Altselingsbach ist ein Gemeindeteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Altselingsbach hat eine Fläche von 5,244 km². Sie ist in 645 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8129,54 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hagenhofen, Pilsenmühle, Röschenmühle und Wasserhaus.

Geografie Das Dorf liegt am Selingsbach, einem linken Zufluss der Zenn. Im Westen erhebt sich der Steinberg, 0,5 km nordwestlich des Ortes liegt das Waldgebiet Brand, im Süden grenzt das Waldgebiet Fichtlein an. 0,75 km südwestlich liegt das Flurgebiet Alte Hohenroth. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Hohenroth (2,2 km westlich), nach Hagenhofen (1,6 km nördlich) und an der Röschenmühle und Neuselingsbach vorbei zur Staatsstraße 2413 (2,5 km südöstlich). Ein Anliegerweg führt zum Wasserhaus (0,9 km nordwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1145/53 in einer Bulle des Papstes Eugen III. neben anderen Orten erstmals urkundlich erwähnt, in der dem Kloster Heilsbronn Besitzungen zugesichert wurden.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 46. Im Jahre 1169 erwarb das Kloster Gefälle in „Selhesbach“.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 50. Im Jahre 1255 wurde der Ort als „Selhesperge“ in einer Urkunde erwähnt, in der Albert von Hohenlohe dem Kloster Heilsbronn durch Überlassung von Gefällen u. a. in Selingsbach Schadenersatz leisten wollte.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 71. Das Kloster hatte dort eine 95 Morgen große Waldung, Steinberg genannt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 310. Insgesamt erwarb das Kloster sieben Anwesen. Im Dreißigjährigen Krieg blieben fünf davon bewohnt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 361.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Altselingsbach elf Anwesen (1 Mühle, 1 Halbhof, 5 Güter, 1 Gütlein, 1 Häuslein, 1 Gemeindehirtenhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Neuhof.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 80.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. Im Jahre 1810 kam Altselingsbach zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Linden zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Altselingsbach, zu der Hagenhofen, Hohenroth, Pilsenmühle und Röschenmühle gehörten.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 224. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 197. Ab 1862 gehörte Altselingsbach zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Seit 1952 wird das Wasserhaus als Gemeindeteil geführt. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,897 km².

Am 31. Dezember 1969 wurde die Gemeinde Altselingsbach aufgelöst: Hohenroth wurde nach Trautskirchen eingemeindet, alle übrigen Gemeindeteile nach Markt Erlbach.

Baudenkmal Haus Nr. 17: Wasserhaus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Altselingsbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 230 259 246 244 245 248 249 243 267 274 271 271 251 250 246 240 234 224 233 322 302 250 224 236HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 41 41 44 49 46 49 43 42 45 Quelle Für die Gemeinde Altselingsbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hagenhofen (S. 35), Hohenroth (S. 43), Pilsenmühle (S. 10) und Röschenmühle (S. 76). Gemeinde existierte zum Stichtag der Volkszählung (27. Mai) nicht mehr.

Ort Altselingsbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2017 2023Einwohner 61 80 77 73 74 65 55 96 73 75 70 72 83Häuser 13 11 22 15 10 13 14 17 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Markt Erlbach) gepfarrt. Die Katholiken gehören zur Kirchengemeinde Maria Namen (Markt Erlbach), die ursprünglich eine Filiale von St. Michael (Wilhermsdorf) war und seit 2019 eine Filiale von St. Johannis Enthauptung (Neustadt an der Aisch) ist.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Markt Erlbach Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1145 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim