Die Andrusteihiae sind Matronen, die durch vier Inschriften auf Votivsteinen des 2. und 3. Jahrhunderts aus Bonn und Köln überliefert sind.
Auffindung und Beschreibung
Fundort Bonn
In der damaligen Gemeinde Godesberg wurde im Jahr 1867 ein kleiner Altar aus Kalkstein gefunden (27 × 15 × 6 cm) mit üblichen Gestaltungsmerkmalen wie Sockel, Gesims, Giebel und Voluten.
Fundort Köln Eine Spolie, die unter unbekannten Umständen 1835 beim Weyertor (Köln-Lindenthal) gefunden wurde. Der Altarstein wurde vermutlich zur Verbauung in der mittelalterlichen Stadtmauer oder im Kloster Weiher durch das Abschlagen des Sockels und der Voluten eckig behauen.
Ein 1949 unter unbekannten Umständen gefundenes Fragment aus Kalkstein der linken, oberen Ecke eines Altars mit teilweise erhaltenem Giebel, auf dessen Schmalseite in einem gerahmten Feld ein Baum mit zwei Vögeln abgebildet ist.
Beiname Der nicht schlüssig deutbare Name wird in der Forschung von der Bildungsweise mit dem Stammesnamen der cisrhenanischen Condruser (analog zum Beleg der Candrusteihiae) in Verbindung gebracht sowie besonders durch die lateinisch-fränkische Bezeichnung der Antrustio. In beiden Bildungen findet sich als Element germanisch trausta (englisch trust) für Vertrauen oder Treue. Ebenfalls kann das keltische *drus-, *drust- vorliegen mit der Bedeutung unter anderen eines „festen Vertrags“. Eine Übernahme aus dem Keltischen spricht nicht einer Beibehaltung eines spezifisch germanischen Verständnisses oder der Auffassung einer Bedeutung und besonderen Funktion der Matronen für die germanisch geprägten Verehrer entgegen.
Siehe auch Liste von Matronennamen
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Hans Lehner: Die antiken Steindenkmäler des Provinzialmuseums in Bonn. F. Cohen, Bonn 1918, S. 124., Nr. 259. Herbert Nesselhauf, Hans Liebs: Dritter Nachtrag zum CIL XIII. Inschriften aus den germanischen Provinzen und dem Treverergebiet. In: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 40, 1959, Nr. 145, 213. Herbert Nesselhauf: Neue Inschriften aus dem römischen Germanien und den angrenzenden Gebieten. In: BRGK 27, 1937, S. 51–134
Hermann Reichert: Lexikon der altgermanischen Namen, Band I, II. (= Thesaurus Palaeogermanicus, Band 1,1; 1,2). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1987, 1990, ISBN 3-7001-0931-8, ISBN 3-7001-1718-3, Band I S. 48, Band II S. 460. Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie (= Kröners Taschenausgabe. Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X, S. 22, 267 ff.
Weblinks Epigraphische Datenbank Heidelberg: HD 018957 = CIL 13, 8212 HD 025299 = CIL 13, 7995 Frontalfoto von CIL 13, 7995 Fotos von CIL 13, 8212 Fotos von AE 1931, 23 Foto von AE 1956, 245 Einträge im F.E.R.C.A.N Projekt: „Keltische Götternamen in den Inschriften der römischen Provinz Germania Inferior“
Anmerkungen
Kategorie:Matronae Kategorie:Germania inferior