Iholdy (baskisch Iholdi) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre (bis 2015: Kanton Iholdy).

Die Bewohner werden Iholdiar genannt.

Geographie Iholdy liegt ca. 45 km südöstlich von Bayonne im historischen Landstrich Arberoue () der historischen Region Nieder-Navarra im französischen Teil des Baskenlands.

Die höchste Erhebung im Gebiet der Gemeinde ist der Hoxahandia ().

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Iholdy liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Zwei Zuflüsse der Bidouze, die Joyeuse und der Lihoury, entspringen auf dem Gebiet der Gemeinde. Drei Zuflüsse der Joyeuse, der Lohiolako Erréka, der Uharreytako Erreka und der Osinako Erreka, fließen ebenfalls durch das Gemeindegebiet.

Geschichte Erste Erwähnungen von Iholdy in den Schriften gehen auf das Mittelalter zurück, aber archäologische Funde eines römischen Militärlagers und einer Wallburg belegen eine Besiedelung in früheren Epochen. 1191 übergab Richard Löwenherz, König von England, das Dorf an den König von Navarra, ein Akt, der Heinrich III., König von England und Herzog von Aquitanien, im 13. Jahrhundert revidiert sehen wollte. 1655 wurde Iholdy zugunsten von Antoine d’Olce zum Baronat erhoben. Aufgrund dieser Auszeichnung wurden zahlreiche Adelssitze in der Gemeinde errichtet und Iholdy wurde Hauptsitz verschiedener Verwaltungseinheiten in den folgenden Jahrhunderten.

Toponyme und Erwähnungen von Iholdy waren nach Jean-Baptiste Orpustan: hyhout (1249), ihout (1258), yot (1264), ihot (1292), hyot (1307) und yhot (1350).

Auf der Karte von Cassini aus dem Jahre 1750 ist die Gemeinde bereits unter ihrem heutigen Namen eingetragen, 1755 wurde die Pfarrkirche als Sanctus Joannes d’Iholdy in einer Manuskriptsammlung des 17. und 18. Jahrhunderts in Bayonne erwähnt.

Einwohnerentwicklung Nach Höchstständen der Einwohnerzahl von über 1000 Einwohnern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl bei kurzen Wachstumsphasen bis zur Jahrtausendwende insgesamt auf rund 400 gesunken. Seitdem ist die Zahl der Bewohner wieder auf über 500 angestiegen.

Jahr19621968197519821990199920062009 Einwohner 554 522 525 505 527 412 450 489

Kultur und Sehenswürdigkeiten Iholdy ist eine der Gemeinden in Nieder-Navarra, die jedes Jahr das Fronleichnamsfest mit einer Prozession mit kostümierten Teilnehmern feiert.

Bauwerke

Pfarrkirche mini|Pfarrkirche de la décollation de Saint-Jean-Baptiste von Iholdy Die Ursprünge der Enthauptung Johannes des Täufers gewidmeten Pfarrkirche gehen bis in das Mittelalter zurück. Im 17. Jahrhundert wurden mehrere Umbauarbeiten vorgenommen, wie die Jahreszahlen 1605 auf dem Sturz über der Eingangstür und 1693 auf dem Sturz des Vorbaus belegen. In dieser Zeit wurde der Vorbau errichtet, unter dem sich an seiner Westseite heute zahlreiche Grabplatten und scheibenförmige Grabstelen, sogenannte Hilarri befinden. Der Sturz über dem Eingang der Kirche zeigt außer der Jahreszahl ein Malteserkreuz, ein mit Schwertlilien verziertes Kreuz und Rosetten, während der Sturz über dem Eingang des Vorbaus außer der Jahreszahl ein Dekor aus einem Kreuz und Rosetten besitzt. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bau durch den Anbau zweier Seitenkapellen und der Errichtung von Emporen im Innern der Kirche vergrößert und der Glockengiebel neu gebaut. Der Langbau birgt ein Kirchenschiff mit einem falschen Querschiff durch die beiden Seitenkapellen. Die Apsis ist flach und wird durch die Sakristei verlängert. Der Glockengiebel an der Westseite hat eine geschwungene Form und zeigt eine Maueröffnung für die Glocke., abgerufen am 8. August 2026

Der Eingangsvorbau der Kirche ist zweigeschossig. Auf der oberen Etage, die auf vier viereckigen Pfeilern aus Werksteinen ruht, erstreckt sich eine Galerie aus Massivholz, die über eine gerade Außentreppe erreichbar ist. Ihre Errichtung datiert aus dem Ende des 19. oder Beginn des 20. Jahrhunderts, vermutlich der gleiche Zeitraum wie der Bau der Emporen im Kircheninnern.

Die Emporen erstrecken sich auf der Nord- und auf der Südseite auf einer Ebene, auf der Südseite auf zwei Ebenen und sind über Holztreppen zu erreichen. Im Baskenland sind die Plätze auf Emporen traditionell den Männern während einer Messe vorbehalten, während Frauen und Kinder im Erdgeschoss des Kirchenschiffs Platz nehmen.

Die Seitenkapellen sind mit Kassettendecken ausgestattet, deren Schnittpunkte mit Schwertlilien verziert sind. Eine der Kapellen wird vom Langhaus durch einen großen Spitzbogen abgetrennt, in dessen Wand zwei Wappen in Kartuschen angeordnet sind. Das Wappen auf der rechten Seite konnte nicht identifiziert werden. Die Darstellung einer Mitra und zweier Schlüssel, die sie umgeben, erlaubt zumindest die Zuordnung zu einer kirchlichen Person. Das linke Wappen ist das Wappen der Familie Olce, welches drei goldene Sparren auf rotem Grund mit einem silbernen Stern im rechten Obereck zeigt. Die Existenz von Wappen von Adelsfamilien zeigt die starke Verbundenheit des Adels mit der Kirche.

Eines der Grabkreuze auf dem Friedhof, der die Pfarrkirche umgibt, zeigt eine Besonderheit, indem es vollständig von Rosetten als einziges Ornament bedeckt ist. Ansonsten besitzt das lateinische Kreuz ein klassisches Aussehen mit halbrunden, hervorspringenden Enden an den Armen und einer leichten Verbreiterung in der Mitte des Fußes. Die Datierung des Kreuzes ist nicht einfach, aber das Fehlen von Inschriften erlaubt, seine Herstellung vor dem 19. Jahrhundert einzuordnen, in eine Zeit, die den Beginn eines gewissen Niedergangs der Friedhofskunst darstellt. Auf dem Friedhof von Iholdy gibt es zahlreiche Beispiele von scheibenförmigen Grabstelen zu entdecken.

Kapelle von Oxarty Außerhalb des Ortszentrums nahe der Gemeindegrenze befindet sich die Kapelle von Oxarty, die Blasius von Sebaste gewidmet ist und bereits im Mittelalter errichtet wurde. Die Inschrift über der Tür der Kapelle erwähnt das Jahr 1594, aber die hochgezogene Mauer neben dem Brunnen erscheint viel älteren Datums. Zweimal im Jahr, am 3. Februar, dem Gedenktag des heiligen Blasius, und am Pfingstmontag ist die Kapelle Ziel einer Wallfahrt. Man bittet hierbei den Schutzpatron zum Schutz des Viehs oder um Hilfe bei Kinderkrankheiten oder Halsleiden. Eine Darstellung des Heiligen ist an der Tür der Kapelle als Flachrelief zu sehen. Sie zeigt seine Attribute, Mitra und Krummstab, die daran erinnern, dass er im 4. Jahrhundert Bischof von Sebaste, dem heutigen Sivas im Nordosten der Türkei, war. Oberhalb der Figur erscheint die Inschrift „SAN BLADI“, d. h. Sankt Blasius auf Baskisch, darüber ein liegendes Lamm. Eine Rosette unterhalb der Figur komplettiert die Verzierung.

Schloss Olce mini|Schloss Olce in Iholdy Olce (oder Olzo in Baskisch) ist ein Adelshaus des Königreichs Navarra, das 1300, 1366 (olço) und 1412 (la salle dolço) in den Schriften erwähnt wurde. Karl III. von Navarra übergab Arnauton d’Olce das Territorium von Eulza und alle seine Einkünfte. Das heutige Schloss wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts am Fuß des Hügels errichtet, an dem sich eine einfache Burg befand. Sein erster Besitzer war Jean d’Olce, Bischof von Bayonne von 1644 bis 1681. Die Jahreszahl „1655“ ist auf zwei Steinen der Umrahmung eines Fensters in der unteren Etage eingraviert, der Sturz über dem Haupteingang trägt die Jahreszahl „1655“ zusammen mit der Inschrift „IHS MARIA“ (IHS ist die Kurzform des Namens Jesus) und einem Kreuz. Oberhalb der Tür befindet sich auf einer Tafel das Wappen der Familie Olce, ein Malteserkreuz und eine Rosette. Eine von den Besitzern wiederverwendete Tafel an einem Außentor zeigt neben der Jahreszahl „1690“ ein mit Schwertlilien verziertes Kreuz und zwei Sterne. Mehrere Indizien sprechen davon, dass das Schloss um ein ehemaliges Festes Haus gebaut wurde. Am Ende des 20. Jahrhunderts fanden umfangreiche Restaurierungsarbeiten statt, die das Gebäude vor dem sicheren Zerfall bewahrten.

Das Schloss besteht aus einem zentralen Wohntrakt, der von zwei vorspringenden Pavillons flankiert wird, die etwas höher gebaut sind als der Wohntrakt, wobei der rechte Pavillon breiter ist als der linke. Alle Gebäudeteile tragen ein Walmdach, die Pavillons mit Flach-, das Hauptgebäude mit Hohlziegeln. Die Wände sind aus Kalkbruchsteinen errichtet, teilweise verputzt. Durch zwei Fenster mit Fensterkreuzen fällt Licht in die erste Etage des Haupttrakts, in der obersten Etage sorgen zwei Okuli mit runden Fenstergiebeln für die Beleuchtung. Im Innern erlaubt eine imposante Wendeltreppe den Zugang zu den oberen Stockwerken, wobei jeder Treppenabsatz von Töpfen mit angedeutetem Feuer oder Blumenvasen aus Stuck gesäumt ist. Die oberste Etage ist rund um eine Galerie aufgeteilt. Der linke Pavillon birgt eine Kapelle mit einer vollständig mit Stuck ausgearbeiteten Decke, im rechten Pavillon befindet sich die Küche im Erdgeschoss. Jedes Zimmer im Schloss ist mit einem Kamin mit Stuckdekor ausgestattet. Der ehemalige Brotofen im Park ist zerfallen. Die Nebengebäude besitzen runde Toreinfahrten mit großen Keilsteinen.

Herrenhaus Elizabelar mini|Herrenhaus Elizabelar in Iholdy Die erstmalige Erwähnung des Herrenhauses geht auf das Jahr 1397 zurück in einem Dokument aus den Archiven vom Königreich Navarra, die in Pamplona aufbewahrt werden. Weitere Erwähnungen des Hauses Eliçabelarrea erfolgten zwischen 1515 und 1520 und danach 1536. Die Kämpfer an den vier Scharwachttürmen an jeder Hausecke zeigen jeweils die Darstellung eines Gesichts. Die Kopfbedeckung der Figur des westlichen Turms ist charakteristisch für das 16. Jahrhundert. Diese Werke sind folglich früher geschaffen als die Restaurierung um das Jahr 1680, ein Datum auf dem Haupteingang im Südwesten. Dieser erlaubt den Zugang zum ezkaratz, der zentrale Raum in baskischen Häusern, von dem alle weiteren Räume zugänglich sind. Der Lauf der Wendeltreppe stammt aus dem 17. Jahrhundert, wobei die Treppenwange früheren Datums ist. Jedes Zimmer des Gebäudes ist mit einem Kamin ausgestattet. Die mit Kegeldächern gedeckten Scharwachttürme sind über das Dachgeschoss zu erreichen. Das Haus ist heute im Privatbesitz und bewohnt.

Wassermühle Arteko Eyhera Wegen der zahlreichen Fließgewässer im Baskenland gab es im Laufe der Jahrhunderte viele Wassermühlen zum Mahlen von Getreide oder zum Gerben von Tierhäuten zu Leder. Anders als bei Bauernhäusern gibt es keine für die jeweilige Region typische Bauweise bei Mühlen. Die Wassermühle von Iholdy wird durch die Joyeuse gespeist. Sie hat eine große Fassade und ist mit einem Satteldach mit leichter Neigung ausgestattet. An der rechten Seiten strömt das Wasser durch zwei große, stark ausgemauerte Öffnungen, um das Mühlrad zu bewegen. Die drei Fenster der ersten Etage sind einfach und klein, die der obersten Etage mit nur einem Fensterflügel versehen. Der sachliche und schmucklose Bau in einer Region mit eleganten Wohnhäusern erinnert daran, dass es sich um ein Gebäude mit reiner Nutzfunktion handelt. „Arteko Eyhera“ () ist als Bauernhaus umgewandelt worden, als ihre ursprüngliche Funktion aufgegeben wurde, so wie bei den anderen registrierten Mühlen der Region.

Verzierter Stein an einer Hausecke hochkant|mini|Mauerstein an einer Hausecke in Iholdy Beim Bau von Häusern in früherer Zeit wurden vielfach Baustoffe von früheren, ersetzten Gebäuden wiederverwendet. Die Verwertung bereits gefertigter Bausteine sparte dem Bauherrn Zeit und Geld. Dies ist auch der Fall bei einem Haus in Iholdy, an dem ein modellierter Stein aus einem früheren Gebäude an einer Ecke liegend statt aufrecht eingebaut wurde. Er zeigt ein Kreuz auf einem Stufensockel umgeben von zwei kleineren Kreuzen. Von einer Inschrift sind nur einige Buchstaben zu erkennen. Zweifellos handelt es sich um ein Fragment eines Sturzes.

Bauernhaus in der Bauweise der Region Soule