mini|hochkant|Donald Trump (2017)

Der Umgang des US-Präsidenten Donald Trump mit den Medien und deren Berichterstattung über ihn wird weltweit kontrovers diskutiert. Ihm wird bescheinigt, selbst in Konkurrenz zu den über ihn berichterstattenden Medien zu treten. Trump selbst diskreditierte die Berichterstattung über ihn wiederholt als Fake News (vorgetäuschte Nachrichten).

Von Trump genutzte Medien X (Twitter) Donald Trump äußerte sich häufiger als jeder andere US-amerikanische Präsident auf dem Kurznachrichtendienst X (Twitter). Nicht selten bereiteten die fast alltäglichen Kurznachrichten, die der amerikanische Präsident ungefiltert verbreitete, Verdruss bei seinen Sicherheits- und Rechtsberatern.

Das politische Magazin The New Republic bezeichnete Trump im November 2016 wegen seiner hohen Aktivität bei Twitter in einer Schlagzeile als „ersten Twitter-Präsidenten“ und meinte: „Sei besorgt.“ Diese Schlagzeile verwendete im Dezember 2016 auch Fox News und ergänzte, dass Trump dadurch die Möglichkeit erhalte, per Tweet „Rache“ zu verüben.

Trump hat mehrfach ihm unliebsame Kommentatoren seiner Beiträge blockiert, so dass diese nicht mehr auf seine Beiträge zugreifen können. Das „Knight Institute“ an der Columbia-Universität in New York sieht darin einen Bruch des Grundrechts auf eine Beteiligung am öffentlichen Diskurs. Ende Mai 2018 entschied ein Gericht in Manhattan, dass Trump Nutzer nicht aus politischen Gründen blockieren dürfe, da es sich bei seinem Twitter-Konto um ein öffentliches Forum handele. Ein Verstoß dagegen stellt laut dem Gericht eine Einschränkung der im 1. Zusatzartikel zur US-Verfassung garantierten Redefreiheit ein, dennoch sei die Funktion des „Stummschaltens“ weiterhin eine mögliche Option.US-Präsident auf Twitter: Trump darf nicht blocken. In: Süddeutsche.de, 23. Mai 2018, abgerufen am 24. Mai 2018.

Nach einer öffentlich getätigten Behauptung Donald Trumps am 26. Mai 2020 unterzog X (ehemals Twitter) erstmals eine Aussage des US-Präsidenten einem Faktencheck, der die Behauptung als irreführend einschätzte. Darüber erzürnt, verfügte er per Dekret, den durch Paragraph 230 (Section 230) des Communications Decency Act gewährten Schutz sozialer Netzwerke vor Strafverfolgung (ähnlich dem deutschen Providerprivileg zur Forenhaftung) zu beenden und die Befugnis der Betreiber jener Plattformen zu beschneiden, durch Nutzer veröffentlichte Inhalte zu moderieren.

Nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 deaktivierte Facebook Inc. Trumps Zugriff auf seine Benutzerkonten bei Facebook und Instagram. Ursprünglich für 24 Stunden angedacht, verlängerte Facebook Inc. die Kontensperre, mit der Ankündigung, diese bis zur Amtseinführung von Joe Biden beizubehalten. Am 8. Januar 2021 teilte X (ehemals Twitter) mit, dass der Account von Trump (@realDonaldTrump) aufgrund des Risikos einer weiteren Anstiftung zu Gewalt dauerhaft gesperrt wurde. Im November 2022 wurde das Konto wieder entsperrt, nachdem der neue Chef Elon Musk eine 24-Stunden-Umfrage unter den Nutzern durchgeführt hatte, an der sich rund 15 Millionen von täglich knapp 238 Millionen Nutzern beteiligt hatten. Eine knappe Mehrheit votierte für die Freischaltung. Bereits vor dem Vorliegen des Ergebnisses gab Trump jedoch bekannt, er werde auf seiner eigens für ihn gegründeten Plattform Truth Social bleiben.Elon Musk entsperrt Twitter-Account von Donald Trump www.n-rv.de, 20. November 2022

Ende August 2023 nutzte er die Plattform X (Twitter) wieder, diesmal für ein Interview mit dem Moderator Tucker Carlson sowie dazu, das Polizeifoto, das von ihm im Bezirksgefängnis von Fulton County in Atlanta/Georgia wegen des Vorwurfs der Wahlbeeinflussung aufgenommen worden war, dort zu posten.Ulrike Hagen: „Niemals aufgeben!“: Donald Trump ist zurück bei Twitter www.fr.de, 25. August 2023

Breitbart News Network Bereits im November 2016 berichtete Spiegel Online über eine Initiative Steve Bannons, der die Berichterstattung der US-amerikanischen Nachrichten- und Meinungswebsite Breitbart News Network maßgeblich steuerte und später Chefstratege Trumps im Weißen Haus wurde, dass in den Foren der zugehörigen Webseite vorrangig einschlägige Hasskommentare zugelassen sind. Nach Auffassung des Spiegels wurde die Trump-Anhängerschaft bereits im Vorfeld auf den zukünftigen Präsidenten eingeschworen, die auf dem Nachrichtenportal ungefiltert Fremdenhass, LGBTQ-Hass, Frauenhass und Rassismus verbreiten kann.

Im Februar 2017 wurde mehreren renommierten US-Medien, darunter CNN, der New York Times und der Los Angeles Times, der Zugang zu Pressebriefings im Weißen Haus verwehrt, während Breitbart News Zugang erhielt. Andere Medien boykottierten daraufhin die Veranstaltung.US-Regierung schließt zahlreiche Medien von Pressebriefing aus. In: spiegel.de. Abgerufen am 14. Juni 2017.

Als Bannon sich als Berater Trumps im Juni 2017 mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zerstritten hatte, benutzte Trump die Medien, um öffentlich mitzuteilen: „sie sollen das klären oder ich werde es tun.“

Fox News und OAN Nachdem Trumps ehemaliger Lieblingssender Fox NewsJeden Tag eine Lüge: Wie der Trump-Sender Fox Fake News verbreitet. In: Luzerner Zeitung, 15. Mai 2019. Abgerufen am 19. Oktober 2021. im Verlauf der US-Präsidentschaftswahl 2020 bei Trump in Ungnade fiel, weil Fox News die Wahlergebnisse sendete, ohne sich die Wahlfälschungsvorwürfe von Trump zu eigen zu machen, wendete sich Trump bezüglich Nachrichtensendungen von Fox News ab und zu One America News hin.

Staatliches Vorgehen gegen Journalisten während seiner Amtszeit Während Trumps Präsidentschaft wurden mehrere Fälle von staatlichem Vorgehen gegen Journalisten bekannt. So kam es am Rande der Proteste nach der Tötung von George Floyd zu polizeilichen Übergriffen auf Pressevertreter.Michael Safi, Caelainn Barr, Niamh McIntyre, Pamela Duncan, Sam Cutler: „I'm getting shot“: attacks on journalists surge in US protest. Auf theguardian.com vom 5. Juni 2020, abgerufen am 23. September 2021 Im Herbst 2020 berichteten verschiedene Medien über Pläne des Heimatschutzministeriums, Visa für Auslandskorrespondenten auf 240 Tage, mit der Option auf nur eine einmalige Verlängerung, zu beschränken.USA wollen Journalisten-Visa beschränken. Auf tagesspiegel.de vom 20. Oktober 2020, abgerufen am 23. September 2021Peter Freitag: Einschränkung der Pressefreiheit. In ver.di Publik 7/2020, S. 15

2025 kam es bei dem von Trump befohlenen Einsatz der Nationalgarde in Los Angeles zu zahlreichen Vorkommnissen, bei denen Polizisten, Nationalgardisten und ICE-Agenten auf Journalisten schossen oder diese bedrängten.David Folkenflik: Press group sues L.A., alleging police abuse of reporters at ICE rallies, NPR am 16. Juni 2025; abgerufen am 21. September 2025.

Wunsch nach Einschränkung der Meinungsfreiheit Nach dem Attentat auf Charlie Kirk im September 2025 reagierte Trump unmittelbar mit der Forderung, dass linke Netzwerke ihre Regierungsfeindlichkeit beenden müssten, was auch seine Anhänger forderten: JD Vance, Randy Fine und Nancy Mace gehörten zu denjenigen, die scharfe persönliche Konsequenzen für Andersdenkende forderten und zur Vergeltung gegen jene aufriefen, welche „unsensibel“ auf das Attentat reagiert hätten. Tatsächlich wurden in Folge des Attentats zahlreiche Personen von ihren Arbeitgebern für unliebsame Äußerungen in sozialen Netzwerken gefeuert, darunter Piloten, Lehrer, Mediziner und ein Angehöriger des Secret Service.Nadine Yousif: Report those who celebrate Charlie Kirk death to employers, Vance says FCC-Chef Brendan Carr forderte in einem Fernsehinterview die Absetzung der Late-Night-Show Jimmy Kimmel Live!, welche die Reaktion des Präsidenten auf Kirks Ermordung kritisiert hatte. Über Kimmel hatte sich Trump seit Beginn seiner politischen Karriere 2015 häufig und ablehnend geäußert: er sei untalentiert, habe schlechte Einschaltquoten und berichte immer nur negativ über ihn. Der Forderung auf sofortige Absetzung kam der Fernsehsender ABC angesichts des Drucks der Regierung unmittelbar nach. Kritiker sahen in dieser Entwicklung eine verfassungswidrige Einflussnahme der Regierung auf die Meinungsfreiheit, während Trump die Entscheidung begrüßte und zur Einstellung weiterer regierungskritischer Sendungen aufrief, namentlich der Late-Night-Shows von Jimmy Fallon und Seth Meyers. Trump hatte im Juli bereits das Ende der Late Show mit Stephen Colbert bewirkt.

In einer Konfrontation mit einem Journalisten am 19. September führte Trump seine Motivation für den Wunsch nach Absetzung von Late-Night-Shows weiter aus: Er halte es für illegal, dass Sender ihre vom Staat erworbenen Lizenzen dazu missbrauchten, zu 97 % schlechte Nachrichten über einen überwältigend populären Präsidenten zu senden: Das sei nicht länger von der Meinungsfreiheit gedeckt. Kritische Berichterstattung gegenüber seiner Regierung sei „Betrug“ auf Geheiß der Demokratischen Partei.Andrew Feinberg: Trump demands TV networks get licenses canceled over ‘97% bad’ coverage of him after ABC caves to FCC on Kimmel, 19. September 2025; abgerufen am 21. September 2025.

Einzelfälle Attacken gegen einzelne Journalisten und Medien Nach seiner ersten TV-Debatte als Präsidentschaftsbewerber schrieb Trump über die TV-Moderatorin Megyn Kelly „Man kann sehen, dass Blut aus ihren Augen herauskam, dass Blut wo auch immer bei ihr herauskam.“Trump gerät erneut mit Journalisten aneinander. In: zeit.de, 26. August 2015

Im November 2015 äffte Trump in einer Rede den körperbehinderten Journalisten Serge F. Kovaleski nach und versuchte, ihn lächerlich zu machen. Dies wurde weltweit rezipiert.

Am 29. Juni 2017 verunglimpfte Trump per Twitter die TV-Moderatorin Mika Brzezinski, die ihn in einer Morgensendung scharf kritisiert hatte. Trump titulierte sie als die „verrückte Mika mit dem niedrigen IQ.“ Sie habe vor einigen Monaten bei einem Besuch in seinem Golfclub Mar-a-Lago als Folge einer Schönheits-OP im Gesicht geblutet. Ihren Ko-Moderatoren und Ehemann Joe Scarborough, einen ehemals republikanischen Kongressabgeordneten, beschimpfte Trump als „Psycho Joe“. Die Tweets lösten nicht nur in sozialen Medien eine Welle von Protesten aus. Viele nannten Trumps Einlassung seinen bisher schlimmsten Tweet, er sei ein Sexist. Selbst republikanische Senatoren äußerten sich.Trump beschimpft kritische Moderatorin als „verrückt“. In: FAZ.net Gleichwohl twitterte Trump am 1. Juli 2017 weitere Beleidigungen gegen die beiden.Trump beleidigt weiter Journalisten. In: FAZ.net

Am 2. Juli 2017 veröffentlichte Trump einen Videoclip, in dem er am Rande eines Wrestlingkampfes den Vorsitzenden der WWE, Vince McMahon, attackiert und ihm mehrmals ins Gesicht schlägt. Der am Boden liegende McMahon hat ein CNN-Logo über seinem Gesicht eingeblendet.Trump twittert Prügelvideo gegen CNN. In: spiegel.de, 2. Juli 2017Lawmakers blast Trump’s ‘crude, false, and unpresidential’ CNN tweet. In: washingtonpost.com, 2. Juli 2017

Am 12. Mai 2020 beschuldigte Trump indirekt Scarborough, einen Mord an dessen ehemaliger Praktikantin Lori Klausutis in Florida begangen zu haben. Obwohl Rechtsmediziner und die Polizei eindeutig zu dem Ergebnis gekommen sind, dass die 28-jährige Frau wegen einer Herzrhythmusstörung bewusstlos geworden und unglücklich gefallen sei, und der Witwer von „schrecklichen Lügen“ gesprochen hatte, die von „Verschwörungstheoretikern“ verbreitet würden, zog Trump die Anschuldigung nicht zurück.Wie imun sind US-Präsidenten? In zeit.deTrump befeuert Verschwörungstheorie wwwn-tv.de, 27. Mai 2020