Die Los Angeles Clippers sind eine Basketball-Mannschaft aus der National Basketball Association (NBA). Die Mannschaft ist in Inglewood, Los Angeles County, Kalifornien beheimatet. Dort sind die Clippers im 2024 eröffneten Intuit Dome in Inglewood, Los Angeles County, beheimatet. Von 1970 bis 1978 war das Team als Buffalo Braves bekannt, in der Zeit von 1978 bis 1984 als San Diego Clippers.

Geschichte mini|links|Der neue Intuit Dome mini|hochkant|Blake Griffin wurde Rookie des Jahres 2011 mini|hochkant|All-Star Chris Paul 1970 bis 2000: Von Buffalo über San Diego nach Los Angeles Das 1970 unter dem Namen Buffalo Braves gegründete Franchise war ursprünglich in der Region der Großen Seen, nämlich in Buffalo, New York, beheimatet. Die frühen 70er wurden durch Starspieler Bob McAdoo geprägt, der zwischen 1972 und 1976 für die Braves spielte und 1975 den MVP gewann. Weiterer wichtige Spieler dieser Zeit waren Bob Kauffman und Randy Smith. Auch sportlich lief es gut, so dass man von 1974 bis 1976 in die Playoffs einzog. Nach acht Jahren in Buffalo zog man 1978 schließlich nach San Diego an die Westküste und benannte sich in San Diego Clippers um. In dieser Zeit waren die Clippers jedoch eines der erfolglosesten Teams der Liga.

1981 kaufte Milliardär Donald Sterling für 12 Millionen US-Dollar das Team und siedelte es 1984 weiter nach Los Angeles um, da die Stadt trotz der dort bereits existierenden Lakers einen größeren Markt bot. Nach turbulenten Jahren mit den beiden erwähnten Umzügen spielen die Clippers nun seit 1984 in Los Angeles, trotz zeitweiliger weiterer Umzugspläne nach Anaheim. Die Clippers gehörten unter Sterling zu den schlechteren Teams der Liga, da sich Sterling nicht immer dazu bereit erklärte, junge Talente weiter zu verpflichten. Die 1980er-Jahre waren von Misserfolg geprägt. Talente wie Terry Cummings, Tom Chambers oder Byron Scott wurden schnell abgegeben. Dagegen schlugen Top-Draftpicks wie Benoit Benjamin oder Reggie Williams nie richtig ein. Danny Ferry weigerte sich sogar für die Clippers aufzulaufen. 1988 erhielten die Clippers das erste Auswahlrecht im NBA-Draft und wählten Danny Manning. Mit weiteren jungen Spielern wie Ken Norman, Charles Smith, Loy Vaught und Ron Harper erreichte man 1992 erstmals die Playoffs. Diesen Erfolg konnte man unter dem neuen Trainer Larry Brown 1993 wiederholen.

Ab 1994 übernahm Bill Fitch das Traineramt, unter dem die Clippers das Team umstrukturierten. So wurde All-Star Manning für den alternden Superstar Dominique Wilkins zu den Atlanta Hawks transferiert. Wilkins verließ die Clippers zum Saisonende wieder. Ebenso wechselten Harper und Mark Jackson das Team, womit in Los Angeles der Neuaufbau eingeleitet wurde. Die Playoffs wurden erst wieder 1997 erreicht, jedoch war in der ersten Runde erneut Schluss. Nachdem man das darauffolgende Jahr nur mit 17 Siegen abgeschlossen hatte, wurde Fitch gefeuert und durch Chris Ford ersetzt.

Durch die schwache Saison bedingt, erhielten die Clippers im NBA-Draft 1998 das erste Auswahlrecht. Man wählte den Center Michael Olowokandi, der jedoch nie die Erwartungen erfüllen konnte. Beim NBA-Draft 1999 wählte man Lamar Odom an vierter Stelle aus. Im Jahr 2000 stießen mit Darius Miles, Corey Maggette, Quentin Richardson und Keyon Dooling weitere Talente hinzu, die die Clippers zu einer jungen und attraktiven Mannschaft formten. Der Teamerfolg blieb jedoch zunächst aus.

2000 bis 2010: Warten auf den Erfolg Im NBA-Draft 2001 tauschten die Clippers die Rechte an Tyson Chandler für Forward Elton Brand. Trotz eines hochtalentierten Kerns aus Odom, Brand und Maggette, konnte man die Playoffs nicht erreichen. Die Clippers verstärkten sich 2003 mit dem deutsch-amerikanischen Center Chris Kaman, der beim NBA-Draft an sechster Stelle ausgewählt worden war. Zudem übernahm Mike Dunleavy sr. das junge Team. Erst mit der Verpflichtung des Veteranen Sam Cassell erreichte man in der NBA-Saison 2005/06 die Playoffs. Dort schied man in der zweiten Runde, nach sieben Spielen, gegen die Phoenix Suns aus. Nach einer weiteren Saison, die man mit 40 Siegen abschloss, verschwanden die Clippers danach wieder aus dem Bereich der Playoff-Teams in der Western Conference. Vor allem sorgten viele Verletzungen innerhalb des Kaders dafür, dass selten das komplette Team zur Verfügung stand. Brand und Maggette verließen die Mannschaft 2008. Neuverpflichtungen wie Baron Davis konnten nicht die erhoffte Wende bringen. ImNBA-Draft 2008 wählten die Clippers mit Eric Gordon und DeAndre Jordan wichtige Spieler aus.

Die Saison 2008/09 schlossen die Clippers auf Platz 14 ihrer Conference ab. Im NBA-Draft 2009 sicherten sich die Clippers die Rechte an Blake Griffin, der an erster Stelle ausgewählt wurde. Dieser sollte den Abgang von Zach Randolph kompensieren. Doch Griffin brach sich in der Vorbereitung die Kniescheibe und konnte in der Saison 2009/10 kein Spiel für die Clippers bestreiten.

mini|Das Clippers-Logo von 2010 bis 2015 Im Laufe der Saison 2010/11 trat der langjährige Coach der Clippers Mike Dunleavy sr. von seinem Amt zurück, aufgrund ausbleibender Siege. Einzig Chris Kaman sorgte in der Spielzeit für positive Schlagzeilen und wurde zum NBA All-Star Game eingeladen. Dunleavys Nachfolger zur Spielzeit 2010/11 wurde der ehemalige Trainer der Chicago Bulls, Vinny Del Negro. Unter seiner Führung konnte das Franchise einen deutlichen Schritt in Richtung Playoffs machen. Zwar gelang den Clippers in der Saison 2010/11 nicht der Einzug in die Runde der besten acht Mannschaften der Western Conference, aber während der Saison überzeugte das Team mit engagierten Leistungen und einem überragenden Blake Griffin, der den Titel NBA Rookie of the Year gewann. Im Laufe der Saison nahm man Veränderungen am Kader vor. So wurde Marcus Camby an die Portland Trail Blazers abgegeben, und Point Guard Baron Davis wechselte im Austausch mit Mo Williams zu den Cleveland Cavaliers.

2011 bis 2017: Die Paul-und-Griffin-Ära Im Dezember 2011 verpflichteten die Clippers die ehemaligen All-Stars Chauncey Billups von den New York Knicks und Caron Butler von den Dallas Mavericks. Wenige Tage später wurde der Star-Point Guard Chris Paul im Austausch für Eric Gordon, Chris Kaman, Al-Farouq Aminu sowie einen Draftpick für das Jahr 2012, von den New Orleans Hornets verpflichtet. Die Saison 2011/12 konnten die Clippers auf dem fünften Platz der Western Conference abschließen. In der ersten Runde der Playoffs gewannen die Clippers gegen die Memphis Grizzlies mit 4:3 in Spielen. Im Conference Halbfinale trafen die Clippers auf die San Antonio Spurs, die die Serie mit 4:0 gewannen und die Clippers damit aus den Playoffs warfen.

mini|DeAndre Jordan spielte von 2008 bis 2018 für die Clippers Während der Saison 2012/13 konnten die Clippers erstmals in der Geschichte des Franchise die Pacific Division gewinnen. Mit 17 Siegen in Folge, davon 16 allein im Dezember 2012, stellten sie dabei einen neuen Rekord für das Franchise auf. Mit einer Rekordbilanz von 56 Siegen und als Vierter der Western Conference zogen die Clippers in die Playoffs ein. Wie schon im Vorjahr trafen sie in der ersten Runde auf die Memphis Grizzlies. Gegen die Grizzlies schieden die Clippers schließlich nach sechs Spielen mit 2:4 Siegen aus. Kurz darauf trennten sich die Clippers von Headcoach Vinny Del Negro.

Sein Nachfolger zur Saison 2013/14 wurde der ehemalige Headcoach der Boston Celtics und frühere Spieler der Clippers, Doc Rivers. Auch der Kader wurde weiter ergänzt mit erfahrenen Spielern aus anderen Teams der Liga. So wurden unter anderem Antawn Jamison, Jared Dudley, J. J. Redick und Byron Mullens verpflichtet. Während der Saison verstärkten sich die Clippers mit Danny Granger, Hidayet Türkoğlu und Glen Davis. Am 24. März 2014 machten die Clippers durch einen 106:98-Erfolg über die Milwaukee Bucks ihren 50. Saisonsieg perfekt und konnten damit erstmals in ihrer Geschichte die 50-Siege-Marke in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten durchbrechen. Mit einer Bilanz von 57 Siegen und 25 Niederlagen stellten die Clippers am Ende der Regular Season zudem einen neuen Franchise-Rekord auf.

Ende April 2014 gerieten die Clippers weltweit in die Schlagzeilen, weil Klubbesitzer Donald Sterling in einem mitgeschnittenen Privattelefonat seine Freundin aufgefordert haben soll, sich bei Spielen nicht mit Dunkelhäutigen zu zeigen und keine Fotos von ihr mit dem Ausnahmespieler Magic Johnson in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. US-Präsident Obama bezeichnete seine Äußerungen als „unglaublich rassistisch beleidigend“. Die Clippers-Spieler trugen aus Protest gegen ihren Vereinschef beim nächsten Playoff-Spiel in Oakland ihre Aufwärmtrikots auf links gedreht, und während der Partie schwarze statt weiße Socken. Darüber hinaus kündigten einige Sponsoren des Vereins, u. a. Mercedes-Benz und Red Bull, ihren Rückzug an. Sterling wurde wenige Tage nach Veröffentlichung des Telefonmitschnitts von der NBA lebenslang gesperrt und zur maximalen Geldstrafe von 2,5 Mio. US-Dollar verurteilt. Zudem drängte ihn die Verbandsführung zu einem Verkauf der Clippers, deren Wert auf etwa eine Milliarde Dollar geschätzt wird. Die 29 weiteren NBA-Klubbesitzer sprachen sich einstimmig dafür aus. Im Mai 2014 übernahm der ehemalige Time-Warner-Chef Richard Dean Parsons interimsweise das Präsidentenamt. Sterling bat später für seine Äußerungen um Entschuldigung.

Seit August 2014 ist für einen Kaufpreis von 2 Milliarden Dollar der ehemalige Microsoft-Chef Steve Ballmer neuer Eigentümer der Los Angeles Clippers, nachdem sowohl der Sterling Family Trust als auch das NBA Board of Governors dem Verkauf zugestimmt haben. Ballmer hatte 2013 bereits versucht, die Sacramento Kings zu erwerben und nach Seattle umzusiedeln, was die anderen Team-Besitzer jedoch ablehnten.

Die Saison 2014/15 schlossen die Clippers mit 56 Siegen ab und erreichten erneut das Conference-Halbfinale, wo man den Houston Rockets nach sieben Spielen unterlag. Zur darauffolgenden Saison 2015/16 verstärkten sich die Clippers mit Lance Stephenson und dem mehrmaligen All-Star Paul Pierce. Die Saison war jedoch vor allem von Verletzungssorgen geplagt. Griffin verpasste mehr als 40 Saisonspiele. In der ersten Playoffrunde verletzten sich dann Chris Paul und erneut Griffin, so dass die favorisierten Clippers gegen die Portland Trail Blazers mit 2:4 ausschieden. Nahezu unverändert ging man dann in die Saison 2016/17 und erkämpfte sich trotz einiger Verletzungsproblemen den vierten Conferencerang. Die darauffolgenden Playoffs verliefen für die Clippers nicht besser als im Vorjahr. Trotz des Heimvorteils in der ersten Runde gegen die Utah Jazz und einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung verloren die Clippers die Serie mit 3:4. Griffin fiel erneut einen Teil der Playoffs aus.

Saison 2017/18 bis 2018/19: Das Ende der Paul-und-Griffin-Ära Im Sommer 2017 tradeten die Clippers ihren Star und Kapitän Chris Paul zu den Houston Rockets, die im Gegenzug Patrick Beverley, Lou Williams, Sam Dekker, Montrezl Harrell, Darrunn Hillard, DeAndre Liggins, Kyle Wiltjer sowie einen First Round Pick an die Clippers abgaben. Als Hauptgrund für den Wechsel wurden in den Medien zunehmende Unstimmigkeiten zwischen Paul und Headcoach Doc Rivers angeführt.