Horst Lebinsky (* 1936 in Fürstenwalde) ist ein deutscher Schauspieler. Beate Heine: Zunder für den "Roten Hahn" / Horst Lebinsky debütiert als Regisseur am Deutschen Theater mit Gerhart Hauptmann in: Berliner Morgenpost vom 30. Oktober 1997, S. 34.

Leben Geboren in Fürstenwalde machte Horst Lebinsky an der Seite von Manfred Krug eine Ausbildung als Stahlwerker in Brandenburg. Er besuchte die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 1968 kam er ans Deutsches Theater Berlin – zunächst als Regieassistent, dann als Ensemblemitglied. Für kurze Zeit wirkte er 1985 als Oberspielleiter am Kleist-Theater in Frankfurt (Oder).

In der Regie von Frank Castorf spielte er die Titelrolle in Ibsens John Gabriel Borkmann, außerdem in Hauptmanns Der Biberpelz, Regie Thomas Langhoff, und in Maurice Maeterlincks Der blaue Vogel, Regie Thomas Ostermeier. Später arbeitete er mit Regisseuren wie Stephan Kimmig, Nicolas Stemann, Michael Thalheimer und Barbara Frey. Horst Lebinski spielte in einer Reihe von Kino- und Fernsehfilmen mit, wie z. B. Till Eulenspiegel (1975), Bankett für Achilles (1975), Jadup und Boel (1980/1988) und Sonnenallee (1999).

Ein besonderer Förderer von Lebinskys darstellerischer Mitwirkung im Hörspiel war der Regisseur Joachim Staritz. Aber auch Werner Buhss und Wolfgang Rindfleisch schätzen Lebinsky als unverwechselbaren Komödianten in ihren Radio-Inszenierungen.

Horst Lebinsky lebt in Berlin-Mitte. Seine Tochter Anne Lebinsky ist ebenfalls Schauspielerin geworden.

Arbeiten am Deutschen Theater (Auswahl) 1970: Isaak Babel: Maria, Rolle: Filipp – Inszenierung: Adolf Dresen 1972: Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W., Rolle: Addi – Inszenierung: Horst Schönemann 1975: Alexander Wampilow: Provinzanekdoten, Rolle: Kamajew – Inszenierung: Ulrich Engelmann 1975: Henrik Ibsen: Ein Volksfeind, Rolle: Hovstadt – Inszenierung: Klaus Erforth, Alexander Stillmark 1976: Georg Kaiser: Zwei Krawatten, Rolle: Kellner – Inszenierung: Friedo Solter 1977: Tomi Ungerer: Das Biest des Monsieur Racin, Rolle: Robinson/Rübezahl – Inszenierung: Alexander Lang 1979: Ernst Toller: Der entfesselte Wotan, Rolle: Reporter – Inszenierung: Alexander Lang 1982: Michail Bulgakow: Verschwörung der Heuchler, Rolle: Bartholomäus – Inszenierung: Thomas Langhoff 1988: Michail Bulgakow: Paris, Paris (Sonjas Wohnung), Rolle: Oboljaninow – Inszenierung: Frank Castorf 1989: Brendan Behan: Die Geisel, Rolle: Matrose – Inszenierung: Thomas Langhoff 1990: Maxim Gorki: Nachtasyl, Rolle: Kostyljow – Inszenierung: Friedo Solter 1991: Henrik Ibsen: John Gabriel Borkmann, Rolle: Borkmann – Inszenierung: Frank Castorf 1992: Alexander Nikolajewitsch Ostrowski: Der Wald, Rolle: Karp – Inszenierung: Thomas Langhoff 1993: Gerhart Hauptmann: Der Biberpelz, Rolle: Julius Wolff – Inszenierung: Thomas Langhoff 1994: Anna Langhoff: Gedeckte Tisch, Rolle: Pajewski – Inszenierung: Sewan Latchinian 1995: Heinrich von Kleist: Prinz Friedrich von Homburg, Rolle: Mörner – Inszenierung: Jürgen Gosch 1996: William Shakespeare/Heiner Müller: Herz/Maschine, Rolle: Claudius – Inszenierung: Anna Langhoff 1996: William Shakespeare: Die Geschichte vom Heinrich IV., Rolle: Bardolph – Inszenierung: Thomas Langhoff 1997: Gerhart Hauptmann: Der rote Hahn – Regie, Bühnenbild: Eberhard Keienburg 1998: William Shakespeare: Mass für Mass, Rolle: Pompejus – Inszenierung: Uwe Eric Laufenberg 1998: Friedrich Schiller: Die Jungfrau von Orleans, Rolle: Vater Thibaut d'Arc – Inszenierung: Jürgen Gosch 1999: Maurice Maeterlinck: Der blaue Vogel, Rolle: Erzähler – Inszenierung: Thomas Ostermeier 1999: Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm – Inszenierung: Amelie Niermeyer 2000: Patrick Marber: Poker, Rolle: Ash – Inszenierung: Matthias Brenner 2001: Heiner Müller: Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten, Rolle: Jason 2 – Inszenierung: Andreas Kriegenburg 2002: William Shakespeare: Was ihr wollt, Rolle: Kapitän Antonio – Inszenierung: Staffan Valdemar Holm 2003: Heinrich von Kleist: Das Käthchen von Heilbronn, Rolle: Waffenschmied, – Inszenierung: Nicolas Stemann 2004: Rainald Goetz: Jeff Koons, Rolle: Jeff Koons – Inszenierung: Martin Pfaff 2005: Johann Wolfgang Goethe: Faust. Der Tragödie zweiter Teil, Rolle: Kaiser – Inszenierung: Michael Thalheimer 2006: Anton Tschechow: Der Kirschgarten, Rolle: Firs – Inszenierung: Barbara Frey 2006: Roland Schimmelpfennig: Ambrosia, Rolle: Herr Gallasch – Inszenierung: Jürgen Gosch 2006: Euripides: Medea, Rolle: Ägeus – Inszenierung: Barbara Frey 2007: Johann Strauss, Karl Haffner, Richard Genée: Die Fledermaus, Rolle: Prinz Orlofsky – Inszenierung: Michael Thalheimer 2007: Gerhart Hauptmann: Die Ratten, Rolle: Theaterdirektor Harro Hassenreuter – Inszenierung: Michael Thalheimer 2008: Henrik Ibsen: Die Wildente, Rolle: Werle – Inszenierung: Michael Thalheimer 2008: August Strindberg: Ein Traumspiel, Rolle: Offizier – Inszenierung: Barrie Kosky 2011: Gerhart Hauptmann: Die Weber, Rolle: Pastor Kittelhaus – Inszenierung: Michael Thalheimer 2014: Henrik Ibsen: Baumeister Solness Rolle: Dr. Herdal, Hausarzt – Inszenierung: Frank Castorf

Filmografie (Auswahl) 1972: Leichensache Zernik 1973: Erziehung vor Verdun (Fernsehfilm) 1975: Till Eulenspiegel 1975: Bankett für Achilles 1975: Juno und der Pfau (Theateraufzeichnung) 1976: Polizeiruf 110: Schwarze Ladung 1977: Die Flucht 1978: Für Mord kein Beweis 1979: Hochzeit in Weltzow 1980: Polizeiruf 110: Der Einzelgänger 1981/1988: Jadup und Boel 1981: Polizeiruf 110: Der Schweigsame 1982: Märkische Forschungen 1982: Das Fahrrad 1982: Der Staatsanwalt hat das Wort: Ich bin Joop van der Dalen (Fernsehreihe) 1982: Stella 1983: Die traurige Geschichte von Friedrich dem Großen (Theateraufzeichnung) 1983: Die Schüsse der Arche Noah 1983: Das Luftschiff 1983: Polizeiruf 110: Eine nette Person 1983: Alfons Köhler (Fernsehfilm) 1985: Die dritte Frau (Fernseh-Zweiteiler) 1986: Kalter Engel 1987: Wengler & Söhne. Eine Legende 1994: Burning Life 1996: Das Geheimnis der Kormoraninsel 1999: Sonnenallee

Hörspiele (Auswahl) 1977: Lord Dunsany: Ich war 'ne Wildgans, Sir – Regie: Joachim Staritz, Rundfunk der DDR 1979: Lia Pirskawetz: Stille Post – Regie: Horst Liepach, Rundfunk der DDR 1985: Hans Fallada: Geschichten vom Mäuseken Wackelohr und von der gebesserten Ratte (Mäusebeamter/Hausherr) – Regie/Bearbeitung: Peter Brasch (Kinderhörspiel – Litera) 1987: Erich Kästner: Fabian – Regie: Joachim Staritz, Rundfunk der DDR 1988: Hans Christian Andersen: Die kleine Seejungfrau (Zopf) – Regie: Werner Buhss (Kinderhörspiel – Litera) 1988: Hans Christian Andersen: Der kleine und der große Klaus (Küster) – Regie: Werner Buhss (Kinderhörspiel – Litera) 1990: Dylan Thomas: Unter dem Milchwald (Zweite Stimme) – Regie: Fritz Göhler (Original-Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1991: Edgar Allan Poe: Der Doppelmord in der Rue Morgue – Regie: Jörg-Michael Koerbl, Rundfunk der DDR 1994: Wenedikt Jerofejew: Walpurgisnacht oder Die Schritte des Komturs – Regie: Werner Buhss, SFB 1996: Dylan Thomas: Margate – Regie: Joachim Staritz, MDR 1996: Thomas Brussig: Helden wie wir – Regie: Wolfgang Rindfleisch, MDR/SDR 1998: Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita – Regie: Petra Meyenburg, MDR 1999: Isaak Babel: Die Reiterarmee – Regie: Joachim Staritz, MDR/DLR 2003: Dorothy Leigh Sayers: Die Weinprobe – Regie: Klaus Zippel, MDR 2003: Dylan Thomas: Unter dem Milchwald (Prediger) – Regie: Götz Fritsch, MDR

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