mini|Ortsansicht von Pfeffenhausen mini|Ortskern mit Pfarrkirche St. Martin

Pfeffenhausen ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Landshut und liegt etwa 25 Kilometer nordwestlich der Stadt Landshut.

Geographie Geographische Lage Pfeffenhausen liegt am Oberlauf der Großen Laber mit ihren Nebentälern im Hügelland der östlichen Hallertau. In der Nähe des Ortsteils Egg befindet sich das Quellgebiet der Kleinen Laber.

Gemeindegliederung

Es gibt 58 Gemeindeteile:

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden Pfeffenhausens sind Hohenthann, Obersüßbach, Rottenburg a.d. Laaber und Weihmichl im Landkreis Landshut sowie Attenhofen, Elsendorf, Volkenschwand und Wildenberg im Landkreis Kelheim.

Klima Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 750 mm/Jahr. Es gibt etwa 130 Tage im Jahr mit Niederschlägen und etwa 240 Tage mit Sonnenschein im Jahr. Tage mit mindestens 25 °C gibt es ungefähr 25 im Jahr.

Geschichte Bis zum 18. Jahrhundert mini|Kupferstich des Markts Pfeffenhausen von Michael Wening, 1723

Pfeffenhausen wurde vermutlich im 9. Jahrhundert gegründet. Um das Jahr 857 waren die Grafen von Ebersberg in Pfeffenhausen begütert. Urkundlich erstmals erwähnt wird Pfeffenhusen in einer Stiftungsurkunde um 1040, in der die Grafen von Ebersberg den Sitz Pfeffenhausen dem Kloster Ebersberg vermachten. Der Name wird in einer Landesbeschreibung von 1723 unter Berufung auf das Ortswappen von „Pfaffenhausen“ hergeleitet (phaffe = Geistlicher, Priester). Wolf-Armin von Reitzenstein vermutet aber in seinem Lexikon der bayerischen Ortsnamen, es komme eher der Personenname Beffo bzw. Peffo als Bestimmungswort in Betracht.

Das Kloster Ebersberg blieb Grundherr bis um 1600. Schon im Jahr 1000 lieferte der Ort Neuhausen bei Pfeffenhausen Hopfen an das Kloster Sankt Emmeram in Regensburg. Die Erhebung zum Markt erfolgte wahrscheinlich bereits im 13. oder spätestens im 14. Jahrhundert. Anlässlich des Beginns der Arbeiten an der Marktbefestigung erhielt Pfeffenhausen im Jahr 1401 sein Marktwappen. Eine Urkunde aus dem Jahr 1486 handelt von der Zinsfreiheit von Ziegeln für die Ringmauer des Marktes.

Vom 12. bis 16. Jahrhundert war Pfeffenhausen Stammsitz des Adelsgeschlechtes der Pfeffenhausener. So tritt in einer Urkunde aus dem Jahr 1133 ein Berchthold von Pfeffenhausen als Zeuge in Biburg und Parin auf. Bei einer Hofübergabe des Ebran von Wildenberg im Jahre 1305 siegelte ein Ritter Siegfried von Pfeffenhausen. Der bedeutendste Angehörige war Konrad von Pfeffenhausen, der zeitweilig Kanzler Herzog Ludwigs des Strengen war und am 3. September 1297 zum Bischof von Eichstätt gewählt wurde. Er starb 1305.

1488 war ein Pfeffenhausener Ritter Oberrichter in Straubing. Die Edlen von Pfeffenhausen hatten im Kloster Biburg eine eigene Kapelle und eine eigene Grabstätte. Das Adelsgeschlecht der Pfeffenhausener erlosch im 16. Jahrhundert.

Vom Kloster Ebersberg als Grundherr ging Pfeffenhausen auf das Jesuitenkloster St. Michael in München über und 1782 an den Malteserritterorden. Mitte des 18. Jahrhunderts wird erwähnt, dass Pfeffenhausen die schönste Gattung des Landhopfens habe. Das heutige Bild des Marktes geht auf den Wiederaufbau nach einer Brandkatastrophe im Jahre 1779 zurück.

19. bis 21. Jahrhundert Im Jahr 1878 wurde die erste eigene Hopfensiegelordnung eingeführt, und ein Jahr später erhielt Pfeffenhausen das offizielle Hopfensiegelrecht. Anlässlich der Bundeshopfenschau 1951 in München wurde Pfeffenhausener Siegelhopfen mit dem Siegerpreis ausgezeichnet.

Pfeffenhausen feierte 2003 das 600-jährige Jubiläum der Verleihung des Marktwappens.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Holzhausen eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen die Gemeinden Egg, Pfaffendorf (mit dem im Jahr 1945 oder 1946 eingemeindeten Ort Koppenwall), Niederhornbach und Oberlauterbach sowie große Teile der aufgelösten Gemeinde Rainertshausen hinzu.

Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner 1960 4091 1970 4184 1980 4182 1990 4346 1995 4576 2000 4834 2005 4827 Jahr Einwohner 2006 4817 2007 4794 2008 4777 2009 4751 2010 4732 2011 4716 2012 4704 Jahr Einwohner 2013 4773 2014 4848 2015 4932 2016 4950 2017 5029 2018 5096 2019 5126

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2019 um 943 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 22,54 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 7,89 (5,73) Prozent.

+ Altersstruktur der Bevölkerung Pfeffenhausens gemäß Zensus 2011 Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Pfeffenhausen, M (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de; abgerufen am 26. April 2014. jünger als 18 18,5 % 18 bis 29 13,3 % 30 bis 49 29,4 % 50 bis 64 21,9 % älter als 65 16,9 %

Politik

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006

Der Markt Pfeffenhausen ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:Bayerischer Behördenwegweiser – Markt Pfeffenhausen: Mitgliedschaften in Zweckverbänden und Anzahl behördlicher Leistungen. Online auf www.bayernportal.de; abgerufen am 3. November 2019. Regionaler Planungsverband Landshut Schulverband Pfeffenhausen Zweckverband zur Wasserversorgung Rottenburger Gruppe Pattendorf

Die Marktverwaltung erbringt 304 verschiedene behördliche Leistungen.

Marktgemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 20 Personen und dem ersten Bürgermeister. Diese Größe besitzt das Gremium seit der Kommunalwahl 2020 wegen des Überschreitens der Einwohnergrenze von 5.000; zuvor waren in dem Gremium lediglich 16 Personen vertreten. Nach der Kommunalwahl 2020 (zum Vergleich: Kommunalwahl 2014) sind darunter 16 (13) Männer und vier (drei) Frauen.Markt Pfeffenhausen: Marktgemeinderat (2020–2026). Online auf pfeffenhausen.de. Abgerufen am 23. Mai 2014.

Sie führte zu folgender Sitzverteilung: CSU: 9 (8) Sitze Freie Wähler: 7 (5) Sitze SPD: 2 (2) Sitze und Grüne: 2 (1) Sitz.

Bei der Gemeinderatswahl waren 4.101 (3.853) Bürger stimmberechtigt. 2.842 (2.432) davon haben als Wähler teilgenommen, was einer Wahlbeteiligung von 69,30 (63,12) Prozent entspricht.

Die Sitzverteilung im Marktgemeinderat entwickelte sich seit 2002 wie folgt: CSU SPD FW Grüne CSW/BUL* Gesamt 2002 7 4 4 n. a. 1 16 Sitze 2008 6 3 5 n. a. 2 16 Sitze 2014 8 2 5 1 n. a. 16 Sitze 2020 9 2 7 2 n. a. 20 Sitze *Christlich-Soziale Wählergemeinschaft/Bürger- und Umweltliste. 2002 angetreten als CSW (Christlich-Soziale Wählergemeinschaft).

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist der ehemalige Landtagsabgeordnete Florian Hölzl (CSU). Bei den Kommunalwahlen 2020 erhielt er im ersten Wahlgang 62,19 Prozent der Stimmen und löste damit Karl Scharf (CSU) ab, der das Amt wiederum 2008 von Arno Wolf (SPD) übernommen hatte.Markt Pfeffenhausen: Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Bürgermeisterwahl am 15. März 2020. Online auf www.pfeffenhausen.de; abgerufen am 1. Mai 2020.Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung: Deutlicher Wahlsieg für Florian Hölzl. Online auf www.idowa.de; abgerufen am 1. Mai 2020.

+ Ehemalige Bürgermeister Amtszeit Bürgermeister bis 2008 Arno Wolf 2008–2020 Karl Scharf

Wappen

Partnerschaften : Am 2. Juni 2001 wurde eine Gemeindepartnerschaft mit Jaworzyna Śląska geschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Im Obergeschoss des Feuerwehrhauses gibt es ein Jagdmuseum, in dem Jagdtrophäen aus verschiedenen Ländern ausgestellt werden. Diese Trophäen stammen von einem Privatmann aus dem Gemeindebereich, der über Jahrzehnte diese Exponate selbst schoss.

Bauwerke

Pfarrkirche St. Martin, dreischiffige Hallenkirche im neugotischen Stil, erbaut 1888. Turmunterbau aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Die Kirche wird wegen ihrer Größe auch als „Dom der Hallertau“ bezeichnet. Wallfahrtskirche Zu Unserer lieben Frau („Klausenkirche“), in der heutigen Form erbaut 1734. Seit 1710 Wallfahrt zum Klausenberg nachgewiesen. Rathaus am unteren Markt, erbaut 1867/68 133 Meter hoher Fernmeldeturm der Telekom aus Stahlbeton westlich des Ortsteils Dirnberg

Wirtschaft und Infrastruktur Infolge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft des Marktes Pfeffenhausen sind die Schlüsselzuweisungen mit 969.232 Euro für das Jahr 2019 um 22,9 Prozent auf 1.191.420 Euro im Jahr 2020 angestiegen.

+ Schlüsselzuweisungen in Euro Zuweisungen an Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Markt Pfeffenhausen 899.852 1.072.608Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015. 1.099.040Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016. 989.872Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2018, 20. Januar 2018. 969.232Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2019, 15. Februar 2019. 1.191.420Landshuter Zeitung: Kräftige Finanzspritze für die Region, 13. Dezember 2019.

Breitbandausbau Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern vom 10. Juli 2014 steht den Gemeinden ein Förderbetrag von mindestens 500.000 Euro und maximal 950.000 Euro zur Verfügung; Bayerisches Ministerium für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. Bekanntmachung vom 10. Juli 2014, Az.:75-O 1903-001-24929/14. PDF. Online auf schnelles-internet-in-bayern.de. Abgerufen am 28. Juli 2014. für Pfeffenhausen beträgt dieser bis zu 930.000 Euro.Landshuter Zeitung: Mehr Förderung für schnelles Internet, 21. Juli 2014.

Bauen und Wohnen + Bodenrichtwerte 2011/12Landratsamt Landshut (Gutachterausschuss): Aufstellung der Bodenrichtwerte für die Kalenderjahre 2011 und 2012. Online auf www.landkreis-landshut.de; abgerufen am 20. Dezember 2014 (PDF). Gemeindeteil WohnbauflächenausgewieseneBaugebiete unbeplanterInnenbereich ausgewiesenegewerblicheBauflächen Ackerland Pfeffenhausen 95 € 95 € 40 € 6 € Niederhornbach 65 € 65 € 6 € Rainertshausen 55 € 55 € 6 € Egglhausen 60 € 60 € 6 € Holzhausen 60 € 60 € 30 € 6 € Oberhornbach 50 € 6 € Pfaffendorf 55 € 6 € Oberlauterbach 65 € 60 € 30 € 6 € Koppenwall 30 € 6 € Ludmannsdorf 30 € 6 € Thonhausen 35 € 6 € Tabakried 40 € 6 €

Verkehr Der Markt ist verkehrsgünstig über die B 299, wie auch über die A 92 und A 93 (Fahrzeit jeweils 15 Minuten) zu erreichen. Die B 299 führt mit ihrer Ortsumgehung westlich an Pfeffenhausen vorbei.

Pfeffenhausen liegt an der Bahnstrecke Landshut–Rottenburg bei km 20,2. Die Strecke ist stillgelegt und inzwischen ab Unterneuhausen (Gemeinde Weihmichl) bis Rottenburg, also auch im Gemeindebereich von Pfeffenhausen, abgebaut. Von Landshut bis Unterneuhausen findet ein Museumsbahnverkehr statt.Bayerisches Eisenbahnmuseum: Museumsbahn ab Landshut. Online auf www.bayerisches-eisenbahnmuseum.de; abgerufen am 15. November 2014. Das Bahnhofsgebäude ist noch bewohnt. Der ÖPNV wurde von der Buslinie 6234 (Rottenburg–Landshut) übernommen.

Die Hallertauer Hopfentour, ein Radweg durch die Hallertau verläuft durch den Markt.

Öffentliche Einrichtungen In Pfeffenhausen gibt es eine Altstoffsammelstelle, einen Bauhof, eine Bücherei, ein Jagdmuseum und vier Kindergärten. Außerdem ist im Gebiet des Marktes auch noch eine Kläranlage, wie auch die Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen und eine Sportanlage. In Pfeffenhausen befindet sich auch eine Freiwillige Feuerwehr, die im Jahr 1866 gegründet wurde. Im Jahr 2014 wurden ein Seniorenheim und eine Einrichtung für betreutes Wohnen eröffnet.

Bildung