Die Friedrichstraße ist eine verkehrsreiche Straße in Düsseldorf, der Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen.

Sie liegt südlich vom Stadtteil Stadtmitte. In ihrer gesamten Länge ist sie die westliche Grenze zwischen den Stadtteilen Unterbilk und Friedrichstadt.

Name und Lage Die Straße wurde wie der Stadtteil Friedrichstadt zu Ehren des preußischen Königs Friedrich II. „Friedrichstraße“ genannt. Kolportiert wurde jedoch, dass sie nach dem Pferdeäpfelvorfall König Friedrich Wilhelm IV. gewidmet worden sei, um die Stadt Düsseldorf in dessen Gunst wieder steigen zu lassen. Die Friedrichstraße beginnt am Graf-Adolf-Platz und endet an der Unterführung des Bahndamms am Bilker Bahnhof. Der westliche Bereich der Straße gehört zu Unterbilk während der östliche Teil in der Friedrichstadt liegt.

Die mehrspurige Straße verläuft von Nord nach Süd, sie ist 1041 Meter lang. Fast in der gesamten Länge ist sie eine Einbahnstraße mit Fahrtrichtung nach Norden. Lediglich der letzte kleine Bereich ab der Bachstraße bis zur Bahnunterführung am Bilker Bahnhof kann in beiden Richtungen befahren werden. In diesem Abschnitt wird die Friedrichstraße mit dem Gegenstück, der aus dem Norden Richtung Süden führenden Einbahnstraße Elisabethstraße, zur Merowingerstraße zusammengeführt. Da sich zwischen den Fahrtrichtungen Gleiskörper mit Grünanlagen der U-Straßenbahn Wehrhahn-Linie befinden, sind beide Fahrtrichtungen trotzdem als Einbahnstraßen deklariert.

Infrastruktur Die Friedrichstraße war bis 2016 eine auf ganzer Länge mindestens dreispurige Einbahnstraße mit zwei Durchgangsfahrstreifen, die dank annähernd unterbrechungsfreier grüner Welle und eigenen Fahrstreifen für Abbieger eine hohe Verkehrslast bewältigte. Sie entlastete zusammen mit ihrem Gegenstück, der westlich benachbarten Elisabethstraße, die beiden östlichen Einfallstraßen Corneliusstraße (L 52) und Berliner Allee. Mit Eröffnung der bis auf zwei Haltestellen unterirdisch verkehrenden Stammstrecke 3 wurde das bisher auf dem linken der beiden Durchgangsfahrstreifen befindliche Straßenbahngleis versiegelt und kurz darauf ein Durchgangsfahrstreifen teils zur 1,60 m breiten Fahrradspur umorientiert, sodass die Friedrichstraße auf vielen Abschnitten nur noch einspurig verläuft.

Ab der Kreuzung mit der Bilker Allee werden Friedrichstraße und Elisabethstraße wieder zu einer durchgehenden, in beide Richtungen befahrbaren, vierspurigen Straße zusammengeführt. Hinter der Kreuzung Bachstraße trägt auch der bauartbedingt visuell zur Elisabethstraße gehörende Abschnitt den Namen der Friedrichstraße. In diesem Bereich befindet sich zwischen den beiden Fahrtrichtungen die Rampe für den Eintritt und Austritt des Bahnkörpers in den Untergrund und die Gleise der ab hier nun oberirdisch nach Süden verlaufenden Straßenbahn.

Kurz hinter diesem Abschnitt gabelt sich die Friedrichstraße in die südwestlich verlaufende, ebenfalls belebte Einkaufs- und Anwohnerstraße Aachener Straße, mittig in die Nord-Süd-Achse Merowingerstraße (welche in den Südring (B 326) mündet) und die südöstlich verlaufende Brunnenstraße, die ihrerseits kurz darauf mit der Heeresbachstraße zur ebenfalls belebten Einkaufs- und Anwohnerstraße Himmelgeister Straße fusioniert.

Die Friedrichstraße zählt zu den umsatzstärksten zentrumsnahen Einkaufsstraßen Düsseldorfs. Eine Vielzahl von Geschäften deckt sowohl den täglichen Bedarf an Konsumgütern wie auch die Versorgung mit langlebigen Waren ab. Eines der Zentren für den Einkauf dieser Güter sind die 2008 neu eröffneten Düsseldorf Arcaden vor dem Bahndamm am Bilker Bahnhof. Diverse Gastronomiebetriebe sind im gesamten Bereich der Straße ebenfalls angesiedelt.In: Online Information zum Einkauf auf der Friedrichstraße. → Geschäfte

Die Friedrichstraße wird aufgrund vieler Faktoren derzeit zu den gefährlicheren, unübersichtlichen und für alle Verkehrsteilnehmer beschwerlich befahrbaren Straßen gezählt (Stand: Mai 2018). Durch den Wegfall der Straßenbahn und somit der Haltestellen mit damit verbundenen Ampeln und Fahrbahnmarkierungen ist es für die Fahrzeugführer häufig schwierig, zwischen den noch deutlich im Asphalt sichtbaren Fahrbahnmarkierungen des alten Fahrstreifenverlaufs und den noch gültigen, aber nur noch blass erkennbaren Markierungen zu unterscheiden.

Mit den nicht immer dem Fahrstreifenverlauf folgenden, noch vorhandenen, aber versiegelten Straßenbahnschienen besteht ein weiterer Einfluss, der das Befahren unübersichtlicher macht. Das ständige Entstehen und Wegfallen von weiteren Fahrstreifen und der damit verbundenen S-Kurven der/des Durchgangsfahrstreifen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines unbeabsichtigten Fahrstreifenwechsels und eines Unfalls. Ebenso führten in der Vergangenheit unangekündigte oder nicht frühzeitig angezeigte Fahrbahnverengungen sowie Fahrstreifenfusionierungen zu brenzligen Situationen und Blechschäden.

Parkplatzsuchende und die Blockade eines Durchgangsfahrstreifen verursachen oft zähfließenden Verkehr. Parkende Kraftwagen am Straßenrand sowie in zweiter Reihe und Lieferverkehr für die Geschäfte verengen die Fahrbahn, sodass Fahrzeuge oft kurzfristig auf den Radweg ausweichen. Radfahrer wiederum weichen, vor allem wegen des Lieferverkehrs, auf die Gehwege aus, die mit weniger als 1,50 m Breite aufgrund der Vielzahl von Passanten ohnehin oft als zu schmal empfunden werden.

Die Friedrichstraße galt schon kurz nach Einführung der Radfahrspur als Unfallschwerpunkt.

Geschichte Bis 1891 mini|Stadtplan 1854 / Bau- und Nivellements-Plan über die Erweiterung der Stadt Düsseldorf

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war das Gebiet südlich von Stadtmitte noch nicht städtebaulich erschlossen. Zwar war ab 1831 bereits für das Gebiet der späteren Friedrichstadt ein erster Bebauungsplan erstellt worden, jedoch wurde erst 1846 mit der Erschließung des Geländes begonnen. Mit königlichem Erlass vom 22. Mai 1852 wurden als Namen für die zwei westlichen Nord-Süd-Straßen im Neubaubereich Elisabeth- und Friedrichstraße vorgegeben.In: Amtsblatt des Regierungsbezirks zu Düsseldorf. 1852, Nr. 28, S. 287. Ab 3. Juli 1854 folgte die offizielle Genehmigung des Bebauungsplans und die Anlegung des neuen Stadtbereiches begann.

links|mini|Düsseldorf, Friedrichstraße, Europäischer Hof, Ende 19. Jahrhundert

Aus dem Stadtplan von 1854 ist ersichtlich, dass eine schachbrettartige Anordnung der Straßen für die erste Phase der Anlegung des neuen Stadtteils geplant war. Zuerst erstreckte sich das Gebiet im Westen von der Friedrichstraße bis zum Osten an der späteren Corneliusstraße. Im Norden war das neue Stadtgebiet zu dieser Zeit von den Bahnhöfen und Gleisen der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft und der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft begrenzt. Der Graf-Adolf-Platz und die Graf-Adolf-Straße konnten erst später nach dem Rückbau der Anlagen für die Eisenbahn angelegt werden.

Im Süden endete der zu bebauende Bereich zunächst an der Bilker Allee. Als Querstraßen waren Trassen für die späteren Luisenstraße, Herzogstraße, Fürstenwall und Kirchfeldstraße geplant. Zwischen dem Stationsgebäude der Köln-Mindener Eisenbahn, das auf dem Grundstück Friedrichstraße Nr. 2 lag, war vor der Kreuzung mit der Luisenstraße nur Platz für das Eckgrundstück Nr. 4. Diese Querstraße hatte 1859 noch den Namen Eller Straße wurde aber 1865 bereits Luisenstraße genannt und damals Louisenstraße geschrieben.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. II. Nachweis, 1859, S. [125–136]21–32.

1859 sind neben der Friedrichstraße lediglich bereits die Herzogstraße und die Bilker Allee namentlich nachweisbar. Der Kirchplatz wurde zwar bereits angeführt, jedoch war diese Gegend noch weitgehend unbebaut.1859 hatten noch die meisten der neu anzulegenden Straßen keinen Namen. Andererseits waren für das zu erschließende Gebiet noch einige ältere Bezeichnungen im Gebrauch. Im Großbereich westlich des „Kirchplatzes“ lagen „Lohestraße“ und „Auf dem Kirchfeld“ und östlich im Bereich Kreuzung der Corneliusstraße mit der Herzogstraße „Am Stadtfeld“. Bezeichnungen die später mit zunehmender Bebauung der Friedrichstadt nicht mehr verwendet wurden. Erst 1865 ist erstmals der Name Luisenstraße zwischen Grundstück Nr. 4 und 6 als Querstraße belegbar. Nördlich von Nr. 4 lagen aber unverändert das Bahngelände mit dem Stationsgebäude. Zu diesem Zeitpunkt waren auf der Westseite der Friedrichstraße bis zur Herzogstraße die Häuser Nr. 1 bis 61 alle schon errichtet worden. Im Gebäude Nr. 1 am Anfang der Westseite der Friedrichstraße und Ecke Thurmstraße war bereits 1859 eine Gaststätte nachweisbar. Dieses Gebäude war 1860 zum Hotel „Europäischer Hof“ erweitert worden, der unter verschiedenen Pächtern und Eigentümern bis zum Zweiten Weltkrieg eine bekannte Herberge in diesem Bereich der Stadt war, die gleichnamige Gaststätte bestand noch in den 1970er Jahren.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. I. Theil. 1859, S. 21.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. II. Theil. 3. Uebersicht. 1940, S. 140.In: Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf. Nr. 23. 1860, S. 170.

Auf der Ostseite lag als Gebäude Nr. 2 an der Thurmstraße das bereits vor 1854 errichtete Stationsgebäude der „Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft“ gefolgt vom Gebäude Nr. 4. Zwischen letzterem Gebäude und der Nr. 6 war 1865 bereits die Luisenstraße, damals Louisenstraße geschrieben, angelegt.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. Theil III. 1865, S. 20. Es folgten die bereits errichteten Häuser Nr. 10 bis 44. Letzteres Gebäude Nr. 44 war das 1867 bis 1870 angelegte Kloster der Dominikaner einschließlich Kapelle.In den Texten aller Adressbücher, die vor Ende des 19. Jahrhunderts erschienen waren, wird als Lage für das Kloster der Dominikaner immer das Gebäude Nr. 44 im Bereich Friedrichstraße mit der Herzogstraße angeführt. Im Gegensatz dazu wurde im Stadtplan, der dem Adressbuch von 1890 beigefügt war (S. –), bereits eine Lage südlich der Herzogstraße an der Thalstraße eingezeichnet. Vermutlich änderte sich die Fluchtlinie für die Bebauung im Bereich der Friedrichstraße zwischen den Querstraßen Herzogstraße und Fürstenwall nach den 1880er Jahren. Das Kloster mit seiner Kapelle lag nicht direkt an der Friedrichstraße, sondern etwas östlich versetzt im Bereich der Talstraße (damals Thalstraße geschrieben). Nach der Kreuzung mit der Herzogstraße bis zur Bilker Allee waren bis zu diesem Zeitpunkt nur im nördlichen Bereich einige wenige Häuser errichtet worden.

Nach der ersten Bauphase bis Mitte 1865 lebten in diesem neuen Stadtbereich an der Friedrichstraße bereits 596 Bewohner.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. III. Nachweis., 1865, S. 20. 1870 wechselte der Orden im „Kloster Friedrichstraße Nr. 44“. Statt der Dominikaner benutzte nun der Orden der „Töchter vom heiligen Kreuz“ dieses Haus bis zu ihrem Umzug zum „Stiftplatz/Straße Altestadt“ 1877. 1876 war weiterhin im Gebäude Nr. 42 von den Nonnen des Ordens der „Töchter vom heiligen Kreuz“ eine private Mädchenschule für kurze Zeit eingerichtet worden.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. III. Öffentliche Behörden. 1877, S. 91. Bedingt durch den Kulturkampf in Preußen hatte im Klostergebäude Friedrichstraße Nr. 44 nach dem Auszug der Nonnen bis 1883 für einige Jahre kein anderer Orden seine Niederlassung. Erst ab 1884 benutzte mit den „Armen Dienstmägden Jesu Christi“ wieder ein katholischer Orden das Kloster mit der Josefskapelle. Dieser Nonnenorden ist bis 1905 an dieser Stelle nachweisbar, bevor die Dominikaner wieder das Kloster übernahmen.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. I. Theil. 1884, S. 52.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. I. Theil. 1884, S. 52.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. II. Theil. 3. Uebersicht. 1905, S. 135.

links|mini|Dominikanerkloster an der Ecke Friedrichstraße/Herzogstraße in Düsseldorf