Kurt Zimmermann (* 24. Mai 1910 in Düsseldorf; † 1961 ebenda) war ein deutscher Bildhauer.

Leben mini|Bauer, Skulptur der Gruppe „Die Ständischen“ Zunächst war Kurt Zimmermann Zeichner in einem technischen Büro und studierte an einer Maschinenbauschule. Von 1919 bis 1932 studierte Zimmermann an der Kunstakademie bei Hubert Netzer und wurde zuletzt Meisterschüler in der Bildhauerklasse von Alexander Zschokke. Zimmermann war Mitglied der Rheinischen Sezession. Von 1932 bis 1933 studierte er in Berlin. Dort wurden seine Arbeiten anfänglich bei Flechtheim und Cassirer ausgestellt, gefolgt von Ausstellungen, ab 1934 offiziell genehmigt durch die Reichskammer der Bildenden Künste, in der Kunsthandlung Buchholz, welche anfänglich von Curt Valentin geleitet wurde.Anja Siedemann: Die „entartete“ Moderne und ihr amerikanischer Markt: Karl Buchholz und Curt Valentin als Händler verfemter Kunst. In: Ausstellungen von Karl Buchholz in Berlin (1934–1946). De Gruyter, Berlin/Boston 2013, ISBN 978-3-05-009507-3, S. 258 ff. 1936 erhielt Zimmermann ein Staatsstipendium der Kasseler Kunstakademie für ein Meisteratelier und bezog in Düsseldorf-Golzheim das Künstlerhaus in der Else-Gores-Straße 7 (vormals Franz-Jürgens-Straße). Im selben Jahr, knapp acht Monate vor Eröffnung der Reichsausstellung Schaffendes Volk von 1937, wurden er aus einer Reihe von Düsseldorfer Künstlern mit der Anfertigung der „Ständischen“ beauftragt. Unter den zehn Bildhauer waren er selbst, Hans Breker, Alexander Zschokke, Joseph Daniel Sommer, Erich Kuhn, Kurt Schwippert, Fritz Peretti, Zoltan Székessy und sein Freund Robert Ittermann. 1937 erhielt Kurt Zimmermann den Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf für die Bronzeplastik Eva, welchen er sich mit dem Bildhauer Ittermann teilte. In den Jahren 1936 bis 1938 unternahm er mehrere Studienreisen nach Paris. Von 1940 bis 1943 Kriegsdienst in Frankreich und Russland. Nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem er 1945 eine Berufung an die Dresdner Kunstakademie abgelehnt hatte, wurde Zimmermann zu einem der gefragtesten Bildhauer im Rheinland. So erhielt er zahlreiche Aufträge für die Ausstattung von Kirchen und schuf Werke für öffentliche Anlagen und Bauplastiken an zahlreichen Bauten. Unter seinen Schülern war von 1946 bis 1949 die Bildhauerin Gretel Gemmert (1923–2004), welche 1968 den Künstler Karl Heinz Krauskopf heiratete.

mini|Haus von Kurt Zimmermann in der Else-Gores-Straße 7, Künstlersiedlung Golzheim Kurt Zimmermann, verheiratet mit Maria, eine geborene Hoppenheit, verstarb im Jahr 1961 in seinem Atelierhaus in der Künstlersiedlung Golzheim, welches im Zuge der Reichsausstellung Schaffendes Volk vom Architekten Arnold Boms gebaut worden war und wo er seitdem wohnte.Ernst-Schwarz-Straße 7U, Zimmermann, Kurt, Bildhauer, in Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1938, S. 791Liste der Häuser, Bauherren und Architekten: Grundstück 10; Künstlerhaus; Straße 2 (Namen: in 1936 Bodenstraße, 1937–1945 Ernst-Schwarz-Straße, bis 2025 Franz-Jürgens-Straße, heute Else-Gores-Straße); Haus Nr. 7; Bauherr Kurt Zimmermann, Bildhauer; Architekt Arnold Boms, auf schaffendesvolk1937.de, abgerufen am 7. August 2017 Bis zu ihrem Tod 1971 konnte Maria Zimmermann das Häuschen bewohnen, obwohl der Bildhauer und Maler Karl-Heinz Klein (* 12. Juni 1926 in Wuppertal-Elberfeld)Bildhauer Karl-Heinz Klein dieses 1969 von der Stadt Düsseldorf zugewiesen bekam.Corinna Gertz (Hrsg.): 80 Jahre Künstlersiedlung Golzheim. Eigenverlag, Düsseldorf 2017, S. 93

Werk In den 1930er Jahren gehörte der Bildhauer Kurt Zimmermann zu den Künstlern, in dessen Werken die Nationalsozialisten mit ihrer Ideologie ihren Anklang fanden. Nach 1945 wandte der Bildhauer sich auch christlichen Themen zu, und die weiterhin figürlichen Darstellungen wurden abstrahierter, der heroische Charakter gemildert.

Werke (Auswahl) 1937: Mädchen aus Xanten, Bronze, gefertigt in Düsseldorf für die Dombauhütte von St. Viktor (Xanten), heute Staatliche Museen zu Berlin 1937: Bauer und Bäuerin, Muschelkalk, zwei von zwölf Skulpturen der Gruppe „Die Ständischen“, Nordpark DüsseldorfFoto: Der Bildhauer Kurt Zimmermann in seinem Atelier rechts die Skulptur Bauer für die Ausstellung Schaffendes Volk., in Meine Heimat 4. 1937.84 1939/1940: Das Antlitz des Soldaten, BerlinFotografie von unbekanntem Fotografen: Berlin, Der Bildhauer Kurt Zimmermann bei der Arbeit, „Das Antlitz des Soldaten“ 1940: Trauernde Venus 1948: Mädchen vom Niederrhein, Bronze, Stadt Neuss 1949: Schutzmantelmadonna, Bronze, Marktplatz Siegburg auf stadtarchiv-siegburg.de 1950: Die sieben Schmerzen Mariens, Bronze, in den Mauernischen der Stationshäuschen, Siebenschmerzenweg von Gut Dyckhof zur Gnadenkapelle Niederdonk, Meerbusch 1951: St. Nepomuk, Bronze, Stadt Düren (Brücke) 1952: Ludwig van Beethoven, Beethoven-Gymnasium, Bonn (Wettbewerbsverfahren 1952) 1953: Totenengel Michael, Bronze, Herz-Jesu Kirche, Düsseldorf-Derendorf 1953: St. Rafael, Bronze, Oberbilker Allee 157, Düsseldorf-OberbilkSt. Rafael, in der Darstellung durch die stilisierten Flügel als Erzengel gekennzeichnet, werden heilende Kräfte zugeschrieben. Die Skulptur wurde 1953 zur Einweihung des Neubaus und zur Neubenennung nach dem Namenspatron aufgestellt., auf duesseldorf.de 1954: Madonna, Stein, St. Josef, Köln-Braunsfeld 1954: Barmherziger Samariter, Deutsches Rotes Kreuz e.V., Generalsekretariat, Berlin-Lichterfelde (vorher Haus des DRK, Bonn-Gronau) 1955: Türe mit Abendmahlszene, Bronze, Johanniskirche, Essen-Bergerhausen 1956: Thomas Morus, Steinguss, St. Mechtern, Köln 1956: Kreuzweg, Stein und Tabernakel, St. Suitbertus Basilika, Düsseldorf-Kaiserswerth 1956: Artistin, Bronze, Bundesministerium, Bonn (seit 1994 Verwaltungshochschule Hilden) 1958: Sedes Sapientiae, Altarraum von Sankt Raphael, Wuppertal 1958: Sitzende Madonna, Steinguss, Weltausstellung Brüssel (nun Liebfrauenkirche Duisburg) 1959: Adolph Kolping, Bronze, Platz vor dem Haupteingang der Pfarrkirche St. Martinus, Kerpen 1959: Büste Caspar Ulenberg, Bronze, Burgallee, Kaiserswerth 1960: Kreuzweg, Steinguss, St. Josef, Köln-Braunsfeld 1960: Büste Heinrich Heine, Bronze, im alten Flügel des Rathauses Düsseldorf (Auftrag der Düsseldorfer Jongens)Aufstellung der Heine-Büste von Bildhauer Kurt Zimmermann im Tußmannbau am Marktplatz, in Verwaltungsbericht der Landeshauptstadt Düsseldorf, vom 1. April 1959 bis zum 31. Dezember 1960, S. 275 1960: Türgriffe, Bronze, Herz-Jesu-Kirche, Derendorf 1961: Sedes Sapientiae, Bronze, Priesterseminar der Kölner Diözese Robert Ittermann, Büste seines Freundes Büste Niels von Bülow, war seit 1941 Geschäftsführer der Gerresheimer Glas AG Oberbürgermeister Karl Jarres Antlitz eines gefallenen Kriegers

Literatur A. Hentzen 1934 • KfA 1939/40:236 • DN 7.3.1942 • RP 7.9.1961 • DN 8.9.1961 • Das Tor Nov. 1961, Das Tor 1970:218ff. Q: A. Hentzen 1934; Bushart 1984

Weblinks

Bildhauer: Zimmermann, Kurt, auf schaffendesvolk1937.de, abgerufen am 11. Juni 2017 Curriculum Vitae: Kurt Zimmermann, auf krauskopf-gemmert.de, abgerufen am 11. Juni 2017 Kurt Zimmermann Künstler, Bildhauer (1910–1961), auf DDB (Anmerkung: Die Objektvorschau der Werke bezieht sich auf Personennamen, in diesem Falle Kurt Zimmermann Bildhauer (1910–1961) und Kurt Zimmermann Illustrator (1913–1976).)

Einzelnachweise

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