Die Carditida sind eine Ordnung der Muscheln.
Merkmale Die gleichklappigen Gehäuse sind klein bis mittelgroß. Sie sind im Umriss gerundet-dreieckig, annähernd trapezoidal bis eiförmig. bei einigen Formen in das Hinterende verlängert und zugespitzt. Im Querschnitt sind sie herzförmig. Die deutlich nach vorn eingerollten (prosogyr) Wirbel sind oft stark aufgebläht. Die Gehäuse sind ungleichseitig, die Wirbel sitzen meist deutlich vor der Mittellinie. Die Schlossplatte ist meist sehr massiv. Das Schloss besteht aus zwei bis drei Hauptzähnen, auch ein bis zwei Seitenzähne können vorhanden sein. Das Ligament liegt meist extern hinter den Wirbeln auf gut entwickelten Nymphen. Bei einigen Arten ist ein inneres Resilium vorhanden. Die Schließmuskel sind entweder gleichförmig (bei byssaten Formen) oder der vordere Schließmuskel ist reduziert (bei nicht-byssaten Formen). Die Mantellinie ist nicht eingebuchtet.
Die aragonitische Schale ist meist dick, schwer und festschalig. Sie besteht aus einer äußeren Lage mit Kreuzlamellen und einer inneren Lage mit komplexen Kreuzlamellen. Die Gehäuse sind mit überwiegend radialen Elementen (Carditoidea) oder überwiegend mit randparallelen Elementen (Crassatelloidea) ornamentiert. Der Gehäuseinnenrand ist entsprechend gekerbt oder glatt.
Geographische Verbreitung und Lebensraum Die Ordnung ist weltweit verbreitet. Allerdings liegt der Schwerpunkt der Verbreitung in den wärmeren Meeren.
Die Arten leben meist flach eingegraben in schlammigen oder feinsandigen Sedimenten dicht unter der Sedimentoberfläche. Manche Gruppen bevorzugen auch schlammige Böden mit zahlreichen groben Komponenten. Arten mit stark ungleichseitigen Gehäusen und kräftigem Byssus sind an festes Substrat oder größere Komponenten im Sediment angeheftet. Die meisten Arten leben im flacheren Wasser.
Taxonomie Das Taxon wurde 1889 von William Healey Dall als Unterordnung Carditacea vorgeschlagen. Es ist nun allgemein akzeptiert. Carditida Dall, 1889 Carditoidea Férussac, 1822 Cardiniidae Zittel, 1881 Trapezmuscheln (Carditidae Férussac, 1822) Condylocardiidae Bernard, 1896 Crassatelloidea Férussac, 1822 Astarten (Astartidae d’Orbigny, 1844 (1840)) Astartellinae Boyd & Newell, 1968 Astartinae d’Orbigny, 1844 (1840) Eriphylinae Chavan, 1952 Holdhausiellinae Beurlen, 1954 Opinae Chavan, 1952 Pinzonellinae Beurlen, 1954 Trigonopinae Gardner & Campbell, 2002 Crassatellidae Férussac, 1822 Crassatellinae Férussac, 1822 Scambulinae Chavann, 1952 Oriocrassatellinae Boyd & Newell, 1968 Eodonidae Carter, D. C. Campbell & M. R. Campbell, 2000 † Ptychomyidae Keen, 1969 Aenigmoconchidae Betekhtina, 1968 † Myophoricardiidae Chavan, 1969 † Archaeocardiidae Khalfin, 1940 †
Literatur Michael Amler, Rudolf Fischer & Nicole Rogalla: Muscheln. 214 S., Haeckel-Bücherei, Band 5. Enke Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-13-118391-8 (S. 72)
Einzelnachweise William Healey Dall: On the Hinge of Pelecypods and its Development, with an attempt toward a better subdivision of the group. American Journal of Science, 38: 445–462, New Haven, Connecticut 1889 Online bei www.biodiversitylibrary.org (S. 460)
Philippe Dautzenberg: Atlas de poche des coquilles des côtes de France (Manche, océan, Méditerranée) communes, pittoresques ou comestibles, Paris, Librairie des sciences naturelles, Paul Klincksiek, 1913. Online bei www.biodiversitylibrary.org (Taf. 42)
MolluscaBase: Carditida
Kategorie:Muscheln Kategorie:Bivalvia