Unter der Bezeichnung Das architektonische Werk von Le Corbusier – ein herausragender Beitrag zur „Modernen Bewegung“, , deutsche Übersetzung entsprechend fasst die UNESCO herausragende Werke des schweizerisch-französischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusier zu einem transnationalen, seriellen Weltkulturerbe zusammen. Die 17 ausgewählten Objekte stellen exemplarisch die Entwicklung der neuen architektonischen Ausdruckssprache der Moderne während des 20. Jahrhunderts dar. Die Werke entstanden über einen Zeitraum eines halben Jahrhunderts, in einer Phase die Le Corbusier als „patient research“ (geduldige Suche bzw. geduldiges Forschen) beschrieb und sind über sieben Länder auf drei Kontinenten verteilt. Der Schwerpunkt liegt mit zehn Einzelobjekten in Frankreich, weitere vier Objekte kommen in Europa hinzu, davon zwei in der Schweiz und je eines in Belgien und Deutschland, außerhalb Europas sind Argentinien, Indien und Japan mit je einer Stätte beteiligt. Die Einschreibung in die Liste des Welterbes erfolgte auf der 40. Sitzung des Welterbekomitees am 17. Juni 2016.
Entwicklung bis zur Einschreibung Im Januar 2008 trug Frankreich vierzehn Gebäude und Anlagen von Le Corbusier in die französische Tentativliste zur Anmeldung von Welterbestätten der UNESCO ein.Le-Corbusier-Eintrag in der Tentativliste der UNESCO: L’œuvre architecturale et urbaine de Le Corbusier. In: whc.unesco.org. 31. Januar 2006, abgerufen am 14. Mai 2015 (französisch). Dies ist Voraussetzung für ein Verfahren zur Anerkennung als Welterbestätte. Dem schlossen sich andere Mitgliedsstaaten der UNESCO an: Neun Werke Le Corbusiers aus sechs weiteren Ländern wurden als Kandidaten für die Aufnahme zum Weltkulturerbe unter dem Titel Das urbanistische und architektonische Werk von Le Corbusier () nominiert. Die Liste umfasste Bauwerke und Anlagen aus Argentinien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Indien, Japan und der Schweiz.UNESCO-Dossier Le Corbusier in Paris unterzeichnet. In: Schweizer Bundesamt für Kultur, 30. Januar 2008, abgerufen am 7. April 2014 (Pressemitteilung).
Im Jahr 2009 entschied das Welterbekomitee, die Behandlung zu verschieben und empfahl eine Überarbeitung bis 2012. Sowohl für die getroffene Auswahl der Bauten als auch zu Le Corbusiers Einfluss auf Architektur und Städtebau des 20. Jahrhunderts solle die Begründung verbessert werden.Amber Sayah: In: Stuttgarter Zeitung, 30. Juni 2009. Entsprechend wurde im Januar 2011 ein erneuter Antrag mit nur noch neunzehn Bauwerken und Anlagen eingereicht.Félix Gatier: In: Libération, 22. Februar 2026. Von den gestrichenen vier Objekten lagen zwei in Frankreich und zwei in der Schweiz. Aber auch diese Kandidatur fand nicht die Mehrheit des Komitees.Corbusier-Werk wird nicht UNESCO-Welterbe. In: Blick.ch, 28. Juni 2011. In: Schweizer Bundesamt für Kultur (BAK), Stand 1. Dezember 2013, abgerufen am 9. April 2014 (Pressemitteilung). Dort auch weitergehende Dossiers zum Verfahren und zu den verschiedenen Objekten. Zur Begründung der Ablehnung hieß unter anderem, es sei noch nicht nachgewiesen, dass das Werk Le Corbusiers tatsächlich herausragende globale Bedeutung habe.
Auf der 40. Sitzung des Welterbekomitees am 17. Juni 2016 erfolgte dann jedoch die Einschreibung in die Liste des Welterbes. Die Welterbestätte umfasst 17 ausgezeichnete Bauten von Le Corbusier. Darunter befinden sich in Deutschland zwei Häuser der Stuttgarter WeißenhofsiedlungUnesco: Stuttgarter Corbusier-Häuser zum Weltkulturerbe ernannt. spiegel.de, 17. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016. sowie in der Schweiz das Mehrfamilienhaus «Clarté» in Genf und die «Villa Le Lac», auch «Petite Maison» genannt, in Corseaux (Kanton Waadt).
Liste der Einzelstätten Ref.-Nr.1321- Bild Name Ort, Region, Land 001 Maisons La Roche und Jeanneret () Paris, Île-de-France, 002 200px|Villa Le Lac Villa Le Lac am Genfer See () Corseaux, Kanton Waadt, 003 Cité Frugès () Pessac, Aquitanien, 004 rahmenlos|x180px|Maison Guitte, Antwerpen Maison Guiette () Antwerpen, Flandern, 005 200px|Le Corbusier & P. Jeanneret, Doppelhaus Häuser in der Weißenhofsiedlung () Stuttgart, Baden-Württemberg, 006 200px|Villa Savoye, Poissy Villa Savoye et loge du jardinier () Poissy, Île-de-France, 007 200px|Immeuble Clarte, Genf Immeuble Clarté () Genf, Kanton Genf, 008 Immeuble locatif à la Porte Molitor () Boulogne-Billancourt, Île-de-France, 009 Unité d’habitation de Marseille () Marseille, Provence-Alpes-Côte d’Azur, 010 Manufacture à Saint-Dié () Saint-Dié-des-Vosges, Lothringen, 011 200px|Casa Curutchet, La Plata Casa Curutchet () La Plata, Provinz Buenos Aires, 012 200px|Chapelle Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp, Nordseite Chapelle Notre-Dame-du-Haut () Ronchamp, Franche-Comté, 013 200px|Wochenendhäuschen Le Corbusiers Cabanon de Le Corbusier () Roquebrune-Cap-Martin, Provence-Alpes-Côte d’Azur, 014 200px|Parlamentsgebäude, Chandigarh Complexe du Capitole () Chandigarh, Punjab und Haryana, 015 200px|Koster Sainte-Marie de La Tourette, Éveux Kloster Sainte-Marie de la Tourette () Éveux, Rhône-Alpes, 016 200px|Nationalmuseum für westliche Kunst Nationalmuseum für westliche Kunst () Taitō, Präfektur Tokio, 017 Maison de la Culture de Firminy () Firminy, Rhône-Alpes,
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Architektonisches Werk von Le Corbusier