Detlef Günther (* 1. Juni 1958 in Wolfsburg) ist ein deutscher Künstler und Erfinder. miniatur|Detlef Günther 2017 – Arbeit am Projekt „Human Image“
Leben
Detlef Günther studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Freien Universität Berlin Geistes- und Kommunikationswissenschaften und schloss das Studium 1982 mit einer wissenschaftlichen Arbeit über Die Kunstauffassung der Kritischen Theorie ab.
Von 1984 bis 1990 studierte er Freie Kunst an der HdK Berlin, nachmals UdK, mit dem Abschluss als Meisterschüler bei Professor Hans-Jürgen Diehl. Zur gleichen Zeit gründete er mit Martin Assig, Klaus Hoefs, Oliver Öfelein und Jochen Stenschke die Künstlergruppe BOR, mit deren Arbeiten u. a. eine Ausstellung im Gemeente Museum Helmond (Niederlande) stattfand, zu der der Kunsthistoriker Eugen Blume den Einleitungstext schriebvgl. hierzu: Eugen Blume, Vorwort im Katalog zur Ausstellung der Gruppe BOR, Jan Bongaarts (Hrsg.), Gemeente Museum Helmond, Niederlande, 1992. Als freier Künstler war Günther in den 90er Jahren Mitarbeiter an dem Forschungsprojekt „Technisches Sehen“ beim Medieninstitut Berlin (Leitung: Arthur Engelbert). 1990 nahm Günther an den Gruppenausstellungen „Visum“ in Warschau und Berlin teilvgl. hierzu Wolfgang Lahr, Heike Willingham, Hatto Fischer in: Projekt Visum, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, Künstlerwerkstatt Berlin (Hrsg.): Berlin, 1990. ISBN 978-3-928221-01-6. 1997 gründete er die „Twosuns Media Development GmbH“vgl. hierzu: Claus Böhm und Claus Dick: Mäuse und Menschen, in: brand eins 03/1999 und entwickelte das interaktive Environment-System „Enclued“vgl. hierzu: Multimedia ohne Monitor, Maus und Menüleisten. In: Handelsblatt vom 26. Mai 2000 in Anbindung an ein neuartiges Kameraverfahren, das Personenbewegungen im Raum dreidimensional aufzeichnet. Beide Erfindungen wurden vom Deutschen und Europäischen Patentamt patentiert. Im Auftrag von Unternehmen und Institutionen wie Sony Deutschland, dem Festspielhaus Hellerau, dem Haus der Kulturen der Welt, dem Künstler Carsten Nicolai und dem Canon ArtLab in Tokyo (Projekt POLAR, Goldene Nica 2001) realisierte Detlef Günther zwischen 1992 und 2002 verschiedene Medienprojekte. Arbeiten Detlef Günthers sind u. a. vertreten in der Sammlung Ruth und Karl Kremer (NRW), in der EON Kunstsammlung, in der Kunstsammlung der Deutschen Bank (Frankfurt), im Kunstmuseum Gelsenkirchen und im Museo degli Angeli (Brolo-Sizilien).
Einzelausstellungen (Auswahl) 2025 Das Bild, das Sagen und die Neubeschreibung der Häute, Andreas Reinsch Project, Berlin 2022 The Message - Joachim's Dream, Museo degli Angeli, Brolo (Sizilien) 2020 Joachims Traum (Arrangements der Sichtbarkeit), Studio Detlef Günther - Medieninstallation für ein Videogemälde und eine 3D-Figur (Kammerversion) 2019 The Mirandola Series, Andreas Reinsch Project, Berlin 2017 SOMNIUM - Die Wirklichkeit des Bildes (Joachims Traum) - EVA Berlin, Digital Remastered, im Heinrich Hertz Institut Berlin - Vortrag und Ausstellungsbeteiligung zusammen mit Prof. Dr. Arthur Engelbert 2017 The Human Image, Andreas Reinsch Project, Berlin 2016 Grund - Transnaissance no.2, Kunst in der Kirche, Berlin 2015 Transnaissance no.1, Andreas Reinsch Project, Berlin 2012 The Manifestation of Volumes, Kirche auf dem Tempelhofer Feld, Berlin 2007 Heaven Opens, KunstBüroBerlin, Berlin 2006 Dignity of Man - Civilized Meditation, Tieranatomisches Theater der Humboldt-Universität, Berlin 1993 Zone Reality - Gewalt und Wirklichkeit, Volksbühne, Schauraum der NGBK, Flughafen Tempelhof, Berlin 1992 Projekt Gelb 92. Redesign - Die Erde ist Gelb, Berlin 1992 Kapazität, Galerie Treppenhaus, Berlin 1991 Detlef Günther, Galerie Kremer, Gelsenkirchen 1990 Der Tag heute davor und dahinter und mittendrin, Galerie Tengelmann, Köln 1990 Das Spiel mit den Steinen auf dem Wasser, Eisenhalle, Berlin 1989 Wände-Seelen-Schnee, Eisenhalle, Berlin 1988 D. Günther, Galerie Kremer-Tengelmann
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
2017 Andreas Reinsch Project - Gruppenausstellung zusammen mit Sebastian Bolesch, Jonathan Meese, Albert Maria Pümpel und Emanuelle Wilhelm 2010 Imaginarium, Galerie Wedding, Berlin 2006 Inspiration, KunstBüroBerlin, Berlin 2004/05 Slow the Eye, Chelsea Hotel, New York; Arena Berlin 1995 Gebet - silber, St. Petri Kapelle, Brandenburg 1992 Galerie Vanguardia, Bilbao / Spanien 1992 Galeria Indice, Torre la Vega / Spanien 1992 Casa de Cultura, Eivar / Spanien 1992 Gruppe BOR, Gemeente Museum, Helmond / Holland 1992 Galerie Sephira, Madrid / Spanien 1991 Casa de Cultura, Basauri / Spanien 1990 Plener Warszawa, Biuro Wystaw Atystycznych, Berlin, Warschau 1990 Projekt Visum, Guardini-Stiftung, Berlin und BWA - Staatliche Kunsthalle, Olsztyn, Polen 1990 Gruppe BOR, Galerie Westernhagen, Köln 1989 Gruppe BOR, Eisenhalle, Berlin 1989 Große Münchner Kunstausstellung ’89, Haus der Kunst, München 1988 Gruppe BOR, Galerie Westernhagen, Köln 1988 Große Münchner Kunstausstellung, ’88, Haus der Kunst, München
Publikationen von Detlef Günther Detlef Günther: Heaven Opens. Tübingen/Berlin 2009, ISBN 978-3-8030-3340-6.
Literatur über Detlef Günther
Arthur Engelbert: Der Tag heute davor und dahinter und mittendrin. In: Politik und Bild, S. 177ff., Berlin 2017, ISBN 978-3-8288-3741-6.
Arthur Engelbert: Kulturelle Räume. Im Katalog Detlef Günther, Heaven Opens, Tübingen, Berlin 2009; ISBN 978-3-8030-3340-6. Christian Kupke: Grund | The Power to Believe, in: Versionen des Denkens. Version I: Enttäuschendes Denken – Berlin 2021, S. 99–101, ISBN 978-3-938880-99-9.
Angelika Sommer: Bedeutung ist kontextgebunden - Zum Werk von Detlef Günther. Im Katalog Detlef Günther, Heaven Opens, Tübingen, Berlin 2009; ISBN 978-3-8030-3340-6.
Thomas Wulffen: Der Blick. In: Vorwort zum Katalog „D. Günther“ der gleichnamigen Ausstellung der Galerie Kremer-Tengelmann, Köln 1988.
Weblinks
Offizielle Webseite von Detlef Günther
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann