Ernst Reinboth (* 8. Februar 1935 in Berlin; † 24. Dezember 2016Traueranzeige Ernst Reinboth In: Tagesspiegel, 15. Januar 2017, abgerufen am 10. Juni 2017. in Berlin) war ein deutscher Produzent und Regisseur (vor allem von Kurzfilmen) und Maler.

Leben Ernst Reinboth wurde als drittes von vier Kindern des katholischen Fabrikanten Friedrich-Carl Reinboth und seiner Ehefrau Hildegart Reinboth, geborene Mondschein, geboren. Außer der zwei Jahre Schulevakuierung auf Rügen und in Dänemark 1943 und 1944 wuchs er in Berlin auf. 1929 baute sein Vater ein Haus für seine Familie in Berlin-Dahlem, in dem Ernst Reinboth geboren wurde, aufwuchs, und sein Leben lang lebte und seiner künstlerischen Arbeit nachging.

Nach dem Abitur studierte Ernst Reinboth an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin Kunst und Sport auf Lehramt. Erfolgreich absolvierte er das Referendariat als Studienassistent am Schiller-Gymnasium in Berlin. Nach dem Referendariat ging er für ein Jahr nach Mexiko, wo er seinen ersten Film drehte. Seither faszinierten ihn Kakteen, Wolken, Wasser, Spiegelungen. Er entschied sich nicht für das Lehramt, sondern für die Kunst und arbeitete seither als freier unabhängiger Künstler, Kurzfilmer und Maler.

Im Jahr 1968 lernte er in der Akademie der Künste seine zukünftige Frau, die promovierte Barbara Börner, kennen, die er 1970 heiratete. Mit ihr bekam er einen Sohn (Michael) und eine Tochter (die Modedesignerin Raffaela Reinboth, Leiterin des Künstlerateliers Ernst Reinbothde.linkedin.com.). Ernst Reinboth starb im Dezember 2016 mit fast 82 Jahren. Bis zum Schluss arbeitete er intensiv an neuen Filmen und auch als Maler. Das Grab von Ernst Reinboth befindet sich auf dem Berliner Friedhof Dahlem.

Film und Malerei Die Filme von Ernst Reinboth sind größtenteils Kurzfilme und Experimentalfilme. Sie reflektieren alle Möglichkeiten der Filmherstellung in 16 mm, Doppelbelichtungen, Positiv / Negativ, Spiegelungen, Tempovariationen, die die Naturaufnahmen durch diese Kontraste verfremden und abstrahieren.

Die Malerei und die Filmerei bildeten eine Symbiose in seiner Arbeit. Die aus den Filmen entstandene Photofolgen werden von ihm bemalt und surreal verfremdet und von ihm gemalte Bilder und Zeichnungen bieten Vorlagen für die Entwicklung und Entstehung neuer Filme. Seine Filme wurden mit Musik begleitet oder an Musikstücke angelegt.

Ernst Reinboth arbeitete oftmals mit Musik von Johann Sebastian Bach aus dem Wohltemperierten Klavier, mit Musik von György Ligeti und Maurice Ravel, aber vor allem arbeitete er mit neuer Musik und experimentalen Klängen von Boris Blacher, Karl Heinz Wahren, Website von Karl Heinz Wahren. Abgerufen am 11. Juni 2017. Rüdiger RüferRüdiger Rüfer - Biografie, His work in film includes many collaborations with Ernst Reinboth, including on Interferenzen. Website des Royal Opera House, englisch. Abgerufen am 10. Juni 2017. und Nikolai Badinski.

Eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Elektroakustik der TU Berlin, insbesondere mit Boris Blacher, Professor Winkler, Rüdiger Rüfer und Volkmar Hein unterstützten seine Arbeit.

Neben der Musik wurden viele seiner Kurzfilme mit literarischen Texten von Dante, Gottfried Benn und Samuel Beckett begleitet. Samuel Beckett interessierte sich so für seine Arbeit, dass er ihn einmal in seinem Haus in Berlin besuchte.

Die Texte wurden von Schauspielern wie Ernst SchröderDante Projekt – Die Liebessünder, Featuring Ernst Schröder Website des BFI, englisch. Abgerufen am 10. Juni 2017. und Will Quadflieg gesprochen. Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Michael Schwarze, Bernhard Heiliger Website der Bernhard-Heiliger-Stiftung. Abgerufen am 10. Juni 2017. und Edith Türckheim Website der Mediaartbase.de. Abgerufen am 10. Juni 2017. führten zur Entstehung der Filme Aleph, Licht Skulptur Raum und Yang und Ying.

Auszeichnungen Die Kurzfilme von Ernst Reinboth erhielten nationale und internationale Anerkennung. Er erhielt Auszeichnungen wie den Bundesfilmpreis und die Prädikate „wertvoll“ und „besonders wertvoll“ von der Filmbewertungsstelle in Deutschland: 1967: Bundesfilmpreis für Interferenzen. 1968: Prädikat „wertvoll“ für Aleph. 1968: Prädikat „wertvoll“ für Atmosphéres. 1976: Bundesfilmpreis für Der Sucher. 1976: Prädikat „wertvoll“ für Der Sucher. 1978: Bundesfilmpreis für Die Abstrakte Oper Nr.1, Filmband in Silber in der Kategorie Kurzfilm. In: Deutscher-Filmpreis.de. Abgerufen am 12. Juni 2017. Website Deutscher-Kurzfilmpreis.de. Abgerufen am 12. Juni 2017. 1978: Prädikat „besonders wertvoll“ für Die Abstrakte Oper Nr.1. 1978: Prädikat „wertvoll“ für Die Abstrakte Oper Nr.2. 1978: 1. Preis Rassegna Internazionale di Roma. 1979: Prädikat „besonders wertvoll“ für Concertante Musik. 1979: Prädikat „besonders wertvoll“ für Lissajous 2 – Großstadt. 1980: Prädikat „besonders wertvoll“ für Kaktus. 1980: Prädikat „besonders wertvoll“ für Licht Skulptur Raum. 1980: Prädikat „wertvoll“ für Die Liebessünder. 1981: Premio di Qualità Italia für Kaktus. 1982: Prädikat „wertvoll“ für Aus dem wohltemperierten Klavier Nr.1. 1982: Prädikat „besonders wertvoll“ für The Sheik of Araby. 1982: Prädikat „wertvoll“ für Watt. 1983: Prädikat „wertvoll“ für Al Ma. 1983: Prädikat „wertvoll“ für Jeux D'Eau/Grab des Odysseus. 1984: Prädikat „wertvoll“ für Die Rede Des Odysseus.FBW-Filmbewertung. Film: Die Rede des Odysseus, Prädikat wertvoll. Website der FBW-Filmbewertung.com. Abgerufen am 12. Juni 2017. 1984: Prädikat „wertvoll“ für Die Stadt In der Drehtür.FBW-Filmbewertung. Film: Die Stadt In der Drehtür, Prädikat wertvoll. Website der FBW-Filmbewertung.com. Abgerufen am 12. Juni 2017. 1986: Prädikat „besonders wertvoll“ für Das Tor.FBW-Filmbewertung. Film: Das Tor, Prädikat besonders wertvoll. Website der FBW-Filmbewertung.com. Abgerufen am 12. Juni 2017. 1986: Prädikat „besonders wertvoll“ für Die Überfahrt.FBW-Filmbewertung. Film: Die Überfahrt, Prädikat besonders wertvoll. Website der FBW-Filmbewertung.com. Abgerufen am 12. Juni 2017. 1988: Prädikat „wertvoll“ für Der 8. Kreis der Hölle.FBW-Filmbewertung. Film: Der 8. Kreis der Hölle, Prädikat wertvoll. Website der FBW-Filmbewertung.com. Abgerufen am 12. Juni 2017. 1988: Prädikat „wertvoll“ für Die innere Hölle – Die Selbstmörder. 1988: Prädikat „wertvoll“ für Der 9. Kreis der Hölle.FBW-Filmbewertung. Film: Der 9. Kreis der Hölle, Prädikat wertvoll. Website der FBW-Filmbewertung.com. Abgerufen am 12. Juni 2017. 1989: Prädikat „besonders wertvoll“ für Saturn an Jupiter 1989: Prädikat „wertvoll“ für Zwischenspuk. 1990: Prädikat „wertvoll“ für Liquide Fantasien. 1990: Prädikat „wertvoll“ für Wasser. 1991: Prädikat „wertvoll“ für Klingende Wasser. 1992: Prädikat „wertvoll“ für Tempo. 1994: Prädikat „wertvoll“ für Kartenspiel 2.FBW-Filmbewertung. Film: Kartenspiel 2, Prädikat wertvoll. Website der FBW-Filmbewertung.com. Abgerufen am 12. Juni 2017. Insgesamt erhielten 21 seiner Filme das Prädikat „wertvoll“ und 9 das Prädikat „besonders wertvoll“.

Ausstellungen 1990 zeigte Ernst Reinboth in einer RetrospektiveRetrospektive Ernst Reinboth 1990. Website des Fachgebiet Audiokommunikation der TU Berlin. Abgerufen am 11. Juni 2017. in der Akademie der Künste in Berlin seine von 1967 bis 1990 entstandenen Filme, Fotofolgen und Bilder zu den Themen Film und Musik, Abstrakte Filme, Surreale Filme und Experimentalfilme.

Es wurden 31 Filme gezeigt und Fotofolgen und Bilder, die aus den Filmen entstanden sind oder zur Entstehung der Filme beigetragen haben, darunter 15 Kurzfilme mit dem Prädikat „wertvoll“ und 9 mit Prädikat „besonders wertvoll“.

Aufführungen 1965: Filmpremiere Ernst Reinboth: Wasser (Interferenzen) mit der Musik von Boris Blacher (im Rahmen einer Mitgliederversammlung der Akademie der Künste) Website der TU Berlin. Abgerufen am 14. Juni 2017. 1966: Interferenzen, Mannheim, IFF, Aufführung (DE).Interferenzen. Aufführung (DE): 14.10.1966, Mannheim, IFF. Website des Filmportal.de. Abgerufen am 14. Juni 2017. 1968: Aleph, Mannheim, IFF, Aufführung (DE).Aleph. Aufführung (DE): 12.10.1968, Mannheim, IFF. Website des Filmportal.de. Abgerufen am 8. Juni 2018. 1973: Filmabend mit Werken von Ernst Reinboth zum Abschluss der Blacher-Ausstellung.18.03.73: Filmabend mit Werken von Ernst Reinboth zum Abschluss der Blacher-Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin. Website des Fachgebiet Audiokommunikation der TU Berlin. Abgerufen am 14. Juni 2017. 1973: Concertante Musik, Melbourne International Film Festival.Films Screened in 1973 - Concertante Musik. Website Melbourne International Film Festival, englisch. Abgerufen am 14. Juni 2017. 1979. Lissajous 2 – Großstadt, Berlin, IFF - Deutsche Filme, Aufführung (DE). 1979: Abstrakte Oper Nr. 1, Berlin, IFF – Deutsche Filme, Aufführung (DE). 1979: Kaktus, Berlin, IFF – Deutsche Filme, Aufführung (DE). 1983: The Sheik of Araby, Oberhausen, IFF (Informationstage), Aufführung (DE). 1989: Dantes Traum von der Hölle, Mannheim, IFF, Uraufführung (DE). 2003: Abstrakte Oper Nr. 1, Rom, Cinema Dei Piccoli, Animaction 1 rassegna di cinema d’animazione sperimentale.Animaction 1 rassegna di cinema d’animazione sperimentale, Giovedi 27 febbraio 2003 PROGRAMMA 6 ore 20.00 Ernst Reinboth Abstrakte Oper Nr.1. Website des Complusevents.com, italienisch. Abgerufen am 12. Juni 2017.

Filme 1965: Interferenzen 1968: Aleph 1968: Atmosphéres 1970: Concertante Musik 1976: Der Sucher 1976: Abstrakte Oper Nr. 1 1978: Abstrakte Oper Nr. 2 1978: Lissajous 2 – Großstadt 1978: Kaktus 1979: Licht Skulptur Raum 1980: Die Liebessünder 1980: Yang und Ying 1982: Aus dem wohltemperierten Klavier Nr.1 1982: The Sheik of Araby 1982: Watt 1983: Al Ma - Wasser 1983: Jeux D'Eau 1983: Grab des Odysseus 1984: Die Rede des Odysseus 1984: Die Stadt in der Drehtür 1985: Das Tor 1986: Die Überfahrt 1988: Der 8. Kreis der Hölle 1988: Die innere Hölle – Die Selbstmörder 1988: Der 9. Kreis der Hölle 1989: Dantes Traum von der Hölle 1989: Saturn an Jupiter 1989: Zwischenspuk 1990: Liquide Fantasien 1990: Wasser 1991: Klingende Wasser 1992: Tempo 1994: Kartenspiel 2

Literatur Reinboth, Ernst. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 991.

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Einzelnachweise

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