mini|rechts|Beispiel eines 0-Euro-Scheines (zur Kieler Woche 2017) Der 0-Euro-Schein ist ein von Richard FailleFaille war bereits an der Entwicklung der Euro-Münzen beteiligt und vertreibt seit 1996 Gedenkmedaillen mit Sehenswürdigkeiten als Souvenirs. mit Erlaubnis der EZB entwickelter Euro-Souvenir-Schein.
Der Schein hat einen Nominalwert von null Euro und wird vom weltweit drittgrößten Banknotenhersteller, der französischen Wertpapierdruckerei Oberthur TechnologiesOberthur Technologies ist eine von über zehn von der EZB zur Fertigung von Euro-Banknoten lizenzierten Druckereien., mit einigen für Banknoten typischen Sicherheitsmerkmalen auf Sicherheitspapier gedruckt. Sie sind mit dem aufgedruckten Nennwert von „0 Euro“ jedoch keine gültigen Zahlungsmittel und offiziell keine Banknoten, da sie von keiner Notenbank als Emittent ausgegeben werden. Durch die Auswahl der eingesetzten Merkmale und insbesondere die Farbe Lila können sie vor allem optisch nicht mit Zahlungsmitteln verwechselt werden. Einschlägige Testgeräte erkennen sie nicht als authentische Zahlungsmittel. Mit Prüfstiften reagiert das eingesetzte Sicherheitspapier nicht oder nur unterschwellig.Es sind Produktionsvorgaben festgelegt, dass das Sicherheitspapier von solchen Prüfstiften nicht geschwärzt wird.
Motive Die einzelnen Serien tragen auf der Vorderseite beliebige Motive von touristischem Interesse, wie Sehenswürdigkeiten, Museen, Freizeitparks, Persönlichkeiten der Geschichte, historische Anlässe, Ereignisse und sportliche Veranstaltungen. Die Scheine sind als Souvenir, Spende und Werbemittel anzusehen. Trotz eines Zahlwertes von null EuroWenigstens die Papier- und Druckkosten sind repräsentiert und darüber hinaus sind Spenden-Einnahmen vorgesehen. werden sie nicht kostenlos abgegeben. Von der jeweiligen touristischen (Ausgabe-)Stätte kann mit dem Verkauf eine Einnahme erreicht werden, um das kulturelle Erbe zu erhalten, aufzuwerten und zu fördern. Durch das Vertreiben der Scheine wird auf touristische Ziele des Kulturerbes hingewiesen. Inzwischen sind sie bei Touristen und Sammlern genauso beliebt wie klassische Ansichtskarten.
Die ersten französischen Scheine aus dem Jahr 2015 hatten ein kleineres Format und weitere Sicherheitsmerkmale auf Vorder- und Rückseite. Eine Europaflagge war links oben aufgedruckt. Meist wurden die Scheine über besonders aufgestellte Verkaufsautomaten für einen Verkaufspreis von zwei Euro verkauft.Euro-Schein Souvenir GmbH, Pressemappe 2016. Aufgrund der Ähnlichkeit mit echten Banknoten wurden die in kleineren Serien aufgelegten Scheine sowohl als Souvenir als auch als Sammlerstücke beliebt. Das Geschäft lief so gut, dass die Scheine Nachfolger erhielten.
Geschichte Ab 1996 entwickelte der französische Geschäftsmann Richard Faille ein Konzept für Gedenkmedaillen von Sehenswürdigkeiten und historischen Bauten. Mit über 1500 verschiedenen Motiven wurden über 60 Millionen Stück verkauft. Als Weiterentwicklung folgten Euro-Souvenir-Scheine mit einem Nennwert von null Euro. Diese werden in Frankreich produziert und seit April 2015 von Museumsläden und Touristenzentren über das Land verteilt in Frankreich und Monaco verkauft. Stand 2022 waren mehr als 120 länderspezifische Scheine verfügbar.
Frankreich (2015) Die ersten 0-Euro-Scheine waren grundsätzlich anders gestaltet und etwas kleiner. Sie hatten noch das direkte Format der 20-Euro-Banknote. Einige Merkmale wurden später auf beiden Seiten abgeändert oder weggelassen. Unter UV-Licht werden noch andere Merkmale sichtbar oder fehlen ganz. Zum Beispiel ist kein unter UV-Licht sichtbar.
Diese Scheine trugen auf der Vorderseite links oben die Europaflagge. Es waren kleine gelbe Sterne links anders angeordnet und die kleine blaue Null unten links fehlte. Die Hintergrundgestaltung hatte eine andere Grafik und die Scheine hatten am Rande links und rechts einen fühlbaren Streifen. Der linke Streifen zeigte links oben eine Null sowie neben kleinen Kreisen den Schriftzug „ZEROEUROSOUVENIR“. Es fehlte in der Randgestaltung links und rechts der Eindruck „EUROSOUVENIR“.
Das Eurosymbol der Rückseite oben links war nicht schraffiert und die Hintergrundgestaltung hatte eine andere Grafik als spätere Ausgaben. Der Vermerk zur Druckerei unten rechts fehlt.
Weitere Verbreitung Das Verbreitungsgebiet der 0-Euro-Scheine wurde 2016 auf die Überseegebiete Guadeloupe und Französisch-Guayana ausgedehnt sowie auf Länder wie Belgien und Spanien. Die Rückseite der Scheine wurde daraufhin geändert. Seit 2016 sind neben französischen auch Motive aus verschiedenen Ländern Europas abgebildet.
Ab 2017 kamen zum vorherigen Verbreitungsgebiet 0-Euro-Scheine in Österreich, den Niederlanden, Portugal, Luxemburg, der Schweiz, Italien, Griechenland, Finnland und San Marino hinzu.
2018 wurden eigene Ausgaben in Litauen, der Slowakei und dem Vatikan ausgegeben. Zudem werden eigene Ausgaben in Nicht-Euro-Staaten wie China, Russland und den USA ausgeführt. Ursprünglich erfolgten Neuausgaben zum Kauf vor Ort an touristischen Stätten, der Erfolg der Idee führte immer mehr zu privaten Herausgebern über entsprechende Seiten im Internet.
Zwischenzeitlich sind Scheine in der Farbe Grün erschienen, die allerdings nicht von Richard Faille stammen und insbesondere nicht die typischen Sicherheitsmerkmale sowie die Währungsangabe aufweisen.
Deutschland Der erste 0-Euro-Schein Deutschlands wurde am 30. März 2016 vom Zoo Duisburg zum Preis von drei Euro herausgegeben. Abgebildet waren auf der ersten Ausgabe mit einer Auflage von 5000 Stück der Giraffenbulle Kiringo, Tiger Elroy und das Koalamännchen Thalera. In der zweiten Serie mit einer Auflage in gleicher Höhe wurde das Motiv abgeändert und der Giraffenbulle Kiringo durch den Brillenbären Pablo ersetzt. Seither werden weitere Serien von Souvenirscheinen mit deutschen Motiven herausgegeben.
Österreich Der erste 0-Euro-Schein Österreichs wurde 2017 vom Alpenzoo Innsbruck herausgegeben. Mit dem Erlös wurde ein neues Gehege für Zwergmäuse finanziert.Schöner Schein: 0-Euro-Noten mit österreichischen Motiven: Im Jahr 2017 machte der Alpenzoo Innsbruck mit seiner Erstausgabe als 0-Euro Souvenir Schein in Höhe von 10.000 Stück den Anfang mit Tierporträts von Steinbock und Luchs. 2018 ist eine zweite Auflage erschienen, erkennbar an der geänderten kleinen Jahreszahl rechts neben der Europaflagge unter „ALPENZOO“ und rückseitig dem Turm von Belém statt Big Ben.
Schweiz Eine Besonderheit sind die ab 2017 ausgegebenen 0-Souvenir-Scheine der Schweiz, da es auf Vorder- und Rückseite Abweichungen in der Gestaltung gibt. Bisher sind zehn verschiedene Ausgaben aus dem Jahre 2017 bekannt. Im Jahre 2018 wurden insgesamt neunzehn Scheine und 2019 zwölf Scheine ausgegeben. Im Jahr 2020 gab es sieben Ausgaben, denen weitere folgten.
Die Schweizer Flagge befindet sich auf der Vorderseite oben links unter dem Titel. Unten links wurde auf das Wort „EURO“ verzichtet, es steht nur zweizeilig „SOUVENIR“. Die vierstelligen Serienbuchstaben beginnen mit „CH“ und damit entfällt der sonst übliche Hinweis auf die (Euronoten-)Druckerei mit einem „E“. Es fehlt die Null sowie das Eurosymbol bei der Betrachtung unter UV-Licht und die siebzehn Sterne sind eher in der Mitte.
Auf der Rückseite gibt es oben links weder die Null noch das Eurosymbol. Ein Grund für den Verzicht auf die Null ist unbekannt. Rechts unten steht wie auf der Vorderseite nur zweizeilig „SOUVENIR“. Obwohl anscheinend immer auf den Bezug zum „EURO“ verzichtet werden sollte, ist auf beiden Seiten im Hintergrund die Mikroschrift „ZEROEUROSOUVENIR“ aufgedruckt.Reiner Graff: Die 0-Souvenir-Scheine der Schweiz, Numispost-Das Schweizer Magazin für Münzen, April 2018, Bad Ragaz (Schweiz). Ein einzeiliger Vermerk zur Druckerei auf Französisch steht unten rechts.
In der Schweiz waren die Scheine „Guillaume Tell“, „Fondation Barry du Grand-St-Bernhard“ sowie die erste Ausgabe „Freddie Mercury-Montreux“ 2018 wohl am beliebtesten.Reiner Graff: Die 0-Souvenir-Scheine der Schweiz, Numispost, April 2018, S. 64–66.Numispost, Das Schweizer Magazin für Münzen, Ausgabe April 2018, Reiner Graff; Die 0-Souvenirscheine der Schweiz, Ausgabe September 2018; Der neue Katalog zu den 0-Euro-Souvenirscheinen aus dem Battenberg Gietl Verlag.
Eigenschaften Der in Violett gehaltene 0-Euro-Schein ist nicht auf dem gleichen Papier wie die Euro-Banknoten gedruckt und mit 135 mm × 74 mm größer als eine 20-Euro-Note. Das Papier wird wie für Banknoten üblich auf Baumwollbasis hergestellt. Jeder Schein enthält folgende Sicherheitsmerkmale: Wasserzeichen, Metallstreifen im Papier, fühlbares Relief, Hologramm, Mikroschrift, Durchsichtsregister, fluoreszierende unsichtbare Farbe, dazu individuelle Serienbuchstaben und Kontrollnummer. Der Schein wird in Offset- und Stichtiefdruck hergestellt. Das spezielle Hologramm rechts oben sowie das personalisierte Wasserzeichen links stellen die Draufsicht auf den Pariser Eiffelturm dar. Die Mikroschrift im Hintergrund sowie andere Details werden erst mit einer Lupe besser sichtbar. Es gibt zusätzlich verschiedene UV-Elemente und Sicherheitsfasern, die unter UV-Licht sichtbar werden.
Vorderseite Der zentrale Bereich enthält das zu Grunde gelegte Motiv, eine Sehenswürdigkeit, eine kulturelle Einrichtung oder eine charakteristische Symbolik, wie Luther für die Reformation. In der linken oberen Ecke ist der zum Motiv gehörende Titel wiedergegeben. Seit 2016 wurde die Europaflagge durch eine blaue Flagge ohne Europasterne und dafür mit der kreisförmigen gelben Mikroschrift EUROSOUVENIR ersetzt. Auf der linken Seite sind siebzehn gelbe Blüten aufgedruckt, die unter UV-Licht hervorgehoben sind. Rechts daneben steht die Jahreszahl und die Motivnummer. Die vierstelligen Serienbuchstaben sowie die Kontrollnummer unten rechts ist innerhalb einer Ausgabe einmalig, jedoch mit Jahr und Versionsnummer eine eindeutige Identifizierung. Ebenfalls unten rechts befindet sich die stilisierte Unterschrift von Richard Faille, dazu „C.E.O.“ und der Name in Klarschrift.
Motivnummer, Kontrollnummer und Auftraggebermarke Oben links gleich neben der Flagge befindet sich das Jahr der Ausgabe und die zweite Ziffer ist die eigentliche Motivnummer (etwa in der Form 2017-1). Dabei gilt folgende Regelung: Werden im gleichen Jahr vom gleichen Auftraggeber (vergleiche dabei auch die letzten beiden Buchstaben vor der Kontrollnummer) zwei Ausgaben mit dem gleichen Motiv ausgegeben, ändert sich die Motivnummer nicht (bleibt somit bei 2017-1). Gibt es allerdings ein neues Motiv, dann ändert sich die Motivnummer (somit auf 2017-2). Das bedeutet im Folgejahr bei einer weiteren Ausgabe mit unverändertem Motiv, ändert sich nur das Ausgabejahr und die Motivnummer bleibt gleich. Diese Regelung wird allerdings nicht immer eingehalten.
Der erste Buchstabe vor der Kontrollnummer gibt den alten Eurobanknoten-Ländercode wieder (z. B. „U“ für Frankreich, „X“ für Deutschland oder „N“ für Österreich). Mit zunehmender Vielfalt an Ausgaben und Motiven gibt es bereits Abweichungen. Der zweite Buchstabe ist bei allen 0-Euro-Scheinen ein „E“ und steht für die französische Druckerei Oberthur Technologies, in der alle Scheine gedruckt werden. Die nächsten beiden Buchstaben stehen für das Kurzzeichen des Kunden, der die Serie in Auftrag gegeben hat. Die folgende sechsstellige Kontrollnummer wird innerhalb einer Serie fortlaufend nummeriert.
Rückseite Die ursprüngliche Serie von 2015 hatte auf der Rückseite rein französische Motive. Abgebildet waren der Eiffelturm, die Kathedrale Notre-Dame de Paris, die Abtei Mont-Saint-Michel in der Normandie und das römische Aquädukt Pont du Gard im Süden Frankreichs. Alle auf der Rückseite dargestellten Bauwerke waren und sind noch aktuell zusätzlich im Motiv selbst an unterschiedlichen Stellen in Mikroschrift betitelt.
Mit der Verbreitung auf andere Länder wurde die Rückseite der Scheine seit 2016 auf Motive aus Europa angepasst. Mit dem Eiffelturm in der Mitte ist daran