auf www.fnweb.de, abgerufen am 11. Juli 2017.
Bei der sogenannten Fremdevaluation durch das Landesinstitut für Schulentwicklung konnte die Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen 2017 auf sich aufmerksam machen: Mit 47 erfüllten von 48 überprüften Merkmalen erreichte die Gemeinschaftsschule die Note 1+. Damit gehört die Schule zu den wenigen Top-Bildungseinrichtungen von allen überprüften Schulen in Baden-Württemberg, da solch hohe Bewertungen nur äußerst selten vorkommen.Mannheimer Morgen: Lauda / Königshofen. Bildung. Fremdevaluation für das SBBZ sowie die Gemeinschaftsschule in Lauda. Zweimal eine 1+ für Schulen, 5. Juli 2017, online auf www.morgenweb.de, abgerufen am 13. Juli 2017.
Änderungen der städtischen Schullandschaft Im Jahr 2017 bekannt gewordene Pläne der Stadtverwaltung von Lauda-Königshofen, alle weiterführenden Schulen ab der Klasse 5 (Gemeinschaftsschule, Martin-Schleyer-Gymnasium und Josef-Schmitt-Realschule) auf einem gemeinsamen Campus zusammenzuführen,Fränkische Nachrichten: Lauda / Königshofen. Bildung. Alle weiterführenden Schulen werden an einem Standort in Lauda konzentriert / Konzeption und Planungen der Stadtverwaltung. Künftig ein Campus ab der Klasse 5. 12. Mai 2017. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 5. August 2017. wurden im Juni 2018 vom „Lenkungskreis Schulentwicklung“ des Gemeinderats wieder verworfen. Dieser beschloss stattdessen im Rahmen der städtischen Schulentwicklungsplanung, die Gemeinschaftsschule am Standort in der Stadtmitte zu belassen. Lediglich die Ganztagsgrundschule wird zukünftig in das Schulzentrum an der Becksteiner Straße umziehen.Fränkische Nachrichten: Lauda / Königshofen. Gemeinderat. Gemeinschaftsschule bleibt am Standort Mitte in Lauda / Lediglich die Ganztagsgrundschule zieht in das Schulzentrum um. Die Schulentwicklungsplanung steht. 27. Juni 2018. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 29. November 2018.
Schulleitung Liste der Schulleiter Amtszeit Schulleiter 1912–1918 Hermann Henn 1918–1920 Otto Sulzmann 1920–1928 Josef Nonnenmacher 1929–1945 Fritz Röser 1946–1949 Ida Ries 1949–1950 Adam Brennfleck 1950–1965 Ludwig Nonnenmacher 1966–1968 Otto Kraft 1969–1985 Josef Kluger 1985–1989 Hans-Werner Sautner 1989–1991 Martin Beck 1991–2017 Hartmut HummelRhein-Neckar-Zeitung: Gemeinschaftsschule Lauda. Natalie Ederer neue Rektorin. 26. Juli 2017. Online auf www.rnz.de. Abgerufen am 5. August 2017. Ab 2017 Natalie Ederer
Schularten und Schulabschlüsse mini|Schularten der GMS Lauda-Königshofen Die Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen bietet unterschiedliche Schularten mit den folgenden Schulabschlüssen an:
Primarstufe An drei Grundschulstandorten (Lauda Mitte, Lauda Süd, Oberlauda) der Gemeinschaftsschule erwerben Kinder der Klassen 1 bis 4 grundlegende Lern- und Arbeitsformen sowie mathematische, sprachliche und sachunterrichtliche Kenntnisse, die das Fundament für die weiterführende Schulbildung in den verschiedenen Schularten der Sekundarstufe legen.
Sekundarstufe In der Sekundarstufe der Gemeinschaftsschule erwerben Kinder der Klassen 5 bis 10 den Haupt- oder Realschulabschluss (mittlere Reife). Aufbauend kann an einer weiterführenden Schule in der Umgebung, beispielsweise an der gymnasiale Oberstufe eines Gymnasiums oder an einem Beruflichen Gymnasium (Wirtschaftsgymnasium, Technisches Gymnasium usw.), die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erworben werden.
Lage und Architektur mini|Schulgebäude von 1927 der Außenstelle Grundschule Oberlauda (2017) Schulgelände in der Innenstadt Das Alte Schulhaus (ehemalige Volksschule; heutige Gemeinschaftsschule), das Grundschulgebäude, die Turnhalle und der Neubau mit Verwaltungsgebäude und Mensa befinden sich nebeneinander in der Laudaer Innenstadt. Der Altbau von 1912 steht unter Denkmalschutz. Es handelt sich um einen Putzbau mit abgewalmtem Mansarddach in Ecklage, Dachreiter und Mittelzwerchhaus. Daneben verfügt das Gebäude über ein Portal mit Vordach und Reliefdekor.LEO-BW.de: Schule (Philipp-Adam-Ulrich-Straße 2, Lauda-Königshofen). Online unter www.leo-bw.de. Abgerufen am 16. Oktober 2018.
Der Altbau wird seit Herbst 2017 für drei Millionen Euro in verschiedenen Stufen renoviert: Bei der Außenrenovierung steht die Fassadenrenovierung mit ihren Naturstein-Gesimsen und Schmuckornamenten im Vordergrund. Daneben werden Schädigungen an den Gauben, Zwerchgiebeln und Fialtürmen des Dachgeschosses behoben. Die Fenster dürfen aus Denkmalschutzgründen nicht ausgetauscht werden. Daher wird bei den Verglasungs- und Fensterflächen dort, wo es Denkmalschutzgründe notwendig machen, eine zusätzliche Fensterebene hinter den ursprünglichen Fenstern, die somit nach außen weiterhin sichtbar bleiben, angebracht. Alle Maßnahmen finden in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Baden-Württemberg statt.Fränkische Nachrichten: Bildung Sanierung der alten "Volksschule" in Lauda beginnt zum neuen Schuljahr / Schüler und Lehrer pendeln dann zum Teil nach Königshofen. Altbau von 1912 wird umfassend modernisiert. 2. Februar 2017. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 18. Juli 2017.