Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 1990 begannen am 4. April 1990 und endeten am 24. Mai 1990 mit dem 4:1-Erfolg der Edmonton Oilers über die Boston Bruins. Die Oilers gewannen damit ihren fünften Titel in den letzten sieben Jahren, zugleich jedoch ihren vorerst letzten der Franchise-Geschichte (Stand: Playoffs 2025). Zudem stellten sie mit ihrem Torhüter Bill Ranford den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichneten Most Valuable Player sowie mit Mark Messier und Craig Simpson die beiden Topscorer der Playoffs. Die Boston Bruins hingegen mussten die fünfte Finalniederlage in Folge hinnehmen, zuletzt unterlagen sie erst 1988 ebenfalls den Edmonton Oilers (0:4).

Mit dem Finalsieg Edmontons ging der Stanley Cup zum siebten Mal in Folge an ein kanadisches Team, eine Serie, die in der Ära nach der großen Liga-Expansion 1967 unerreicht ist und im Folgejahr von den Pittsburgh Penguins beendet wurde. Neben den fünf Titeln der Oilers waren daran die Canadiens de Montréal (1986) und die Calgary Flames (1989) beteiligt. Ferner verpassten die Philadelphia Flyers zum ersten Mal seit 1972 die post-season, sodass die zu diesem Zeitpunkt sechstlängste Serie von 17 aufeinander folgenden Playoff-Teilnahmen endete.

Modus Nachdem sich aus jeder Division die vier punktbesten Teams qualifiziert haben, starten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Dabei trifft der jeweilige Erste auf den Vierten und der Zweite auf den Dritten einer jeden Division, sodass in den ersten zwei Runden die Divisionssieger ausgespielt werden. Diese treten in der Folge im Conference-Finale um den Einzug ins Stanley-Cup-Finale an.

Alle Serien jeder Runde werden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigt. Das höher gesetzte Team hat dabei in den ersten beiden Spielen Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselt das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hat die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Prince of Wales Conference wird mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Campbell Conference mit der Clarence S. Campbell Bowl.

Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden bleiben, folgt die Overtime. Sie endet durch das erste erzielte Tor (Sudden Death).

Qualifizierte Teams Prince of Wales Conference Adams Division (A1) (A2) (A3) (A4)

Patrick Division (P1) (P2) (P3) (P4) Clarence Campbell Conference Norris Division (N1) (N2) (N3) (N4)

Smythe Division (S1) (S2) (S3) (S4)

Playoff-Baum

Division-Halbfinale Prince of Wales Conference (A1) Boston Bruins – (A4) Hartford Whalers

(A2) Buffalo Sabres – (A3) Canadiens de Montréal

(P1) New York Rangers – (P4) New York Islanders

(P2) New Jersey Devils – (P3) Washington Capitals

Clarence Campbell Conference (N1) Chicago Blackhawks – (N4) Minnesota North Stars

(N2) St. Louis Blues – (N3) Toronto Maple Leafs

(S1) Calgary Flames – (S4) Los Angeles Kings

(S2) Edmonton Oilers – (S3) Winnipeg Jets

Division-Finale Prince of Wales Conference (A1) Boston Bruins – (A3) Canadiens de Montréal

(P1) New York Rangers – (P3) Washington Capitals

Clarence Campbell Conference (N1) Chicago Blackhawks – (N2) St. Louis Blues

(S2) Edmonton Oilers – (S4) Los Angeles Kings

Conference-Finale Prince of Wales Conference (A1) Boston Bruins – (P3) Washington Capitals

Clarence Campbell Conference (S2) Edmonton Oilers – (N1) Chicago Blackhawks

Stanley-Cup-Finale (A1) Boston Bruins – (S2) Edmonton Oilers

Stanley-Cup-Sieger Der Stanley-Cup-Sieger Edmonton Oilers ließ traditionell insgesamt 46 Personen, davon 24 Spieler sowie einige Funktionäre, darunter der Trainerstab und das Management, auf den Sockel der Trophäe eingravieren. Unter den Funktionären waren auch die Scouts Harry Howell und Garnet Bailey. Für Bailey war es die fünfte Erwähnung auf dem Cup. Nachdem er 1972 als Garnet Bailey und 1970, 1985 und 1987 als G. Bailey eingraviert wurde, ist er in diesem Jahr als Ace Bailey verewigt. Für die Spieler galt dabei, dass sie entweder 41 Partien für die Mannschaft in der regulären Saison bestritten haben sollten oder eine Partie in der Finalserie. Keine Ausnahme machten die Oilers für Vladimír Růžička und Anatoli Semjonow, der es als erste Russe auf den Cup hätte schaffen können.

Die 24 Spieler Edmontons setzen sich aus drei Torhütern, acht Verteidigern und 13 Angreifern zusammen. Im Kader der Oilers standen vier Europäer. Mit Glenn Anderson, Grant Fuhr, Randy Gregg, Charlie Huddy, Jari Kurri, Kevin Lowe und Mark Messier standen sieben Spieler im Kader, die bei allen fünf bisherigen Stanley-Cup-Siegen der Oilers dabei waren. Auch sieben Funktionäre schafften es bei allen fünf Cup-Siegen erwähnt zu werden. Jari Kurri war der erste Europäer, der den Stanley Cup fünfmal gewinnen konnte.

Stanley-Cup-Sieger 75px|Logo der Edmonton Oilers Edmonton OilersTorhüter: Grant Fuhr, Bill Ranford, Pokey Reddick

Verteidiger: Jeff Beukeboom, Randy Gregg, Charlie Huddy, Kevin Lowe, Craig Muni, Reijo Ruotsalainen, Geoff Smith, Steve Smith

Angreifer: Glenn Anderson, Dave Brown, Kelly Buchberger, Martin Gélinas, Adam Graves, Petr Klíma, Jari Kurri, Mark Lamb, Craig MacTavish, Mark Messier (C), Joe Murphy, Craig Simpson, Esa Tikkanen Cheftrainer: John Muckler  General Manager: Glen Sather

Beste Scorer Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/− = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Bestwert Spieler Team GP G A Pts +/− PIM Craig Simpson Edmonton 22 16 15 31 +11 8 Mark Messier Edmonton 22 9 22 31 +5 20 Cam Neely Boston 21 12 16 28 +7 51 Jari Kurri Edmonton 22 10 15 25 +13 18 Esa Tikkanen Edmonton 22 13 11 24 +12 26 Glenn Anderson Edmonton 22 10 12 22 +12 20 Steve Larmer Chicago 20 7 15 22 +2 8 Denis Savard Chicago 20 7 15 22 ±0 41 Craig Janney Boston 18 3 19 22 +3 2 Brett Hull St. Louis 12 13 8 21 +1 17 Die beste Plus/Minus-Statistik erreichte Steve Smith von den Edmonton Oilers mit einem Wert von +15.

Beste Torhüter Die kombinierte Tabelle zeigt die jeweils drei besten Torhüter in den Kategorien Gegentorschnitt und Fangquote sowie die jeweils Führenden in den Kategorien Shutouts und Siege.

Abkürzungen: GP = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Bestwert; Sortiert nach Gegentorschnitt. Erfasst werden nur Torhüter mit 180 absolvierten Spielminuten. Spieler Team GP Min W L GA SO Sv% GAA Andy Moog Boston 20 1195:14 13 7 44 2 90,9 2,21 Daren Puppa Buffalo 6 370:08 2 4 15 0 92,1 2,43 Patrick Roy Montréal 11 640:46 5 6 26 1 91,1 2,43 Ed Belfour Chicago 9 408:54 4 2 17 0 91,5 2,49 Bill Ranford Edmonton 22 1401:13 16 6 59 1 91,2 2,53

Weblinks Stanley-Cup-Playoffs 1990. hockey-reference.com Alle Boxscores der Playoffs (PDF; 1,3 MB) bigmouthsports.com

#1990 Kategorie:Eishockeyveranstaltung 1990