mini|Ansicht des Rübenschlosses von Nordost, links neben dem Vordach das Buntglasfenster Die im Volksmund Rübenschloss genannte, repräsentative Villa des Burgmeierhofes steht Alter Platz 5, im Dorfkern von Stöckheim, einem Ortsteil im Süden der Stadt Braunschweig. Das unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus wurde zwischen 1902 und 1905 im Jugendstil erbaut.
Geschichte Das dreigeschossige Gebäude (Assekuranznummer 26) mit unregelmäßigem Grundriss gilt als Beispiel des Einzugs (groß-)städtischer Architektur in den dörflich-ländlichen Raum.Wolfgang Kimpflinger (Red.): Stadt Braunschweig. Teil 2. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 1.2.) Hameln 1996, ISBN 3-8271-8256-5, S. 256. Der wohlhabende Spargel- und Zuckerrübenbauer Friedrich Halbe (1875–1958) aus dem Ort ließ das Haus für 73.000 Mark nach Plänen des Architekten Otto EggelingHarald Duin: „Rübenschloss“ ist im Fenster verewigt. (vgl. Literatur) aufwendig mit Zierfachwerk und Werksteinelementen errichten. Auch große Teile der Inneneinrichtung, inklusive Möbel, Kachelöfen, Geschirr und Besteck, waren im Jugendstil gehalten. Nach Halbes Tod wurden jedoch nach und nach viele Jugendstilelemente von seinen Erben entfernt, sodass heute nur noch wenig an die ursprüngliche Bausubstanz erinnert. Das Haus hat eine große Eingangshalle mit repräsentativem Treppenaufgang. Ein großes, blumenumranktes, farbig verglastes Bogenfenster auf der Nordseite zeigt die Villa in ihrer ursprünglichen Form. Sie ist zeittypisch für den Heimat- und Jugendstil. Hinter dem heute noch erhaltenen Bauwerk stand das ursprüngliche Wohnhaus des ehemaligen Dreiseithofes aus dem Jahre 1721, das in den 1970er-Jahren abgerissen wurde.
Zwei ähnliche Bauwerke Eggelings sind in den Braunschweiger Ortsteilen Volkmarode und Timmerlah erhalten.
In der im 19. und 20. Jahrhundert traditionell vom Zuckerrübenanbau geprägten Region Braunschweig und dem Braunschweiger LandJörg Leuschner: Wirtschaft und soziale Situation im Herzogtum Braunschweig. In: Jörg Leuschner, Karl Heinrich Kaufhold, Claudia Märtl (Hrsg.): Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Braunschweigischen Landes vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Band 3: Neuzeit. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2008, ISBN 978-3-487-13599-1, S. 324. zeugt die Bezeichnung Rübenschloss sowohl vom Spott (und Neid) der ortsansässigen Bevölkerung angesichts des protzigen Bauwerks in einer bäuerlich geprägten Umgebung, aber auch von der Anerkennung der Leistung des Bauern.
In nur ca. 4 km Entfernung östlich vom Stöckheimer Bauwerk befindet sich in der Salzdahlumer Straße 308, im Braunschweiger Stadtteil Mascherode, ein weiteres Rübenschloss genanntes Wohnhaus.Henning Habekost: Von der Ziege zur Moderne. In: Braunschweiger Zeitung vom 12. Dezember 2013.
Siehe auch Rübenburg
Literatur Wolfgang Kimpflinger (Red.): Stadt Braunschweig. Teil 2. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 1.2.) Hameln 1996, ISBN 3-8271-8256-5, S. 256. Rudolf Zehfuß: Rübenschloß. In: Harald Duin: „Rübenschloss“ ist im Fenster verewigt. In: Braunschweiger Zeitung vom 10. September 2015.
Weblinks
Stöckheim: Sehenswürdigkeiten Karte zum Dorfrundgang 24 Burgmeierhof Ass. 26, Jugendstilvilla
Einzelnachweise
Kategorie:Villa in Braunschweig Kategorie:Bauwerk des Jugendstils in Niedersachsen Kategorie:Erbaut 1905 Kategorie:Baudenkmal in Braunschweig