Die Ruhrbahn GmbH ist ein gemeinschaftliches Verkehrsunternehmen der Städte Essen und Mülheim an der Ruhr für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Es entstand im Jahr 2017 aus der Fusion von Essener Verkehrs-AG (EVAG) und Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG).
Geschichte Der Name Ruhrbahn wurde im August 2016 als Marke geschützt. Am 14. Juli 2017 wurden im Essener EVAG-Verwaltungssitz, dem Erzhof in Rüttenscheid, die Verträge für die gemeinsame Verkehrsgesellschaft durch den Mülheimer Oberbürgermeister Ulrich Scholten und den Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen unterzeichnet. Am 1. September 2017 trat die Fusion in Kraft.Die Marke „Evag“ wird für die „Ruhrbahn“ ausradiert; in: WAZ online vom 23. Juni 2016; abgerufen am 13. Juli 2017Im Nahverkehr beginnt Freitag die neue Epoche in: WAZ online vom 13. Juli 2017; abgerufen am 13. Juli 2017. Die Ruhrbahn GmbH wurde am 7. August 2017 unter der Registernummer HRB 28361 beim Amtsgericht Essen im Handelsregister eingetragen.
EVAG und MVG waren neben der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) Gesellschafter der Via Verkehrsgesellschaft. Duisburg schied zum 31. Dezember 2016 aus diesem Gemeinschaftsunternehmen aus. Die in VIA verbliebenen Gesellschafterstädte Essen und Mülheim entschieden, VIA in anderer Form fortzuführen und die EVAG und MVG zu einem neuen, gemeinsamen Verkehrsunternehmen zu fusionieren. In einem ersten Schritt wurde die VIA mit der EVAG verschmolzen, dabei gingen alle nach der Trennung von der DVG in VIA verbliebenen Personale und Vermögenswerte auf die EVAG über. In einem zweiten Schritt wurde die EVAG (Essener Verkehrs-Aktien-Gesellschaft) in eine GmbH mit dem Namen Ruhrbahn GmbH umgewandelt, an der sich die MVG mit 25 Prozent beteiligt.
Im Zuge dieser Beteiligung übertrug die MVG alle für das operative ÖPNV-Geschäft notwendigen Ressourcen (Personal, Fahrzeuge, Betriebsmittel) auf das neue Gemeinschaftsunternehmen.
Aus steuerlichen Gründen (Erhalt des Querverbundes zwischen Stadtwerken und Verkehrsunternehmen) konnte das Idealmodell einer Fusion nicht realisiert werden. Die Linienkonzessionen und die kassentechnischen Einnahmen verblieben neben einigen Immobilien (Verwaltungsgebäude/Betriebsgebäude) bei der MVG. Nach VIA und meoline – weiterer Gesellschafter von meoline war die STOAG Stadtwerke Oberhausen – ist die Ruhrbahn der dritte Versuch der Städte Essen und Mülheim im ÖPNV auf Gesellschafterebene zusammenzuarbeiten.
Kooperation östliches Ruhrgebiet (KöR) Seit März 2020 ist die Ruhrbahn Mitglied der Kooperation östliches Ruhrgebiet. In diesem Rahmen werden unter anderem Neufahrzeuge gemeinsam mit den anderen Kooperationspartnern ausgeschrieben und bestellt. Ziel ist, die Verhandlungspositionen der Mitgliedsbetriebe gegenüber den Fahrzeugherstellern zu stärken und somit günstigere Kaufpreise zu erwirken.Starker Nahverkehr: Die „Kooperation östliches Ruhrgebiet“ wird zur neuen „Kooperation Metropole Ruhr“ auf ruhrbahn.de, 28. Mai 2020, abgerufen am 3. November 2021.
Strukturen Durch den Verbleib der kassentechnischen Einnahmen bei der MVG ist diese weiterhin Vertragspartner der Mülheimer Fahrgäste und ein eigenständiges Verkehrsunternehmen im VRR. Um die Verbundenheit zur Ruhrbahn GmbH aufzuzeigen, wurde die MVG in Ruhrbahn Mülheim GmbH umbenannt.VRR - Mitgliedsunternehmen gelistet Dadurch hat der Kunde in Essen und Mülheim den Eindruck, dass der ÖPNV von einem Verkehrsunternehmen erbracht wird.
Die Fahrkarten weisen in Essen daher den Aufdruck Ruhrbahn GmbH, in Mülheim Ruhrbahn Mülheim GmbH auf. Essener Fahrgäste, die in Mülheim Verkehrsmittel der Ruhrbahn GmbH benutzen, sind somit Übersteiger (und umgekehrt ebenso).
Die Ruhrbahn GmbH und Ruhrbahn Mülheim GmbH sind folglich unterschiedliche juristische Personen des Privatrechtes (GmbH). Dementsprechend ist auch für Rechtsbeziehungen untereinander das Privatrecht, das BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) bzw. die erweiterten Sonderregelungen des HGB (Handelsgesetzbuch) für den Kaufmann (HGB), anzuwenden. Die Erbringung des operativen ÖPNV-Verkehrs in Mülheim durch die Ruhrbahn GmbH erfolgt auf Basis eines privatrechtlichen Verkehrsdurchführungsvertrages (Geschäftsbesorgungsvertrag), in Essen auf Basis eines Ergebnisabführungsvertrages (EAV) mit der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (EVV) mbH. Zu den Beteiligungs- und Vertragsstrukturen siehe Grafik.
In Essen gibt es eine gemeinsame Leitstelle sowie Werkstätten für beide Städte. In Mülheim konzentrieren sich die Abteilungen für Infrastruktur und Bauwerke.Bald kommt das Ruhrbahn-Ticket für Essen und Mülheim. In: WAZ online vom 12. Juli 2017, abgerufen am 13. Juli 2017.
mini|zentriert|hochkant=4|Ruhrbahn: Beteiligungs- und Vertragsverhältnisse, Stand 20. September 2017
Kritik Zur Gründung der Ruhrbahn gab es kritische Stimmen.Ex-EVAG-Chef warnt vor Fusion im Nahverkehr. In: WAZ online vom 13. Juli 2017Fusion kostet 1,5 Mio. €/ Kritik durch ehemaligen EVAG Vorstand. In: NRZ online vom 1. September 2017. Kritikpunkte waren unter anderem: keine wirkliche Fusion der beiden Verkehrsbetriebe Zweifel an der Rechtssicherheit der angestrebten Direktvergabe (Verordnung (EG) Nr. 1370/2007) auf Dauer unterschiedliche Altersversorgungen der Mitarbeiter Sicherheitsleistungen der Stadt Essen gegenüber der RZVK für ehemalige Mülheimer Mitarbeiter unterschiedliche soziale Standards der Mitarbeiter, die zum Teil noch vor der Einbringung der Mitarbeiter einseitig angehoben wurdenPostengerangel vor Nahverkehrsfusion von EVAG und MVG. In: WAZ Online vom 28. November 2016, abgerufen am 7. Oktober 2017. Beschlüsse in der Gesellschafterversammlung müssen einvernehmlich gefasst werden (Gesellschaftervertrag § 12) Übernahme der Verpflichtungen (Schulden) der MVG Verbleib der Linienkonzessionen in Mülheim
Kritisiert wird auch die Informationspolitik der Stadt Essen, deren Ratsunterlagen im Gegensatz zur Stadt Mülheim der Öffentlichkeit vorenthalten werden.
Linien Stadtbahn
Linie Linienweg TaktMo–Fr TaktSa(in Min.) TaktSo (in Min.) || 15 || 15 || 15 || 15 || 15 || 15
Die Fahrzeuge der Stadtbahn haben Normalspur. Die Linie U11 ist eine gemeinsame Linie der Ruhrbahn und der Bogestra. Die Fahrzeuggestellung erfolgt ausschließlich durch die Ruhrbahn.
Straßenbahn
Linie Linienweg TaktMo–Fr TaktSa(in Min.) TaktSo(in Min.) || 15 || 15 || 15 || 15 1 || 15 || 30/15 || 15 (30) || 15 (30) 4 || 15 || 30/15 2/3 || 30/15 || 30/15 7 || 15 || 15 || 15 || 15 || 15 || 15 5 || 15 || 30 6 Stand: 12. Juli 2025
Die Straßenbahn hat eine Spurweite von einem Meter. Im Moment werden also sowohl Normalspur- als auch Meterspurfahrzeuge parallel betrieben.
1 mo–fr (außer in den Schulferien) von ca. 5:30 Uhr bis 18:30 Uhr und samstags zwischen 11 und 18 Uhr über Hollestr. nach Steele und in der SVZ ab Rathaus Essen nach Essen Hbf. 2 gemeinsame Linie der Ruhrbahn/Bogestra (Fahrzeugbereitstellung fast ausschließlich durch Ruhrbahn) 3 in der HVZ Verstärkerfahrten Katernberg–Bredeney, ansonsten nur bis Hbf. Als HVZ-Einsetzer werden ausschließlich Hochflur-Wagen (Typ M8C) eingesetzt. 4 in der Frühspitze auf Teilstrecken einzelne Verstärkungsfahrten 5 gemeinsame Linie der Ruhrbahn/StOAG 6 gemeinsame Linie der Ruhrbahn/DVG (Fahrzeuggestellung ausschließlich durch DVG)
Bus Tagnetz Linie Linienweg TaktMo–Fr TaktSa(in Min.) TaktSo(in Min.) Betreiber || 15/30 || 30 || Ruhrbahn || 15 (30)|| 15 (30)|| Ruhrbahn || 30 || 60 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn/STOAG || 30 || 60 || Ruhrbahn || 60 || 60 || Ruhrbahn || 15 (15)|| 15 (-) || Ruhrbahn || 60 || 60 || Ruhrbahn || 30 || 60 || Ruhrbahn || 15/30 || 30 || Ruhrbahn || 30/60 || 60 || Ruhrbahn/VER || 15/30 || 30 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn/STOAG 3 || 30 || 30 || Ruhrbahn || 15/30 || 15/30 || Ruhrbahn || 7,54/15/30 || 15/30 || Ruhrbahn || 60 || 60 || Ruhrbahn || 30 || 60 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn || - || - || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn || 30 || 60 || Ruhrbahn || 15/30 || 30/60 || Ruhrbahn || 15/60 || 30/60 || Ruhrbahn || 15 || 15/30 || Ruhrbahn//Rheinbahn || 15/30 || 30 || Ruhrbahn || 30/60 || 60 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn || colspan=2 | nur nach Bestellung || Ruhrbahn || 15/30 || 30 || Ruhrbahn || 30 || 60/30 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn || 30/60 || 60 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn/STOAG || 30 || 30 || Ruhrbahn || 60 || 60 || Ruhrbahn || 15/30 || 30 || Ruhrbahn/Bogestra || 30 || 60/30 || Ruhrbahn || 30 || 30 || Ruhrbahn/Bogestra || 30 || 60 || Ruhrbahn/Bogestra || 60 || 60 || 60 || Ruhrbahn/Rheinbahn || 60 || 60 || 60 || Ruhrbahn/Rheinbahn || colspan=2 | nur nach Bestellung || Ruhrbahn 2 30-Minuten-Takt nur in der HVZ in Lastrichtung 3 Steele – Stadtwaldplatz nur während des Schülerverkehrs: 7:00 bis 8:00 Uhr und 13:00 bis 14:30 Uhr 4 theoretischer 7½-Minuten-Takt, tatsächlich im 7/8-min-Takt zwischen Essen Hauptbahnhof und Kray Nord Bf
Nachtnetz Essen In Essen fahren die Busse der Nachtexpresslinien täglich um 23:30, 0:00, 0:30 und 1:30 Uhr sternförmig vom Hauptbahnhof in die Stadtteile; samstags zusätzlich um 2:30, 3:30, 4:30, 5:30, 6:00 und 6:30 Uhr (sonn- und feiertags bis 7:30 Uhr, jedoch ohne 6:00-Uhr-Fahrt). Die Rückfahrten in Richtung Hauptbahnhof sind so gelegt, dass sich alle Linien zwischen den Minuten 20′ und 25′ am Hauptbahnhof einfinden und ein Umsteigen in alle Richtungen möglich ist. Nicht innerhalb dieser Sternfahrten verkehren die Linien NE14 und NE15, die als Halbring südlich um die Stadtmitte bzw. durch die nördlichen Stadtteile die äußeren Stadtteile direkt miteinander verbinden. Außerdem verkehrt die Linie NE13 der BOGESTRA auf einem Rundkurs GE Hbf – Wattenscheid – Rotthausen – GE Hbf, die einige Haltestellen in Kray und Schonnebeck bedient. Zur Feinerschließung werden die NE-Linien durch TaxiBusse ergänzt, zu denen an ausgewiesenen Haltestellen nach Anmeldung umgestiegen werden kann. Dieses sogenannte NachtNetz stellt den Essener ÖPNV-Nutzern am Wochenende rund um die Uhr ein fein verzweigtes Nahverkehrsangebot zur Verfügung, mit dem fast alle Haltestellen erreicht werden können.
An Wochentagen gilt nach der Abfahrt um 1:30 Uhr ab Hauptbahnhof eine generelle Betriebsruhe bis 4:30 Uhr.