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Wartenfels ist ein Gemeindeteil des Marktes Presseck im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern.
Geografie Das Pfarrdorf liegt im Tal eines namenlosen Baches, der am südöstlichen Ortsende in die Zettlitz mündet, einem Quellbach des Zaubaches. Ansonsten ist der Ort von Erhebungen des Frankenwaldes umgeben. Die Kreisstraße KU 24 durchquert den Ort und führt nach Zettlitz zur Bundesstraße 303 (2,3 km südwestlich) bzw. nach Altenreuth (2,4 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Seubetenreuth (2 km nordöstlich). Ein Anliegerweg führt nach Katzengraben (0,4 km nordwestlich).
Die Gemarkung Wartenfels hat eine Fläche von 6,368 km². Sie ist in 790 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 8061,10 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Daigmühle, Eulenburg, Katzengraben, Schafhaus, Schafhof, Seubetenreuth und Spitzberg.
Geschichte Auf einem Felssporn errichteten oberhalb von Wartenfels Ritter Reiwein von Wartenfels und seine beiden Söhnen Heinrich und Friedrich zwischen 1323 und 1327 im Auftrag des Bamberger Bischofs eine Burg, die im 16. Jahrhundert zerstört und im 19. Jahrhundert abgetragen wurde. (siehe Ruine Wartenfels).
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Wartenfels aus 46 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Wartenfels aus. Grundherren waren das Amt Wartenfels (Schloss, Gutsknechtshaus, Revierförsterhaus, 10 Güter, 2 Gütlein, 17 Tropfhäuser, 2 halbe Tropfhäuser, 3 Häuser, Schenkstatt, Badstube, Gemeindebrauhaus, Papiermühle, 1 Mühle) und die Pfarrei Wartenfels (Pfarrhaus, Pfarrhof, Pfarrkirche, Schulhaus).
Als das Hochstift Bamberg infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1802 säkularisiert und unter Bruch der Reichsverfassung vom Kurfürstentum Pfalz-Baiern annektiert wurde, wurde Wartenfels zu einem Bestandteil der während der „napoleonischen Flurbereinigung“ gewaltsam in Besitz genommenen neubayerischen Gebiete.
Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Wartenfels gebildet, zu dem folgende Orte gehörten: Altenreuth, Daigmühle, Eulenburg, Haid, Katzengraben, Oberehesberg, Reichenbach, Schafhaus, Schafhof, Schmölz, Seubetenreuth, Spitzberg, Teichbühl und Unterehesberg. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Wartenfels, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Stadtsteinach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Stadtsteinach (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten einige Anwesen bis 1848 Patrimonialgerichten an, die aus den ehemaligen Rittergütern hervorgegangen sind. Am 12. April 1845 entstand die Ruralgemeinde Reichenbach mit Altenreuth, Schmölz und Teichbühl. Ab 1862 gehörte Wartenfels zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 9,524 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1976 die Gemeinde Reichenbach wieder eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Wartenfels nach Presseck eingemeindet. Bis zur Eingemeindung war Wartenfels ein Markt.
Baudenkmäler In Wartenfels gibt es sechs denkmalgeschützte Objekte, darunter die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus, ein Wohnhaus, eine Kapelle und das sogenanntes Schlossbauerhaus, in dem früher die Dorfschule von Wartenfels untergebracht war.
Die folgenden Häuser listete Karl-Ludwig Lippert in dem Buch Landkreis Stadtsteinach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern als Kunstdenkmäler auf. Sie sind in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgerissen oder stark verändert wurden. Haus Nr. 8: Eingeschossiges, verputzt massives Halbwalmdachhaus, drei zu vier Achsen; Fenster- und Türgewände, sowie Eckpilaster über Putzsockel aus Sandstein, Giebeltrapez verschiefert; Scheitelstein über Haustür bezeichnet „K:F: / 1828“.K.-L. Lippert: Landkreis Stadtsteinach, S. 117. Haus Nr. 16: Eingeschossiges, verputzt massives Wohnstallhaus (Stall zu Wohnzwecken ausgebaut), drei zu fünf Achsen, mit Halbwalmdach über hölzernem, profiliertem Traufgesims; Giebeltrapez in verputztem Fachwerk; Hauptscheitelstein bezeichnet „B F / 1821“ (=Bernhard Föhr). Haus Nr. 17: An dem vollkommen erneuerten, verputzt massiven Wohnstallhaus mit Satteldach noch ältere Scheitelsteine, über Wohnungstür bezeichnet „M W 1845“ (=Malachias Will), über Stalltür „1861“. Haus Nr. 21: Ehemaliges Pfarrhaus. Nach älterem Vorgänger 1713 errichtet, im mittleren 18. und 19. Jahrhundert erneuert; wegen starker Nässe im Mauerwerk 1963 als Pfarrsitz aufgegeben und derzeit unbewohnt. – Stattlicher, zweigeschossiger Halbwalmdachbau, drei zu sechs Achsen; Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss noch großenteils verputztes Fachwerk; Fenster und Türgewände im Erdgeschoss in Sandstein, profiliert und geohrt; Scheitelsteinder traufseitigen Haustür mit lateinischem Kreuz; Gurtgesimse in beiden Geschossen. Haus Nr. 22: Stattliches, zweigeschossiges Wohnstallhaus von 1795 (laut Jahrzahl am bis vor kurzem erhaltenen Haustürscheitelstein) mit Walmdach über profiliertem, hölzernem Traufgesims; Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss verputztes Fachwerk; die Fenster- und Türrahmungen im Erdgeschoss aus Sandstein, mit Scheitelsteinen, die noch teilweise abgewitterten Blumenreliefdekor zeigen. Haus Nr. 26: Eingeschossiges, verputzt massives Kleinhaus, um 1760/70 errichtet, mit Halbwalm-Mansarddach; Giebeltrapez verputztes bzw. verbrettertes Fachwerk, profilierte, hölzerne Dachgesimse.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Wartenfels Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 668 834 583 589 557 600 631 666 671 634 557 534 542 589 591 647 663 644 647 843 871 869 750 696HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 88 92 95 91 100 127 143 Quelle Für die Gemeinde Wartenfels zuzüglich der Einwohnerzahlen von Altenreuth (S. 3), Ehesberg (S. 22), Eulenberg (S. 26), Katzengraben (S. 59), Rachenbach (S. 97), Schaafhof (S. 106), Schmölz (S. 109), Seubetenreuth (S. 114), Taigbühl (S. 121) und Taigmühl (S. 121).
Ort Wartenfels Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 326 357 383 409 353 472 677 618 595 538Häuser 59 58 59 69 96 113 148Quelle
Religion Wartenfels ist Sitz einer katholischen Pfarrei.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Presseck Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ehemaliger Markt in Bayern Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach