Julius Jaenisch (geboren am 6. Oktober 1890 in BerlinGeburtsregister Standesamt Berlin 8, Nr. 2125/1890 als Louis Ferdinand Julius Jänisch; gestorben 1. Oktober 1964 in Berlin-MitteSterberegister Standesamt Berlin-Mitte, Nr. 2009/1964) war ein deutscher Nachrichtensprecher. Ab 1925 war er Nachrichtenansager der Funk-Stunde Berlin, des ersten Hörfunksenders in Deutschland, der 1935 zum Reichssender Berlin umgestaltet wurde.
Leben und Werk Jaenisch besuchte zunächst das Sophien-Realgymnasium, später die Hauptkadettenanstalt in Groß-Lichterfelde. Er wandte sich, da er wegen eines Leidens nicht die Offizierslaufbahn einschlagen konnte, dem Bankfach zu. Danach arbeitete er als Telefonist an der Börse. Im Ersten Weltkrieg war er zuerst an der Ostfront eingesetzt. Wegen eines Herzleidens kam er danach in eine Postüberwachungsstelle. Nach Kriegsende arbeitete er als Nachrichtenredakteur in einem Berliner Büro für auswärtige Zeitungen. Er berichtete unter anderem von der Weimarer Nationalversammlung. In der Folge war er in einer Außenhandelsstelle und dann als Kassierer einer Berliner Privatbank tätig. Er bewarb sich auf eine öffentliche Ausschreibung der Funk-Stunde Berlin und entschied das Vorsprechen für sich. Ab 1925 wirkte er als Sprecher der Wetter-, Wirtschafts- und Sportnachrichten.Hans S. von Heister (Hg.): Das Buch der Ansager, Rothgiesser & Diesing 1932; S. 18 Durch den Wahlsonderdienst wurde er auch überregional bekannt. Seine Aussprache soll sehr deutlich gewesen sein, der Tonfall leicht nasal. Er errang rasch hohe Beliebtheit beim Publikum. In einem Interview von 1935 beschrieb er seine Tätigkeit wie folgt:
Das letzte Lebenszeichen stellt eine Hörspielaufzeichnung mit Gustaf Gründgens aus dem Jahr 1937 dar. Einen Hinweis auf sein weiteres Schicksal gab 2016 eine von Goebbels’ Sekretärinnen:
Hörspiel Hans Sonnenstoßers Höllenfahrt von Paul Apel, Hörspielfassung von Gustaf Gründgens, Bearbeitung: Harald Braun, Musik: Mark Lothar. Mit Gustaf Gründgens, Theo Lingen, Lola Müthel, Charlotte Witthauer, Franz Weber, Margarethe Schön, Volker von Collande, Elsa Wagner, Will Dohm, Irma Schwab, Wilhelm Ehlers, Julius Jaenisch. RRG 1937Hörspieltipps, abgerufen am 25. Mai 2017
Quellen Julius Jaenisch, in: „Die Sendung“ 1935, S. 36 J. Hellmut Freund: Vor dem Zitronenbaum, Autobiographische Abschweifungen eines Zurückgekehrten. Berlin, Montevideo, Frankfurt am Main: S. Fischer 2005, S. 169 Ulrich Heitger: Vom Zeitzeichen zum politischen Führungsmittel, Entwicklungstendenzen und Strukturen der Nachrichtenprogramme des Rundfunks in der Weimarer Republik 1923–1932, LIT Verlag Münster, 2003, S. 154 Night Out (Berlin): Eine moderne Frau mit Fragen an die Gegenwart, 6. April 2017, abgerufen am 25. Mai 2017 (Transkript des Bomsel-Zitats)
Weblinks Getty Images: Jaenisch, Julius - Radio newscaster, Radio host, abgerufen am 25. Mai 2017 (zwei Fotografien von Curt Ullmann)
Einzelnachweise
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