Die Munizipalität Terdschola (, Terdscholis munizipaliteti) ist eine Verwaltungseinheit (etwa entsprechend einem Landkreis) in der Region Imeretien im zentralen Teil Georgiens.
Geographie Verwaltungszentrum der Munizipalität ist die namensgebende Kleinstadt Terdschola. Die 357 km² große Munizipalität wird im Norden von der Munizipalität Tqibuli, im Osten von der Munizipalität Tschiatura, im Süden von der Munizipalität Sestaponi, im Südwesten auf einem kurzen Abschnitt von der Munizipalität Baghdati und im Westen vom Territorium der regionsunterstellten Stadt Kutaissi begrenzt, alle ebenfalls in Imeretien.
Die Munizipalität nimmt das Hügelland ein, das die Imeretische Tiefebene im Nordosten begrenzt und von gut über dem Meeresspiegel im Südwesten zunächst allmählich auf über im Norden und Nordosten ansteigt; die Nordgrenze bildet ein sich relativ steil über die Ebene erhebender Bergzug, der im äußersten Nordosten der Munizipalität eine Höhe von erreicht.
Die Süd- und Ostgrenze der Munizipalität markieren auf weiten Abschnitten der Fluss Qwirila, dessen rechter Nebenfluss Tscholaburi sowie dessen linker Quellfluss Budscha, die Westgrenze der rechte Qwirila-Nebenfluss Zqalzitela. Durch das Gebiet verlaufen die rechten Qwirila-Nebenflüsse Dsewri und Tschchari sowie der rechte Tscholaburi-Quellfluss Dsussa.
Bevölkerung und Verwaltungsgliederung Die Einwohnerzahl beträgt 31.400 (Stand: 2021). Bis 2014 war die Einwohnerzahl mit 35.563 (englisch) gegenüber der vorangegangenen Volkszählung (45.496 Einwohner 2002) um mehr als ein Fünftel gesunken, (englisch) leicht über dem Landesdurchschnitt. Zuvor war die Bevölkerung bereits seit einem starken Anstieg bis in die 1950er-Jahre annähernd stabil.
Die Bevölkerung ist fast monoethnisch georgisch (etwa 99,7 %); daneben gibt es eine kleine Zahl von Russen und Armeniern (Stand 2014).Ethnic composition of Georgia 2014
Die größten Ortschaften neben Terdschola (4644 Einwohner) sind mit jeweils über 1500 Einwohnern die Dörfer Ghwankiti, Kweda Simoneti und Tschognari (2014).
Die Munizipalität gliedert sich in den eigenständigen Hauptort Terdschola sowie 18 Gemeinden (georgisch temi, beziehungsweise bei nur einer Ortschaft einfach „Dorf“, georgisch sopeli, ) mit insgesamt 45 Ortschaften:
Gemeinde AnzahlOrtschaften Einwohner(2014) Achali Terdschola 2 1348 Alissubani 5 2110 Bardubani 2 1416 Dsewri 3 1442 Ezeri 2 1457 Ghwankiti 1 1968 Godogani 4 2193 Gogni 1 448 Kwachtschiri 3 2102 Kweda Simoneti 1 2027 Nachschirghele 2 1759 Rupoti 2 2036 Seda Sasano 6 2838 Seda Simoneti 1 1349 Siktarwa 2 1725 Tschchari 2 1211 Tschognari 1 1551 Tusi 5 1939
Geschichte Das Gebiet gehörte seit dem Zerfall des Königreiches Georgien im 15. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert faktisch durchgehend zum Königreich Imeretien. Während der Zugehörigkeit Georgiens zum Russischen Reich lag es in den Ujesden Kutais und Schorapani des Gouvernements Kutais, zu denen es bis in die Anfangsjahre der Sowjetunion gehörte.
1930 wurde etwa in den heutigen Grenzen der nach dem Fluss und den gleichnamigen, etwa 8 km nördlich von Terdschola gelegenen Dorf benannte neue Rajon Tschchari ausgewiesen. 1950 wurde der Verwaltungssitz nach Terdschola verlegt und der Rajon entsprechend umbenannt. Nach der Unabhängigkeit Georgiens wurde der Rajon Terdschola 1995 der neu gebildeten Region Imeretien zugeordnet und 2006 in eine Munizipalität umgebildet.
Verkehr Durch den Südteil der Munizipalität, einige Kilometer südlich am Verwaltungssitz Terdschola vorbei, führt die internationale Fernstraße S1 () von Tiflis zur russischen beziehungsweise abchasischen Grenze (auf diesem Abschnitt zugleich Europastraße 60). Von dieser abzweigend durch Terdschola und weiter in den nördlich benachbarten Munizipalitätssitz Tqibuli verläuft die Nationalstraße Sch19 (). Von der Sch19 zweigt nördlich von Terdschola die Sch102 () ins östlich gelegene Tschiatura ab. Im Westen der Munizipalität sind die alte Trasse der S1 und die Nationalstraße Sch108 () Zubringer zwischen der neuen, dort zur Autobahn ausgebauten S1 und dem Zentrum der Großstadt Kutaissi.
Die Bahnstrecke Poti – Tiflis (– Baku) verläuft überwiegend wenig außerhalb der Munizipalitätsgrenze am linken Ufer von Qwirila und Tscholaburi; dort befindet sich auch die der Stadt Terdschola nächstgelegene Bahnstation Argweta gut sieben Straßenkilometer südlich der Stadt in Richtung Sestaponi.
Weblinks
Webpräsenz der Munizipalität Terdschola (georgisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Imeretien Terdschola