mini|Werbeschild „Radfahrer Station.“ Bundeseinkehrstellen, auch Bundeshotel, Bundesgasthof oder Verkehrslokal, waren Dorfkrüge, Gasthäuser, Restaurants und Hotels, die von Radfahrerbünden ihren Mitgliedern bevorzugt empfohlen wurden. In der Blütezeit der regionalen Radfahrerbünde Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten Rabatte für Radwanderer zu den Vorteilen, die die Radfahrerbünde Mitgliedern unter anderem boten.Bredow / Osthavelland: Gasthof Grünefeld – Rabatte für Mitglieder des Deutschen Radfahrerbundes 1920 Die Gastwirte der Bundeseinkehrstellen profitierten ihrerseits von der Mitgliedschaft in einem Radfahrerbund durch zusätzliche Gäste.
mini|Handbuch 1925 – Lausitzer Radfahrer-Bund e. V., Bundeseinkehrstellen des LRB mit Kretschamen, die teils heute noch wirtschaften. S. 29–31. Eine vollständige Liste der Bundeseinkehrstellen von 1925 ist vom Lausitzer Radfahrer-Bund überliefert.Bundeseinkehrstellen des Lausitzer Radfahrer-Bunds, Handbuch 1925 des LRB, S. 29 ff. Bereits 1898 berichtet die Thorner Presse von der Errichtung neuer Bundeseinkehrstellen des Deutschen Radfahrer-Bundes.Thorner Presse 1898, Jg. XVI, Nro. 194 + Beilage, 20. August 1898, Provinzialnachrichten, dritte Spalte. Im Handbuch für Mitglieder des Arbeiter-Radfahrerbundes „Solidarität“ wurden die Regeln und ein Mustervertrag für die Einrichtung neuer Bundes-Einkehrstellen gedruckt.Handbuch für Mitglieder des Arbeiter-Radfahrerbundes „Solidarität“ / Bearb. von Karl Fischer. Hrsg.: Arbeiter-Radfahrerbund „Solidarität“, Offenbach a. M., 1908. S. 153–156.
Das Schweizerische Sozialarchiv schreibt in den Archivfindmitteln: „Das Tourenfahren wurde durch eine Reihe von Dienstleistungen unterstützt (Unfallversicherung, Einkehrstellenverzeichnisse, Erledigen von Grenzformalitäten, Tourenvorschläge etc.).“Archivfindmittel: Arbeiter-Touring-Bund ATB / Arbeiter-Radfahrer-Bund der Schweiz „Solidarität“, Union du Touring ouvrier UTO. Signatur: Ar 51, 1906–2013, Stand per: 10. April 2017. Vom Steiermärkischen Arbeiter-Radfahrerbund heißt es: „Bestimmte Gast- und Kaffeehäuser wurden als Einkehrstellen empfohlen – etwa das Lokal List in Mürzzuschlag –, im Reichsorgan wurden die Genossen explizit ersucht, nur in Klublokale einzukehren und ‚andere Lokale möglichst zu meiden‘.“, ARGUS Steiermark – Die Radlobby
Bundeshotels und Unionshotels Die Bundeshotelfrage – bzgl. Anzahl und Qualität geeigneter Gasthäuser, geforderter Bundesmitgliedschaft der Bundeswirthe, gebotener Rabatte und Ausstattung (z. B. ein ordentlich verschließbarer Maschinenraum) – wurde bspw. in der Bundeszeitung Deutscher Radfahrer-Bund 1893 diskutiert.Zur Bundeshotelfrage. In: Deutscher Radfahrer-Bund: Fachzeitschrift für die Interessen des Radfahrens, Magdeburg, 6. Jahrg. 1893, S. 102.
Dickkopfplatz in Elze: Deutsches Haus L. Temme, Weiterhin ist zwischen dem zweiten und dritten Erdgeschossfenster von rechts noch die Schrift Radfahrer Bundes Hotel so eben zu erkennen. Dieser Hinweis wurde vom Deutschen Radfahrer Bund (1884 bis 1919) an ausgewählte Hotels vergeben.Temme Deutsches Haus um 1920. Heimat- und Geschichtsverein Elze und seiner Ortsteile e. V. Harth-Pöllnitz / Großebersdorf: Hotel Adler Greifswald: Burmeister’s Hotel – Bundeshotel für Radfahrer
Auf den ersten Seiten des 13. Bandes der Reihe Rad-Rundfahrten in Deutschland: Odenwald und Neckarthal heißt es: „Mit B (Bundeshotel) sind Gasthöfe bezeichnet, welche den Mitgliedern des Deutschen Radfahrer-Bundes, mit U (Unionshotel) solche, die den Mitgliedern der Allgemeinen Radfahrer-Union (Deutscher Tourenclub) besondere Vergünstigungen gewähren.“Band 13: Odenwald und Neckarthal. Rad-Rundfahrten in Deutschland: Führer f. Radfahrer. S. 4
Bundeseinkehrstellen und Bundesgasthöfe Die Liste der Bundeseinkehrstellen des Lausitzer Radfahrer-Bunds im Handbuch 1925 umfasst 111 Gaststätten. Weitere Beispiele:
Verzeichnis der Ortsvertreter, Bundeshotels und Einkehrstellen im Gau 31.Fahrtenbuch des Gaues 31 Schleswig-Holstein Deutschen Radfahrer-Bundes, Flensburg 1911, S. 5 ff. UB Kiel digital. Königreich Sachsen, 1899: Empfehlenswerte Gasthöfe u. Gastwirtschaften. (Nur Bundesgasthöfe und Bundesgastwirtschaften.)Touren-Buch des Sächsischen Radfahrer-Bundes, 1899, S. 84. Bundes-Gasthäuser des D.R.-B. in Mitteldeutschland: Magdeburg, Erfurt, Gotha, Plauen.Wegweiser durch Mitteldeutschland für Radfahrer, Band 1 und 2, Leipzig 1897. SLUB Dresden digital Großenhain: Börners Restaurant, Radeburger Straße 4, Verkehrslokal der organisierten Arbeiterschaft, Einkehrstelle des Arbeiter-Radfahrer-Bundes „Solidarität“, ca. 1911.Großenhain i. S. und Umgebung in Wort und Bild. S. 45. SLUB Dresden digital Machern: Gasthof zur Eisenbahn. Der Gasthof diente ab den 1890er Jahren lange Zeit dem Deutschen Radfahrer-Bund wie auch dem 1891 neugegründeten Sächsischen Radfahrer-Bund als Bundesgasthof. Zwenkau: Gaststätte „Goldner Adler“ Nummer 07-2015 306. Beilage der „Zwenkauer Nachrichten“ 7. August 2015, localbook Zwenkau Ostseebad Misdroy. Bundes-Einkehrstelle! Genz Hotel u. Restaurant (Anzeige in: Norddeutsche Radsport-Zeitung)Anzeige regelmäßig ab Juli 1900 in: Norddeutsche Radsport-Zeitung, 1900/1901 Salzkammergut: B. W. = Bundeswirtshaus des Deutschen Radfahrer-BundesTourenbuch des Salzkammergutes für Radfahrer, 1899 Abkürzungen und Zeichenerklärung, S. 4. Auch der Süddeutsche Radfahrer-Bund hatte assoziierte Bundeseinkehrstellen.ebay 2017: Schild Süddeutscher Radfahrer-Bund e. V. * Einkehrstelle / 20.er Jahre – Deutschland. Gau 29: 1898 wurden Bundeseinkehrstellen in Culm (Chełmno), Peplin, Skurz (Skórcz), Spengawsken (Szpęgawsk) errichtet.Thorner Presse 1898, Jg. XVI, Nro. 194 + Beilage, 20. August 1898
Stationen des Rad- und Motorradfahrer-Verbands „Concordia“ mit Sitz in Bamberg wurden nur mit Einkehrstelle bzw. Hilfsstation bezeichnet.ebay: Original Emailleschild „Concordia“ Einkehrstelleebay: Original Emailleschild „Concordia“ Hilfsstation
Standquartiere Als Standquartier wurden Unterkünfte bezeichnet, die als Ausgangspunkt mehrtägiger Aufenthalte, bspw. am Ort eines Bundestages, dienten. Beim 43. Bundesfest des BDR 1926 in Dresden inserierten Hotels in der Festzeitung als Standquartiere bestimmter BDR-Gaue.Bundes-Fest-Zeitung zum 43. Bundesfest des Bundes Deutscher Radfahrer, Nr. 13, 15. Juli 1926, Tweet: @radfahrerwissen, 5. Juli 2018.
Siehe auch Soziale Netzwerke. In: „Aufs Rad – Genossen alle!“ Der Radfahrerbund »Solidarität« und die Arbeitersportbewegung in Ludwigshafen.sozialdemokratie-rlp.de Verkehrslokal Vereinigung Deutscher Radsport-Verbände Nordmährischer Grenzbote, 1936, 20. August 1936 Číslo 94 (kein Open Access, Zugriff nur in Räumen der Bibliothek (Vědecká knihovna v Olomouci – VKOL)) Bundesbecher
Literatur Regina und Manfred Hübner: Trink, Brüderlein, trink. Illustrierte Kultur- und Sozialgeschichte deutscher Trinkgewohnheiten. Ed. Leipzig, Leipzig 2004, ISBN 3-361-00575-2, S. 198 f.
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Radfahrer-Bund Kategorie:Radsportgeschichte Kategorie:Typ des Bewirtungs- und Verpflegungsbetriebs