Reinhard Straube (* 23. Juni 1946 in Chemnitz) ist ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.
Leben Nach einer Berufsausbildung zum Gärtner studierte Reinhard Straube von 1966 bis 1970 an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Engagements hatte er ab 1970 am Landestheater Halle und von 1982 bis 2014 am dortigen neuen theater. 1972 spielte er die Titelfigur Edgar Wibeau in der Uraufführung von Ulrich Plenzdorfs Die neuen Leiden des jungen W. Weitere bekannte Rollen waren beispielsweise Antonio Salieri in Amadeus von Peter Shaffer, Willi Loman in Arthur Millers Tod eines HandlungsreisendenKurzbiografie auf der Website des Neuen Theater Halle, abgerufen am 7. Juni 2017, die Titelrolle im Hauptmann von Köpenick von Carl Zuckmayer oder Philipp Klapproth in dem Schwank Pension Schöller von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs.Kurzbiografie bei dpe-event.de, abgerufen am 7. Juni 2017 In Halle trat er auch häufig im Fernsehtheater Moritzburg auf, beispielsweise als Filippetto in Carlo Goldonis Herren im Haus (1972), als Legrand in Michel Andrés Keine Angst vor Kolibris (1973), als Angestellter Simlai in Laszlo Tabis Nacht der Geheimnisse (1973), als John Jo Mulligan in Sean O’Caseys Bedtime Story (1975), als Jürgen Hase in Rolf Neuparths Ich weiß von nichts (1978), als Dichter Hans-Rüdiger Motz in Andreas Knaups Gaukelbrüder (1985) und als Diener Joseph in Eugène Labiches Die Reise des Monsieur Perrichon (1987).
Auch heute tritt Straube weiterhin gastweise am Neuen Theater Halle auf, unter anderem mit seinem kabarettistischen Soloprogramm Der fröhliche Hypochonder, mit dem er bereits mehr als einhundert Mal auf verschiedenen Bühnen gestanden hat.Kai Aghte: Fröhlicher Hypochonder, Mitteldeutsche Zeitung vom 2. September 2016, abgerufen am 7. Juni 2017
Im Fernsehen konnte man Straube in der Vergangenheit in verschiedenen Tatort- und Polizeiruf-110-Produktionen erleben. 1983 verkörperte er in einer kleinen Rolle Kaiser Wilhelm II. in dem DEFA-Spielfilm Das Luftschiff. Bis in die 2000er-Jahre hinein arbeitete Straube auch gelegentlich als Hörspielsprecher.
Filmografie 1970: Cosinus und Glocken (Fernsehtheater Moritzburg; nicht ausgestrahlt) 1971: Mit Ehrwürden fing alles an (Fernsehtheater Moritzburg) 1974: Das Gänseblümchen und der Kapitän (Fernsehtheater Moritzburg) 1977: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung 1978: Kleines Theater: Darf’s ne Pille mehr sein? (Fernsehtheater Moritzburg) 1980: Die Verlobte 1982: Das Fahrrad 1982: Reif für ’ne Kur (Fernsehtheater Moritzburg) 1982: Urlaub mit Überraschungen (Fernsehtheater Moritzburg) 1983: Zaubereien (Fernsehtheater Moritzburg) 1983: Das Luftschiff 1984: Wand an Wand (Fernsehtheater Moritzburg) 1985: Meine Frau Inge und meine Frau Schmidt 1985: Die Wette (Fernsehtheater Moritzburg) 1988: Geburtstagsüberraschungen (Fernsehtheater Moritzburg) 1988: Die Entfernung zwischen dir und mir und ihr 1989: Die gläserne Fackel – Die Entscheidung 1990: Garantiert ungestört 1993: Polizeiruf 110 – In Erinnerung an … 1996: Polizeiruf 110 – Der Pferdemörder 1999: Tatort – Todesangst 2001: Marga Engel schlägt zurück 2001: Tatort – Verhängnisvolle Begierde 2001: Polizeiruf 110 – Zerstörte Träume 2002: Wie erziehe ich meine Eltern? 2003: Ein Vater für Klette 2003: Polizeiruf 110 – Doktorspiele 2004: Tatort – Teufelskreis 2005: Krimi.de – Abgezogen 2007: Polizeiruf 110 – Verstoßen 2008: Das Traumpaar
Hörspiele 1972: Vier-Viertel Meilen Land – Autor: Oduvaldo Vianna – Regie: Walter Niklaus 1994: Ahornstraße 12 – Autor: Rolf Schneider – Regie: Barbara Plensat 1995: Frauentags Ende oder Die Rückkehr nach Ubliadu – Autor: Fritz Rudolf Fries – Regie: Wolfgang Rindfleisch 2001: Gräfin Cosel – Autor: Jósef Ignacy Kraszewski – Regie: Walter Niklaus 2001: Augenblickchen VI – Autor: Gerhard Rentzsch – Regie: Karlheinz Liefers 2002: Passing Places – Autor: Stephen Greenhorn – Regie: Wolfgang Rindfleisch 2002: Drei Funkerzählungen aus dem Buch „Kinderkurzweil“ – Autor: Peter Hacks – Regie: Hartmut Kirste 2004: Die Puppe – Autor: Günter Kunert – Regie: Walter Niklaus 2006: Nackt in Berlin – Autoren: Gottfried von Einem und Hans Helge Ott – Regie: Gottfried von Einem 2006: Auszeit – Autorin: Simone Rehberg – Regie: Gottfried von Einem 2007: Der Teddy und die Tiere – Autor: Michael Ende – Regie: Walter Niklaus 2008: Alter Ford Escort dunkelblau – Autor: Dirk Laucke – Regie: Matthias Matschke
Weblinks
Literatur Bettina Schirmer/Kurt Wünsch: Reinhard Straube – Ein fröhlicher Hypochonder mit neuen Leiden, Mitteldeutscher Verlag, 2016, ISBN 978-3-95462-707-3 Günter Helmes, Steffi Schültzke (Hrsg.): Das Fernsehtheater Moritzburg. Institution und Spielplan. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2003. ISBN 3-936522-99-5. Claudia Kusebauch (Hrsg.): Fernsehtheater Moritzburg II. Programmgeschichte. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2005. ISBN 3-86583-015-3. Claudia Kusebauch (unter Mitarbeit von Michael Grisko): Das Fernsehtheater Moritzburg – Programmchronologie. Ebd., S. 15–208.
Einzelnachweise
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