7. Leichtathletik-Team-Europameisterschaft zentriert|170px Resultate Superliga (Endstand nach 40 Entscheidungen) – 23. bis 25. Juni 2017Stadium Lille Métropole Platz Land Punkte 1 323,5 2 297,5 3 274,0 4 269,0 5 245,0 6 224,0 7 217,5 8 202,5 9 201,5 10 188,5 11 179,0 ← Tscheboksary 2015 Bydgoszcz 2019 → abgestiegen in die 1. Liga der nächsten Team-EM mini| Die 7. Leichtathletik-Team-Europameisterschaft (englischer Sponsorenname: 7th SPAR European Team Championships), kurz auch Team-EM, wurde vom 23. bis 25. Juni 2017 ausgetragen und umfasste vierzig Disziplinen (20 Männer, 20 Frauen).

Superliga Die Wettkämpfe der obersten Liga fanden im Stadium Lille Métropole von Villeneuve-d’Ascq in der nordfranzösischen Metropolregion Lille statt. Von der Teilnehmerschaft ausgeschlossen wurde Russland. Grundlage dafür waren die im McLaren-Report ausführlich aufgezeigten Praktiken des russischen Staatsdopings. In anderen Leichtathletikwettbewerben waren Athleten aus diesem Land startberechtigt, wenn sie ihre lückenlose Teilnahme am internationalen Dopingkontrollsystem nachweisen konnten. In einem Mannschaftswettbewerb wie dieser Team-WM musste das Land Russland jedoch ausgeschlossen bleiben. Sollte Russland im kommenden Jahr wieder teilnehmen dürfen, war der Einstieg der Mannschaft in Liga 1 vorgesehen. So nahmen in der Superleague hier nur elf Nationen teil, von denen die beiden letzten in die 1. Liga abstiegen. Dies waren am Ende Belarus und die Niederlande.

Teilnehmer: Belarus, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Spanien, Tschechien, Ukraine

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte 49 Athleten (23 Frauen und 26 Männer) nominiert. Das Team verteidigte seinen Titel erfolgreich und gewann die Team-EM zum sechsten Mal. Lediglich 2010 hatte die deutsche Mannschaft den Wettbewerb nicht siegreich beendet – damals gewann Russland vor Großbritannien und Deutschland. In den vierzig Disziplinen wurden sieben Siege und insgesamt 26 Podestplätze erreicht. Die hier benannten Endresultate der Team-Europameisterschaften aus den Vorjahren waren allerdings zum Zeitpunkt der Team-EM hier in Villeneuve-d’Ascq zum Teil noch gar nicht offiziell, denn sie ergaben sich erst nach dem sukzessive Bekanntwerden von dopingbedingten Disqualifikationen zahlreicher Athletinnen und Athleten.

1. Liga Die Wettbewerbe der 1. Liga fanden mit zwölf Teams im Karl’s Stadion der finnischen Stadt Vaasa statt. Wie auch zuvor stiegen ersten drei Mannschaften in die Superliga auf, die beiden letzten in die 2. Liga ab. Als Aufsteiger setzten sich Schweden, Finnland und erstmal die Schweiz durch. Für die beiden letztjährigen Aufsteiger Bulgarien und Dänemark führte der Weg wieder zurück in Liga 2. Begleitet wurden sie vom dritten Absteiger Estland.

Teilnehmer: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Irland, Norwegen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Türkei

Die Schweizer Auswahl bestand aus 48 Athletinnen und Athleten. Zum ersten Mal gelang dem Team mit seinem dritten Rang der Aufstieg in die Superliga. Dabei waren die Frauen klar das starke Geschlecht, sie feierten alle acht Disziplinensiege und errangen 179,5 der 305,5 Punkte.Team-EM, 1. Liga: Schweiz schafft Aufstieg, runup.eu, abgerufen am 22. April 2014

2. Liga Wie vorgesehen gab es in dieser Klasse eine Umstrukturierung. Statt acht gab es hier nun zwölf Mannschaften, die sich am 24. und 25. Juni im National Athletics Stadium in Tel Aviv begegneten. In diesem Jahr stiegen drei Teams in die 1. Liga auf und drei in die 3. Liga ab. Als Aufsteiger setzten sich Ungarn und die im letzten Jahr noch in der untersten Klasse startende Slowakei durch, hinzu kam Litauen. Absteigen mussten Serbien, Island und Moldawien.

Teilnehmer: Island, Israel, Kroatien, Lettland, Litauen, Moldawien, Österreich, Serbien, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Zypern

Der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) hatte 41 Athleten (20 Frauen und 21 Männer) aufgestellt und erreichte den angestrebten Klassenerhalt.

3. Liga Die nach der neuen Einteilung nun noch zehn Länder der 3. Liga traten am 24. und 25. Juni im Matthew Micallef St. John-Athletics Stadium im maltesischen Marsa an. Als Aufsteiger setzten sich Luxemburg sowie Bosnien und Herzegowina durch.

Teilnehmer: AASSE (kombiniertes Team „kleiner Länder“ mit Gibraltar, Liechtenstein, Monaco und San Marino), Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Luxemburg, Malta, Montenegro, Nordmazedonien

Luxemburg stellte 38 Sportler (18 Frauen und 20 Männern), gewann in elf Disziplinen und stieg als siegreiche Mannschaft us dieser Klasse in die 2. Liga auf. François Grailet stellte mit 7,58 m einen neuen Landesrekord im Weitsprung auf.

Modus Der Wettbewerbskatalog blieb weiter unverändert.

Die Team-EM dagegen wurde in Jahren mit Olympischen Sommerspielen nicht ausgetragen. In Jahren mit Leichtathletik-Europameisterschaften fand die Team-EM nur statt, wenn es nicht in derselben Saison auch Olympische Spiele gab. Nach 2014 wurde dann in allen Jahren mit Leichtathletik-Europameisterschaften keine Team-EM mehr ausgetragen.

Jede Nation war in jeder Disziplin durch jeweils einen Athleten bzw. eine Staffel vertreten. Die Wertungssystematik wurde angewendet wie zuvor: Die Nation des Siegers einer Disziplin erhält in der Team-EM jeweils eine mit der Zahl der Teilnehmer identische Punktzahl, abnehmend bis zur Nation des Letztplatzierten mit einem Punkt. Männer und Frauen werden für das Endresultat gemeinsam gewertet.

Das System des Auf- bzw. Abstiegs zur Festlegung der Teilnehmer in den einzelnen Ligen wurde fortgesetzt. Für die Superliga wurden wegen des Ausschlusses von Russland diesmal nur zwei Absteiger festgelegt. Um die Gesamtzahl der teilnehmenden Teams in der Superliga wieder auf zwölf zu bringen, gab es in Liga 1 drei Aufsteiger, absteigen mussten dort zwei Teams. Aus Liga 2 stiegen somit ebenfalls zwei Nationen auf.

Wie vorgesehen wurde Liga 2 von acht auf zwölf Teilnehmerländer aufgestockt. Die frühere Regelung mit zwei Auf- und zwei Absteigern kam nach der Änderung im Vorjahr nun wieder zur Anwendung. Aus der 3. Liga stiegen entsprechend zwei Teams in die höhere Klasse auf.

Unverändert übernommen wurde die zur Straffung der Veranstaltung im Europacup 1997 eingeführte und 2011 erweiterte Praxis mit Regeländerungen: Vertikale Sprünge: Wie üblich erfolgt das Ausscheiden nach drei Fehlversuchen bei einer Höhe. Darüber hinaus ist der Wettkampf für jeden Springer nach insgesamt vier individuellen Fehlversuchen beendet. Steht ein Springer als Sieger fest, darf er so lange weiterspringen, bis er drei Fehlsprünge hintereinander aufweist. Horizontale Sprünge/Kugelstoßen/Wurfdisziplinen: Jeder Athlet hat nur maximal vier Versuche. Alle Sportler erreichen die dritte Runde. Die vier danach Bestplatzierten erhalten einen weiteren Versuch. Alle Teilnehmer mit mindestens einem gültigen Versuch erhalten Punkte.

Eine Änderung gab es in der Durchführung und dem Wertungssystem der Einzelrennen, die komplett in Bahnen zu absolvieren waren (100, 200, 400 Meter, 100 Meter Hürden, 110 Meter Hürden, 400 Meter Hürden). Bislang hatten dazu jeweils zwei Läufe stattgefunden. Die Gesamtplatzierungen hatten sich anschließend aus den Zeiten der einzelnen Athleten ergeben. Hier in Lille fanden stattdessen am ersten Tag Ausscheidungsrennen statt, in denen die Läufer mit den drei jeweils schlechtesten Zeiten ausschieden und mit den Punkten 3, 2 und 1 gewertet wurden. Am zweiten bzw. dritten Wettkampftag traten die jeweils acht Besten aus den Ausscheidungsläufen noch einmal an und machten die endgültige Punktewertung in jeweils einem Rennen unter sich aus. Die Staffeln blieben von dieser Regel ausgenommen. Sie wurden weiterhin in zwei Zeitläufen entschieden.

Sportliche Leistungen Gute Leistungen gab es durch den Spanier Orlando Ortega, der über 110 Meter Hürden 13,20 s erzielte. Der tschechische Kugelstoßer Tomáš Staněk kam auf 21,63 m. Der Deutsche Robert Harting warf den Diskus 66,30 m weit, dem Tschechen Jakub Vadlejch gelangen im Speerwurf 87,95 m. Die Deutsche Pamela Dutkiewicz absolvierte den 100-Meter-Hürdenlauf in 12,75 s und die Griechin Katerina Stefanidi überquerte im Stabhochsprung 4,70 m.

Doping In diesem Jahr waren die Folgen für die Gesamtwertungen in den einzelnen Ligen durch dopingbedingte Disqualifikationen weniger gravierend als in den Jahren zuvor. Es kam nur zu veränderten Werten in den Punktzahlen, nicht jedoch zu Verschiebungen in den Rängen der Teams. Somit gab es auch keine nicht berechtigten Aufsteiger oder Ungerechtigkeiten bei den Absteigern.

Folgende fünf nachträgliche Disqualifikationen durch drei ukrainische Athletinnen sowie jeweils eine Sportlerin aus Belarus und Großbritannien waren aufgrund von Dopingbetrug in sieben Disziplinen zu verzeichnen: Olessja Powch, Ukraine – 100-Meter-Lauf, im Ausscheidungsrennen disqualifiziert / 4-mal-100-Meter-Staffel, zunächst Rang drei. In den Dopingproben der Sprinterin von den Olympischen Spielen 2016 wurde bei Nachtests das Sexualhormon Testosteron gefunden. Olessja Powch wurde darauf für vier Jahre gesperrt und ihr wurden alle ab dem 15. Juni 2016 zum 14. Juni 2020 erzielten Ergebnisse aberkannt.Olesya Povh (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 25. April 2024 Olha Semljak, Ukraine – 400-Meter-Lauf, disqualifiziert / 4-mal-400-Meter-Staffel, zunächst Rang zwei. Die Läuferin wurde im März 2019 für acht Jahre gesperrt, nachdem sich bei Nachtests ihrer Dopingproben von den Olympischen Spielen 2016 herausgestellt hatte, dass sie das Sexualhormon Testosteron eingesetzt hatte. Alle ihre seit dem 5. Juli 2016 erzielten Resultate wurden annulliert.Olha Zemlyak (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 25. April 2024 Betrogen wurde im 400-Meter-Einzelrennen dadurch vor allem die Tschechin Marcela Pírková, die eigentlich für das Finale startberechtigt gewesen wäre. Disqualifiziert wurde auch die zunächst drittplatzierte ukrainische 4-mal-400-Meter-Staffel, in der Olha Semljak als Schlussläuferin eingesetzt war. Wiktorija Pohorjelska, Ukraine – 3000-Meter-Lauf, zunächst Siebte. Im Jahr 2020 wurde die Athletin aufgrund eines nachträglich festgestellten Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen sanktioniert. Sie erhielt eine Sperre von vier Jahren und unter anderem ihr hier in Villeneuve-d’Ascq erzieltes Resultat wurde gestrichen.38 Athleten testen positiv auf Doping 38 Athleten testen positiv auf Doping, de.triatlonnoticias.com am 2. September 2020, abgerufen am 25. April 2024 Anastassija Pusakowa, Belarus – 3000-Meter-Hindernislauf, zunächst Achte. Wegen eines Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen vom 7. Juni 2017 wurde die Sportlerin für vier Jahre gesperrt. Alle ihre seit dem Verstoß bis zum Ende der Sperre erzielten Resultate wurden annulliert.Pamela Ruprecht, Wissenswertes aus der Welt der Leichtathletik, Abschnitt „EM-Sechste Anastasia Puzakova vier Jahre gesperrt“, leichtathletik.de am 26. September 2017, abgerufen am 25. April 2024Anastasiya Puzakova (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 25. April 2024 Joanna Blair, Großbritannien – Speerwurf, zunächst Neunte. In der Dopingprobe der Athletin von der Team-EM hier in Villeneuve-d’Ascq wurde das anabole Steroid Metandienon gefunden. Das Vergehen der Werferin wurde mit einer vierjährigen Sperre sanktioniert und ihr hier erzieltes Resultat wurde gestrichen.Javelin thrower Joanna Blair handed four-year ban. In: Athletics Weekly vom 3. August 2018 (englisch), abgerufen am 25. April 2024

Ergebnisse 1. bis 3. Liga