Lühnsdorf ist ein bewohnter Gemeindeteil der amtsangehörigen Stadt Niemegk im gleichnamigen Amt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg abgerufen am 17. April 2026

Lage Lühnsdorf liegt im Hohen Fläming im gleichnamigen Naturpark etwa vier Kilometer westlich von Niemegk und etwa zehn Kilometer südöstlich von Bad Belzig. Umliegende Ortschaften sind der zur Gemeinde Planetal gehörende Ortsteil Dahnsdorf im Nordosten, die Stadt Niemegk im Osten, die zur Gemeinde Rabenstein/Fläming gehörenden Ortsteile Neuendorf im Südosten, Rädigke im Südwesten und Buchholz b. Niemegk im Westen sowie der wiederum zu Planetal gehörende Ortsteil Kranepuhl im Nordwesten.

Durch Lühnsdorf verlaufen die Kreisstraße 6930 sowie die Kreisstraße 6932. Die Bundesstraße 102 von Bad Belzig nach Jüterbog liegt knapp fünf Kilometer östlich des Ortes. Zudem verläuft die Bundesautobahn 9 östlich von Lühnsdorf, die nächstgelegene Anschlussstelle Niemegk liegt knapp sechs Kilometer entfernt.

Geschichte und Etymologie Etymologie mini|Dorfkirche Lühnsdorf Lühnsdorf wurde erstmals im Jahr 1377 im Kopialbuch B1 des Ernestinischen Gesamtarchivs Blatt 37 r/v unter dem Namen czu grossen Luderstorph urkundlich erwähnt. In der folgenden Zeit änderte sich der Ortsname von Ludirstorff magma im Jahr 1426 über Luenßdorff im Jahr 1500 und Luehnsdorff im Jahr 1600 zum heutigen Lühnsdorf. Der Name leitet sich von einem deutschen Personennamen „Ludeke“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 109, ISBN 3-937233-17-2. ab.

Besitzgeschichte Vor 1426 bis um 1550/1552 gehörte der Ort zur Vogtei beziehungsweise Pflege bzw. zum Amt Belzig und kam um 1550/1552 bis 1872 an das Amt Belzig-Rabenstein, dem seit 1506 sowohl das Ober- als auch das Untergericht zustanden. Bis 1388 und erneut bis nach 1419 befand sich der Besitz bei der Familie von Breslaw, während er von 1465 bis nach 1533 der Familie von Gertitz gehörte. Diese verfügte 1388 und 1465 über einen freien Mann mit Diensten und Gerichtsbarkeit. Danach unterstand der Anteil der Amtshoheit entsprechend den zuvor genannten Herrschaftsverhältnissen.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 241)

14. und 15. Jahrhundert Im Jahr 1388 entrichtete der Richter eine Abgabe von vier Schock, der Einwohner Ruleke ½ Schock und der Einwohner Deus 40 Groschen. In den Jahren 1419/1420 besaß der Richter die Gerichtsbarkeit mit fünf Hufen sowie Hebungen aus zwei Höfen. Der Einwohner Dytber hielt zu dieser Zeit auf seinem Erbe drei Viertel zu Lehen. Im Jahr 1496 waren zehn Türkensteuerpflichtige verzeichnet, darunter der Schulze; zudem lebten zwei Personen Gesinde im Ort.

16. Jahrhundert Im Jahr 1506 lebten zehn Einwohner im Ort. Der Richter verfügte über fünf Lehnhufen. Ein Einwohner besaß das wüste Gericht zu Zehnsdorf mit drei Hufen zu Lehen und war mit den Untergerichten der Familie von Gertitz verbunden. Drei Einwohner leisteten Zins von ihren Hufen, ein weiterer zins¬te vom Erbe. Ein Kossät besaß einen Hof, ebenso ein weiterer Einwohner. Eine Person zins¬te vom Erbe und besaß ein Lehen von drei Vierteln, ein weiterer Einwohner war Kossät. Im Jahr 1530 bestanden sieben Hufnerstellen und drei Gärtnerstellen. In den Jahren 1530, 1575, 1591 und 1822 bestand jeweils eine Pfarrhufe.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 243) Im Jahr 1542 verfügte der Schulze über Haus, Hof und fünf Hufen. Eine weitere Person besaß ebenfalls Haus, Hof und fünf Hufen. Drei Einwohner hatten jeweils Haus, Hof, Garten und je vier Dorfbauhufen. Zwei weitere besaßen jeweils Haus, Hof, Garten und je vier Hufen. Eine Person verfügte über Haus, Hof und Garten. Zudem bestanden ein Kossätenhof mit Haus, Hof und Garten sowie ein Kossätengut mit Garten. Im Ort lebte ein Hausgenosse mit zwei Morgen Land sowie ein weiterer Hausgenosse mit zwei Personen. Der Hirte hielt zwei Kühe, 16 Schafe und 14 Lämmer. Darüber hinaus wurden fünf Knechte sowie drei Mägde genannt. Die Wiesenfläche betrug insgesamt siebeneinhalb Morgen. Im Jahr 1550 lebten im Dorf zehn besessene Männer (darunter drei Gärtner): der Richter mit Haus, Hof und fünf freien Lehnhufen sowie drei Erbhufen im wüsten Zehnsdorf. Fünf Einwohner besaßen jeweils ein Haus, Hof und je vier Erbhufen, von denen einer zusätzlich ein Stück Lehngut innehatte. Ein weiterer Einwohner verfügte über zwei Erbhufen und besaß darüber hinaus das wüste Gericht sowie drei freie Lehnshufen zu wüsten Zehnsdorf. Daneben lebten drei Häusler im Ort, die jeweils einen Garten besaßen. Insgesamt umfasste die Flur 28 Hufen. 1555 bestanden sechs Hufner- und drei Gärtnerstellen. 1565 wurden ein Lehnschulze, sechs Häuser und Höfe sowie drei Kossätenhöfe genannt. Der Hirte hielt zwei Kühe, zwölf Schafe und zwei Überläufer. Es bestanden sechs Dorfbauhufen, insgesamt 16 Hufen, zwei wüste Hufen zu Zehnsdorf sowie drei wüste Lehnshufen zu Zehnsdorf. Die Wiesenfläche betrug zwölf und einen halben Morgen. 1575 war der Ort mit sieben Hufnern und drei Kossäten besetzt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 242) Der Pfarrer erhielt als Zehnten 37½ Mandeln Korn, 19 Mandeln Gerste und vier Mandeln Hafer. Er verfügte über drei Hufen, von denen sich eine zu Lühnsdorf mit 22 großen und kleinen Stücken befand, eine auf der wüsten Feldmark Görsdorf lag und eine zu Buchholz gehörte. Diese bewirtschaftete er sämtlich selbst und erzielte daraus einen Ertrag von zwei Dreißig und acht Mandeln Korn, eineinhalb Dreißig Gerste, darunter auch Erträge aus zwei Gärten, ferner 15 Mandeln Hafer und acht Mandeln Heidekorn. Der Küster erhielt acht Scheffel Korn sowie von jedem Hufner zwei und von jedem Kossäten vier Brote. 1822 stand dem Pfarrer der Zehnt aus der Dorfmark sowie aus der wüsten Feldmark Wildhagen zu. Der Küster verfügte im Jahr 1575 über drei Stücke Ackerland. Im Jahr 1591 wurden zehn besessene Männer verzeichnet, darunter drei Gärtner. Der Richter verfügte über fünf Lehnshufen sowie zwei wüste Hufen zu Zehnsdorf. Hinzu kamen vier Viererbhufner, ein Viererbfuhner mit vier Dorfbauhufen, darunter drei Viertel Lehnshufen, sowie ein Zweiererbhufner, der das wüste Gericht und drei wüste Hufen zu Lehen in Zehnsdorf besaß. Außerdem lebten drei Häusler im Ort, die jeweils einen Garten innehatten. Insgesamt umfasste die Flur 34 Hufen, davon 28 Dorfhufen einschließlich einer Pfarrhufe sowie fünf wüste, tatsächlich zu Zehnsdorf gehörende Hufen. Die Wiesenfläche betrug insgesamt 18 Morgen, davon zehneinhalb Morgen vor Trebitz, fünfeinhalb Morgen vor Baitz und zwei Morgen vor Fredersdorf.

17. Jahrhundert Im Jahr 1640 bestanden sieben Hufnerstellen, von denen sechs wüst lagen, sowie drei Kossätenstellen, die sämtlich wüst waren; auch die Stelle des Hirten war wüst. 1661 wurden sieben Hufnerstellen gezählt, von denen drei wüst waren, daneben drei Kossäten sowie ein Hirte. Die Wiesenfläche umfasste zu dieser Zeit 13⅝ Morgen. Im Jahr 1676 lebten im Ort fünf Anspänner beziehungsweise Hufner sowie vier Halbhufner und Kossäten. Es bestanden insgesamt 19 Erbhufen und fünf wüste Hufen. 1682 verfügte der Schulze über fünf Lehnshufen sowie zwei wüste Hufen zu Zehnsdorf. Daneben bestanden drei Viererbhufnerstellen, zwei Vierdorfbauhufnerstellen, von denen eine mit drei Vierteln Lehnshufen belastet war, sowie eine Zweidorfbauhufnerstelle, die zudem drei wüste Lehnshufen zu Zehnsdorf besaß. Ferner lebten drei Kossäten im Ort, außerdem ein Hirte. Die Wiesenfläche betrug insgesamt 15 Morgen.

18. Jahrhundert Im Jahr 1701 wurden sieben Hufner, drei Kossäten sowie ein Hirte gezählt. Die Wiesenfläche betrug 17 Morgen. 1718 bestanden vier Hufner- und drei Kossätenstellen. Die Feldmark umfasste insgesamt 32 Hufen, darunter fünf wüste Markhufen. 1743 war der Ort mit einem Fünfhufner, der zugleich Schulze war, fünf Vierhufnern und einem Zweihufner besetzt. Dabei verfügte der Schulze über zwei wüste Hufen, während der Zweihufner drei wüste Hufen innehatte. Insgesamt bestanden 27 Dorfbauhufen sowie fünf wüste, zu Zehnsdorf gehörende Hufen. 1764 wurden ein Sechshufner als Schulze, fünf Vierhufner, ein Dreieinhalbhufner sowie drei Gärtner genannt, von denen jeder über zwei Wörden verfügte. Die Flur umfasste insgesamt 29½ Hufen, von denen 17½ Hufen genutzt und zwölf Hufen ungenutzt waren. Auf jede Hufe entfielen acht Dresdner Scheffel und Metzen Aussaat. 1777 wurden elf angesessene Einwohner gezählt, darunter sieben Hufner und drei Kossäten. Daneben bestanden ein Pfarrhaus sowie zwei Hirtenhäuser.

19. Jahrhundert Im Jahr 1806 bestand der Ort aus einem Sechshufner, der zugleich Schulze war, fünf Vierhufnern, einem Dreieinhalbhufner, drei Kossäten, zwei Häuslern, einem Tagelöhner sowie zwei Hirtenhäusern. Die Feldmark umfasste insgesamt 29½ Hufen. Der Ort gehörte früher zum sächsischen Amt Belzig und wurde nach dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen. Dort lag Lühnsdorf im Landkreis Zauch-Belzig. 1822 wurden sieben Hufner, darunter ein Lehnschulze, drei Kossäten und vier Häusler gezählt. Es bestanden 28 Hufen, darunter 5¾ Lehnshufen und eine Pfarrhufe. Hinzu kamen fünf wüste Hufen zu Zehnsdorf, davon drei Lehnshufen, sowie zwei wüste Hufen zu Wulkow, die noch bei Rädigke im Ansatz standen. Der Pfarrer besaß eine wüste Hufe auf der zu Buchholz genutzten wüsten Feldmark Görsdorf, sodass sich insgesamt 36 Hufen ergaben. 1837 wurde der Ort als Dorf bezeichnet und umfasste 21 Wohnhäuser. 1858 war er weiterhin als Dorf verzeichnet und bestand aus zwei öffentlichen Gebäuden, 25 Wohngebäuden sowie 43 Wirtschaftsgebäuden. Die Gemarkung umfasste insgesamt 1640 Morgen. Davon entfielen 31 Morgen auf die Gehöfte, 1384 Morgen auf Ackerland und 225 Morgen auf Wiesen. Lühnsdorf bestand als Gemeinde im Jahr 1871 mit den Wohnplätzen Werdermühle und Forsthaus Werdermühle.

20. Jahrhundert Zur Jahrhundertwende gab es in Lühnsdorf 21 Wohnhäuser. Im Jahr 1931 wurden 31 Wohnhäuser mit 37 Haushaltungen gezählt. 1939 umfasste der Ort 31 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, darunter neun Betriebe mit 20 bis 100 Hektar, 13 Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, acht Betriebe mit 5 bis 10 Hektar sowie ein Betrieb mit 0,5 bis 5 Hektar Fläche.

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem damals neu gebildeten Kreis Belzig im Bezirk Potsdam zugeordnet. 1953 wurde eine LPG des Typs I gegründet, die acht Mitglieder umfasste und über 36 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verfügte. Lühnsdorf war 1957 Landgemeinde mit dem Wohnplatz Werdermühle. 1960 bestanden zwei LPG des Typs I mit insgesamt 72 Mitgliedern und 435 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Diese wurden 1963 zusammengeschlossen und gingen 1973 in eine LPG des Typs III über. Diese wurde danach zunächst mit der LPG Kranepuhl und schließlich mit der LPG Dahnsdorf zur Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion Dahnsdorf zusammengelegt. Zum 1. November 1973 wurde Lühnsdorf in die Stadt Niemegk eingemeindet. Nach der Wende lag Lühnsdorf als Teil Niemegks im Landkreis Belzig in Brandenburg und wurde am 11. Februar 1992 dem Amt Niemegk angeschlossen. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam die Lühnsdorf schließlich zum neu gebildeten Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Bevölkerungsentwicklung