Die Saison 1973/74 des von der FIS veranstalteten Alpinen Skiweltcups begann am 3. Dezember 1973 (Männer) bzw. am 9. Dezember (Frauen) in Val-d’Isère und endete am 10. März 1974 in Vysoké Tatry. Bei den Männern wurden 21 Rennen ausgetragen (je 7 Abfahrten, Riesenslaloms und Slaloms). Bei den Frauen waren es 17 Rennen (5 Abfahrten, 6 Riesenslaloms, 6 Slaloms).

Erstmals gab es überhaupt keine Überseerennen (das heißt alle Bewerbe fanden in Europa statt). Höhepunkt der Saison waren die Weltmeisterschaften 1974 in St. Moritz.

Weltcupwertungen Gesamt 1. 181 2. 165 3. 162 4. 140 5. 125 6. 98 7. 95 8. 67 9. 66 11. 65 12. 62 13. 59 14. 49 15. 46 16. 42 17. 40 18. 37 19. 30 20. 29 21. 25 24. 24 25. 23 26. 20 29. 19 30. 17 34. 16 35. 13 36. 12 37. 11 39. 8 40. 7 41. 6 46. 5 47. 4 49. 3 58. 2 59. 1

1. 268 2. 153 3. 144 4. 129 5. 127 6. 123 7. 116 8. 77 9. 72 10. 70 11. 63 12. 56 13. 55 14. 46 15. 43 16. 42 17. 41 18. 32 19. 24 20. 23 21. 19 23. 17 24. 9 26. 7 27. 6 29. 5 30. 4 32. 3 34. 2 40. 1

Abfahrt + Herren Rang Athlet Punkte 1 120 2 100 3 66 4 40 6 37 7 36 8 26 9 25 + Damen Rang Athletin Punkte 1 120 2 72 3 70 4 35 5 34 6 32 7 25 8 20 9 14 10 12

Riesenslalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 110 2 95 3 85 4 55 5 48 6 37 7 25 8 21 9 20 10 17 + Damen Rang Athletin Punkte 1 71 2 68 3 60 4 55 5 44 6 41 7 35 8 31 9 28 10 26

Slalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 80 2 65 3 63 4 61 5 56 6 51 7 47 8 46 9 26 10 23+ Damen Rang Athletin Punkte 1 103 2 88 3 63 4 49 5 41 6 32 7 26 8 23 9 22 10 20

Podestplatzierungen Herren Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 10.12.1973 Val-d’Isère (FRA) 18.12.1973 Zell am See (AUT) 22.12.1973 Schladming (AUT) 06.01.1974 Garmisch-Partenkirchen (FRG) 12.01.1974 Avoriaz (FRA) 19.01.1974 Wengen (SUI) 26.01.1974 Kitzbühel (AUT)

Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 08.12.1973 Val-d’Isère (FRA) 16.12.1973 Saalbach-Hinterglemm (AUT) 07.01.1974 Berchtesgaden (FRG) 13.01.1974 Morzine (FRA) 21.01.1974 Adelboden (SUI) 02.03.1974 Voss (NOR) 09.03.1974 Vysoké Tatry (TCH)

Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 17.12.1973 Sterzing (ITA) 05.01.1974 Garmisch-Partenkirchen (FRG) 20.01.1974 Wengen (SUI) 27.01.1974 Kitzbühel (AUT) 03.03.1974 Voss (NOR) 06.03.1974 Zakopane (POL) 10.03.1974 Vysoké Tatry (TCH)

Podestplatzierungen Damen Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 06.12.1973 Val-d’Isère (FRA) 19.12.1973 Zell am See (AUT) 05.01.1974 Pfronten (FRG) 13.01.1974 Grindelwald (SUI) 23.01.1974 Bad Gastein (AUT)

Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 20.12.1973 Zell am See (AUT) 06.01.1974 Pfronten (FRG) 09.01.1974 Les Gets (FRA) 14.01.1974 Grindelwald (SUI) 25.01.1974 Bad Gastein (AUT) 08.03.1974 Vysoké Tatry (TCH)

Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 07.12.1973 Val-d’Isère (FRA) 08.01.1974 Les Gets (FRA) 16.01.1974 Les Diablerets (SUI) 24.01.1974 Bad Gastein (AUT) 27.02.1974 Abetone (ITA) 07.03.1974 Vysoké Tatry (TCH)

Nationencup + Gesamtwertung Rang Land Punkte 1 1315 2 766 3 501 4 427 5 236 6 168 7 147 8 134 9 62 10 46 11 34 12 19 13 14 14 3+ Herren Rang Land Punkte 1 705 2 696 3 280 4 124 5 62 6 46 7 34 8 26 9 25 10 17 12 9 13 3 + Damen Rang Land Punkte 1 619 2 303 3 227 4 221 5 144 6 142 7 109 8 61 9 2

Statistik der Podestplätze Angegeben werden die Anzahl Podestplätze je Land und Disziplin sowie die Gesamtanzahl.

Damen + Gesamt Land 1. 2. 3. Total 1 6 6 4 16 2 6 – 4 10 3 1 3 2 6 4 1 2 2 5 5 1 2 1 4 6 1 – 1 2 7 1 – – 1 8 – 4 3 7+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 4 4 2 2 1 – – 3 – 1 2 4 – – 1+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 2 1 – 2 1 1 1 3 1 – 1 4 1 – – 1 – – 6 – 3 1 7 – 1 – 8 – – 3+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 6 – 1 2 – 3 1 3 – 1 2 4 – 1 1 – 1 1

Herren + Gesamt Land 1. 2. 3. Total 1 9 8 6 23 2 5 9 9 23 3 4 2 2 8 4 2 – 2 4 5 1 – 1 2 6 – 3 1 4 7 – – 1 1+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 4 2 2 2 2 4 3 3 1 2 2+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 5 3 3 2 2 3 3 3 – 1 –+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 3 3 1 2 2 – 2 3 1 2 3 4 1 – 1 5 – 2 –

Saisonverlauf Weltcupplanung Die Planung vor der Saison lautete, dass bei den Herren 13 von 21 und bei den Damen 12 von 18 Rennen gewertet werden.Wenn an einem Ort zwei Rennen durchgeführt wurden und jemand zweimal in die Wertung kam, zählten die erreichten Punkte doppelt (dies galt nur für die Gesamt-, aber nicht für die Disziplinenwertung). Dies war beim 19. FIS-Kongress (7./8. Juni 1973 in Nikosia) beschlossen worden. Die maximale Punktzahl bei den Herren betrug (unter Berücksichtigung dieser «Punkteverdoppelungen») 575, bei den Damen 500. Die Saison war hinsichtlich der Gesamtweltcupwertung in Perioden aufgeteilt: Alle Rennen bis Neujahr zählten zur ersten Periode, wovon die vier besten Resultate bei den Herren und die drei besten bei den Damen für die Gesamtwertung herangezogen wurden. Daraufhin sowohl bei den Herren (bis einschließlich Hahnenkamm) und Damen (bis Bad Gastein) von zehn Rennen die besten sechs. Von den restlichen fünf Herren- und vier Damenrennen waren es die jeweils besten drei. Es entfiel aber die für 4. März in Cortina d’Ampezzo geplante Damenabfahrt, sodass der dritte Abschnitt hier nur aus drei Rennen bestand, die alle herangezogen wurden (siehe Fußnote zu Verschiebung/Verlegung). Für den Disziplinenweltcup zählten jeweils die fünf besten Ergebnisse. Wie bisher wurde der Großteil der Herrenrennen an den Wochenenden, jener der Damen während der Woche (mit Trend auf Donnerstag/Freitag) ausgetragen.

Verschiebung/Verlegung von Rennen Für die Rennen in Val-d’Isère gab es eine Programmänderung: So wurde der für den 7. Dezember angesetzte Herren-Riesenslalom in zwei Teilen, u. zw. der zweite Lauf erst am 8. Dezember gefahren. Anderseits zog man den für den 8. Dezember geplanten Damenslalom um einen Tag vor. Auf der FIS-Website wurde auch (wahrscheinlich als dessen Weltcup-Premiere) Ingemar Stenmark auf Rang 46 (mit etwas mehr als 13 Sekunden Rückstand auf Sieger Hansi Hinterseer) eingetragen.

Die Gröden-Abfahrt wurde wegen des dortigen Schneemangels in Zell am See gefahren (siehe Fußnote zu „Weitere wichtige Anmerkungen“). Bei den Damen gab es hinsichtlich Pfronten, wo der Breitenberg Schauplatz der Rennen war (und die Kosten von 170.000 DM verursachten), einen Tausch des Slaloms für einen Riesenslalom mit Les Gets.Die Frauen jagen nach Weltcuppunkten. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 4; 5./6. Januar 1974. Bei der Lauberhornabfahrt am 19. Januar konnte der obere Teil (Lauberhornschulter bis Hundsschopf, etwa 1,5 km) wegen Schneemangels nicht gefahren werden. Sowohl Sieger Collombin als auch Klammer sprachen von einer leichten Abfahrt. Ab Start-Nr. 18 kam Nebel auf.«Süddeutsche Zeitung» Nr. 17 vom 21. Januar 1974, S. 24; Titel: «Hattrick und Weltcup für Collombin» Der für Maribor geplante Riesenslalom um den Goldenen Fuchs fand in Bad Gastein am 25. Januar statt, weshalb den Podestplatzierten dort die Fuchs-Maskottchen überreicht wurden (siehe Fußnoten zu «Dritter Gesamtweltcupsieg in Folge für Annemarie Moser-Pröll»).

Die für den 4. März geplante Damenabfahrt in Cortina d’Ampezzo wurde vorerst um einen Tag verschoben, musste aber abgesagt werden, da auf der Piste zwei Meter Schnee lagen. Die Absage erfolgte noch am Abend des 4. März. Da bereits ab 6. März der Damenslalom in Vysoké Tatry (gleichzeitig mit jenem der Herren in Zakopane) geplant war, wobei durch die nun aufgetretene Verzögerung das Damenprogramm um einen Tag verschoben wurde, konnte nicht länger zugewartet werden. Cortina war sogar von der Umwelt abgeschlossen, schließlich gelangte der Tross aber nach Zürich, von wo es mit dem Flugzeug weiter in die ČSSR ging. In Vysoké Tatry wurde dann zuerst der Slalom, danach erst der Riesenslalom ausgetragen.

Vorkommnisse und (Vor-)Entscheidungen Im französischen Team kam es gleich zum Auftakt in Val-d’Isère zu einer «Revolte» gegen Teamchef Georges Jaubert und in der Folge zum Ausschluss von sechs Läufern, u. zw. Jean-Noël Augert, Patrick Russel, Henri Duvillard, Roger Rossat-Mignod und den Lafforgue-Schwestern. Es gab dazu auch die Meldung, dass Jean-Claude Killy und Léo Lacroix deren Betreuung im Hinblick auf die Weltmeisterschaften übernehmen sollten, damit «dort die besten Franzosen starten sollten». Dazu ist es aber nicht gekommen, die ausgesprochenen Ausschlüsse blieben aufrecht. Die französischen Damen kamen zwar dank Fabienne Serrat bei den Weltmeisterschaften zu Doppelgold, und Serrat (mit erstmaligem Weltcup-Sieg) und andere Damen konnten auch in der Folge gute Ergebnisse erreichen, während das stark dezimierte Herrenteam für sehr viele Jahre kaum in Erscheinung treten konnte. In der gegenständlichen Saison waren es einmal ein siebter Platz von Claude Perrot beim Slalom am Lauberhorn sowie nochmals Perrot in Berchtesgaden, auch einmal Laurent Mazzili in Saalbach-Hinterglemm und Alain Navillod in Zakopane mit jeweils Rang 10 in den dort ausgetragenen Riesenslaloms sowie Roland Roche mit Rang 9 am Ganslernhang, welche dem zur «Petit Nation» mutierten Team Plätze in den «Top Ten» einbrachten. Erst Michel Vion gelang in der Kombination in Garmisch-Partenkirchen (13./14. Februar 1982) mit Rang 2 wieder ein Weltcup-Podest (dazu der überraschende Kombinationstitel bei den Weltmeisterschaften 1982 in Schladming), und er war es auch, der (erneut in der Kombination, diesmal am 20./21. Januar 1985 in Wengen), die Serie der Sieglosigkeit beendete. Christa Zechmeister, der vier Slalomsiege in Serie gelangen und die mit ihrem Startsieg am 7. Dezember zur überhaupt jüngsten Weltcupsiegerin avancierte (sie ist es im Februar 2018 noch immer), war die erste Läuferin, die einen Disziplinenweltcup (Slalom) für den DSV erringen konnte. Die deutschen Damen gewannen überhaupt alle Slaloms der Saison. Dritter Gesamtweltcupsieg in Folge für Annemarie Moser-Pröll: Praktisch bereits nach dem Slalom am 24. Januar (Marie-Theres Nadig hätte dies mit einem Sieg im Riesenslalom in Bad Gastein und drei Siegen in den folgenden vier Rennen, bei gleichzeitig keinen einzigen Punkt mehr für Moser vollbringen können), aber theoretisch einen Tag später mit Rang 4 im genannten Riesenslalom mit 228 Punkten und dadurch 102 Zähler vor Zechmeister. Moser-Pröll hatte außerdem ihre Siegesserie in den Abfahrten fortgesetzt: Zu den acht des Vorjahres kamen noch drei dazu, so dass sie saisonübergreifend elf hatte gewinnen können, ehe die Serie in Grindelwald durch die erstmals siegreiche Cindy Nelson unterbrochen wurde. Nelson gelang damit zugleich das erste Damen-Podium in einer Weltcup-Abfahrt für den US-Verband, der bis zu jenem 13. Januar 1974 15 Siege (11 Slalom, 4 Riesenslalom), 22 zweite Plätze (je 11 Slalom und Riesenslalom) und 27 dritte Plätze (17 Slalom, 10 Riesenslalom) erreicht hatte. Mit Hanni Wenzel, Kathy Kreiner, Claudia Giordani und Fabienne Serrat gab es noch weitere vier Athleten, denen erstmals ein Weltcupsieg gelang, wobei Wenzel überhaupt erstmals das Fürstentum auf Rang 1 brachte, zudem auch noch die Riesenslalom-Disziplinenwertung gewann, und auch Giordani (nach dem Abfahrtserfolg von Giustina Demetz vom März 1967 in Sestriere) die zweite Dame des italienischen Verbandes war, der ein Weltcuperfolg gelang. Ähnlich wie Pröll dominierte seitens der Herren Roland Collombin die Abfahrtsrennen. Franz Klammer landete in der Schladminger Abfahrt seinen ersten Sieg, doch Herbert Plank wurde ebenfalls mit seinem ersten Sieg zum Saisonauftakt in Val-d’Isère zum jüngsten Sieger einer Weltcupabfahrt (er ist es auch Anfang März 2018). Weitere Premierensiege gelangen Hubert Berchtold und auch Olympiasieger Francisco Fernández Ochoa. Am 5. Januar in Garmisch-Partenkirchen war es erstmals, dass zwei Läufer des DSV in einem Herrenslalom (Sieger Christian Neureuther, Rang 3 Hansjörg Schlager) am Podest standen.