Bonțida [] (veraltet Bonțîda; oder Bruck, ) ist eine Gemeinde im Kreis Cluj, in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Geographische Lage miniatur|links|Lage der Gemeinde Bonțida im Kreis Cluj Die Gemeinde Bonțida befindet sich etwa in der Nordhälfte des Siebenbürgischen Beckens beidseitig am Unterlauf des Someșul Mic (Kleiner Somesch). Das Gemeindezentrum liegt am rechten Ufer des Kleinen Somesch, am Drum național 1C und der Bahnstrecke Apahida–Dej 19 Kilometer südlich von Gherla (Neuschloss) und etwa 30 Kilometer nördlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg).

Geschichte Der Ort Bonțida wurde nach unterschiedlichen Angaben erstmals 1245 oder 1263 urkundlich erwähnt und gehörte der ungarischen Adelsfamilie Csák, später der Adelsfamilie Bánffy, wobei unter den freien Bewohner auch Siebenbürger Sachsen lebten.Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.

Archäologische Funde die auf eine Besiedlung Bonțidas bis in die Jungsteinzeit deuten, wurden nach Angaben von E. Orosz auf dem von den Einheimischen genannten Areal Podărie (ungarisch Pados), gemacht.Institute Repertoriul Arheologic al României – Bonțida, abgerufen am 6. Juli 2017 (rumänisch). Sowohl im eingemeindeten Dorf Coasta (Gyulatelke)Repertoriul Arheologic al României – Coasta, abgerufen am 6. Juli 2017 (rumänisch). als auch in Răscruci (Válaszút) wurden bei der Mündung des Baches Borșa in den Someșul MicRepertoriul Arheologic al României – Răscruci, abgerufen am 6. Juli 2017 (rumänisch). archäologische Funde aus der Bronzezeit gemacht.

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Kolozsvár im Komitat Klausenburg, anschließend dem historischen Kreis Cluj und ab 1950 dem heutigen Kreis Cluj an.

Bevölkerung Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1850 3643 2325 946 15 357 1920 4373 3094 1562 14 67 1956 5658 3824 1282 2 550 1992 4447 3075 833 1 538 2002 4722 3037 902 1 746 2011 4856 2897 812

1147 (962 Roma) 2021 5191 3831 480 2 878 (357 Roma) Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl 1956 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Rumänen (3896) wurde 1977, der Magyaren (2859) wurde 1941, die der Roma 2011 und die der Rumäniendeutschen (89) wurde 1900 registriert. Des Weiteren bekannten sich unterschiedlich bei fast jeder Aufnahme einzelne Einwohner als Ukrainer, Serben oder Slowaken.

Sehenswürdigkeiten Die gotische reformierte Kirche mit Renaissance-Elementen in Bonțida, im 13. Jahrhundert und dem hölzernen Glockenturm im 19. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (rumänisch; PDF; 12,7 MB). Das ehemalige Barockschloss Bánffy, wurde 1652 vom italienischen Baumeister Augostino Serena errichtet, 1750 bis 1850 immer wieder mal umgebaut und erweitert, steht unter Denkmalschutz. Letzter Besitzer war der Großgrundbesitzer und Politiker Miklós Bánffy. Seit 2013 findet hier das Musikfestival Electric Castle statt. Im eingemeindeten Dorf Coasta das Gutshaus Dujardin, Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, heute die Dorfschule, steht unter Denkmalschutz. Seit etwa 1600 ist das Dorf ein von Rumänen bewohnter Ort, mit einer Kirche 1669 errichtet. Im eingemeindeten Dorf Răscruci, die reformierte Kirche im 17. JahrhundertAngaben zur Kirche in Răscruci bei biserici.org abgerufen am 9. Juli 2017 (rumänisch). und das Gutshaus Bánffy mit dessen Parkanlage im 18. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz.

Weblinks

Bonțida bei ghidulprimariilor.ro Bonțida auf der Website des Kreisrates von Cluj

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert