mini|Kreuzstadl in Rechnitz mini|Gedenkstein von Karl Prantl mit Buch Jeremia 16,4 Der Kreuzstadl Rechnitz steht am südlichen Ortsrand in der Marktgemeinde Rechnitz im Bezirk Oberwart im Burgenland. Das ehemalige landwirtschaftliche Gebäude dient als Mahnmal zum Massaker von Rechnitz. Das Gebäude steht unter .

Geschichte Im Kreuzstadl wurden beim Massaker von Rechnitz in der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945 ca. 200 ungarische Juden untergebracht, die bei einem Transport aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands als nicht arbeitsfähig ausgesondert worden waren. Dies erfuhren die NSDAP-Mitglieder, die an diesem Abend im Schloss Rechnitz ein Kameradschaftsfest abhielten. Laut Zeugenaussagen machte sich der NSDAP-Ortsgruppenleiter Franz Podezin gegen Mitternacht mit einer Gruppe Männer auf den Weg zum Kreuzstadl, wo sie ca. 180 Juden ermordeten. Danach setzten sie ihre Feier fort. 18 Juden waren zunächst verschont worden, damit sie die Leichen am nächsten Morgen verscharren konnten. Danach wurden diese als „Zuschauflerkommando“ bekannten Männer ebenfalls ermordet. Das Grab dieser 18 Männer war verhältnismäßig gut dokumentiert und wurde 1969 lokalisiert. 1970 wurden die Leichen exhumiert und am jüdischen Friedhof in Graz bestattet.Über das Zuschauflerkommando informiert ein Buch von Eva Schwarzmayer (Rechnitz. Das Massaker beim Schlachthaus im März 1945, Oberwart: lex liszt 12, 2023.) Die Gräber der ca. 180 ersten Opfer wurden trotz mehrerer Suchgrabungen bis heute nicht gefunden. 1991 entdeckte der Bildhauer Karl Prantl gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Uta Peyrer den Standort als zugewachsene Ruine. 1992 wurde der Kreuzstadl mittels Spendengeldern, die auf Initiative von Marietta Torberg (Gattin von Friedrich Torberg), dem Bildhauer Karl Prantl und David Axmann gesammelt wurden, durch den Verein Symposion Europäischer Bildhauer angekauft und des Weiteren saniert. Dazu wurde die Skulptur von Kosso Eloul (Symposion 1960 – erster israelischer Bildhauer nach dem Holocaust) aufgestellt. Kosso Eloul gestaltete 1960 die Skulptur Ewige Flamme in Yad Vashem aus. In einem Festakt 1993 wurde das gesamte Areal an die Israelitische Kultusgemeinde Wien als Mahnmal übergeben.

Architektur Der Stadl wird wegen seines kreuzförmigen Grundrisses als Kreuzstadl bezeichnet. Am östlichen und westlichen Ende war ursprünglich eine Toreinfahrt vorhanden, die es ermöglichte, mit Erntewagen in das Gebäude hinein und, nach dem Abladen, in Fahrtrichtung wieder hinaus zu fahren. Auf der Ostseite ist der gemauerte Torbogen der ehemaligen Einfahrt noch erhalten. Am Süd- und Nordende befanden sich kleinere Eingangstüren die heute jedoch vermauert sind. Ansonsten verfügte das Gebäude über kleine Fensteröffnungen mit Gewänden aus Holz und Eisengittern, die teilweise ebenfalls noch vorhanden sind. Das Mauerwerk besteht überwiegend aus Bruchstein, im Bereich der Ecken und der ehemaligen Einfahrtstore wurden auch Ziegelstein verwendet.

Weblinks

Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S. Mahnmal Kreuzstadl Museum Kreuzstadl Rechnitz ÖsterreichWiki.org: Kreuzstadl Rechnitz ÖsterreichWiki.org: Südostwall-Abschnitt Südburgenland

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Rechnitz Kategorie:Baudenkmal (Burgenland) Kategorie:Museum im Burgenland Kategorie:Massengrab in Österreich Kategorie:Gedenkstätte für NS-Opfer