mini|Touristische Unterrichtungstafel zum Landkreis Berchtesgadener Land an der Bundesautobahn 8
Mit Tourismusregion Berchtesgadener Land wird der Landkreis Berchtesgadener Land innerhalb Bayerns als Tourismusregion gekennzeichnet. Eine solche Kennzeichnung einzelner oder mehrerer Kommunen als Tourismusregion wird im Rahmen des Landesentwicklungsprogramms Bayern (LEP) seit 2006 vom Bayerischen Landesamt für Statistik auf der Karte „Tourismusregionen in Bayern“ vorgenommen.Bayerisches Landesamt für Statistik: Tourismusregionen in Bayern, PDF-Datei, Stand: 1. Januar 2019, online unter statistik.bayern.de
Der 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern gebildete Landkreis Bad Reichenhall wurde bereits 1973 zur Stärkung seiner „Ausstrahlungskraft“ nach der im Süden gelegenen, hochalpinen Landkreisteilregion Berchtesgadener Land mit den Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau bei Berchtesgaden und Schönau am Königssee umbenannt,Begründet wurde die Umbenennung von Landkreis Bad Reichenhall in Landkreis Berchtesgadener Land von der Bayerischen Staatsregierung u. a. wie folgt: „Der Landschaftsname Berchtesgadener Land knüpft an das ehemalige Stiftsland Berchtesgaden an, dessen historische Bedeutung auch noch in der Gegenwart fortwirkt. (..) Die Ausstrahlungskraft, die der mit einer außergewöhnlichen Landschaft verbundene Name Berchtesgadener Land hat, rechtfertigt es, den neuen Landkreis nach diesem, die Eigenart des gesamten Kreises prägenden Gebietsteil zu benennen. Die Staatsregierung weicht deshalb von dem Grundsatz ab, den Landkreis nach dem Ort zu benennen, der Sitz der Kreisverwaltung ist.“Zu § 1 Nr. 2 - Landkreis Berchtesgadener Land, Absatz: 2. Name des Landkreises in Bayerischer Landtag · 7. Wahlperiode DRUCKSACHE 7 / 3863 vom 14. Februar 1973, siehe S. 4 u. 5, PDF-Datei mit 26 Seiten (2,1 MB), online unter bayern.landtag.de wovon auch die beiden anderen Regionen des Landkreises profitieren sollten: in der alpinen Mitte Bad Reichenhall mit den Gemeinden Bayerisch Gmain und Schneizlreuth sowie im voralpinen Norden die sieben Gemeinden Ainring, Anger, Freilassing, Laufen, Piding, Saaldorf-Surheim und Teisendorf im Südteil des Rupertiwinkels. Und besagte „Ausstrahlungskraft“ soll nun offenbar auch der Kennzeichnung des Landkreises als „Tourismusregion Berchtesgadener Land“ zugutekommen. (Siehe auch: Abschnitt Marketingoffensive für den Landkreis im Artikel Berchtesgadener Land)
Der Landkreis verzeichnete 2013 jährlich 3,5 Mio. Übernachtungen, über 700.000 Gäste und verfügte über 28.000 Betten – Zahlenangaben, die abgesehen von der Bettenanzahl, laut den Statistikangaben bis 2018 kontinuierlich anstiegen., Festschrift der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, Berchtesgaden 2015, S. 12 (PDF), online unter www.berchtesgadener-land.com.Bayerisches Landesamt für Statistik: 27. Tourismus seit 2013, In: LandkreisBerchtesgadener Land – 09 172 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten, PDF, S. 16 von 30 Seiten, online unter statistik.bayern.de
Tourismusentwicklung in den drei Landkreisregionen mini|Die drei Regionen des Landkreises Berchtesgadener Land
Berchtesgadener Land
Nach der Säkularisation der Fürstpropstei Berchtesgaden und damit verbunden die Angliederung des zuvor eigenständigen Berchtesgadener Landes an das Königreich Bayern ab 1810, bauten die bayerischen Könige der Wittelsbacher-Dynastie in Berchtesgaden ab 1818 das ehemalige Chorherrenstift zu einem königlichen Schloss aus. Es diente dann des Öfteren König Maximilian I. und dessen Nachfahren bis zum Prinzregenten LuitpoldHellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Stichwort: Luitpold u. Luitpoldhain S. 208–209. und seinem Sohn König Ludwig III. als Sommer- oder/und Jagdresidenz.Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Stichwort: Schloß S. 310Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, S. 171 f. Zudem begannen Werke bekannter Maler, wie z. B. das berühmte Watzmann-Gemälde (1824/25) von Caspar David Friedrich oder jene der Malerkolonie am Hintersee in Ramsau bei Berchtesgaden, zur Bekanntheit des Berchtesgadener Landes beizutragen. (Siehe auch: Berchtesgadener Land#Malerei)
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnete in Bischofswiesen als eine der ersten Pensionen das spätere Hotel Geiger (1866–1997),Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Das Berchtesgadener Land im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973; S. 101. und 1878 nahm in Obersalzberg die Pension Moritz (später Platterhof bzw. Hotel General Walker) ihren Betrieb auf, die laut Albert A. Feiber „am Beginn des Tourismus in Deutschland und Mitteleuropa“ stand wie auch deren Betreiberin Mauritia Mayer für ihn „als Pionierin des modernen Tourismus“ galt.Albert A. Feiber: siehe 5. Absatz, online unter obersalzberg.de
Dank der Anbindung an das Eisenbahnnetz mit dem 1888 eröffneten Bahnhof Berchtesgaden (ab 1913 Hauptbahnhof Berchtesgaden) entwickelte sich der Tourismus mit rapide steigenden Gästezahlen. Wie zuvor schon Bildende Künstler verbrachten nun auch zahlreiche Industrielle und Schriftsteller ihre Sommerfrische in Berchtesgaden und den umliegenden Gemeinden. Stammgäste jener Zeit waren unter anderen Ludwig Ganghofer, der eine ganze Reihe seiner Romane in Berchtesgaden spielen ließ, sowie die norwegischen Schriftsteller Jonas Lie und Henrik Ibsen.
1871 wurde der Verschönerungs-Verein Berchtesgaden (ab 1922 Fremdenverkehrs-Verein Berchtesgaden) als erster Verein der Region zur Förderung des „Fremdenverkehrs“ gegründet. Auf Druck des NS-Regimes entstand 1933 nach jahrzehntelangem Konkurrenzkampf unter den fünf Gemeinden des Berchtesgadener Landes der Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land.Hellmut Schöner: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, 1982, S. 145 Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden u. a. auch die Standorte von Einrichtungen des NS-Regimes, wie das Führersperrgebiet in Obersalzberg (wozu auch das von der amerikanischen Besatzungstruppe ab 1952 zum Besuch freigegebene Kehlsteinhaus gehörte) und die Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden (auch: Kleine Reichskanzlei) im Bischofswiesener Ortsteil Stanggaß zu touristischen Anziehungspunkten. Im Zuge des Zweisäulenkonzepts für die 1996 an den Freistaat Bayern übertragenen ehemaligen NSDAP-Liegenschaften wurden in Obersalzberg 1999 die Dokumentation Obersalzberg und 2005 das Interconti Berchtesgaden Resort (heute Kempinski Hotel Berchtesgaden in der 5-Sterne-Superior-Klasse) errichtet bzw. eröffnet.
Der 1950 wiederbegründete Fremdenverkehrsverband Berchtesgadener Land (2005 umbenannt in „Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee“, seit 2021 in „Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden“)Offizielle Website des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden entwickelte zahlreiche Projekte, Einrichtungen und Unternehmen wie u. a. den Ausbau der Skiabfahrt am Jenner, so dass dort auch 1967 das weltweit erste alpine Skiweltcup-Rennen stattfinden konnte (die Snowboard-Weltmeisterschaften 1999 in Berchtesgaden waren die ersten in Deutschland), von 1959 bis 1963 die Errichtung der Rodelbahn bzw. Kunsteisbahn Königssee (ab 1968 erste Kunsteisbahn der Welt) und die Errichtung des 1997 eröffneten Kur- und Freizeitbades Watzmann Therme. Darüber hinaus ist der Zweckverband auch seit 1999 Betreiber der Dokumentation Obersalzberg.
Die 2005 als „Big Five“ bezeichneten touristischen Angebotsschwerpunkte in der Region Berchtesgadener Land sind in Berchtesgaden das Kehlsteinhaus, das Salzbergwerk und die Watzmann Therme (die jedoch inzwischen ihr Alleinstellungsmerkmal und die damit verbundene Anziehungskraft verloren hat und deshalb auch nur noch bis auf Weiteres im Bestand erhalten wird)Ulli Kastner: Neue »Action« in der Watzmann Therme fällt Sparprogramm zum Opfer, Artikel im Berchtesgadener Anzeiger vom 23. Februar 2022, online unter berchtesgadener-anzeiger.de. sowie in Schönau am Königssee der Königssee und die Jennerbahn. Dokumentation von Ökologischer Tourismus in Europa S. 61 f., 64 f., 70 f. Für den Wintertourismus sind im Berchtesgadener Land u. a. mehrere Skigebiete aufgeboten, das größte lag am Jenner in Schönau am Königssee – Ende der Skisaison 2024 wurde jedoch der Betrieb der alpinen Skipisten auf dem Jenner endgültig eingestellt, da deren weitere Pflege und Erhaltung (u. a. mit Kunstschnee) wegen des Klimawandel bedingt anhaltenden Schneemangels nicht mehr gewinnbringend war und zudem das Risiko von Umweltschäden erhöht hätte.cb mit dpa: Ende einer Ära in Bayern – Beliebtes deutsches Skigebiet muss trotz Mega-Investition für immer schließen, Meldung vom 5. Februar 2024 in Focus Online, online unter focus.de.Florian Danner: Jennerbahn stellt Skibetrieb teilweise ein: Schönau ohne Alpinskifahrer? | Schwaben + Altbayern | BR, Sendung des Bayerischen Rundfunks vom 7. Januar 2024, online unter youtube.com. Darüber hinaus sind alle fünf Gemeinden der Region Berchtesgadener Land (Berchtesgaden, Schönau am Königssee, Ramsau, Bischofswiesen und Marktschellenberg) als heilklimatische Kurorte anerkannt und bilden das einzige zusammenhängende heilklimatische Kurgebiet in Deutschland.Bäderland Deutschland – Berchtesgadener Land, online unter baederkalender.de
Bad Reichenhall und Umland Zum Umland der Großen Kreisstadt Bad Reichenhall zählt neben Bayerisch Gmain eigentlich auch noch Schneizlreuth, die alle drei bereits seit dem Frühmittelalter durchgehend dem bairischen Stammesherzogtum und dessen Rechtsnachfolgern angehörten – doch nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich Schneizlreuth nicht mit Bad Reichenhall, sondern bis 2016 in eine touristische Werbegemeinschaft mit den Gemeinden des südlichen Rupertiwinkels begeben, um danach nur noch auf sich allein gestellt um Touristen für die Gemeinde zu werben. Das heißt, Schneizlreuth ist seither weder in einem der drei regionalen Tourismusvereine organisiert noch Gesellschafter der Marketinggesellschaft, die landkreisweit um Touristen wirbt.
Hauptanziehungspunkt dieser Landkreisregion, die laut Satzung seit 2012Kur- und Verkehrsverein e. V. Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain – Satzung, lt. Beschluß der Jahreshauptversammlung vom 14. März 2012, online unter kvv-badreichenhall.de vom Kur- und Verkehrsverein Bad Reichenhall / Bayerisch GmainKur- & Verkehrsverein Bad Reichenhall / Bayerisch Gmain, Offizielle Website des regionalen Tourismusvereins, online unter kvv-badreichenhall.de mit Sitz in Bad Reichenhall sowie von der BGLT-MarketinggesellschaftAlpenstadt Bad Reichenhall mit Weiterleitung zu einer Webseite über Bayerisch Gmain der BGLT-Marketinggesellschaft, online unter bad-reichenhall.de beworben wird, sind die 1834 nach einem Stadtbrand neu eingefassten Solequellen in Bad Reichenhall, die eine Entwicklung zum Heilbad begründeten und damit ein Werben um Kurgäste ermöglichte. So eröffnete 1846 in Reichenhall mit dem Axelmannstein das erste Kurhotel, das trotz zwischenzeitlich drohender Schließung 2008 noch immer Bestand hat. Unweit des Hötels können die Kurgäste noch heute die Gradierwerke der Saline zum Inhalieren nutzen. 1899 wurde Reichenhall offiziell der Zusatz Bad verliehen und damit zu einem bayerischen Staatsbad – das bis heute einzige Staatsbad in Oberbayern.Bayerische Staatsbäder – Bad Reichenhall, online unter bayerische-staatsbaeder.de