Odoje () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, das zur Stadt- und Landgemeinde Orzysz (Arys) im Powiat Piski (Kreis Johannisburg) gehört.

Geographische Lage Odoje liegt in der östlichen Woiwodschaft Ermland-Masuren, 28 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Pisz ().

Geschichte Das masurische um 1900 Odoien, danach Odoyen genannte DorfDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Nickelsberg wurde 1495 durch den Deutschen Ritterorden als Zinsdorf mit 66 Hufen gegründetOdoyen/Nickelsberg - Familienforschung Sczuka.

Von 1874 bis 1945 war das Dorf in den Amtsbezirk Mykossen () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Mykossen/Arenswalde, der – 1938 in „Amtsbezirk Arenswalde“ umbenannt – zum Kreis Johannisburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Nach Nickelsberg eingemeindet wurde 1928 der Nachbarort Rzesniken (), 1938 bis 1945 offiziell „Försterei Nickelsberg“ genannt.

203 Einwohner waren im Jahre 1910 in der Landgemeinde Nickelsberg registriert, 1933 waren es bereits 280.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Odoyen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Odoyen stimmten 160 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 76

Am 3. Juni (offiziell bestätigt am 16. Juli) 1938 wurde Odoyen aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch erscheinender Ortsnamen in „Nickelsberg“ umbenannt. Die Einwohnerzahl im Jahre 1939 belief sich auf 291.

Im Jahr 1945 wurde in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt, wovon auch Odoyen resp. Nickelsberg betroffen war. Das Dorf erhielt die polnische Namensform „Odoje“ und ist heute Sitz eines SchulzenamtesGmina Orzysz (), somit auch eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Orzysz (Arys) im Powiat Piski (Kreis Johannisburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Religionen Odoyen war bis 1945 in die evangelische Kirche Arys in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die römisch-katholische Kirche Johannisburg () im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Odoje katholischerseits zur Pfarrei in Orzysz im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Einwohner orientieren sich zur Kirche in der Kreisstadt Pisz in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr Odoje liegt östlich der polnischen Landesstraße 63 (frühere deutsche Reichsstraße 131) und ist von dort auf der Nebenstraße 1702N in Richtung Czarne () zu erreichen. Außerdem endet in Odoje eine von Talki (Talken) kommende Landwegverbindung.

Seit 1911 ist das Dorf Bahnstation an der Bahnstrecke Czerwonka–Ełk (), die heute allerdings nicht mehr regulär befahren wird.

Einzelnachweise

Kategorie:Gegründet 1495 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Orzysz