Top Gun: Maverick ist ein US-amerikanischer Actionfilm des Regisseurs Joseph Kosinski, der am 26. Mai 2022 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos kam. Es handelt sich um eine Fortsetzung zum Film Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel aus dem Jahr 1986, in der Tom Cruise erneut die nun auch titelgebende Hauptrolle des Kampfpiloten Maverick übernahm. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit der United States Navy und dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten.
Handlung Pete „Maverick“ Mitchell ist als Testpilot eines Hyperschallflugzeugs bei der US Navy tätig. Um das Projekt vor dem Abbruch zu bewahren, startet Maverick mit dem Flugzeug, um zu beweisen, dass es Mach 10 erreichen kann. Dies gelingt ihm daraufhin; allerdings belässt er es nicht dabei, sondern beschleunigt weiter, und bei Mach 10,4 zerbricht das Flugzeug im Flug; Maverick kann sich mit dem Schleudersitz retten. Der zuständige Admiral möchte ihn aus der Navy feuern. Zuvor erreichte den Admiral allerdings ein Anruf von Admiral Tom „Iceman“ Kazansky, mittlerweile Kommandeur der Pazifikflotte. Maverick wird erneut zu Top Gun abkommandiert, wo er auf seine frühere Beziehung Penny – Admiralstochter und nunmehr Barbesitzerin – trifft.
Bei Top Gun erfährt Mitchell seinen neuen Auftrag. Mit F-18-Maschinen ist ein sehr gefährlicher Angriff auf die schwer bewachte, in einem Bergkessel unterirdisch angelegte Uran-Anreicherungsanlage eines im Film nicht genau benannten Schurkenstaates auszuführen. Dazu soll eine Gruppe der besten Top-Gun-Absolventen von Maverick ausgebildet und aus ihnen das Team für den tatsächlichen Angriff ausgewählt werden. In dieser Gruppe ist auch Bradley „Rooster“ Bradshaw, der Sohn seines verunglückten Freundes Nick „Goose“ Bradshaw, der Maverick feindselig gegenübertritt. Abgesehen vom Tod seines Vaters, für den Rooster Maverick verantwortlich macht, hatte Maverick auf Bitten von Roosters Mutter die Aufnahme von Rooster an der Marineakademie verhindert und dadurch seine Karriere um Jahre verzögert. Bei einem simulierten Luftkampf von Rooster und Maverick unterschreiten die beiden die Mindesthöhe und können einen Aufprall auf dem Boden nur knapp verhindern. Diese Spannung, verschlimmert durch Roosters Rivalität zum selbstgefälligen Piloten „Hangman“, bringt Maverick in ein unlösbares Dilemma. Iceman, der schwer krebskrank ist, kaum sprechen kann und seinem nahenden Tod ins Auge blickt, bestellt Maverick zu sich und gibt ihm Rat. Zudem kommen Penny und Maverick sich wieder näher.
Die Anforderungen an die Mission sind extrem. Die Piloten müssen zum Ziel in niedriger Höhe durch ein verwinkeltes Tal anfliegen, um die gegnerische Luftabwehr zu unterlaufen; außerdem sehr schnell, um den hochmodernen feindlichen Jagdflugzeugen zuvorzukommen und ihnen wieder entkommen zu können. Dadurch und durch den Flug in den und aus dem Bergkessel heraus entstehen extreme g-Kräfte. Diese müssen die Piloten ohne Bewusstseinsverlust überstehen und auch noch in wenigen Sekunden den Angriff zum Erfolg bringen. Keiner der Kandidaten schafft einen erfolgreichen Trainingsflug. Maverick schafft es daher nicht, die Piloten zusammenzuschweißen und sie an den Erfolg der Mission glauben zu lassen. Bei einem lebensgefährlichen Zwischenfall fällt der Pilot „Coyote“ durch die g-Kräfte in eine kurze g-LOC-Ohnmacht und stürzt fast ab, und die F-18 des Zweierteams „Phoenix“ und „Bob“ wird durch einen Absturz nach Vogelschlag zerstört.
Kurz darauf stirbt Iceman, und ohne seine schützende Hand wird Maverick erneut gefeuert. Vizeadmiral Beau „Cyclone“ Simpson übernimmt das Kommando und will die Mission mit leichter zu fliegenden Missionsparametern durchführen lassen, was die Piloten aber der feindlichen Luftabwehr ausliefern würde. Um zu beweisen, dass die Mission wie ursprünglich geplant erfolgreich geflogen werden kann, startet Maverick ohne Erlaubnis zu einem Übungsflug. Er vollendet die Trainingsmission zur Begeisterung des Teams sogar schneller als vorgegeben und wird zum Schwarmführer für die Mission ernannt. Als weitere Teilnehmer wählt er die Zweierteams „Phoenix“/„Bob“ und „Fanboy“/„Payback“ aus sowie als Wingman „Rooster“, zur Enttäuschung von „Hangman“. Dieser und andere nicht ausgewählte Piloten kommen jedoch als Reserve mit auf den Einsatz.
Der Angriff startet. Neben den F-18 starten Tomahawk-Marschflugkörper und zerstören die nahegelegene Luftwaffenbasis des Feindes. Der Anflug unter dem Radar im Gebirge ist erfolgreich, und die Atomanlage wird zerstört. Beim Wegflug werden die Flugzeuge jedoch mit Flugabwehrraketen angegriffen. Maverick rettet Rooster, wird aber selber abgeschossen. Er kann sich mit dem Schleudersitz retten, wird am Boden jedoch von einem Kampfhubschrauber angegriffen. Rooster widersetzt sich dem Befehl zur Rückkehr auf den Flugzeugträger und zerstört den Hubschrauber, wird jetzt aber ebenfalls abgeschossen. Rooster und Maverick schlagen sich zu Fuß zur feindlichen Basis durch, stehlen eine alte F-14 und fliegen in Richtung Flugzeugträger. Sie werden jedoch entdeckt und in Luftkämpfe verwickelt und können dabei zwei gegnerische Suchoi-Su-57-Kampfjets abschießen. Beim Angriff eines dritten feindlichen Flugzeuges geht ihnen die Munition aus, doch sie werden von Hangman gerettet, der den Angreifer im letzten Moment abschießt. Beim Start mit der F-14 wurde das Bugrad abgerissen; Maverick landet die F-14 ohne Bugrad mittels Fangnetz auf dem Flugzeugträger und trifft auf den Rest der Gruppe. Nach dem Einsatz versöhnt sich Rooster mit Maverick. In der Schlussszene taucht Penny vor dem Hangar auf und fliegt mit Maverick in seiner P-51 Mustang in den Sonnenuntergang.
Produktion Entstehungsgeschichte mini|Tom Cruise auf der San Diego Comic-Con International 2019 Bereits im Oktober 2010 wurde berichtet, dass Paramount dem Produzenten Jerry Bruckheimer und Top-Gun-Regisseur Tony Scott ein Angebot für eine Fortsetzung vorgelegt habe, die von Christopher McQuarrie geschrieben werden und in der Tom Cruise in einer kleineren Nebenrolle erneut auftreten sollte. Schon im Jahr zuvor wurde Bruckheimer auf eine mögliche Fortsetzung angesprochen, äußerte aber zunächst Bedenken, da sich das TOPGUN-Programm der United States Navy seit dem ersten Film grundlegend verändert hätte und nun der Fokus in der Ausbildung weniger auf spektakulären Luftkämpfen, sondern mehr auf Bombenabwürfen liege. Ein Jahr später wurden Ashley Miller und Zack Stentz als neue Drehbuchautoren des Films bekanntgegeben, wobei unklar blieb, ob Maverick weiterhin die zentrale Figur sein würde.
Nach den Plänen von Paramount und dem Kofinanzierer Skydance Productions, dessen Gründer David Ellison als großer Fan des Originalfilms und treibende Kraft hinter der Fortsetzung gilt, sollte Top Gun 2 ursprünglich ab Anfang 2013 gedreht werden und 2014 in die Kinos kommen. Die Handlung, zu Teilen auch auf einer Story von Peter Craig basierend, sollte sich dabei um die Rolle von Drohnen in der modernen Luftkriegsführung konzentrieren. Mit dem Tod von Tony Scott im August 2012 wurde das Filmprojekt jedoch vorübergehend auf Eis gelegt.
Obwohl Bruckheimer im Folgejahr die geplante Realisierung des Films bekräftigte, wurden erst im Juni 2015 weitere Informationen vermeldet, als Justin Marks als neuer Drehbuchautor vorgestellt wurde. Im Juni 2017 wurde mit Joseph Kosinski, der zuvor beim Film Oblivion aus dem Jahr 2013 mit Cruise zusammenarbeitete, ein neuer Regisseur verpflichtet und ein Starttermin im Juli 2019 bekanntgegeben. Kosinski traf sich zuvor mit Cruise in Paris und konnte den Hauptdarsteller und Produzenten von seinen Story-Ideen sowie Ansätzen für die Umsetzung überzeugen. Das finale Drehbuch wurde letztendlich von Christopher McQuarrie, Ehren Kruger und Eric Warren Singer geschrieben. Der finale Handlungsstrang, in dem Maverick und Rooster eine feindliche F-14 Tomcat stehlen und entkommen, wurde dabei durch den US-amerikanischen Piloten Bob Hoover inspiriert, der im Zweiten Weltkrieg eine gestohlene Focke-Wulf Fw 190 zur Flucht aus der Kriegsgefangenschaft benutzte.
Ursprünglich sollte der Film auch vom chinesischen Internet-Unternehmen Tencent Pictures co-finanziert werden, wobei die Firma mehrere Millionen US-Dollar für 12,5 % der Anteile am Film investieren wollte. Ende 2019 zog sich Tencent allerdings aus dem Projekt zurück, da negative Reaktionen der Kommunistischen Partei Chinas befürchtet wurden.
Besetzung
Nachdem bereits früh die Verpflichtung von Tom Cruise für die Fortsetzung festgestanden hatte, wurde im Juni 2018 auch die Rückkehr von Val Kilmer verkündet. Da dieser aufgrund von Kehlkopfkrebs seine Stimme verloren hatte, wurde für den Film vom britischen Softwareunternehmen Sonatic mithilfe einer künstlichen Intelligenz und alter Tonaufnahmen von Kilmer eine computergenerierte Stimme erstellt, die im Film jedoch nicht eingesetzt wurde. Im Juli 2018 wurde Miles Teller als Sohn von LTJG Nick „Goose“ Bradshaw und Schützling von Maverick verpflichtet, nachdem Cruise zuvor auch mit Glen Powell und Nicholas Hoult Testaufnahmen durchgeführt hatte. Powell erhielt die Nebenrolle des Lt. Jake „Hangman“ Seresin.
Später folgten die Verpflichtungen von Jennifer Connelly, Ed Harris, Jon Hamm, Lewis Pullman, Monica Barbaro, Charles Parnell, Jay Ellis, Bashir Salahuddin, Danny Ramirez und Manny Jacinto. Letztendlich wurde die Besetzung durch Chelsea Harris, Kara Wang, Jack Schumacher, Greg Tarzan Davis, Jake Picking, Raymond Lee, Jean Louisa Kelly und Lyliana Wray vervollständigt. Ursprünglich sollte auch Thomasin McKenzie der Besetzung angehören und als Tochter der Figur von Connelly zu sehen sein. Aufgrund von Terminüberschneidungen mit dem Netflix-Film Lost Girls musste sie das Projekt allerdings verlassen. Ebenso war Lewis Hamilton für die Nebenrolle eines Piloten vorgesehen, konnte aufgrund der noch laufenden Formel-1-Saison allerdings nicht an den Dreharbeiten teilnehmen. Alle für die Darstellung von Militärangehörigen eingesetzten Schauspieler, Doubles und Statisten mussten den Vorgaben der entsprechenden Teilstreitkräfte für Größe, Alter, Gewicht, Uniform, Körperpflege, Erscheinungsbild und Verhalten ihrer Soldaten und Offiziere entsprechen.
Filmmusik Für die Filmmusik war wie beim Vorgängerfilm Harold Faltermeyer verantwortlich. Unterstützung bekam er dabei von Hans Zimmer und Lorne Balfe. Des Weiteren nahm Kenny Loggins eine neue Version des Liedes Danger Zone auf. Lady Gaga steuerte zum Soundtrack das Lied Hold My Hand bei, das sie zusammen mit BloodPop komponierte. Ryan Tedder und seine Band OneRepublic schrieben ergänzend den Song I Ain’t Worried.
Dreharbeiten Vorbereitung und Training In Vorbereitung auf die Dreharbeiten legten die Filmemacher das Drehbuch im Pentagon der US Navy vor, wodurch sie Drehgenehmigungen für Militärstützpunkte sowie Flugzeugträger und Zugang zu weiteren Militäreinrichtungen samt Personal in Kalifornien, Nevada und Washington erhielten. Auch das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten prüfte das Drehbuch; es stelle so sicher, dass das Verteidigungswesen realitätsgerecht („accurately“) dargestellt werde. Überdies wurde vertraglich festgehalten, dass dem Ministerium vor der Veröffentlichung ein Rohschnitt zur Verfügung gestellt werden sollte, um diesen mit der ursprünglichen Drehbuchfassung abgleichen zu können. Im Gegenzug wurden dem Filmteam Militärexperten zur Verfügung gestellt; außerdem erfasste das Ministerium, wie viele Flugzeuge, Schiffe und Bodengüter für den Film benötigt werden würden. So wurde es durch einen Abgleich mit Trainingsplänen von Jagdgeschwadern und Schiffen ermöglicht, dass echte Übungseinsätze im Film zu sehen waren. Die Produktion musste dabei allerdings zusichern, jegliches Filmmaterial sofort zur Überprüfung freizugeben, sodass gegebenenfalls sensible Aufnahmen gelöscht oder der Navy übergeben werden konnten.