mini|hochkant=1.0|Stolpersteine für Růžena Lindtová und Rudolf Pick in Prag-Bubeneč Die Liste der Stolpersteine in Prag-Břevnov, Bubeneč und Dejvice enthält die Stolpersteine, die in den Prager Stadtvierteln Břevnov und Bubeneč sowie in der Katastralgemeinde Dejvice verlegt wurden. Břevnov gehört seit 2002 teilweise, Dejvice zur Gänze zum Stadtteil Prag 6. Bubeneč wurde auf die Stadtteile Prag 6 und Prag 7 aufgeteilt. Die Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, welche von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig konzipiert und verlegt.
Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen und stand unter der Schirmherrschaft des Prager Bürgermeisters. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).
Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Břevnov Bild Inschrift Standort Leben 120px HIER WOHNTEWILHELM HALPERNGEB. 1890DEPORTIERT 1940NACH DACHAUERMORDET 27.1.1941IN DACHAU U páté baterie 937/42(Praha 6-Břevnov) wurde am 19. August 1890 in Kopytschynzi im früheren Galizien geboren. Seine Eltern waren Isaak Halpern und Marie geb. Neumann. Er studierte Rechtswissenschaften, wurde Anwalt, heiratete Lilian (auch Laura) geb. Neumann (geb. 1888) und lebte mit ihr in Wien. 1928 verstarb seine Frau. 1932 übersiedelte er nach Prag und übernahm im Folgejahr die Vormundschaft von Antonie Else Tamler, der Tochter seiner Schwägerin, deren Vater überraschend verstorben war.derkeiler.com: , abgerufen am 7. Juni 2017 Er wurde in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er am 20. September 1940 einlangte und dort am 27. Januar 1941 ermordet wurde.ancestry.com: Wilhelm Halpern in the Germany, Dachau Concentration Camp Records, 1945, abgerufen am 7. Juni 2017jewishgen.org: ViewMate Posting VM 18982, abgerufen am 7. Juni 2017 (mit einem Porträt)
Bubeneč Bild Inschrift Standort Leben 120px HIER WOHNTEEMIL ASCHNERGEB. 1884DEPORTIERT 1941NACH ŁÓDŹERMORDETIN AUSCHWITZ Milady Horákové 845/96(Praha 7-Bubeneč) wurde am 29. November 1884 in Wien geboren. Seine Eltern waren Samuel Aschner (ca. 1849–1917) und Paula geb. Blaustern (1853–1924). Sein Vater war Inhaber einer Hemden- und Unterwäschefabrik in Wien. Er absolvierte ein Ingenieursstudium und heiratete Alice geb. Fenichel, auch Lilly genannt (geboren am 11. März 1894 in Wien). Das Ehepaar hatte zwei Kinder, Peter (1918–1984) und Eva (1923–2014), beide in Wien geboren. Seine Frau verstarb in den 1920er Jahren. Die Kinder wurden von Adele Kajak, der Haushälterin, zeitweise in Prag aufgezogen.Hoenig Family Collection, abgerufen am 8. Juni 2017 Emil Aschner und seine Kinder konnten 1938 von Wien nach England flüchten. Doch kehrte Emil Aschner nach der Verhaftung seines Bruders Richard nach Wien zurück um diesem beizustehen. Was danach bis 1941 geschah, ist ungeklärt. Die letzte Wohnadresse von Emil Aschner vor Deportation war in Prag XIII., Ruská 22/563. Am 26. Oktober 1941 wurden Emil Aschner, sein Bruder Richard und dessen Ehefrau mit Transport C von Prag in das Ghetto Łódź deportiert. Ihre Transportnummern waren 421, 495 und 496. Dort wurden alle drei Familienmitglieder vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: EMIL ASCHNER, abgerufen am 8. Juni 2017 (mit einem Porträt)
Beide Kinder blieben in England und überlebten. Sein Sohn Peter Aschner, der in Wien die Textilschule besucht hatte, arbeitete im Exil als Weber Er war zweimal verheiratet und hatte insgesamt vier Kinder aus beiden Ehen. In England lernte er die Journalistin Ilse Maria geb. Römer aus Wien kennen, die seine zweite Frau wurde. Beide kehrten 1945/46 nach Wien zurück und arbeiteten danach journalistisch. Unter anderem publizierte Peter Aschner für das Wiener Tagebuch und die Internationale Presseschau, weiters war er als Übersetzer tätig. Er verstarb 1984 in Wien. Emil Aschners Tochter Eva wurde Simultandolmetscherin, kehrte nach Prag zurück, heiratete Walter Vergeiner und hatte mit ihm ein Kind. Sie verstarb 2014 in Prag.
Im Exil überleben konnten auch zwei seiner insgesamt vier Brüder: Bernhard Aschner (1883–1960) wurde zu einem angesehenen Mediziner, war verheiratet mit Johanna geb. König und hatte mit ihr ein Kind. Er gilt als Pionier der Endokrinologie und starb in New York City.Medizinische Universität Wien: BERNHARD ASCHNER (1883-1960): VERTRIEBEN 1938, abgerufen am 2. Juli 2017 Felix Aschner (1888–1959) emigrierte nach Südamerika, war zweimal verheiratet und hatte drei Kinder. Er starb in Bogotá. 120px HIER WOHNTERICHARD ASCHNERGEB. 1886DEPORTIERT 1941NACH ŁÓDŹERMORDET 1942EBENDORT Milady Horákové 848/90(Praha 7-Bubeneč) wurde am 1. November 1886 in Wien geboren. Seine Eltern waren Samuel Aschner und Paula geb. Blaustern. Er hatte vier Brüder. Er heiratete Alice geb. Zimbler (siehe unten). Das Ehepaar hatte ein Kind. Die letzte Wohnadresse des Ehepaares vor Deportation war in Prag XII., Italská 18. Am 26. Oktober 1941 wurden Richard Aschner, seine Ehefrau und sein Bruder Emil mit Transport C von Prag in das Ghetto Łódź deportiert. Ihre Transportnummern waren 421, 495 und 496. Dort wurde er am 11. Mai 1942 vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: RICHARD ASCHNER, abgerufen am 26. Mai 2017 (mit einem Porträt)
Auch Frau und Bruder verloren im Rahmen der Shoah ihr Leben. Zwei weitere Brüder konnten überleben, Dr. Bernhard Aschner in New York und Felix Aschner in Bogotá. 120px HIER WOHNTEALICE ASCHNEROVÁGEB. 1896DEPORTIERT 1941NACH ŁÓDŹERMORDETEBENDORT Milady Horákové 848/90(Praha 7-Bubeneč) geb. Zimbler wurde am 25. April 1896 in Wien geboren. Ihre Eltern waren Josef Zimbler (1855–1936) und Karoline geb. Donath (1868–1923). Sie heiratete Richard Aschner (siehe oben). Das Ehepaar hatte ein Kind. Die letzte Wohnadresse von Alice Aschnerová und ihres Ehemannes vor Deportation war in Prag XII., Italská 18. Am 26. Oktober 1941 wurden Alice Aschnerová, ihr Ehemann und dessen Bruder Emil mit Transport C von Prag in das Ghetto Łódź deportiert. Ihre Transportnummern waren 421, 495 und 496. Dort wurden alle drei Familienmitglieder vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: ALICE ASCHNEROVÁ, abgerufen am 8. Juni 2017 (mit einem Porträt)
Das Schicksal ihres Kindes ist unbekannt. 120px HIER WOHNTEAŘNOST GLASERGEB. 1898DEPORTIERT1941 NACH ŁÓDŹERMORDET Nad Královskou oborou 203/23(Praha 7-Bubeneč) wurde am 15. August 1898 geboren. Seine Eltern waren Moric Glaser und Julie geb. Pánková. Er war selbständig und heiratete Dr. jur. Irma geb. Schwarzová. Das Paar hatte zumindest zwei Töchter, Eva und Alexandra (geb. 1930). Am 21. Oktober 1941 wurde Ařnost Glaser gemeinsam mit Ehefrau und Töchtern mit Transport B in das Ghetto Łódź deportiert. Ihre Transportnummer waren 468, 469 und 471 von 1.003.USHMM: EVA GLASER, abgerufen am 1. Juni 2017 Dort wurden Ařnost Glaser, seine Frau und deren jüngere Tochter vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: ARNOŠT GLASER, abgerufen am 1. Juni 2017 (mit einem Porträt) (mit einem Porträt)
Die Meldung an Yad Vashem erfolgte durch seine Tochter Eva im Jahr 1991. Sie hieß damals Pleskotová und lebte in Prag. 120px HIER WOHNTEALEXANDRA GLASEROVÁGEB. 1930DEPORTIERT1941 NACH ŁÓDŹERMORDET Nad Královskou oborou 203/23(Praha 7-Bubeneč) wurde am 11. Januar 1930 geboren. Ihre Eltern waren Ařnost Glaser und Dr. Irma geb. Schwarzová. Sie hatte zumindest eine Schwester, Eva (geb. 1925). Sie war Schülerin und wurde am 21. Oktober 1941 gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester in das Ghetto Łódź deportiert. Dort wurde das 11-jährige Mädchen vom NS-Regime ermordet, ebenso seine Eltern.holocaust.cz: GLASEROVÁ IRMA: PASSPORT APPLICATION, abgerufen am 31. Mai 2017 (mit dem Faksimile eines Reisepass-Antrages und mit Porträts von Irma und Alexandra Glaserová)
Die Meldung an Yad Vashem erfolgte durch ihre Schwester Eva im Jahr 1991. Sie hieß damals Pleskotová und lebte in Prag. 120px HIER WOHNTEDR.JUR. IRMAGLASEROVÁGEB. 1901DEPORTIERT1941 NACH ŁÓDŹERMORDET Nad Královskou oborou 203/23(Praha 7-Bubeneč) geb. Schwarzová wurde am 2. August 1901 in Žatec geboren. Ihre Eltern waren Sigmund Schwarz und Kamila geb. Töpferová. Sie studierte Rechtswissenschaften und heiratete Ařnost Glaser. Das Paar hatte zumindest zwei Töchter, Eva (geb. 1925) und Alexandra (geb. 1930). Im Jahr 1941 wurde Irma Glaserová gemeinsam mit Ehemann und Töchtern mit Transport B in das Ghetto Łódź deportiert. Ihre Transportnummern war 468, 469 und 471 von 1.003. Dort wurden Irma Glaserová, ihr Ehemann und deren jüngere Tochter vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: DR. IRMA GLASEROVÁ, abgerufen am 31. Mai 2017 (mit einem Porträt)
Die Meldung an Yad Vashem erfolgte durch ihre Tochter Eva im Jahr 1991. Sie hieß damals Pleskotová und lebte in Prag. 120px HIER WOHNTEDR. OTOKAR GUTHGEB. 1882DEPORTIERT1943 NACH THERESIENSTADTERMORDET 14.8.1943EBENDORT Na Zátorce 673/26(Praha 6-Bubeneč) wurde am 9. Mai 1882 in Lety geboren. Seine Eltern waren Leopold Guth und Wilhelmine. Er absolvierte ein Studium und heiratete Hermína geb. Hellerová. Das Paar hatte zumindest eine Tochter, Anna, geboren am 24. September 1916. Letzte Wohnadresse des Ehepaares vor Deportation war in Prag I, Celetná 12. Am 5. Juli 1943 wurden die beiden mit Transport De von Prag in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummern waren 538 und 539 von 604. Am 14. August 1943 wurde Dr. Otokar Guth vom NS-Regime in Theresienstadt ermordet. Als offizielle Todesursache wurde Herzschwäche angegeben.holocaust.cz: GUTH OTOKAR: TODESFALLANZEIGE, GHETTO THERESIENSTADT, abgerufen am 31. Mai 2017 (Faksimile der Todesfallanzeige)
Seine Frau wurde im Folgejahr in Auschwitz vergast. Seine Tochter Anna heiratete 1939 Bedřich Hellmann (geboren 1915). Die beiden wurden zusammen mit der Tochter Lucie (geboren 1941) wie Annas Eltern mit dem Transport De am 5.7.1943, in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert (Deportationsnummer 178, 179 und 180) und haben dort überlebt.Památník Terezín: , abgerufen am 17. November 2025 120px HIER WOHNTEHERMÍNA GUTHOVÁGEB. 1885DEPORTIERT1943 NACH THERESIENSTADT1944 NACH AUSCHWITZERMORDET Na Zátorce 673/26(Praha 6-Bubeneč) geb. Hellerová, auch Herma, wurde am 23. Juli 1885 geboren. Sie heiratete Dr. Otokar Guth. Das Paar hatte zumindest eine Tochter, Anna, geboren am 24. September 1916. Letzte Wohnadresse des Ehepaares vor Deportation war in Prag I, Celetná 12. Am 5. Juli 1943 wurden die beiden mit Transport De von Prag in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummern waren 538 und 539 von 604. Am 14. August 1943 wurde ihr Ehemann in Theresienstadt ums Leben gebracht. Mehr als ein Jahr später, am 23. Oktober 1944, wurde Hermína Guthová mit Transport Et in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihre Transportnummern war 1158 von 1714.holocaust.cz: HERMA GUTHOVÁ, abgerufen am 31. Mai 2017