UAE Team Emirates-XRG ist ein Radsportteam, das unter der Lizenz der Vereinigten Arabischen Emirate fährt. Der Sitz der Mannschaft ist im schweizerischen Lugano. Vor dem Einstieg des derzeitigen Hauptsponsors 2017 war das Team als Lampre-Mannschaft bekannt und fuhr unter italienischer Lizenz.
Zu den größten Erfolgen der Mannschaft gehören fünf Tour-de-France-Gesamtwertungssiege durch Tadej Pogačar in den Jahren 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026. Zudem lag die Mannschaft am Ende der Saisons 2023 bis 2025 an der Spitze des UCI-Team-Rankings.
Weiterhin erzielte die Mannschaft bereits Gesamtsiege beim Giro d’Italia (2011, 2024). Mit Lüttich–Bastogne–Lüttich (2021, 2024, 2025), der Flandern-Rundfahrt (2007, 2023, 2025) und der Lombardei-Rundfahrt (2007, 2008, 2021, 2022, 2023, 2024) stellte das Team bereits zwölf Sieger bei den fünf Monumenten des Radsports.
Organisation Der Lizenzträger der UAE-Team-Emirates-XRG-Mannschaft ist die Schweizer CGS Cycling Team AG. Als CEO fungiert der Schweizer Mauro Gianetti, der im Jahr 2019 die Leitung als Direktor übernahm. Seit dem Jahr 2017 ist die Mannschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten registriert, nachdem sie zunächst unter dem langjährigen Hauptsponsor Lampre unter italienischer Flagge fuhr. Gegründet wurde die Mannschaft im Jahr 2005 durch die Fusion der beiden italienischen Teams Lampre und Saeco, wobei Giuseppe Saronni bis ins Jahr 2019 als Teamchef fungierte. Neben Mauro Gianetti befinden sich mit Matar Suhail Al Yabhouni Al Dhaheri und Ram Chandra zwei weitere Personen im Verwaltungsrat. Matar Suhail Al Yabhouni Al Dhaheri nimmt dabei die Funktion des Präsidenten ein. Giuseppe Saronni ist in der Mannschaft weiterhin als Berater tätig. Neben seiner Rolle als CEO der CGS Cycling Team AG ist Mauro Gianetti auch als Teamchef tätig, die sportliche Leitung übernimmt der Spanier Joxeán Fernández Matxín. (Stand 2024)
Als Hauptsponsor dient der Staat der Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die nationale Fluggesellschaft Emirates. Seit Beginn der Saison 2025 tritt als weiterer Namenssponsor das Energie-Investmentunternehmen XRG auf. Das Budget der Mannschaft wurde im Jahr 2024 auf rund 60 Millionen Euro geschätzt.
Neben dem Männerteam verfügt die Mannschaft seit dem Jahr 2022 mit dem UAE Team ADQ über ein Frauenteam, wobei hier mit ADQ der drittgrößte Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate als Sponsor dient. Sowohl das Männer- als auch das Frauenteam sind mit eigenen Nachwuchsmannschaften ausgestattet, die die Namen UAE Team Emirates Gen Z und UAE Development Team tragen.
Geschichte
Lampre (2005–2012) mini|Trotz der Fusion mit Saeco behielt die neugegründete Mannschaft die Farben des Lampre Teams|links Die Mannschaft entstand im Jahr 2005 nach der Fusion der beiden italienischen Teams Lampre und Saeco im Bestreben, eine Lizenz für die neugegründete UCI ProTour zu lukrieren. Der erste Lizenzträger war die Bici Club Azzurro Srl. Das Team ging in seiner ersten Saison unter dem Namen Lampre-Caffita an den Start, wobei mit Giuseppe Saronni und Claudio Corti, die beiden Teamchefs der Vorgänger-Mannschaften die Leitung übernahmen. Letzterer verließ die Mannschaft jedoch am Ende der Saison. 17 der 28 Fahrer wurden vom Saeco übernommen, während nur sieben Fahrer vom Lampre-Team ihre Karriere bei der italienischen Mannschaft fortsetzten. Mit Damiano Cunego und Gilberto Simoni sicherte sich das Lampre-Caffita Team zwei Gesamtsieger, des Giro d’Italia, wobei Letzterer auf der 5. Etappe von Paris–Nizza für den ersten Erfolg des Teams sorgte. Weitere bekannte Fahrer waren der damals 24-jährige Alessandro Ballan und der aufstrebende Sprinter Daniele Bennati. Mit insgesamt 16 Siegen belegte die Lampre-Caffita Mannschaft in ihrer ersten Saison jedoch nur den 16. Platz der 20 UCI ProTeams. Für die beiden Höhepunkte sorgte Gilberto Simoni der den Giro d’Italia und die Lombardei-Rundfahrt als Zweiter beendete.
Nach nur einem Jahr erhielt die Mannschaft einen neuen Sponsor und fuhr nun unter dem Namen Lampre-Fondital. Gilberto Simoni verließ die Mannschaft nach der ersten Saison, womit Damiano Cunego zum alleinigen Kapitän bei den großen Landesrundfahrten aufstieg. Als Vierter verpasste er jedoch einen Podiumsplatz beim Giro d’Italia, ehe er die Tour de France knapp außerhalb der Top 10 beendete. Für Aufsehen sorgte der junge Alessandro Ballan, der nach Rang fünf bei der Flandern-Rundfahrt als Dritter auf dem Podium von Paris–Roubaix stand und sich so als Kapitän bei den Klassikern etablierte. Daniele Bennati und der neu hinzugekommene Danilo Napolitano sorgten für zahlreiche weitere Erfolge, wobei die Mannschaft 20 ihrer 28 Erfolge in Italien feierte. Im Jahr 2007 folgten die ersten größeren Erfolge im Frühjahr. Alessandro Ballan gewann mit der Flandern-Rundfahrt, ein Monument des Radsports, ehe Damiano Cunego im Herbst bei der Lombardei-Rundfahrt erfolgreich war. Danilo Napolitano und Marzio Bruseghin sicherten sich jeweils einen Etappensieg beim Giro d’Italia, bevor Daniele Bennati für die ersten Etappensiege bei der Tour de France sorgte. Der Italiener setzte sich beide Male im Massensprint durch, wobei er auch den abschließenden Sprint auf der Champs Élysées für sich entschied. Nach der Saison wechselte er jedoch zum Liquigas Team. mini|Alessandro Ballan im Regenbogentrikot des Weltmeisters (2009) Im Jahr 2008 ging die italienische Mannschaft nur unter dem Namen Lampre an den Start. Damiano Cunego konnte bei den Grand Tours nicht an seine früheren Leistungen anschließen und gab sowohl die Tour de France als auch die Vuelta a España auf. Dennoch konnte die Mannschaft durch Marzio Bruseghin einen Grand-Tour-Podestplatz fixieren. Nachdem Damiano Cunego im Frühjahr das Amstel Gold Race gewonnen hatte, wiederholte er am Ende der Saison seinen Triumph bei der Lombardei-Rundfahrt. Bei den Straßenradsport-Weltmeisterschaften im italienischen Varese musste er sich nur seinem Teamkollegen Alessandro Ballan geschlagen geben, der im Alter von 28 Jahren seinen größten Sieg feierte.
In der Saison 2009 ging die italienische Mannschaft in ihrer fünften Saison unter dem Namen Lampre-NGC an den Start. Im März wurde bei Alessandro Ballan das Cytomegalovirus nachgewiesen, womit er die Frühjahresklassiker verpasste. Nachdem er die Tour de France absolviert hatte, erzielte er seinen einzigen größeren Erfolg im Regenbogentrikot bei der Polen-Rundfahrt, wo er die Gesamtwertung für sich entscheiden konnte. Damiano Cunego gewann zwei Etappen bei der Vuelta a España, konnte beim Giro d’Italia als 15. jedoch nicht überzeugen. Am Ende der Saison verließen mit Alessandro Ballan und Marzio Bruseghin zwei Leistungsträger die italienische Mannschaft. mini|Alessandro Petacchi gewinnt die Punktewertung der Tour de France 2010 Zu Beginn der Saison 2010 herrschte Unklarheit über die UCI-ProTeam-Lizenz der Mannschaft, die nun unter dem Namen Lampre-Farnese Vini an den Start ging. Zunächst durfte das Team dennoch bei den Rennen der höchsten Serie an den Start gehen, ehe sie mit 1. April offiziell die Lizenz erhielt. Nach den prominenten Abgängen, verstärkte sich die Mannschaft mit dem Sprinter Alessandro Petacchi, der in den vorangegangenen Jahren zahlreiche Grand-Tour-Etappen gewonnen hatte. Zudem kehrte Gilberto Simoni für seine letzte Saison zur Lampre-Farnese-Vini-Mannschaft zurück, die er nach dem Giro d’Italia vorzeitig beendete. Ein weiterer bekannter Neuzugang war der damals 20-jährige Diego Ulissi. Der mittlerweile 28-jährige Damiano Cunego konnte weder beim Giro d’Italia, noch bei der Tour de France eine Top-10-Platzierung erringen und blieb erstmals in seiner Zeit bei Lampre ohne Saisonsieg. Dafür konnte Alessandro Petacchi zwei Etappen der Tour de France für sich entscheiden und setzte sich zudem in der Punktewertung durch. Für ein weiteres Saisonhighlight sorgte der Slowene Simon Špilak, der die Gesamtwertung der Tour de Romandie gewann.
Bereits im April des Jahres 2010 wurden laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Mantua bekanntgegeben, die sich mit dem Vorwurf des systematischen Dopings in der Lampre-Mannschaft in den Jahren 2008 und 2009 befasste. Die Untersuchung endete mit 32 Anklageschriften, die gegen mehrere Teammitglieder verfasst wurden. Giuseppe Saronni verblieb dennoch an der Spitze der Mannschaft, ehe er im Jahr 2015 von den gegen ihn gerichteten Vorwürfen freigesprochen wurde. mini|Michele Scarponi wird zum Sieger des Giro d’Italia 2011 erklärt und sorgt so für den ersten Grand-Tour-Sieg Im Jahr 2011 sicherte sich die Mannschaft mit dem ukrainischen Stahlhersteller ISD einen neuen Co-Sponsor und ging für die nächsten zwei Jahre unter dem Namen Lampre-ISD an den Start. Der Einfluss des neuen Sponsors zeigte sich auch in den Neuverpflichtungen, wobei gleich vier ukrainische Fahrer zum Team hinzukamen. Der namhafteste Transfer war jedoch der 31-jährige Italiener Michele Scarponi, der die Mannschaft neben Damiano Cunego bei den Grand Tours anführen sollte. Die UCI ProTour war unterdessen in die UCI WorldTour umgewandelt worden, wobei die italienische Mannschaft weiterhin ein Teil der höchsten Rennserie blieb. Bereits im Frühjahr zeigte Michele Scarponi bei der Katalonien-Rundfahrt auf, als er hinter Alberto Contador den zweiten Gesamtrang belegte. Auch beim Giro d’Italia musste er sich nur dem Spanier geschlagen geben, der jedoch im Nachhinein disqualifiziert wurde, sodass Scarponi beide Rundfahrt-Siege zugesprochen bekam und so für den ersten Grand-Tour-Sieg der Mannschaft sorgte. Alessandro Petacchi und Diego Ulissi sorgten für Etappensiege beim Giro d’Italia, ehe Francesco Gavazzi eine Etappe der Vuelta a España für sich entschied. Der Slowene Grega Bole triumphierte am Ende der Saison beim GP Ouest France-Plouay und sorgte somit für einen weiteren Sieg bei einem Rennen der UCI WorldTour. Weiters fuhr Damiano Cunego mit dem sechsten Gesamtrang erstmals in die Top 10 der Tour de France.
Nach den Erfolgen der vorangegangenen Saison gingen Michele Scarponi und Damiano Cunego als Co-Leader beim Giro d’Italia an den Start, wo sie die Plätze vier und sechs belegten. Mit nur fünf Saisonsiegen, durch Diego Ulissi und dem im August als Stagiaire hinzugekommenen Mattia Cattaneo, fuhr die Lampre-ISD-Mannschaft in jenem Jahr die wenigsten Erfolge in ihrer Geschichte ein. Zudem konnte sie kein einziges Rennen der UCI WorldTour für sich entscheiden und war nur in ihrem Heimatland Italien erfolgreich.
Lampre-Merida (2013–2016) mini|Filippo Pozzato bei Paris–Roubaix Im Vorfeld der Saison 2013 konnte die italienische Mannschaft mit dem taiwanischen Radhersteller Merida einen finanzstarken Co-Sponsor lukrieren, der ISD ersetzte. Der Wechsel zu Merida hatte den Ausstieg des Traditionsherstellers Willier zur Folge, der jedoch auf seinen bis Ende 2013 gültigen Vertrag pochte. Nach einer schwachen Saison sicherte sich die Lampre-Merida-Mannschaft die Dienste des 31-jährigen Filippo Pozzato, der im Jahr 2009 Mailand–Sanremo gewonnen hatte. Bei den Grand Tours hielt das Team an seinen erfahrenen Kapitänen Michele Scarponi und Damiano Cunego fest, wobei Ersterer den Giro d’Italia als Vierter beendete. Diego Ulissi gewann mit Mailand–Turin und dem Giro dell’Emilia zwei größere italienische Eintagesrennen. Zudem sorgte er mit einem Etappensieg bei der Polen-Rundfahrt für einen von zwei Erfolgen in der UCI WorldTour. Den zweiten Sieg steuerte Filippo Pozzato bei, als er den GP Ouest France-Plouay im Sprint aus einer großen Gruppe für sich entschied.
mini|Rui Costa im Regenbogentrikot beim Grand Prix Cycliste de Montréal