Wolfgang Schneider (* um 1940) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben Wolfgang Schneider war ursprünglich Theaterschauspieler. Zu seinen Theaterstationen gehörten u. a. Bremen (Theater am Goetheplatz), Stuttgart (Württembergisches Staatstheater), Bochum (Schauspielhaus Bochum, Bochumer Kammerspiele) und Berlin (Berliner Ensemble). Er war Mitte/Ende der Sechzigerjahre festes Ensemblemitglied am Theater Bremen.Erika Thies: Als Schüler Rull in Bremen den Aufstand probte. In: Weserkurier vom 24. Februar 2011. Abgerufen am 28. Mai 2017 In Bremen wirkte er in mehreren Inszenierungen von Peter Zadek mit, u. a. in Die Unberatenen von Thomas Valentin (1965), Die Räuber (1966; als Roller) und in der, mittlerweile zum festen Bestandteil bundesrepublikanischer Theatergeschichte gehörenden Maß für Maß-Inszenierung (Spielzeit 1967/68 als Herzog mit dem Namen „Frau Meier“; neben Edith Clever als Isabella).Werkverzeichnis Peter Zadek. Theaterinszenierungen. In: Peter Zadek: Die Wanderjahre: 1980 - 2009. Kiepenheuer & Witsch 2009.Besetzungsliste Die Räuber. In: Volker Canaris: In: Peter Zadek: Der Theatermann und Filmemacher. Carl Hanser Verlag, 1979. Seite 272.Maß für Maß nach Shakespeare. In: Theater heute. Band 32. Seite 9. Friedrich Verlag, 1991. Mit Zadeks Maß für Maß-Inszenierung gastierte Schneider 1968 auch beim Berliner Theatertreffen.. Archiv Theatertreffen. Internetpräsenz Berliner Festspiele. Abgerufen am 28. Mai 2017 In der Spielzeit 1969/70 übernahm er am Theater Bremen die Rolle des Luftgeists Ariel in Klaus Michael Grübers Inszenierung von Shakespeares Spätwerk Der Sturm.Klaus Dermutz: Klaus Michael Grüber: Passagen und Transformationen. Verzeichnis der Inszenierungen. LIT VERLAG Dr. W. Hopf. Berlin 2008. Seite 162. ISBN 978-3-82-58-1316-1.

Am Schauspiel Stuttgart trat er in der Spielzeit 1970/71 als Mittelstürmer Harry Heegan in Peter Zadeks Inszenierung des Stücks Der Pott (ursprünglicher Titel: Der Preispokal) von Seán O’Casey auf; mit dieser Inszenierung gastierte er 1971 ebenfalls beim Berliner Theatertreffen.. Archiv Theatertreffen. Internetpräsenz Berliner Festspiele. Abgerufen am 28. Mai 2017 Außerdem spielte er am Schauspiel Stuttgart in der Spielzeit 1970/71 den Korl in der Stuttgarter Erstaufführung des Fleißer-Stücks Pioniere in Ingolstadt, an der Seite von Marlen Diekhoff als Alma.

Anfang der 1970er Jahre wechselte Schneider gemeinsam mit Zadek ans Bochumer Schauspielhaus. In der Spielzeit 1972/73 trat er dort als Luther in D. H. Lawrence’ Bühnenstück Die Schwiegertochter auf.Die Schwiegertochter (mit Foto von Wolfgang Schneider). Offizielle Internetpräsenz des Schriftstellers und Regisseurs Peter Gill. Abgerufen am 28. Mai 2017 1973 übernahm er dort die Titelrolle in Kurt Weills Anti-Kriegs-Musical Johnny Johnson.Wolfgang Jansen: Cats & Co: Geschichte des Musicals im deutschsprachigen Theater. Henschel Verlag 2008. Seite 195. Abgerufen am 28. Mai 2017 In der Spielzeit 1975/76 spielte er an den Bochumer Kammerspielen die Rolle des Alt in einer Neuinszenierung von Ferdinand Bruckners Schauspiel Krankheit der Jugend.. Kritik. In: Sonntagsnachrichten Herne. Abgerufen am 28. Mai 2017 1982 spielte er bei der Landesbühne Hannover den Buchhalter Gråberg in Ibsens Schauspiel Die Wildente.Vildanden. Besetzungszettel der Landesbühne Hannover. Ibsen.nb.no - Nasjonalbiblioteket. Abgerufen am 28. Mai 2017

Ende der 1960er Jahre kam Schneider über Zadek dann auch zum Film, wo er eine kurze Karriere hatte. Unter Zadeks Regie spielte er in dessen erstem Film Ich bin ein Elefant, Madame (1969) in der männlichen Hauptrolle mit; er verkörperte den „rebellischen“ und „aufmüpfigen“ Schüler Rull, der versucht, am Alten Gymnasium Bremen die autoritären Strukturen aufzubrechen.Ich bin ein Elefant, Madame. Rollen und Darsteller bei Literaturatlas.de. Abgerufen am 28. Mai 2017 Für seine Darstellung wurde Schneider 1969 beim Bundesfilmpreis als „Bester Nachwuchsschauspieler“ ausgezeichnet.Deutscher Filmpreis. Archiv. Abgerufen am 28. Mai 2017

In Alfred Vohrers Spielfilm Herzblatt oder Wie sag ich’s meiner Tochter? (1969) spielte er einen der drei Söhne des Bauunternehmers Max, die jeweils als Bewerber für das unschuldige „Herzblatt“ (Mascha Gonska) ausgewählt werden. Es folgten dann einige weitere Arbeiten für das Fernsehen. In der ZDF-Krimiserie Der Kommissar wirkte er in Folge Nr. 31 (Erstausstrahlung: Februar 1971) in einer Episodenhauptrolle mit; er spielte den Schneidergesellen Bigge, einen Angestellten im Modesalon Stoltze.Ende eines Tanzvergnügens; Handlung und Sendeinformationen. Abgerufen am 28. Mai 2017"Ende eines Tanzvergnügens"; Handlung und Kommentare. Abgerufen am 28. Mai 2017 Eine Serienhauptrolle hatte er in der 1972 (Januar–Mai 1972) erstausgestrahlten Fernsehserie Die Melchiors; darin spielte er Eric Melchior, einen der beiden Söhne eines Lübecker Kaufmanns.Die Melchiors. Besetzung, Szenenfotos und Hintergrundinformationen. Abgerufen am 28. Mai 2017

Die Filmdatenbank IMDb ordnet dem Schauspieler W. Schneider fälschlicherweise auch die Mitwirkung als Regisseur und Drehbuchautor in einigen frei finanzierten Dokumentarfilmen für den medienpädagogischen Einsatz aus den Jahren 1975 bis 1982 zu.Hier liegt jedoch eine reine Namensgleichheit vor. Es handelt sich dabei nicht (!) um den Schauspieler Wolfgang Schneider. Die biografischen Angaben zu dem Dokumentarfilmer Wolfgang Schneider sind: Wolfgang Schneider, geb. 1954; Dozent für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Frankfurt, Mitglied im Vorstand der AG für kommunale Filmarbeit.

Über den weiteren Lebensweg Schneiders, insbesondere ab den 1980er Jahren, wurde öffentlich nichts bekannt. Er war jedoch wohl weiterhin künstlerisch aktiv. 1994 spielte er, während der Mit-Intendanz von Zadek, am Berliner Ensemble in einer Tournee-Version von Peter Zadeks Inszenierung des Brecht-Stücks Der Jasager und der Neinsager.Programmzettel Berliner Ensemble 1994. Tournee-Version DER JASAGER UND DER NEINSAGER. Abgerufen am 28. Mai 2017 Im September 1994 trat er, in einer ungewöhnlichen Spielzeiteröffnung des Berliner Ensembles, neben Knut Koch und Elisabeth Ebeling, in einer Inszenierung von Zadeks damaliger Assistentin Elisabeth Gabriel als Feuerwehrhauptmann in einer Inszenierung von Eugène Ionescos Theaterstück Die kahle Sängerin im Landgasthof Naase in Gröben (Brandenburg) auf.Mit der Premiere Die kahle Sängerin eröffnete das BE - in der Provinz - seine neue Spielzeit: So spielt es eben, das wahre Leben. Bericht und Kritik. In: Berliner Zeitung vom 16. September 1994. Abgerufen am 28. Mai 2017Banalität auf der Schippe. Bericht und Kritik. In: Neues Deutschland vom 12. September 1994. Abgerufen am 28. Mai 2017

Filmografie (Auswahl) 1968: Maß für Maß (Theateraufzeichnung; Theater am Goetheplatz Bremen) 1969: Ich bin ein Elefant, Madame (Kinofilm) 1969: Herzblatt oder Wie sag ich’s meiner Tochter? (Kinofilm) 1971: Der Pott (Fernsehfilm) 1971: Der Kommissar: Ende eines Tanzvergnügens (Fernsehserie, eine Folge) 1971: Hamburg Transit: Der billige Jakob (Fernsehserie, eine Folge) 1972: Die Melchiors (Fernsehserie, Serienrolle) 1973: Die Zärtlichkeit der Wölfe (Kinofilm)

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