mini|Gedenkstein für die kurzzeitig dort bestatteten Männer des 20. Julis auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof BerlinLage:
Die Liste der Personen des 20. Juli 1944 umfasst die Beteiligten, Mitwisser und Fluchthelfer beim gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler. Sie beruht zum großen Teil auf den Verhaftungslisten des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA), einem Zusammenschluss des Großteils der staatlichen und NSDAP-bezogenen Polizei-, Strafverfolgung, Terror- und nachrichtendienstlichen Institutionen des „Dritten Reiches“. Dazu gehörten die Geheime Staatspolizei und die Kriminalpolizei – zusammengefasst als Sicherheitspolizei – der SD der NSDAP sowie zahlreiche Organisationen zur Verbreitung der NS-Ideologie. Gebildet wurde es am 27. September 1939, ihr erster Leiter war der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, Reinhard Heydrich. Es verfügte über die 1933 eingeführte Schutzhaft, arbeitete dem 1934 eingerichteten „Volksgerichtshof“ unter dem Vorsitz von Roland Freisler zu. Seinen Hauptsitz hatte es im Prinz-Albrecht-Palais in Berlin, Wilhelmstraße 101.Michael Wild (Hrsg.): Das Reichssicherheitshauptamt. NS-Terror-Zentrale im Zweiten Weltkrieg. Hentrich & Hentrich Verlag Leipzig 2019, S. 7ff.
Die Beteiligten stammten aus vielen Schichten der Bevölkerung und hatten vielfältige Kontakte zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. Unter den 200 später wegen der Erhebung Hingerichteten oder anderweitig in den Tod Getriebenen waren die drei Generalfeldmarschälle Günther von Kluge, Erwin von Witzleben und Erwin Rommel, 19 Generäle, 26 Oberste, zwei Botschafter, sieben Diplomaten, ein Minister, drei Staatssekretäre sowie der Chef der Reichskriminalpolizei Arthur Nebe; des Weiteren mehrere Oberpräsidenten, Polizeipräsidenten und Regierungspräsidenten.
Am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligte Persönlichkeiten, die nicht direkt am 20. Juli 1944 mitwirkten, sind in der Liste von Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus aufgeführt.
A Major Wolfgang Abshagen (* 17. November 1897 Stralsund; † 21. August 1945 Brest, hingerichtet) Oberst Otto Armster, Leiter der Abwehrstelle Wien (* 11. Juli 1891 Preetz; † 21. September 1957); von Juli 1944 bis Kriegsende in Haft, von 1945 bis 1955 in sowjetischer Haft
B Otto Baer jun., Unternehmer (* 7. November 1880 Dresden; † 1. August 1947 Torgau) Gertrud Beck, geb. Müller (* 3. Dezember 1882 Rostock; † 15. August 1944 Frankfurt-Höchst, hingerichtet) mini|100px|Ludwig Beck 1936 Generaloberst Ludwig August Theodor Beck, ehemaliger Generalstabschef des Heeres (* 29. Juni 1880 Biebrich; † 21. Juli 1944 Berlin, auf persönlichen Befehl von General Friedrich Fromm erschossen) Oberstleutnant i. G. Robert Bernardis (* 7. August 1908 Innsbruck; † 8. August 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Botschaftsrat a. D. Albrecht Graf von Bernstorff (* 6. März 1890 Berlin; † 23. April 1945 Berlin, ermordet, mutmaßlich durch SS-Angehörige) Gottfried Graf von Bismarck-Schönhausen, Regierungspräsident in Potsdam (* 29. März 1901 Berlin; † 14. September 1949 Verden/Aller) Major Hans-Jürgen Graf von Blumenthal (* 23. Februar 1907 Potsdam; † 13. Oktober 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Oberstleutnant i. G. Hasso von Boehmer (* 9. August 1904 Groß-Lichterfelde; † 5. März 1945 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Eugen Bolz, ehemaliger Staatspräsident von Württemberg (* 15. Dezember 1881 Rottenburg am Neckar; † 23. Januar 1945 Berlin, hingerichtet) Oberst Georg von Boeselager (* 25. August 1915 Burg Heimerzheim; † 27. August 1944 Lomza/Russland, gefallen) Major Philipp von Boeselager (* 6. September 1917 Burg Heimerzheim; † 1. Mai 2008 Burg Kreuzberg) Generalleutnant Hans von Boineburg-Lengsfeld (* 9. Juni 1889 Eisenach; † 20. November 1980 Altenburg, Hessen) mini|100px|Dietrich Bonhoeffer (um 1938) Dietrich Bonhoeffer, evangelisch-lutherischer Theologe und Mitglied der Bekennenden Kirche (* 4. Februar 1906 Breslau; † 9. April 1945 KZ Flossenbürg, hingerichtet) Emmi Bonhoeffer (* 13. Mai 1905 in Berlin; † 12. März 1991 in Düsseldorf) Klaus Bonhoeffer, Jurist (* 5. Januar 1901 Breslau; † 23. April 1945 Berlin, ermordet von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamts) Randolph Freiherr von Breidbach-Bürresheim, Jurist und Oberleutnant (* 10. August 1912 Bonn; † 13. Juni 1945 KZ Sachsenhausen) Rittmeister Arthur Eberhard Börries Wolf Alfred von Breitenbuch, Dipl.-Forstingenieur (* 20. Juli 1910 Dietzhausen bei Suhl; † 22. September 1980 Göttingen); nach dem Krieg im niedersächsischen Forstdienst Eduard Brücklmeier, Jurist und Legationsrat a. D. im Auswärtigen Amt (* 8. Juni 1903 München; † 20. Oktober 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Major Axel von dem Bussche (* 24. April 1919 Braunschweig; † 26. Januar 1993 Bonn); entkam der Verhaftungswelle, da er sich seit Januar 1944 im Lazarett befand
C Oscar Caminneci, Landwirt (* 17. April 1885 Palermo/Sizilien; † 9. März 1945 KZ Mauthausen, hingerichtet) mini|100px|Wilhelm Canaris 1940 Admiral Wilhelm Canaris, Chef des deutschen militärischen Nachrichtendienstes (* 1. Januar 1887 Aplerbeck bei Dortmund; † 9. April 1945 KZ Flossenbürg, hingerichtet) Walter Cramer, Industrieller (* 1. Mai 1886 Leipzig; † 14. November 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet)
D Gustav Dahrendorf, Sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter, Journalist, Kaufmann (* 8. Februar 1901 Hamburg; † 30. Oktober 1954 Braunlage) Justus Delbrück, seit 17. August 1944 Gestapogefängnis Lehrter Straße (* 25. November 1902 Berlin; † 23. Oktober 1945 im Speziallager Jamlitz) Alfred Delp, Pater S.J. (* 15. September 1907 Mannheim; † 2. Februar 1945 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Oberregierungsrat Wilhelm Dieckmann (* 17. Juli 1893 Stotel; † 13. September 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Heinrich Graf von Dohna-Schlobitten, Gutsbesitzer (* 15. Oktober 1882 Waldburg bei Königsberg; † 14. September 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Reichsgerichtsrat Hans von Dohnanyi (* 1. Januar 1902 Wien; † 8. April 1945 KZ Sachsenhausen, hingerichtet) Christine von Dohnanyi, geborene Bonhoeffer (* 26. Oktober 1903 in Königsberg; † 2. Februar 1965 in Kassel) Oberleutnant Hans-Martin Dorsch († 13. März 1945, hingerichtet) Hauptmann Max Ulrich Graf von Drechsel (* 3. Oktober 1911 Karlstein; † 4. September 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Georg Ferdinand Duckwitz, Zuständigkeitsbereich des Auswärtigen Amts in Kopenhagen (* 29. September 1904 Bremen; † 16. Februar 1973 Bremen)
E Hauptmann Albrecht Eggert (* 23. März 1903; † 5. Januar 1977), Stab Heeresgruppe Mitte, Horst von Einsiedel (* 7. Juni 1905 in Dresden; † 25. Februar 1947 im Speziallager Sachsenhausen) war ein Jurist, Ökonom und Mitglied des Kreisauer Kreises. Fritz Elsas, ehemaliger Zweiter Bürgermeister von Berlin (* 11. Juli 1890 Cannstatt; † 4. Januar 1945 KZ Sachsenhausen, hingerichtet) Oberstleutnant i. G. Karl Heinz Engelhorn (* 6. September 1905 Hagenau; † 24. Oktober 1944 Brandenburg-Görden, hingerichtet) Oberstleutnant Hans Otto Erdmann (* 18. Dezember 1896 Insterburg; † 4. September 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) General der Panzertruppe Hans-Karl Freiherr von Esebeck (* 10. Juni 1892; † 5. Januar 1955). Befehlshaber des Wehrkreises XVII (Wien). In einem Konzentrationslager inhaftiert.
F General der Infanterie Alexander Freiherr von Falkenhausen, Militärbefehlshaber von Belgien und Nordfrankreich, (* 29. August 1878 Gut Blumenthal Kreis Neiße O/S; † 31. Juli 1966 Nassau); aufgrund mangelhafter Beweislage nicht angeklagt, jedoch bis Kriegsende inhaftiert. Bankier Gotthard Ludwig Hans Dietrich Freiherr von Falkenhausen, (* 20. Januar 1899 Steinkirchen; † 1. November 1982 Essen). Aus Mangel an Beweisen freigesprochen General der Nachrichtentruppe Erich Fellgiebel (* 4. Oktober 1886 Pöpelwitz bei Breslau; † 4. September 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Oberst i. G. Eberhard Finckh (* 7. November 1899 Kupferzell; † 30. August 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Albrecht Fischer, Baurat (* 27. März 1877 Stuttgart; † 19. Januar 1965). Vom Volksgerichtshof freigesprochen, jedoch trotzdem bis Kriegsende inhaftiert. Max Fleischmann (* 5. Oktober 1872 Breslau; † 14. Januar 1943 Berlin, Suizid). War für leitende Aufgaben in Baden vorgesehen. Reinhold Frank, Rechtsanwalt (* 23. Juli 1896 Bachhaupten; † 23. Januar 1945 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Ehrengard Frank-Schultz (* 23. März 1885 Magdeburg; † 8. Dezember 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Diakonissin des DRK, war nicht dem Widerstand zugehörig, sie hatte lediglich in privaten Gesprächen mit einer Kollegin bedauert, dass das Attentat auf Hitler missglückt sei und wurde daraufhin von dieser denunziert. Oberst i. G. Wessel Freytag von Loringhoven (* 22. November 1899 Groß Born/Kurland; † 26. Juli 1944 Mauerwald/Ostpreußen, Suizid) Walter Frick, Kaufmann (* 31. Oktober 1895; † 22. April 1945, ohne Urteil hingerichtet), Fluchthelfer Arthur Nebes Hans Karl Fritzsche (* 3. Januar 1914 Graudenz; † 8. Juni 1999 Bonn). Gehörte zum engeren Kreis um Stauffenberg. Wurde aufgrund mangelnder Beweislage nach drei Monaten Haft freigelassen und an die Ostfront geschickt. Nach dem Krieg persönlicher Referent von Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier. Generaloberst Friedrich Fromm (* 8. Oktober 1888 Charlottenburg (heute Berlin); † 12. März 1945 Brandenburg-Görden, hingerichtet), auch an der Niederschlagung beteiligt Joseph-Ernst Fugger von Glött (* 26. Oktober 1895 Kirchheim in Schwaben; † 13. Mai 1981 Miesbach). Mitglied des Kreisauer Kreises, vorgesehen als Landesverweser für Bayern; vom Volksgerichtshof zu 3 Jahren Haft in den Zuchthäusern Berlin-Tegel und Bayreuth verurteilt. Nach dem Krieg Mitbegründer der CSU und Abgeordneter
G Otto Heinrich von der Gablentz, Politologe (* 11. September 1898 Berlin; † 27. April 1972 Berlin) Hauptmann Ludwig Gehre (* 5. Oktober 1895 Düsseldorf; † 9. April 1945 KZ Flossenbürg, hingerichtet) Generalmajor Rudolph-Christoph von Gersdorff (* 27. März 1905 Lüben/Schlesien; † 27. Januar 1980 München) Eugen Gerstenmaier, Konsistorialrat, evgl. und Zentrumspolitiker (* 25. August 1906 Kirchheim unter Teck; † 13. März 1986 Oberwinter bei Remagen). Vom Volksgerichtshof zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt; nach 1945 Begründer des Hilfswerks der EKD und über 15 Jahre Bundestagspräsident. Otto Geßler (* 6. Februar 1875 Ludwigsburg; † 24. März 1955 Lindenberg im Allgäu), ehemaliger Reichswehrminister; zwei Tage nach dem Attentat wurde er verhaftet und war bis zum 24. Februar 1945 im KZ Ravensbrück interniert. Hans Bernd Gisevius, Jurist, Regierungsrat (* 14. Juli 1904 Arnsberg; † 23. Februar 1974 Müllheim); konnte sich nach dem 20. Juli der Verhaftung entziehen. Erich Gloeden, Architekt (* 23. August 1888; † 30. November 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Elisabeth Charlotte Gloeden, Juristin (* 9. Dezember 1903 Köln; † 30. November 1944 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) mini|100px|Carl Friedrich Goerdeler Carl Friedrich Goerdeler, bis 1937 Oberbürgermeister von Leipzig, 1934/35 auch Reichspreiskommissar (* 31. Juli 1884 Schneidemühl; † 2. Februar 1945 Berlin-Plötzensee, gehenkt); ein Haftbefehl gegen ihn wurde bereits vor dem 20. Juli erlassen. Fritz Goerdeler, Stadtkämmerer von Königsberg (* 6. März 1886 Schneidemühl; † 1. März 1945 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Oberst i. G. Helmuth Groscurth, Mitverfasser der geheimen Denkschrift Das drohende Unheil, einer Aufforderung an die militärische Führung zum Hochverrat (* 16. Dezember 1898 Lüdenscheid; † 7. April 1943 in sowjetischer Gefangenschaft) Nikolaus Groß, Gewerkschafter (KAB), Redakteur, Seliger der katholischen Kirche (* 30. September 1898 Niederwenigern; † 23. Januar 1945 Berlin-Plötzensee, hingerichtet) Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, Historiker, Verleger (* 22. April 1902 auf der Salzburg bei Bad Neustadt; † 23. April 1945 Berlin, ermordet)
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