Der Gerichtsplatz () ist ein Platz in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen. Er wurde zur Zeit des Faschismus im Ortsteil Gries-Quirein erbaut und trug ursprünglich den Namen Piazza Arnaldo Mussolini, benannt nach Arnaldo Mussolini (1885–1931), dem Bruder des Diktators Benito Mussolini.

Nördlich des Platzes befindet sich der Justizpalast, welcher das Landesgericht Bozen beherbergt. Gegenüber im Süden liegt die 1939/42 errichtete Casa Littoria mit ihrem überdimensionalen, den Faschismus verherrlichenden Relief des Bildhauers Hans Piffrader; dabei handelt es sich um das ehemalige Parteigebäude der Nationalen Faschistischen Partei.Sabrina Michielli, Hannes Obermair (Red.): BZ ’18–’45: ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen. Begleitband zur Dokumentations-Ausstellung im Bozener Siegesdenkmal. Wien-Bozen: Folio Verlag 2016. ISBN 978-3-85256-713-6, S. 66–67. Die beiden Gebäude und der Platz bilden zusammen ein monumentales Ensemble, das vom rationalistischen Baustil der faschistischen Ära deutlich geprägt ist.Bettina Schlorhaufer: Neue Architektur in Südtirol – Architetture recenti in Alto Adige. Springer-Verlag, 2006, ISBN 978-3-211-29954-8, Online-Auszug Ostseitig wird der Platz von der Italienallee begrenzt, westseitig von der Duca-d’Aosta-Allee.

Auf dem gepflasterten Platz befindet sich der Najaden-Brunnen. Er stammt von dem Trentiner Bildhauer Eraldo Fozzer (1908–1995) und wurde im Jahre 1958 auf dem Gerichtsplatz aufgestellt.Informationsfaltblatt Bozen. Wasser-Routen 2003 erfolgte zusammen mit dem Neubau einer Tiefgarage unter dem Platz und der Platzneugestaltung die Sanierung des Najadenbrunnens. 2026 wurde an der Nordwestecke des Platzes eine Installation für Giovanni Falcone und Paolo Borsellino enthüllt, die an die 1992 von Mafia ermordeten Staatsanwälte und ihren Einsatz gegen die Organisierte Kriminalität erinnern soll.

Zur Gesamtkonzeption des Platzes gehört mittelbar auch die östlich seitlich der Italienallee etwas abgesetzte Christkönigskirche, die ebenfalls ab 1938 errichtet wurde und zusammen mit der Casa Littoria und dem Gerichtsgebäude ein ideologisch aufgeladenes Entrée des vom Faschismus geplanten „Groß-Bozens“ darstellte.

Siehe auch Liste der Straßen und Plätze in Bozen

Weblinks

Gerichtsplatz und stadträumlicher Kontext auf monumentalrelief-bozen.com

Einzelnachweise

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