Ferdinand Friedrich Heinrich Ludolff (geboren 26. November 1846 in Hannover; gestorben 14. April 1906 ebenda) war ein deutscher Architekt.Reinhard Glaß: Ludolff, Ferdinand Friedrich Heinrich in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902), zuletzt abgerufen am 4. Juli 2017 Die Schreibweise seines Nachnamens variiert in Veröffentlichungen zwischen Ludolf,Parkhaus. In: Architekten- und Ingenieur-Verein Hannover (Hrsg.), Theodor Unger (Red.): Hannover. Führer durch die Stadt und ihre Bauten. Festschrift zur fünften Generalversammlung des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine. Klindworth, Hannover 1882, S. 11. (als Nachdruck: Vincentz, Hannover 1978, ISBN 3-87870-154-3 / als Nachdruck: Europäischer Hochschulverlag, Bremen 2011, ISBN 978-3-86741-493-7 – eingeschränkte Vorschau bei Google Bücher) Ludolff und Ludolph.Deutsche Bauzeitung, 10. Jahrgang 1876, Nr. 49 (vom 17. Juni 1876), S. 245. (Vorschau bei Google Bücher)
Leben Ferdinand Ludolff wurde 1846 in Hannover geboren. Er studierte von 1862 bis 1865 und – nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen – erneut ab 1869 unter der Matrikel-Nummer 3783 an der Polytechnischen Schule Hannover als Schüler von Conrad Wilhelm Hase. Er wurde im Corps Teutonia Hannover aktiv.F. L. Staub: Corps-Liste des Weinheimer SC von 1821 bis 1906. Dresden 1906, S. 74
1873 heiratete er Auguste Brandes (geboren 5. September 1852), Tochter des aus Hildesheim stammenden Kaufmanns Christian Gottfried Brandes und seiner Ehefrau Caroline Schriever.
Ludolff gründete im November 1883 zusammen mit dem Architekten Georg Heussner unter dem Namen Ludolff & Heußner eine offene Handelsgesellschaft Deutscher Reichsanzeiger und Königlich Preußischer Staats-Anzeiger Nr. 272 v. 19.11.1883, S. 7., die schon drei Jahre später wieder aufgelöst wurde.Hannoverscher Courier v. 9.12.1886, S. 8. Ludolff war in dem Haus Tiergartenstraße 26 (zuvor Nr. 19) ansässig, das Architekturbüro in der Nr. 27.
Ludolff arbeitete später selbstständig in Hannover, oftmals gemeinsam mit dem Architekten Georg Heußner.Vergleiche auch das Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden für das Jahr 1877, Abteilung I: Alphabetisches Verzeichniß der Behörden und Anstalten, der Einwohner und Handels-Firmen, S. 401, in dem „Heußner, Georg, Architekt, Ass. d. F.: Ludolff & Heußner, Gneisenaustr. 13 p“ genannt wird. In einer früheren Version dieses Wikipedia-Artikels war versehentlich Franz Heußner als Associé (Teilhaber) genannt. Die Firma wurde dann mitunter auch als Ludolf & Heussner bezeichnet, seltener Ludolph & Haussner oder gar Ludolff und Heißner.Thomas Großbölting: „Im Reich der Arbeit.“ Die Repräsentation gesellschaftlicher Ordnung in den deutschen Industrie- und Gewerbeausstellungen 1790–1914 (= Ordnungssysteme, Bd. 21.) (zugleich Habilitationsschrift, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 2004) Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-58128-7, S. 264. (Vorschau bei Google Bücher) Das Baugeschäft von Ludolff & Heußner befand sich seit 1880 im Haus Tiergartenstraße 20 (heute Loebensteinstraße 27).
Am 28. Oktober 1887 erhielt Ludolff ein Patent zur „Befestigung von Holzfußboden auf Kunststein“ (D.R.P. Nr. 43062).Befestigung von Holzfußboden auf Kunststein des Architekten Ferdinand Ludolff zu Hannover. In: Deutsche Bauzeitung, 23. Jg., Nr. 63 v. 7.8.1889, S. 377.
Ludolff gründete am 15. Februar 1895 zusammen mit dem Architekten Ludwig Lange eine offene Handelsgesellschaft unter dem Namen Ludolff & LangeDeutscher Reichsanzeiger und Königlich Preußischer Staats-Anzeiger, 6. Beilage, Nr. 52 v. 28.02.1895., welche die Kieselgurgruben Wiechel bei Unterlüß betrieb.
Werke mini|Ehemaliges „Decorationen-Magazin für das königliche Hoftheater“ in der Südstadt von Hannover
1874: Parkhaus bei Herrenhausen, Nienburger Straße / Militärstraße (Appelstraße) (gemeinsam mit Franz Heussner)Kurt Morawietz (Hrsg.), Hanns Jatzlau (Zeichnungen): Glanzvolles Herrenhausen. Geschichte einer Welfenresidenz und ihrer Gärten. Hannover: Steinbock-Verlag, 1981, S. 157. (Vorschau bei Google Bücher) um 1876: Wohnhaus für Karl Heinrich Brandes in Hannover, Tiergartenstraße 27 (heute Hindenburgstraße 27) (gemeinsam mit Heußner; erhalten) um 1877: Doppelwohnhaus in Hannover, Gneisenaustraße 2/4 (ursprüngliche Hausnummern 15 und 14) (gemeinsam mit Heußner und Rudolf Vogel; erhalten) 1878: Wohnhaus für Christian Gottfried Brandes in Hannover, Tiergartenstraße 26 (heute Loebensteinstraße 26) / Gneisenaustraße (gemeinsam mit Heußner; erhalten) 1879: Bauten der Berliner Gewerbeausstellung (gemeinsam mit Heussner) um 1890: Geschäftshaus der Niedersächsischen Bank in Hannover, Theaterstraße 12 (teilweise erhalten) 1892: Wohnhaus für den Kaufmann Emil Hirschfeld in Hannover, Tiergartenstraße 28 (heute Loebensteinstraße 28) (später modern überformt und mit dem Haus Hindenburgstraße 29 verbunden) 1894–1895: Kulissenmagazin für das königliche Hoftheater in Hannover (Südstadt), Kestnerstraße 18 (erhalten; heute Spielstätte des Klecks-Theaters)Helmut Zimmermann: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 140.
Schriften Ferdinand Ludolf, Franz Heussner: Die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1879. (mit einer Skizze des Ausstellungs-Geländes sowie mehreren Illustrationen) In: Baugewerks-Zeitung, 11. Jahrgang 1879, Heft 11, S. 126 f.
Literatur Traugott Krahn: Die Berliner Gewerbe-Ausstellung im Jahre 1879, entworfen und ausgeführt von den Baumeistern Ludolff und Heißner in Hannover. In: J. A. Rombergs Zeitschrift für praktische Baukunst, 39. Jahrgang 1879, Spalten 105–110 sowie die Tafeln 16–19.
Archivalien Archivalien von und über Ferdinand Ludolff finden sich beispielsweise im Stadtarchiv Hannover im Bestand vom Standesamt Hannover 1, Sterberegister Nr. 1195/1906: Ludolff, Ferdinand Friedrich Heinrich im Kartenmagazin, Fach 85: Magazin für das königliche Hoftheater; Provenienz; Hochbauamt der Stadt Hannover
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Hannover) Kategorie:Architekt des Historismus Kategorie:Conrad Wilhelm Hase Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1846 Kategorie:Gestorben 1906 Kategorie:Mann