Die Saison 1967 des damals noch nicht von der FIS veranstalteten Alpinen Skiweltcups (die erste überhaupt) begann am 5. Januar 1967 in Oberstaufen bzw. Berchtesgaden und endete am 27. März 1967 in Jackson Hole. Bei den Männern wurden 17 Rennen ausgetragen (5 Abfahrten, 5 Riesenslaloms, 7 Slaloms). Bei den Frauen waren es ebenfalls 17 Rennen (4 Abfahrten, 6 Riesenslaloms, 7 Slaloms).
Es zählten sowohl für den Gesamtweltcup als auch für den jeweiligen Disziplinen-Weltcup die drei besten Resultate. Auch in den Nationencup flossen nur die jeweils drei besten Resultate jeder Läuferin/jedes Läufers ein.
Diese Saison war ein Zwischenjahr ohne Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele.
Weltcupwertungen Gesamt 1. 225 2. 114 3. 108 4. 93 5. 82 6. 70 7. 62 8. 58 9. 48 10. 46 13. 44 14. 36 15. 32 16. 30 17. 23 18. 22 20. 20 22. 16 23. 15 24. 12 25. 11 26. 10 27. 8 32. 6 33. 4 34. 3 39. 2 42. 1
1. 176 2. 172 3. 158 4. 115 5. 114 6. 110 7. 65 9. 64 10. 48 11. 39 12. 30 13. 25 14. 23 15. 22 16. 21 18. 20 19. 15 21. 14 22. 12 23. 11 25. 8 27. 6 31. 3 35. 2 37. 1
Abfahrt + Herren Rang Athlet Punkte 1 75 2 37 3 36 4 33 5 31 6 28 7 24 8 22 9 19 10 16+ Damen Rang Athletin Punkte 1 56 2 47 3 42 4 40 5 38 6 36 7 34 8 22 9 13 10 12
Riesenslalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 75 2 60 3 42 4 39 5 32 6 27 7 23 8 21 9 20 10 16+ Damen Rang Athletin Punkte 1 75 2 65 3 50 4 46 5 39 6 37 7 22 10 20
Slalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 75 2 58 3 51 4 46 6 44 7 32 8 30 9 28 10 23+ Damen Rang Athletin Punkte 1 70 3 65 4 46 5 41 6 38 7 32 8 23 9 22 10 20
Podestplatzierungen Herren Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 14.01.1967 Wengen (SUI) 21.01.1967 Kitzbühel (AUT) 27.01.1967 Megève (FRA) 03.03.1967 Sestriere (ITA) 10.03.1967 Franconia (USA)
Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 06.01.1967 Berchtesgaden (FRG) 09.01.1967 Adelboden (SUI) 11.03.1967 Franconia (USA) 19.03.1967 Vail (USA) 25.03.1967 Jackson Hole (USA)
Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 05.01.1967 Berchtesgaden (FRG) 15.01.1967 Wengen (SUI) 22.01.1967 Kitzbühel (AUT) 29.01.1967 Megève (FRA) 05.02.1967 Madonna di Campiglio (ITA) 12.03.1967 Franconia (USA) 26.03.1967 Jackson Hole (USA)
Podestplatzierungen Damen Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 13.01.1967 Grindelwald (SUI) 18.01.1967 Schruns (AUT) 03.03.1967 Sestriere (ITA) 10.03.1967 Franconia (USA)
Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 08.01.1967 Oberstaufen (FRG) 11.01.1967 Grindelwald (SUI) 28.01.1967 Saint-Gervais-les-Bains (FRA) 11.03.1967 Franconia (USA) 19.03.1967 Vail (USA) 24.03.1967 Jackson Hole (USA)
Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 07.01.1967 Oberstaufen (FRG) 10.01.1967 Grindelwald (SUI) 19.01.1967 Schruns (AUT) 26.01.1967 Saint-Gervais-les-Bains (FRA) 01.02.1967 Monte Bondone (ITA) 12.03.1967 Franconia (USA) 26.03.1967 Jackson Hole (USA)
Nationencup + Gesamtwertung Rang Land Punkte 1 1258 2 631 3 234 4 220 5 174 6 122 7 115 8 32 9 23+ Herren Rang Land Punkte 1 647 2 356 3 124 4 97 5 50 6 42 7 38 8 32+ Damen Rang Land Punkte 1 611 2 275 3 184 4 96 5 80 6 77 8 23
Statistik der Podestplätze Damen + Gesamt Land 1. 2. 3. 1 8 9 12 2 7 – 2 3 1 4 2 4 1 1 – 5 1 – – 6 – 1 1 7 – 1 –+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 3 1 4 2 1 – – 1 – – 4 – 2 –+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 4 – 1 2 1 3 3 3 1 2 1 4 – 1 – 5 – – 1+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 4 5 5 2 2 – 1 3 1 – – 4 – 1 – – 1 – 6 – – 1
Herren + Gesamt Land 1. 2. 3. 1 15 9 6 2 2 1 6 3 – 3 1 4 – 2 3 5 – 1 1 6 – 1 –+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 5 3 1 2 – 1 1 – 1 1 4 – – 1 – – 1+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 5 2 2 2 – 2 – 3 – 1 1 4 – – 2+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 5 4 3 2 2 1 3 3 – 1 – 4 – 1 – 5 – – 1
Frankreich hatte bei den Herren in jeder Disziplin einen Dreifachsieg, bei den Damen gelang das zweimal im Slalom.
Saisonverlauf Neue FIS-Punktelisten Die kurz nach der ersten November-Dekade veröffentlichten Listen waren aus einem Mittel der beiden besten Resultate der Saison 1965/66 einschließlich den Weltmeisterschaften und einigen Rennen in Südamerika errechnet worden. Bei Läuferinnen/Läufern, die nur ein einziges Resultat aufzuweisen hatten, wurde eine besondere Zuschlagsbewertung angewendet. Die jeweils Führenden wurden mit Null Punkten ausgewiesen.
Damen:
Abfahrt (21 Rennen): Rang 1 ex aequo für Christl Haas & Erika Schinegger, Rang 3 Marielle Goitschel, Rang 4 Giustina Demetz; weiters Rang 7 ex aequo Nancy Greene & Madeleine Wuilloud. Riesenslalom (33 Rennen): Rang 1 für Marielle Goitschel vor ex aequo Wendy Allen & Nancy Greene; weiters Rang 5 Theres Obrecht, Rang 6 Heidi Zimmermann. Slalom (38 Rennen): Rang 1 ex aequo für Marielle Goitschel & Nancy Greene, Rang 3 Annie Famose; weiters Rang 5 Penny McCoy, Rang 6 Traudl Hecher, Rang 7 Fernande Bochatay.
Herren:
Abfahrt (21 Rennen): Rang 1 für Karl Schranz vor Heini Messner und Gerhard Nenning, Rang 4 Jos Minsch; weiters Rang 6 Léo Lacroix, Rang 7 Jean-Claude Killy, Rang 10 Ivo Mahlknecht, Rang 14 Bill Kidd. Riesenslalom (43 Rennen): Rang 1 ex aequo für Jean-Claude Killy & Georges Mauduit & Guy Périllat, Rang 4 Willi Favre, Rang 5 Karl Schranz; weiters Rang 7 Bill Kidd, Rang 12 Felice de Nicolo. Slalom (46 Rennen): Rang 1 ex aequo für Jean-Claude Killy & Guy Périllat, Rang 3 Karl Schranz; weiters Rang 8 Carlo Senoner, Rang 10 Ludwig Leitner, Rang 13 Bengt-Erik Grahn, Rang 14 Raimo Manninen, Rang 21 Andreas Sprecher.„5 Schweizer in der ersten Abfahrtsgruppe“ in «Sport Zürich» Nr. 135 vom 14. November 1966, S. 23.
Vorbereitungen Beim DSV-Team hatte das Ausscheiden des Innsbrucker Olympiadritten in der Abfahrt, Wolfgang Bartels, der sich nach den vor zwei Jahren erlittenen Verletzungen nach einem Autounfall nicht mehr gänzlich erholt hatte (und zudem den elterlichen Gastronomiebetrieb übernahm), merkliche Spuren der Enttäuschung hinterlassen. Zudem musste zum Auftakt in Berchtesgaden auf den verletzten Ludwig Leitner verzichtet werden. Bei den Damen trat das DSV-Team in Oberstaufen nicht in Bestbesetzung an, da einige Läuferinnen an einem (wichtigen) Jugendrennen in Tirol (Gries am Brenner) starteten.
Die Saisonvorbereitungen in Italien, Österreich und der Schweiz waren von Ausscheidungsrennen gekennzeichnet. Auch bei den Franzosen hieß es laut deren Cheftrainer Honore Bonnet, dass sich nun „jeder seinen Platz in der Nationalmannschaft neu erkämpfen müsse“, was so viel bedeutete, dass das Herrenteam zwar nicht von Grund auf geändert werde, doch gelte es, die leistungsmäßig besten Kräfte in den Vordergrund zu schieben. Bei den Damen stellten Marielle Goitschel und Annie Famose sogar unter den Teamkolleginnen eine Art Sonderklasse dar. Fraglich war für die gesamte Equipe, ob die durch Portillo gewonnene absolute Spitzenstellung zu einer Belastung werden könne.
Bei den „Azzuris“ waren Ivo Mahlknecht und Slalomweltmeister Carlo Senoner Fixstarter. Dumeng Giovanoli erwies sich beim „SSV“ bei den Qualifikationen als der „große Mann“ und es hatten sich allgemein die Mitglieder der Nationalmannschaft gegenüber dem aufkommenden Nachwuchs behaupten können. Etwas Sorgen gab es bei den Damen, sodass davon ausgegangen wurde, dass sich der schweizerische alpine Skisport sich fürs Erste vornehmlich auf die Herren verlassen müsse. Hinsichtlich der verwendeten Skimarken entschlossen sich, einer anscheinenden Erfolgstradition folgend, zwei zur Abfahrts- und Riesenslalom-Weltklasse zählende Läufer auf „Blizzard“-Skier umzusteigen.
Einen leichten Meinungsumschwung vollzog Franz Hoppichler bei den Österreichern, der die Parole ausgab, „für den kommenden Winter die Vorherrschaft in der Herrenabfahrt zu erhalten“. Die gegebene Situation stellte sich derart dar, dass den Routiniers (wobei sich Heini Messner in den Trainings am Hervorragendsten präsentiert hatte) durch die „jüngere Garde“ noch keine unmittelbare Gefahr drohte. Unterschiedlich und eher kritisch wurde die Lage im Damenbereich betrachtet, weil es Verletzungen (Christl Haas) und Formtiefs bzw. -schwankungen (Traudl Hecher, Brigitte Seiwald) gab.„Vom Nationaldress in den Oberfrack“ in «ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes» (Unionverlag Stuttgart), Jahrgang 19, Heft Nr. 5 vom 15. Dezember 1966, S. 325.„Der Winter 1966/67, international betrachtet“ mit Untertitel „Franzosen mit viel Selbstvertrauen“ in «ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes» (Unionverlag Stuttgart), Jahrgang 19, Heft Nr. 5 vom 15. Dezember 1966, S. 285.„Interessanter Vorschlag Nilssons“, „Verlaß vornehmlich auf die Männer“ und „Schranz und Co. wollen Abfahrts-Primat erhalten“ in «ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes» (Unionverlag Stuttgart), Jahrgang 19, Heft Nr. 5 vom 15. Dezember 1966, S. 316 bis 319„Aus Industriekreisen hört man“ mit Untertitel „Schweizer lieben Blizzard“ in «ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes» (Unionverlag Stuttgart), Jahrgang 19, Heft Nr. 5 vom 15. Dezember 1966, S. 326.„Heini Messner allein gegen die Franzosen“ mit Untertitel „Hoffnungsschimmer Willi Lesch“ und „Zwei Überraschungen durch Nancy Greene“ in «ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes» (Unionverlag Stuttgart), Jahrgang 19, Heft Nr. 6 vom 17. Januar 1967, S. 358/359 und Seite 364
Die ersten Weltcuprennen Die erste Ausgabe des von Serge Lang konzipierten Weltcups war eine von der französischen Sportzeitung L’Équipe organisierte Veranstaltung und noch nicht Sache der FIS. Um auf die Besonderheit dieses neuen Formats hinzuweisen, wurde das erste Rennen, der Herrenslalom von Berchtesgaden am 5. Januar 1967, sogar in Tausendstelsekunden gemessen. Dabei gewann Heinrich Messner in 97.259 s vor Jules Melquiond in 97.317 s. Jedoch wurden später die Zeitangaben dieses Slaloms nurmehr in Hundertstelsekunden angeführt. Überhaupt beschränkte sich das Reglement ab dem zweiten Rennen hinsichtlich Zeitmessung auf Hundertstelsekunden. Tatsächlich wurden weiterhin Tausendstelsekunden angezeigt, aber der Öffentlichkeit nicht bekanntgegeben und die Datenträger nach kurzer Zeit gelöscht. Kurzfristig war die von Sepp Blatter bediente Zeitnahme ausgefallen. Mit Startnummer 1 eröffnete der amtierende Weltmeister Carlo Senoner das erste Weltcuprennen der Geschichte und belegte dabei Platz 5. Von den gemeldeten 82 Konkurrenten aus 16 Ländern gingen 76 an den Start. Es herrschte sonniges, aber kaltes Wetter, die Schnee- und Pistenverhältnisse waren hervorragend. Kurssetzer waren Matthias Wanger (Deutschland) und René Sulpice (Frankreich).
Im ersten Damen-Weltcuprennen, dem Slalom von Oberstaufen am 7. Januar 1967, führte nach dem ersten Lauf die Schweizerin Fernande Bochatay, doch Nancy Greene schob sich mit Laufbestzeit noch auf den ersten Platz. Mit Spannung war das Antreten von Marielle Goitschel erwartet worden, die durch eine Achillessehnenverletzung längere Zeit inaktiv gewesen war: Sie wirkte auch recht stark, fädelte aber 30 m vor dem Ziel ein.„Heute Auftakt in Berchtesgaden“. Volkszeitung, 5. Januar 1967, S. 6.„Heini Messner schlug die Favoriten“. Kärntner Tageszeitung, 6. Januar 1967, S. 16.„Nancy Greene gewann Slalom“. Volkszeitung, 8. Januar 1967, S. 7.
Die erste Fernseh-Direktübertragung des ORF gab es am 10. Januar 1967 ab 10.25 h vom 1. Durchgang des Damenslaloms in Grindelwald.„TV . Programm . Vorschau . Magazin“. Kärntner Tageszeitung, 6. Januar 1967, S. 28.
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