mini|Infanteriewerk Schollberg 3 A 6100 Die Festung Schollberg (Armeebezeichnung A 6100) ist ein ehemaliges Festungswerk der Abwehrfront «Schollberg-Sarganserau-Tschingel» der Schweizer Armee im Festungsgebiet Sargans. Sie wurde als Teil der Sperrstelle Sarganser Au in der gleichnamigen Felswand bei Trübbach gebaut.

Die Sperrstellen Schollberg (SG), Sarganser Au (SG), Ansstein (GR) und Ellhorn (GR) gelten als militärhistorische Denkmäler von nationaler Bedeutung.Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärische Denkmäler in den Kantonen Glarus, Appenzell Inner- und Ausserrhoden und St. Gallen. VBS, Bern 2006 Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärische Denkmäler im Kanton Graubünden. Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Hrsg.), Bern 2003

Geschichte mini|Militärischer Strassenposten, alte Schollbergstrasse vor Howand um 1800 mini|Restaurierte alte Schollbergstrasse von 1492 als Wanderweg über der Festung Schollberg Die Pässe Matug (Trübbach) und St. Luzisteig waren als strategisch günstige Engnisse bereits in frühgeschichtlicher Zeit befestigt. Der «wilde» Rhein streifte vor der Rheinkorrektion bis um 1850 den Fuss des Schollbergs. In römischer Zeit war die rechtsrheinische Strasse die Hauptverbindung Nord-Süd. Die 1492 eröffnete Schollbergstrasse war der erste von der Eidgenössischen Tagsatzung beschlossene Strassenbau. Sie ersetzte den 200 m höher gelegenen Saumpfad über Matug und bewährte sich bis 1823 als wichtige Handels- und Militärstrasse, bis sie durch die auf einem Damm angelegte (alte) Staatsstrasse abgelöst wurde.Sarganserland-Walensee: Die alte Schollbergstrasse

Der Ingenieuroffizierskurs von 1934 schlug den Bau von Werken am Schollberg mit einer Flankengalerie vor, um zusammen mit dem Artilleriewerk Ansstein das Rheintal nördlich von Sargans sperren zu können. Die Festungen Schollberg und Ansstein waren ursprünglich zur Grenzsicherung errichtet worden. Gestützt auf das eidgenössische Befestigungskonzept 1936/37 wurde Ende 1938 der Bau der Grenzbefestigungen Schollberg und Ansstein in Angriff genommen.

Im Frühjahr 1939 wurden sie ins Gesamtkonzept der Festung Sargans eingebunden. Das Artilleriewerk Schollberg 1 hatte vor die Sperrstellen der Schlüsselfront Schollberg-Sarganserau zu wirken und das Infanteriewerk Schollberg 2 direkt in die Schlüsselfront. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Festung «Schollberg 2» mit dem Annexbau «Schollberg 3» vergrössert.

Im Norden wurde der Zugang zu den Schollbergfestungen durch die Sperrstelle Schollberg-Trübbach geschützt und im Süden durch die vier Bunkerlinien des Reduitfront-Abschnitts Sperrstelle Sarganser Au.

Das Abwehrdispositiv wurde 1962 mit Anlagen zur Flutung der nördlichen Sarganserebene ergänzt. 1993 wurden zwei Centurion-Panzerabwehrbunker und ein Geländepanzerhindernis (GPH 66) bei der Sperrstelle Sarganserau eingefügt.

Der Kommandoposten der Abwehrfront «Schollberg – Sarganserau – Tschingel», das «KP Vild», wurde 2010 als letztes Objekt in dieser Reduit-Schlüsselfront aus der Geheimhaltung entlassen. Artillerie- und Infanteriewerk Schollberg Im November 1938 begann der Bau des Festungswerkes (Armeebezeichnung A 6100) mit der Sperrstelle Schollberg, dem Artilleriewerk (Schollberg 1), dem Infanteriewerk (Schollberg 2) und 1946 mit Schollberg 3 als Artillerie-Annex für vier mobile 7.5-cm-Kanonen 03/22. Gleichzeitig wurde das gegenüber im Kanton Graubünden liegende Artilleriewerk Ansstein (A 6256) in der Sperrstelle Ansstein erbaut. 1960/61 wurde Schollberg 3 zu einem Infanterie-Annex umgebaut und die vier Kanonen durch eine 9-cm-Pak ersetzt. Anfangs 1980er Jahre wurde aus Schollberg 1 ein Infanteriewerk zur Panzerabwehr.

Schollberg wurde von Truppen der Festungsartillerieabteilung 12 besetzt, der Festungsartilleriekompanie Art Kp 38 (Schollberg 2) und Fest Art Kp 40 (Schollberg 1). Mit der Reorganisation der Armee 1952 wurde die Fest Art Kp 40 für alle drei Schollbergwerke zuständig. Mit der Armee 61 wurde sie in Fest Art Kp I/13 umbenannt. Sie hatte einen Bestand von 370 Mann, wovon 80 Mann zur Festungsinfanterie gehörten. Mit der Umwandlung der Schollbergwerke in Infanteriewerke wurde die Besatzung zur Werkkompanie 50.

1990 wurden die 9-cm-Panzerabwehrkanonen und die übrigen Waffen entfernt und Schollberg diente bis 1999 noch als Unterkunft. 2003 wurden die Werke bis auf die Maschinenräume leer geräumt. 2012 wurde die Schollbergwerke an die Gemeinde Wartau verkauft. Schollberg 3 wurde vom Verein AFOM für Besichtigungen wieder in Stand gestellt.

Artilleriewerk Schollberg 1 A 6100.01 Infanteriewerk Schollberg 2 A 6100.02 Infanteriewerk Schollberg 3 A 6100.03

Bewaffnung Das Artilleriewerk war ursprünglich mit zwei 7.5-cm-Kanonen sowie einer 7.5-cm-Gebirgskanone 06 ausgerüstet und die beiden Infanteriewerke mit Maschinengewehren (Mg) und Panzerabwehrkanonen (Pak). Die Waffen waren auf die Sperre Schollberg gerichtet.

Artilleriewerk Schollberg 1: drei 7.5-cm-Befestigungskanonen, 4.7-cm-Pak (später 9-cm), zwei Mg, Scheinwerferanlage Infanteriewerk Schollberg 2 als stärkstes Infanteriewerk der Festung Sargans: eine 24-mm-Pak und drei 4.7-cm-Pak (später 9-cm), acht Mg, Scheinwerferanlage Infanteriewerk Schollberg 3: 9-cm-Pak, drei Mg, Scheinwerferanlage

Während der Armee 61 bestand die gesamte Bewaffnung aus fünf 9-cm-Pak, drei 7.5-cm-Kanonen, acht Mg, vier leichten Maschinengewehren (Lmg), sieben Beobachtern und drei Infrarotscheinwerfern. Im Jahr 1994 wurde diese auf zwei 9-cm-Pak und neun Festungs-Mg 51 reduziert.Festung Oberland: Artillerie- und Infanteriewerk Schollberg A 6100

Sperrstelle Schollberg Die Sperrstelle Schollberg (Armeebezeichnung Nr. 1306) diente dem Schutz des Talkessels von Sargans von Norden und Osten. Im Zentrum der Sperrstelle befindet sich das Festungswerk Schollberg, das zur Sperrstelle Sarganser Au gehört. Die Rekognoszierungen für das Geländepanzerhindernis GPH begannen im Februar 1939. Das GPH mit der flankierenden Bunkerkette wurde 1944 fertig gestellt.

Die Sperrstelle besteht aus drei Artilleriebeobachtern, zwei Geschützständen, 19 Infanteriebunkern, 14 Bunkern mit Leichtmaschinengewehr Lmg, fünf Maschinengewehrbunkern und zwei Munitionsmagazinen und 28 Unterständen in Fels oder Beton, zwei Geländepanzerhindernissen GPH mit 22 Strassenbarrikaden und einer Bachsperre. Sie war die wichtigste Sperrstelle zur Verteidigung des nordöstlichen Zugangs in die Festung Sargans.

Am Nordrand der Sperrstelle führt das Geländepanzerhindernis GPH Trübbach, begleitet von einer Bunkerkette, vom Rheinufer bei Trübbach mit einer nordwestlichen Verlängerung bis zum Kurhaus am Alvier.

Der Trübbach wurde Mitte der 1970er Jahre saniert und zu einem Tankgraben ausgebaut. Die Sperrstellen Schollberg und Ellhorn (GR) gehörten einsatzmässig zusammen.Festung Oberland: Sperrstelle Schollberg

Anlagen Abschnitt Alvier mini|Gedenktafel Ter Bat 159 Die Verlängerung des GPH Trübbach entstand bis 1942 auf den Bergweiden des Alviers mit einer Gruppe von Bunkern und Unterständen, um eine Umgehung im Norden zu verhindern. Artilleriekommandoposten und Beobachter Guggstein A 6050 Infanteriebunker Buchboden A 6051 2 Mg Infanteriebunker Kalberboden A 6052 Infanteriebunker Alvier V A 6053 Lmg Unterstand Alvier II A 6054 Infanteriebunker Alvier IV A 6055 Lmg Artilleriekommandoposten und Beobachter Guggstein A 6050 Lmg Infanteriebunker Alvier II A 6058 Lmg Infanteriebunker Alvier I A 6059 Lmg Infanteriebunker Kaufboden A 6060 Mg Infanteriebunker A 6061 Lmg Infanteriebunker Malanserholz I A 6062 Unterstand Lavadarschberg A 6063 Infanteriebunker Lafadarsch-Loch A 6064 Lmg Infanteriebunker Lafadarsch A 6065 Mg Infanteriebunker Eichendohlenweg A 6066 Lmg Infanteriebunker Flied A 6067 Lmg

Anlagen Abschnitt Trübbach mini|Infanteriebunker Rheinau 1 A 6135 Das Panzerabwehrschwergewicht lag auf dem teilweise nur 250 Meter breiten Abschnitt zwischen Schollberg und Rhein. Infanteriebunker Wiesenrank A 6068 Lmg Infanteriebunker Mumpertjörs A 6069 Mg Infanteriebunker Kracher II A 6070 Lmg Infanteriebunker Kracher I A 6071 Lmg Infanteriebunker Bergweite A 6072 Mg GPH Bergweite T 3315 Artilleriebunker Lauterbach A 6073 Infanteriebunker Lusbüchel A 6074 Lmg Infanteriebunker Wolfsloch A 6075 Mg Unterstand Walsergasse II A 6076 Unterstand Walsergasse I A 6077 Infanteriebunker Scherm A 6078 Lmg Infanteriebunker Mazifer II A 6079 Mg Infanteriebunker Mazifer I A 6080 Infanteriebunker «Am Weg zum Pflanzgarten» A 6083 Mg Unterstandskaverne Richtbühl A 6085 Infanteriewerk IW Richtbühl A 6086 Mg, Beob, Pak BG Bunker Richtbühl A 6087 nicht verbunden mit IW Infanteriewerk IW Bühl A 6088 IK Stand Bühl A 6089 mobile Infanteriekanone IK IR Beobachterstand Richtbühl A 6090 GPH T3315, Abschnitt Richtbühl / Bühl Infanteriebunker Kaverne Fluhwand A 6120 Mg Infanteriebunker Matug Kantine A 6121 Lmg Infanteriebunker Matug Hang A 6122 Mg Munitionskaverne und Unterstand A 6123 Unterstandskaverne A 6124 Unterstandskaverne A 6125 Infanteriebunker Kaverne Schollbergkopf A 6126 Mg Unterstandskaverne A 6127 Unterstandskaverne A 6128 Unterstandskaverne A 6129 Munitionskaverne und Unterstand A 6130 Artilleriekommandoposten und Beobachter Schollberg, Stand Nord A 6131 Infanteriebunker Rheinau 2 A 6134 Mg Infanteriebunker Rheinau 1 A 6135 Mg GPH Wegbarrikade in Fussbrücke T 3313 GPH Schollberg T 3314 GPH Trübbach als Tankgraben T 3315 Stauwehr Flutung Sarganser Au GPH BBB Höcker und Schienen T 3315 GPH BBB Höcker und Schienen T 3315 GPH Schollberg Süd T 3317, Überflutung Sarganserau abgebaut GPH und Bachsperre T 3317, zwischen Schollberg 2 und Saarkanal

Sperrstelle Sarganser Au mini|Infanteriebunker Schollberg Nord Centibunker A 6182 Die Sperrstelle Sarganser Au (Armeebezeichnung Nr. 1307) besteht neben dem Artilleriewerk Schollberg aus vier Bunkerlinien mit über 20 Bunkern. Die Sarganser Au bildete südlich hinter dem 1.5 km breiten Engnis zwischen Schollberg und Ellhorn die Schlüsselfront der Festung Sargans. Sie war die direkte Eintrittspforte in das Becken von Sargans und erlaubte einem durchgebrochenen Gegner den Vorstoss Richtung Süden zum östlichen Tor der Gotthardfestung und Richtung Westen via Walensee in die Innerschweiz.

Mittels eines tiefgestaffelten Verteidigungssystems auf einer Frontlänge von rund 3 km sollte ein solcher Durchbruch verhindert werden. Eine erste Sperrkette bilden sechs Schindler-Bunker («Zuckerstock») mit Lmg am Rheindamm zur Sicherung des Rheins. Die zweite Verteidigungslinie führt der Saar entlang vom Baschärgiessen bis zum Schollberg mit einem langen Geländepanzerhindernis (GPH T 3320/3322), das mit zahlreichen Bunkern und Stosstruppunterständen ergänzt wurde. Diese waren mit einem Telefonnetz und durch Blinker verbunden. Die dritte Bunkerlinie liegt westlich und südlich der Saarlinie in der Ebene. Die vierte Verteidigungslinie befindet sich im Hang über der St. Gallerstrasse und wurde 1993 mit den zwei Centi Bunker verstärkt. Die Anlagen konnten sich gegenseitig Feuerschutz geben.

Ende der 1980er Jahre wurde das GPH mit einer Winkelmauer (GPH T 3321) von Vild zum Rhein ergänzt und 1990 kamen zwei Centi-Bunker als Panzerabwehr dazu, die 2003 ausgemustert wurden.

1993 wurden zwei Centurion-Panzerabwehrbunker (10.5-cm-Kanone) und ein zeitgemässes Gelände-Panzer-Hindernis (GPH 66) ins Abwehrsystem der Sarganserau eingefügt.Festung Oberland: Sperrstelle Sarganser AuBunkerfreunde Schweiz: Region Ellhorn und Sarganser Au

Flutungssystem mini|Vilterser-Wangser Kanal in Trübbach mit Stauwehr