mini|hochkant|Ana Brnabić (2023) Ana Brnabić (; * 28. September 1975 in Belgrad, SR Serbien, SFR Jugoslawien, heute Serbien) ist eine serbische Politikerin der Serbischen Fortschrittspartei. Sie ist seit dem 20. März 2024 Präsidentin der Nationalversammlung von Serbien und übernahm am 27. September 2026 auch kommissarisch das Amt der Präsidentin Serbiens. Davor war sie vom 29. Juni 2017 bis zum 20. März 2024 Ministerpräsidentin Serbiens.
Leben Ana Brnabić wurde in Belgrad geboren. Ihr Großvater väterlicherseits stammt von der kroatischen Insel Krk, die Großmutter aus Užice. Die Familie ihrer Mutter kommt aus BabušnicaB92 - Rodoslov mandatarke, "Srbija domovina, deo korena iz HR" (serbisch), abgerufen am 23. Juni 2017. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre an der Northwood University in MichiganTages-Anzeiger - Offen für Europa, offen für Frauen, abgerufen am 23. Juni 2017, danach erwarb sie den Grad eines MBA an der englischen University of Hull. Nach der Ausbildung arbeitete sie in verschiedenen internationalen Organisationen, darunter der United States Agency for International Development (USAID), sowie Entwicklungsorganisationen und staatlichen serbischen Unternehmen.
Ab August 2016 war sie Ministerin für öffentliche Verwaltung und kommunale Selbstverwaltung. Außerdem war sie Präsidentin des Regierungsbeirates für innovatives Unternehmertum und Informationstechnologie sowie des Beirates für nationale Minderheiten und stellvertretende Präsidentin des Beirates zur Reform der öffentlichen Verwaltung.
Sie wurde am 15. Juni 2017 vom Präsidenten Aleksandar Vučić als Premierministerin Serbiens vorgeschlagen. Die Nationalversammlung Serbiens bestätigte den Vorschlag am 29. Juni 2017. Brnabić war die erste Ministerpräsidentin des Landes. Gegen die Nominierung von Brnabić hatten konservative politische Kreise Serbiens, unter anderem die Serbisch-Orthodoxe Kirche, Stimmung gemacht, vor allem weil Brnabić aus ihrer gleichgeschlechtlichen sexuellen Orientierung kein Geheimnis machte. Bei der Belgrader Gay-Pride-Parade im Herbst 2016 ließ sie sich mit einem kleinen Regenbogenfähnchen fotografieren. Im Zusammenhang mit ihrer Ernennung wurde auch der Vorwurf einer politischen Manipulation erhoben: Brnabić hatte als Direktorin der serbischen Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Windkraftfirma Continental Wind im Jahr 2015 den Direktor der staatlichen Firma Elektromreža Srbije („Stromnetze Serbiens“) und Vertrauten von Präsident Vučić, Nikola Petrović, gegen Korruptionsvorwürfe in Schutz genommen. Als „Belohnung“ hierfür, so die Vorwürfe, habe sie nur wenige Monate später ein Ministeramt in der Regierung erhalten. In der Regierung habe sie sich durch bedingungslose Loyalität gegenüber Präsident Vučić ausgezeichnet.Ana Brnabic ist Serbiens erste Regierungschefin., Der Standard, 15. Juni 2017, abgerufen am selben Tag.Serbiens offen homosexuelle Regierungschefin. Deutsche Welle, 15. Juni 2017, abgerufen am selben Tag. Sie amtierte bis zum 20. März 2024, anschließend wurde sie Präsidentin der Nationalversammlung. Seit dem am 27. September 2026 erfolgten Rücktritt von Vučić, amtiert sie kommissarisch auch als Präsidentin Serbiens.
Im Februar 2019 gebar ihre Lebensgefährtin Milica Djurdjic einen Sohn.Queer.de: Lebensgefährtin von Serbiens Regierungschefin bringt Sohn zur Welt
Am 10. Oktober 2019 trat die bis dahin parteilose Brnabić der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) von Präsident Vučić bei.
Ana Brnabić spricht fließend Englisch und Russisch.
Literatur Adelheid Wölfl: Ana Brnabić: Sie spielt mit. In: Emma, 335, November–Dezember 2017, S. 14 f. (mit Foto)
Weblinks
Profil Ana Brnabic auf der Website des Ministeriums für öffentliche Verwaltung und kommunale Selbstverwaltung (serbisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Amtierendes Staatsoberhaupt Kategorie:Parlamentspräsident Kategorie:Mitglied der Nationalversammlung (Serbien) Kategorie:Verwaltungsminister (Serbien) Kategorie:Ministerpräsident (Serbien) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Serbe Kategorie:Geboren 1975 Kategorie:Frau