Wildau-Wentdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Dahmetal im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.

Geografische Lage Wildau-Wentdorf liegt im Niederen Fläming etwa 15 Kilometer nordwestlich von Luckau und unmittelbar an der Kreisgrenze mit dem Landkreis Dahme-Spreewald. Umliegende Ortschaften sind der zur Gemeinde Drahnsdorf im Landkreis Dahme-Spreewald gehörende Gemeindeteil Schäcksdorf im Norden, Drahnsdorf im Nordosten, der Luckauer Ortsteil Kümmritz im Osten, die in der Gemeinde Heideblick liegenden Orte Pitschen-Pickel im Südosten und Falkenberg im Süden, der zur Stadt Dahme/Mark gehörende Ort Schlagsdorf im Südwesten, Görsdorf im Westen sowie Liedekahle im Nordwesten.

Durch Wildau-Wentdorf verläuft die Kreisstraße 6140 und Drahnsdorf nach Uckro. Die Landesstraße 71 von Dahme nach Leibsch verläuft etwa zwei Kilometer nördlich des Ortes. Östlich von Wildau-Wentdorf verläuft die Bahnstrecke Berlin–Dresden.

Geschichte Das Gebiet um Wildau-Wentdorf war bereits vor etwa 3.000 Jahren besiedelt, was archäologische Funde sowie ein Urnenfeldergrab in der Nähe des Ortsteils Wentdorf beweisen. Bis um das Jahr 500 nach Christus war das Gebiet von Germanen besiedelt, bis sich ab dem 6. Jahrhundert Slawen in Wildau-Wentdorf niederließen.

Wildau

Wildau wurde erstmals 1265 urkundlich als Wildowe genannt und um das Jahr 1300 als oppidum, also als Stadt bezeichnet. Da der Ort während des Mittelalters als Windisch Wildaw bezeichnet wurde, wird davon ausgegangen, dass es auch ein Dorf mit dem Namen Deutsch Wildaw bzw. Deutsch Wildau gegeben haben muss, welches im 15. Jahrhundert aufgegeben wurde.Felix Wilke: Die Entwicklung des Dorfes Wildau-Wentdorf. Abgerufen am 27. Juli 2017 Im Jahr 1973 wurde die LPG Typ III Drahnsdorf und 1974 die LPG Typ III Falkenhain, beide aus der ehemaligen Niederlausitz, an die 1960 gegründete LPG Typ III angeschlossen. Im Jahr 1976 ging die LPG in eine LPG (T) über. Zudem existierte eine LPG Typ I mit 37 Mitgliedern und 145 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, die 1962 an die LPG Typ III angeschlossen worden war. Im Jahr 1982 wurde die LPG (T) Wildau Wentdorf genannt, mit den Betriebsteilen Falkenhain, Stallanlage Falkenhain, Betriebsteil Jetsch, Stallanlage Krossen, Betriebsteil Kümmritz und Betriebsteil Zieckau, alle aus der ehemaligen Niederlausitz.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 542.

Wentdorf Wentdorf ist wesentlich jünger als Wildau, im 17. Jahrhundert tauchte der Name erstmals auf und bezeichnete eine wüst gefallene Feldmark.

Administrative Zugehörigkeit Für den Raum Wildau–Wentdorf ist die historische Zuordnung im Mittelalter nicht eindeutig geklärt. Auffällig ist, dass sich entlang des südlichen Randes des alten Jüterboger Kreisgebietes (von Wildau im Osten bis Langenlipsdorf im Westen) mehrere Orte befinden, deren Gegenstück mit dem Zusatz wendisch sämtlich außerhalb des Kreises lagen. Da der genaue Verlauf der mittelalterlichen Südgrenze des Landes Jüterbog nicht bekannt ist, sondern lediglich rekonstruiert werden kann, ist zu vermuten, dass ein Großteil dieser Orte ursprünglich zur Terra Jüterbog gehörte, sofern man die alte Bistumsgrenze zugrunde legt. Experten weisen darauf hin, dass der Auswertung von Orts- und Personennamen Vorsicht geboten ist. In den Quellen lässt sich nicht sicher feststellen, ob sich Bezeichnungen auf deutsche oder wendische Orte beziehen. Für Wildau selbst bestand lange Unsicherheit hinsichtlich seiner territorialen Zugehörigkeit. Während Wildau dem Jüterboger Kreis zugerechnet wurde, gehörte das benachbarte Wentdorf zum Kreis Luckau und damit zur Niederlausitz. Außerdem ist unklar, ob Wildau ursprünglich zur Herrschaft Dahme gehörte. Neue Funde im Magdeburger Archiv erbrachten jedoch frühere Belege für ein deutsches Wildau. Diese ermöglichen zugleich die Erklärung eines 1579 erwähnten wendischen Wildau. So erhielt im Jahr 1414 der Jüterboger Bürger Claus Koch vom Magdeburger Erzbischof Günther Einkünfte aus vier Hufen zum dutschen Wildow. 1453 wurde zwischen groß und klein unterschieden (im dorffe zcu Grossen Wildow im gerichtte zcur Dahme). Die Zuordnung von Personen bleibt jedoch unsicher; ein zwischen 1385 und 1388 in Jüterbog genannter Mattis Wildow könnte ebenso mit einem wendischen Wildau in Verbindung stehen.Peter P. Rohrlach: Ältere Ortsnamenbelege und das Problem ihrer Zuordnung im alten Kreis Jüterbog-Luckenwalde In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann (Hrsg.): Brandenburgische Landesgeschichte und Archivwissenschaft. Festschrift für Lieselott Enders zum 70. Geburtstag, 1997, S. 12–15.

Nach dem Wiener Kongress kam die vormals sächsischen Dörfer Wildau und Wentdorf an das Königreich Preußen. Am 25. Juli 1952 wurden die beiden damals noch eigenständigen Orte dem neu gebildeten Kreis Luckau im Bezirk Cottbus zugeordnet. Am 1. Oktober 1962 erfolgte der Zusammenschluss der beiden Dörfer. Nach der Wende lag Wildau-Wentdorf im Landkreis Luckau in Brandenburg. Am 25. Mai 1992 schloss die Gemeinde sich dem Amt Dahme/Mark an.

Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam Wildau-Wentdorf schließlich zum neu gebildeten Landkreis Teltow-Fläming. Am 31. Dezember 2001 schloss Wildau-Wentdorf sich mit den bis dahin ebenfalls eigenständigen Gemeinden Görsdorf und Prensdorf zur Gemeinde Dahmetal zusammen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Wildau-Wentdorf In der Liste der Baudenkmale in Dahmetal sind für Wildau-Wentdorf zwei Baudenkmale aufgeführt: die Dorfkirche, eine romanische Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert das Pfarrhaus Wildau mit straßenseitiger Hofeinfriedung (Wildau-Wentdorf 19) Vogelsang Wildau-Wentdorf, ein rund 6,54 Hektar großes FFH-Gebiet mit einem Vorkommen der Schmalen Windelschnecke

Persönlichkeiten mit Bezug zu Wildau-Wentdorf

Horst Glitzner (1936–2002), Maler und Grafiker; lebte ab 1980 im Ort

Siehe auch Liste der Bodendenkmale in Dahmetal Liste der Naturdenkmale in Dahmetal

Weblinks

Wildau-Wentdorf auf der Website des Amtes Dahme/Mark

Einzelnachweise

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