mini|hochkant|rechts|Friedrich Georg August von Hessen-Darmstadt
Prinz Friedrich Georg August von Hessen-Darmstadt (* 21. Juli 1759 in Darmstadt; † 19. Mai 1808 in Groß-Gerau) war ein Prinz von Hessen-Darmstadt, Oberst und Schriftsteller.Nachlass im Hessischen Staatsarchiv: Manuskripte (D 4,494,3), Dramen (d 4,495,3) und Druckschriften (D 4,495,5)
Leben Herkunft Friedrich Georg August war ein Sohn von Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (1722–1782) und seiner Frau Prinzessin Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg (1729–1818). Seine Schwester Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt war verheiratet Herzogin von Mecklenburg-Strelitz und Mutter von seiner Nichte Luise von Mecklenburg-Strelitz, der preußischen Königin Luise.
Sein Altersgenosse Prinz Friedrich von Hessen-Darmstadt war sein Cousin. Dieser hatte ebenfalls unebenbürtige Nachkommenschaft, aber nicht mit dem adeligen Namen von Friedrich, sondern mit bürgerlichem Namen Friedrich.
Ausbildung und Wirken Sein Prinzenerzieher war in den Jahren 1769 bis 1775 Justus Balthasar Müller (1738–1824).Biographie von: Durch ihn war die intellektuelle Ausbildung des Prinzen abgedeckt und dessen Vorbild animierte ihn auch zum Schreiben. Ein Aufenthalt an einer Universität war offenbar nicht vorgesehen, und nach einer dreimonatigen Italienreise im Jahr 1775 schlug der hessische Prinz die Militärlaufbahn ein. Er hatte bereits seit 1767 den Rang eines Lieutenants in der hessischen Leibgarde, seit 1769 den eines Majors. 1776 wurde er Hauptmann im Kurhannoverischen Gardegrenadierregiment (1783 als Oberst ausgeschieden) und zuletzt 1783 Oberst im Königlich Französischen Infanterie-Regiment Nr. 101 Royal Nassau-Saarbrücken.
Wie einige andere Mitglieder seiner Familie, war auch Prinz Friedrich Georg August Freimaurer.Verzeichnis sämmtlicher Innern Ordensbrüder der Strikten Observanz, 1828, S. 104.
Zu seinem literarischen Werk gehört Dariolette: Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen, gedruckt 1788.Dariolette: Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen, 1788 (Digitalisat) Der Titelheld Graf Dariolette ist möglicherweise ein idealisiertes Porträt des Prinzen selbst. Nach einer kurzen Phase der Bühnenproduktion, die sich mit der Blütezeit des fürstlichen Liebhabertheaters in Darmstadt deckte, wandte sich der Prinz der militärisch-technischen Fachschriftstellerei zu.Literarische Kommunikation im Territorialstaat, S. 421 ff.
Tod Gestorben ist er an einer Lungenentzündung. Der behandelnde Arzt hatte zunächst nur einen verdorbenen Magen diagnostiziert. Diese Fehldiagnose hatte eine fatale Folge.Denkmal zärtlichster Liebe
Auszeichnungen 1787 Ritter des Königlich Polnischen Weißen Adler-Ordens 1802 Ritter des Johanniter-Ordens
Familie rahmenlos|rechts|Wappen Freiherr von Friedrich, hervorgegangen aus dem Haus Hessen Am 4. September 1788 heiratete er in Griesheim die Bürgerliche Karoline Luise Salome Seitz (* 24. Juni 1768 in Darmstadt; † 20. Juni 1812 ebenda), Tochter des Christian Wilhelm Seitz, der erst Hofperückenmacher, dann Lakai und Kammerdiener des Landgrafen Ludwig IX., des Prinzen Onkels, in Pirmasens und Darmstadt war. Die Braut hatte Friedrich Georg August kennengelernt, als er gemeinsam mit Friedrich Schiller über den verschneiten Marktplatz ging, während jene sich mit ihrer Freundin eine Schneeballschlacht lieferte und zufällig den Prinzen mit einem Schneeball traf. In einer solchen morganatischen Ehe erhielten die Kinder nicht die Vorrechte des ranghöheren Ehemannes, sondern die niedere Stellung der Ehefrau. Daher nobilitierte der Landgraf die Ehefrau zur „Frau von Friedrich“. Am Hof des hessen-darmstädtischen Landgrafen war für die standesungleichen Eheleute kein Platz, darum richteten sie sich zunächst im Forsthaus zu Griesheim und später in Groß-Gerau ein.
Der gemeinsame Sohn Ferdinand August (1800–1879) trug entsprechend nicht den Namen und Titel eines hessischen Prinzen, sondern ab 1827Genealogischer Almanach der regierenden Fürstenhäuser Europa's, Band 6, Dresden 1886, S. 35 f. (Hessen) den eines großherzoglich hessischenOtto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 1, Regensburg 1860, S. 385. „Freiherrn von Friedrich“. Er wurde 1827Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt, 1827, S. 100. großherzoglich hessischer Kammerherr. Das Wappen des Freiherren von Friedrich zeigt eine Minderung des hessischen Löwenwappens: in blauem Schild einen silbernen, golden gekrönten, doppelschwänzigen Löwen mit goldenen Krallen und goldener Zunge. Über den Löwen ist ein roter Balken gelegt. Den Schild umgibt ein abwechselnd rot und silbern gestückter Bord. Auf dem gekrönten Helm stehen bei blau-silbernen Helmdecken fünf Straußenfedern in den Farben Blau, Silber, Rot, Silber und Blau.Otto Titan von Hefner (Hrsg.): J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, Bd. III, Abt. 4: Der Adel des Kurfürstenthums, Grossherzogthums und der Landgrafschaft Hessen. Nürnberg: Bauer & Raspe, 1859, Tafel 9, Wappen „Friedrich“.
Der Sohn wurde in der Familiengruft des Landgrafen Friedrich August von Hessen beigesetzt. Geheiratet hatte er 1826 in Würzburg Anna Werr (1804–1844), mit der er die Tochter Agnes Franziska Ferdinande Freiin von Friedrich (1828–1889) bekam. Jene heiratete 1847 in Miltenberg den herzoglich nassauischen Kammerjunker und Oberleutnant Arwed Freiherr von Witzleben (1823–1883)Stammbaum und starb in Bukarest, wo sie Vorleserin der Königin von Rumänien war.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 45, Gotha 1895, S. 254. Sie hatte zwei Söhne und eine Tochter, die mit einem Ingenieur in Bukarest verheiratet war.Stammbaum
Literatur Eckhart G. Franz (Hrsg.): Haus Hessen. Biografisches Lexikon. (= Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission N.F., Bd. 34) Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-88443-411-6, HP 18, S. 334 f. (Eckhart G. Franz). Friedrich Georg August, Prinz von Hessen (1759–1808). In: Hessische Biographien, Bd. 1 (1918), S. 489–493. Carl Knetsch: Das Haus Brabant: Genealogie der Herzoge von Brabant und der Landgrafen von Hessen. Teil 2. Die Nachkommen Philipps des Grossmütigen. Philipps-Universität Marburg 1918, S. 334–335 (Digital)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Prinz (Hessen-Darmstadt) Kategorie:Familienmitglied des Hauses Hessen (Linie Darmstadt) Kategorie:Freimaurer (18. Jahrhundert) Kategorie:Freimaurer (19. Jahrhundert) Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Person um Friedrich Schiller Kategorie:Träger des Weißen Adlerordens Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1759 Kategorie:Gestorben 1808 Kategorie:Mann