Die Kirche der Gottesmutter von Gietrzwałd in Kociołek Szlachecki (deutsch Adlig Kessel) ist eine der 14 Jubiläumskirchen, die um die Wende zum 20. Jahrhundert zur Erinnerung an die Krönung des Kurfürsten von Brandenburg zum König in Preußen in Königsberg im Jahre 1701 errichtet wurden. Bis 1977 war sie ein evangelisches Gotteshaus und bis 1945 Pfarrkirche des ostpreußischen Kirchspiels Adlig Kessel. Seit 1987 ist sie gottesdienstliches Zentrum der katholischen Pfarrei Kociołek Szlachecki in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographische Lage Kociołek Szlachecki liegt in der östlichen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Die Kirche befindet sich im Nordwesten des Ortes auf der östlichen Seite der polnischen Landstraße 63. 150px|mini|Das Eingangsportal der Kirche
Kirchengebäude Der Grundstein der in Erinnerung an die Königskrönung Friedrichs III. von Brandenburg im Jahr 1701 in Königsberg (Preußen) (russisch Kaliningrad) erbauten Jubiläumskirche in Adlig Kessel wurde am 11. September 1904 gelegt.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 118, Abb. 537–538 Nach eineinhalbjähriger Bauzeit wurde sie am 1. März 1906 feierlich eingeweiht. Es handelt sich um einen unter Anlehnung an mittelalterliche Formen errichteten Bau mit Seitenschiff und einem seitwärts stehenden Turm auf Feldsteinfundament und geradem Schluss des Altarraums.Grundriss der Kirche Adlig Kessel
Der Innenraum mit Seitenempore ist schlicht. Eine flache Holzdecke überzieht den von Karl Busch aus Berlin ausgemalten Raum. In der Altarnische befindet sich ein Kreuzgewölbe. Der Altar besteht aus einem festen Unterbau, auf dem sich ein Holzkruzifix erhebt. Die Kanzel ist aus Holz gearbeitet. Die Orgel wurde von Orgelbaumeister Bruno Göbel aus Königsberg (Preußen) erbaut. Das Geläut besteht aus zwei Glocken.
Bis zum Jahr 1977 war die Kirche ein evangelisches Gotteshaus, zuletzt im Besitz der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Zwischen 1978 und 1987 wurde sie einer grundlegenden Sanierung unterzogen, bis sie 1987 katholische Pfarrkirche wurde,Parafia Kociołek Szlachecki die jetzt den Namen der Gottesmutter von GietrzwałdGietrzwałd () ist ein kleines Dorf und heute Wallfahrtsort unweit der Stadt Olsztyn (Allenstein) nach den Dietrichswalder Marienerscheinungen trägt.
Kirchengemeinden Evangelisch Kirchengeschichte Die evangelische Kirchengemeinde wurde in Adlig Kessel im Jahre 1895 gegründet und war bis 1945 dem Kirchenkreis Johannisburg zugeordnet.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 490. Das Kirchspiel mit seinen – im Jahre 1925 – 2.793 Gemeindegliedern gehörte zur Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Es war patronatslos, und es bestand Gemeindewahl. Im Jahre 1945 brach aufgrund von Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung das kirchliche Leben ein. Die heute hier lebenden wenigen evangelischen Einwohner orientieren sich zur Kirchengemeinde in der Kreisstadt Pisz (Johannisburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspielorte Neben dem Pfarrort gehörten bis 1945 zum Kirchspiel Adlig Kessel:Der * kennzeichnet einen Schulort Name Polnischer Name Name Polnischer Name Bilitzen*1938–1945 Waldenfried Bielice Quicka* Kwik Groß Zechen Szczechy Wielkie Rostken* Rostki Hedwigshof Sachasch Zacharz Klein Zechen Szczechy Małe Sdorren*1938–1945 Dorren Zdory Lischijami1938–1945 Abbau Dorren Lisie Jamy Spirdingswerder Szeroki Ostrów Lissuhnen*1938–1945 Lissuhnen Łysonie Trzonken*1938–1945 Mövenau Trzonki Nippen Nipy Wiska Pilchen* Pilchy Wolka (Forst)
Pfarrer 200px|mini|Infokasten der Pfarrei An der Kirche Adlig Kessel amtierten als evangelische Geistliche:Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 14.
Friedrich Karl Mitzka, 1896–1908 Emil Salewski, 1909–1915 Gottfried Salett, 1916–1932 Helmut Hildebrandt, 1932–1939 Horst Kopania, 1939–1945
Katholisch Lebten vor 1945 in der Region Adlig Kessels nur sehr wenige katholische Kirchenglieder, so stieg ihre Zahl in Kriegsfolge stark an, als sich zahlreiche polnische Neubürger – fast ausnahmslos katholischer Konfession – in Kociołek Szlachecki ansiedelten. Fühlten sich die katholischen Einwohner bis 1945 zur Pfarrkirche in Johannisburg im Dekanat Masuren II – mit Sitz in Johannisburg – innerhalb des Bistums Ermland zugehörig, so bildete sich in Kociołek Szlachecki eine eigene Pfarrei, die dem Dekanat Pisz im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen zugeordnet wurde. Der Pfarrei wurden die Filialkirchen in Karwik und Rostki (Rostken) beigegeben.
Siehe auch Kirche der Gottesmutter von Gietrzwałd, Begriffsklärung Kirche der Gottesmutter von Gietrzwałd (Zelki)
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Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Ełk Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Pisz Kategorie:Muttergotteskirche Kategorie:Umgewidmetes Kirchengebäude Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Polen Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Erbaut 1906