Alexander Ferdinand von Erdmannsdorf (Eigenschreibung), auch von Erdmannsdorff, (* 29. September 1774 in Strauch; † 16. September 1845 in Jüterbog)Anmerkung Jüterbog: Das Todesdatum ist in allen genealogischen Quellen belegt, der Sterbeort dagegen nicht direkt. war ein deutscher Forstbeamter und Rittergutsbesitzer.
Leben und Wirken mini|hochkant|Rittergut Roitzsch um 1860, Sammlung Alexander Duncker. mini|hochkant|Gutshaus Hohenahlsdorf von 1790. Er stammte aus dem Adelsgeschlecht von Erdmannsdorf(f) und war der Sohn des kursächsischen Kammerherrn und Gutsbesitzer Carl Friedrich von Erdmannsdorf (* 20. März 1739; † 12. September 1777). Seine Mutter war dessen zweite Ehefrau, Erdmuthe Magdalena geborene von der Sahla (* 21. August 1750; † 7. September 1836), Tochter des August Sigismund von der Sahla-Schönfeld und der Magdalena Dorothea geb. Gräfin von Beichlingen. Die Mutter heiratete als Witwe 1781 Gunther Graf von Bünau-Dahlen (* 1726; † 1804).
Wie sein jüngerer Bruder Heinrich Ludwig von Erdmannsdorf erhielt auch Alexander Ferdinand seine erste Ausbildung durch einen Hauslehrer und besuchte anschließend das Pädagogium in Halle. Beide schlugen eine Forstlaufbahn ein. Von ihm wird berichtet, dass er seit 1799 Kammerjunker am Hof in Dresden und später auch Oberforst- und Wildmeister in WittenbergKöniglich-Sächsischer Hof- und Staats-Calender 1807, Weidmannische Buchhandlung, Leipzig 1807. war. Als solcher brachte er Ideen der Nachhaltigkeit in seine praktische Tätigkeit ein und sorgte für eine systematische Bewirtschaftung der Wälder links und rechts der Elbe im Raum Wittenberg.
Als Kammerjunker erwarb Alexander Ferdinand von Erdmannsdorf von Johann Gottfried Steinkopf dessen Rittergut Roitzsch am 4./6. Dezember 1800. Doch bereits am 15. August 1801 verkaufte er es weiter an den stift-merseburgischen Kammerrat und Oberhofgerichtsassessor Carl Bernhard von Ende.
Mit dem Wiener Kongress fiel Wittenberg an das Königreich Preußen, und Alexander Ferdinand von Erdmannsdorf wurde ein preußischer Forstbeamter. 1816 erfolgte seine Anstellung bei der Königlichen Regierung in Aachen als Oberforstmeister. An seinem neuen Wirkungsort hielt es ihn jedoch nicht lange. Schon bald kehrte er in die Nähe Wittenbergs zurück. Durch Heirat hatte er hier in zweiter Ehe im Jahre 1819 den Besitz Hohenahlsdorf erworben, samt Gutshaus Hohenahlsdorf und Rittergut, in dem er fortan mit seiner Familie bis zum Tode als Privatier lebte.Hiltrud und Carsten Preuß: Die Guts- und Herrenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming, Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, 1. Auflage, Berlin, 29. November 2011, ISBN 978-3-86732-100-6, S. 99, S. 244.
Familie Der Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, Schöpfer des Wörlitzer Gartenreiches, war sein Schwiegervater aus der ersten Ehe.
Sein Sohn Julius Bernhard Richard von Erdmannsdorf auf Deutsch-Paulsdorf, Weißig und Zahmen in der Oberlausitz, war königlich-preußischer Kammerherr und Kreisdeputierter des Landkreises Görlitz. Dessen 1830 geschlossene Ehe mit Therese Gräfin von der Schulenburg (* 1806; † 1876) blieb kinderlos.
Literatur Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 3, Friedrich Voigt’s Buchhandlung, Leipzig 1861, S. 136–137. Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Band 2, Friedrich Irrgang, Brünn/Rudolstadt April 1893, S. 171., u. S. 173.
Einzelnachweise
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