Anlhiac (, ) ist ein Ort und eine aus mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften bestehende südfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle-Loue-Auvézère en Périgord. Die Einwohner werden Anlhiacois und Anlhiacoises genannt.

Geografie

Anlhac liegt etwa 43 Kilometer südöstlich von Nontron und etwa 36 Kilometer nordöstlich von Périgueux in der Région naturelle des Nontronnais, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Auvézère, die ihr Gebiet im Südosten begrenzt, sowie von kleineren Flussläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Anlhac liegt in der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.

Das Relief des Gemeindegebietes zeigt eine hügelige Landschaft mit Erhebungen über im Norden und im Westen. Der topographisch tiefste Punkt mit befindet sich im äußersten Süden beim Austritt der Auvézère aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.

Rund 74 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen, genutzt, rund 26 % sind bewaldet.

Anlhac wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Anlhiac Naturrisiken Naturrisiken manifestieren sich in Anlhac als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Auvézère Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Beim überwiegenden Teil des Gemeindegebiets besteht eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte. Wie die Risikokarte zeigt, ist Anlhac insgesamt zu 35,5 % seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis stark von der Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Es gelten deshalb verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektbesitzer oder Hersteller von Waren. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen.

In mehreren Teilen des Gemeindegebiets kann Radon, das sich in bestimmten Häusern oder anderen Räumlichkeiten ansammelt, eine erhebliche Belastungsquelle für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Gemäß der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Anlhiac in Zone 3 eingestuft, d. h. in ein Gebiet mit erheblichem Radonpotenzial.

Etymologie und Geschichte Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht endgültig geklärt. Als Ursprung des Namens der Gemeinde wurde der Name einer Person Allius, gefolgt von -acum, angenommen, dessen Existenz in der gallorömischen Zeit bescheinigt ist, und dessen Namen von einem römischen Namen Allia abgeleitet ist. Zahlreiche frühere Formen des Ortsnamens wie Alhacum (1446) und Enlhac (1581) könnten diese Theorie bestätigen. Jedoch wurde das Dorf vor dem 15. Jahrhundert als Ulhac (13. Jahrhundert) und Ulhacum (1365) erwähnt. Diese Formen könnten vom Namen einer Person Ovilius gefolgt von -acum abgeleitet sein. Der Wortanfang Ulh-, der entweder wie ou oder aou ausgesprochen wurde, zeugt vom Übergang von Ulh nach Alh. Es gab in der Folge einen neuen Wandel beim Namensanfang: Enlhac, gefolgt von Anlhac (18. Jahrhundert) und Anliac (1760). En- und An- stehen hierbei für das okzitanische en (). Auf der Carte de Cassini (18. Jahrhundert) ist das Dorf als Anliat eingezeichnet, bei der Gründung als Gemeinde während der Französischen Revolution zeigt der Name der Gemeinde die Form Aulhiac.

Das Dorf ist jedenfalls älter als die erstmalige Erwähnung, wie man am romanischen Chor der Kirche ablesen kann.Tanet, Hordé, Seiten 29–30

Bevölkerungsentwicklung

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Reblauskrise im Weinbau und die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft sowie den jeweils damit einhergehenden Verlust an Arbeitsplätzen zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten Die Pfarrkirche Saint-Pierre-aux-liens entstand im 12. Jahrhundert, doch nur die romanische Apsis ist original erhalten. Der Rest des Bauwerks scheint im 16./17. Jahrhundert in einfachen Formen neu gearbeitet worden zu sein. Die schmucklose Fassade wird von hohen Strebepfeilern an den Seiten begrenzt und von einem dreigeteilten Glockengiebel überhöht. Das Schloss Anlhiac ist ein Bau des 16. Jahrhunderts mit späteren Umbauten und Erweiterungen. Es steht auf einem Geländevorsprung und ist bereits von Weitem zu sehen. Es befindet sich in Privatbesitz, kann aber für Veranstaltungen gemietet werden. Umgebung Die im 19. Jahrhundert erbaute Mühle von Guimalet steht knapp 2 km südöstlich am Ufer der Auvézère; sie befindet sich in einem beinahe ruinösen Zustand.

Wirtschaft Der Ort und seine Umgebung waren jahrhundertelang landwirtschaftlich geprägt; die meisten Menschen lebten als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; auch Viehzucht und Weinbau wurden betrieben. Im Ort selbst ließen sich Handwerker, Kleinhändler und Dienstleister aller Art nieder. Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine nicht unbedeutende Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

Beschäftigung Im Jahr 2022 betrug die erwerbsfähige Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren 110 Personen bzw. 41,4 % der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 8 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (13).

Unternehmen 23 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Anlhiac wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt23Fertigung, Bergbau und andere Industrien28,7 %Baugewerbe730,4 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie417,4 %Finanzen und Versicherungen14,3 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten313,0 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln14,3 %Andere Dienstleistungen521,7 %

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 25 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 23 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und erhöhte sich auf 13 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 48 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche sank von 707 Hektar im Jahre 1988 auf 556 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 28,3 Hektar auf 42,8 Hektar.

Verkehr Der Ortskern von Anlhiac liegt nur etwa 800 Meter östlich der zur Departementsstraße D 704 herabgestuften ehemaligen Route nationale 704, die von Limoges über Preyssac-d’Excideuil im Norden kommend nach Sarlat-la-Canéda über Cherveix-Cubas im Süden führt. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden Anlhiac mit weiteren Nachbargemeinden.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert Kategorie:Weinbauort in Frankreich