Stephan Runge (* 1947 in Barkhausen, Porta Westfalica) ist ein deutscher Künstler. Sein Œuvre umfasst Malerei, Zeichnung, Objekt, Installation, Fotografie und Musik.POLKE ET FRIENDS. Gaspelhof in the 70s. Ed. by STAHLSPLITTER. Composed & directed by (Stephan) Runge. Köln 2011. Vier Audio-CDs mit einem Textblatt & einem Photo von Katharina Sieverding - Auflage: 80 Exemplare + 20 Exemplare a.p. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf und Köln.
Leben und Werk Von 1966 bis 1973 studierte Stephan Runge an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys, der ihn zu seinem Meisterschüler ernannte. Runge arbeitet mit archaischen Zeichensystemen und Farbcodes, die er auf Gläser, Spiegel, Tücher und Papiere malt. Bei der Bearbeitung dieser unterschiedlichen Materialträger mit Acryl, Öl, Pigmenten, Aquarell und Tusche wendet er eine Technik an, die er aus seinen Erfahrungen mit fotochemischen Prozessen entwickelt hat. Seine skulpturalen Werke, bestehend aus objets trouvés, Eisen, Holz oder Stein kombiniert er in seinen Ausstellungen ortsspezifisch mit Malerei, Zeichnung oder Diaprojektion. Er findet Formen, Kräfte und Energien in der Natur, die er auf seine Materialien überträgt.
Seine erste Einzelausstellung hatte Runge 1975 in der Galerie Erhard Klein, Bonn. Es folgten viele Einzel- sowie Gruppen-Ausstellungen in national und international renommierten Galerien und Museen. Zwischen 1989 und 1993 hielt er sich in Japan auf und fertigte großformatige Arbeiten auf handgeschöpftem Papier und transparenten Seiden an. Auf der documenta IX zeigte er 1992 die Werke „Fuchs“ (1982) und „Sky“ (1992). 1993 nahm er am Austauschprogramm für Künstler der Präfektur Osaka, Japan (Art-Ex) teil und erhielt den Spezialpreis der Osaka Triennale ‘93 für sein Werk „Glory Sun of Death“. Zwischen 2005 und 2007 entstand der siebenteilige Gemälde-Zyklus „Die Schlacht von Bagdad“ in seinem Atelier in Düsseldorf. Runges Werke sind den individuellen Mythologien zuzuordnen.
Er assistierte Sigmar Polke in drei Ausstellungen. 1986: „Athanor“, Deutscher Pavillon, XLII. Biennale di Venezia. Herstellung des Wandbildes in der Konche des Pavillons mit hydrosensiblen Pigmenten, die je nach Luftfeuchtigkeit mit Farbwechsel zwischen Rosé- und Blautönen reagierten; 1988: ARC, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. „Große 'Wandmalerei' auf konvexem schwarzem Grund, ausgeführt in farbloser, thermosensibler 'Farbe' “ 1990: San Francisco Museum of Modern Art. Monochrome Ausmalung der Wandnischen im Oberlichtsaal des Museums mit den Farbpigmenten Malachit, Zinnober, Lapislazuli, Realgar.
Preise und Stipendien 1982 Stiftung Kunstfonds Bonn, Arbeitsstipendium 1993 Artist-in-Residence, „Art Ex“, Osaka, Japan 1993 „Special Prize of the International Triennial Competition of Painting“ Osaka, Japan
Einzelausstellungen (Auswahl) 1975 Galerie Erhard Klein, Bonn 1977 „teit es eshol“, Studio Oppenheim, Köln 1980 Oxymoron, Tücher und Gläser, Krefelder Kunstverein 1981 Nommo, Galerie Ha.Jo. Müller, Köln 1983 Tücher, Galerie Toni Gerber, Bern 1985 Städtisches Kunstmuseum Bonn und Museum van Hedendaagse Kunst, Gent 1988 Nordjyllands Kunstmuseum, Aalborg, Dänemark 1989 Eisenraum, Kunstmuseum Düsseldorf 1990 Galerie Claudine Papillon, Paris 1991 Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 1992 Kunstverein im Fridericianum, Kassel 1993 „Silk Flags“ 141, Sendai, Japan 1995 Zeitkunstgalerie, Kitzbühel, Österreich 1997 „Der gezähmte Drache“, Galerie Erhard Klein, Bad Münstereifel 2004 „und dann und wann“, Galerie Erhard Klein, Bad Münstereifel 2007 „Stephan Runge, Bilder“, Galerie Kiki Maier-Hahn, Düsseldorf
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 1969 „Intermedia“, Heidelberg 1972 ”Szene Rhein-Ruhr“, Museum Folkwang, Essen (mit Bruno Demattio) 1973 „Between 7“, Kunsthalle Düsseldorf 1979 „Schlaglichter. Eine Bestandsaufnahme aktueller Kunst im Rheinland“, Rheinisches Landesmuseum, Bonn 1980 „Kunstausstellungen Gutenbergstr. 62 a“, Galerie Max Hetzler, Stuttgart 1981 „Bildwechsel“, Akademie der Künste, Berlin 1984 „Aperto 84“, 41. Biennale Venedig 1987 „Brennpunkt Düsseldorf. Joseph Beuys, die Akademie, der allgemeine Aufbruch.1962-1987“, Kunstmuseum Ehrenhof, Düsseldorf 1988 „Meine Zeit mein Raubtier“, Kunstpalast Düsseldorf 1989 „International Paper Art Exhibition“, Municipal Museum of Art, Kyoto, Azabu Museum of Arts and Crafts, Tokyo, Japan 1990 The Paper Museum, Imadate, Japan 1991 „Zehn Jahre Kunstfonds“, Bonner Kunstverein 1992 documenta IX, Kassel 1996 „Die Sammlung Toni Gerber im Kunstmuseum Bern. Zweiter Teil“, Kunstmuseum Bern 2005 „Sich selbst bei Laune halten“, Kunstmuseum Bonn 2017 „Singular / Plural - Kollaborationen in der Post-Pop-Polit-Arena“, Kunsthalle Düsseldorf
Kataloge (Auswahl) Sich selbst bei Laune halten – Kunst der 70er aus der Schenkung Ingrid Oppenheim im Kunstmuseum Bonn. Köln, 2005. S. 80–82. Kunstfonds: Zehn Jahre. Kunstfonds e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bonner Kunstverein [Hrsg.]. Köln 1991. S. 78–79. Sammlung Toni Gerber im Kunstmuseum Bern. Zweiter Teil. [26. Juni – 18. August 1996]. Bern, 1996. S. 164. Highlights, Rückblick Oppenheim Studio Köln 1973 bis 1979, Städtisches Kunstmuseum Bonn. Bonn, 1981, S. 80 f. Treibhaus, Kunstmuseum Düsseldorf. Düsseldorf, 1981, o. S. Szenen der Volkskunst, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart. Stuttgart, 1981. S. 1.18. Bildwechsel. Neue Malerei aus Deutschland. Akademie der Künste, Berlin. Berlin 1981, S. 63, 76 f.
Werke in öffentlichen Sammlungen Deutschland
Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen Städtisches Kunstmuseum, Düsseldorf Kunstmuseum Bonn Sammlung Oppenheim im Kunstmuseum Bonn
Belgien
Museum van Hedendaagse Kunst (MuHKA), Gent S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gent
Dänemark
Kunsten Museum of Modern Art, Aalborg (Nordjyllands Kunstmuseum)
Japan
National Museum of Art, Osaka
Korea
Daegu Art Museum, Daegu
Schweiz
Sammlung Toni Gerber im Kunstmuseum Bern
Weblinks
Website von Stephan Runge
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Deutschland) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Mann