Das Stadtarchiv Gütersloh ist das Kommunalarchiv der Stadt Gütersloh im gleichnamigen Kreis in Nordrhein-Westfalen.
Das Stadtarchiv existiert seit 1984. Im Jahr 1989 wurde an das damalige Archivgebäude in der Hohenzollernstraße 30a, das ehemalige Firmengebäude der Tischlerei Schlüppmann, ein Magazin mit 207 m² angebaut.
Im Oktober 2018 bezog das Stadtarchiv gemeinsam mit dem Kreisarchiv Gütersloh das Gebäude der ehemaligen Regenbogenschule in der Moltkestraße 47.
Aufgaben Das Stadtarchiv Gütersloh hält Bestände für historische und regionale Forschungen und Dokumentationen vor. Zu den Kernaufgaben zählt die dauerhafte Sicherung von Schrift- und Sammlungsgut der Stadtverwaltung und anderer städtischer Einrichtungen seit 1809. Es bietet die Möglichkeit, Gütersloher Nachlässe zu archivieren. Auch die Anlage und Archivierung von Sammlungen nichtkommunaler Herkunft gehört zu den Aufgaben des Stadtarchivs. Dazu gehören:
Druckschriften, Zeitungen, Zeitschriften Zeitungsausschnittsammlungen Ton- und Bildsammlungen Plakate Karten, Pläne, Zeichnungen zeitgeschichtliche Sammlungen (Flugblätter, Handzettel, Prospekte) Sammlung von Firmenbriefköpfen Audiovisuelle und digitale Medien Stadt- und regionalgeschichtliche Bibliothek (Präsenzbestand) Private Nachlässe und Deposita
Die Serviceleistungen umfassen:
Beratung und Auskünfte zu Fragen der Stadtgeschichte und Familienforschung Mitwirkung bei Ausstellungen Unterstützung von Schulprojekten, Facharbeiten, Geschichtswettbewerben, Vorträgen Herstellung von Kopien historischer Zeitungen Archivführungen für Gruppen Praktika für Schüler, Studierende und berufliche Rehabilitations- und Fortbildungsmaßnahmen
Bestände In allen Aktenbeständen kann mit Hilfe des Programms AUGIAS-Archiv recherchiert werden. Für die Bestände von 1815 bis 1910 liegen darüber hinaus Findbücher mit Personen-, Orts- und Sachregistern vor. Die Bestände ab 1911 bis heute sind nur in der Datenbank des Archivs einsehbar. Die Rats- und Ausschussprotokolle sind chronologisch und nach Fachbereichen geordnet. Zur Ergänzung der Aktenbestände legt das Stadtarchiv Sammlungen an, die überwiegend Sammlungsgut nicht kommunaler Herkunft enthalten:
DruckschriftensammlungVerwaltungsdrucksachen, Fest- und Jubiläumsschriften von Vereinen, Firmen, Verbänden, Personen, kleine Veröffentlichungen zur Stadt- und Regionalgeschichte, z. Zt. insgesamt ca. 8500 Exemplare, die über eine Datenbank und einen Kreuzkatalog erschlossen sind.ZeitschriftensammlungZeitschriften und Periodika zur Orts-, Regional- und Landesgeschichte.ZeitungssammlungOriginale der in Gütersloh seit 1883 regelmäßigen erschienenen Zeitungen.Zeitungsausschnittsammlung (ZAS)Zurzeit in 483 Mappen Presseartikel der Neuen Westfälischen, Glocke und Westfalenblatt und deren Vorläufern, nach Themen und Betreffen geordnetTon- und BildsammlungCa. 35.000 Fotos und 10.000 Diapositive ab 1880: u. a. Porträts, Straßenansichten, öffentliche Gebäude, Betriebe, Jubiläums- und Festveranstaltungen, Postkarten, Luftaufnahmen.PlakatsammlungPlakate von politischen und kulturellen Veranstaltungen, Aufrufe und Bekanntmachungen seit 1914.Sammlungen von Karten, Plänen, ZeichnungenGebietskarten, Stadtpläne, Katasteraufnahmen ab dem 17. Jahrhundert (z. T. Nachdrucke), Bauzeichnungen und Zeichnungen technischer Geräte.Zeitgeschichtliche SammlungAlte und neue Flugschriften, Handzettel, Programme, Einladungen, Informations- und Werbedrucksachen aus allen Bereichen des städtischen Lebens, zum Teil auch aus Nachbarorten.Heimatkundliche BibliothekÜber 6000 Bände zur Orts- und Landesgeschichte, Quellenverzeichnisse, Bibliographien, Lexika, plattdeutsche Literatur.VerwaltungsbüchereiSammlung von Gesetzen, Ministerial- und Verordnungsblättern, Fachliteratur u. a. zu Verwaltungs-, Rechts-, Steuer-, Ordnungs-, Bau- und Schulangelegenheiten ab 1815.Private Nachlässe und DepositaDeposita sind Archivmaterialien, die dem Stadtarchiv lediglich zur Aufbewahrung und Nutzung übergeben wurden.
Sammlung lokaler Zeitungen Das Stadtarchiv sammelt die Originalausgaben der im Stadtgebiet erschienenen Tageszeitungen, Stadtteilzeitungen und Anzeigenblätter: Öffentlicher Anzeiger für den Kreis Wiedenbrück, 1833 Gütersloher Wochenzeitung, 1883 Der Bote an der Ems, 1885–1894 Neue Westfälische und ihre Vorläufer ab 1884 Gütersloher Zeitung Neue Gütersloher Zeitung Gütersloher Tageblatt Westfälische Neueste Nachrichten Gütersloher Stadtanzeiger Freie Presse Westfälische Zeitung Westfalen-Blatt und die Vorläufer Gütersloher Morgenblatt Westfalen-Zeitung Die Glocke, Jahrgang 1936 und ab 1950 Kriegsberichte der Gütersloher Zeitung 1914–1916 Die Heimat in Wort und Bild – Beilage der Gütersloher Zeitung 1927–1966 Heimatblätter der Glocke 1920–1930, 1949 f. Die Glocke am Sonntag 1928–1929, 1932 Olympia-Zeitung 1936 Amtliches Nachrichtenblatt für den Kreis Wiedenbrück 1946–1948 Bonewie (ab 1980) GT-Info (ab 1976) Guetsel.de (ab 2003) Der Kattenbote (ab 2005) Lebendiges Isselhorst (früher: Der Isselhorster) (ab 1977)
Ahnenforschung Das Stadtarchiv hilft auch bei familiengeschichtlichen Forschungen, genealogische Forschung genannt.
Im Einzelnen wird bereitgehalten: Einwohnerbücher der Stadt und Umgegend von 1903 bis 1999 Altkartei des Einwohnermeldeamtes mit den Meldepflichtigen von ca. 1909 bis 1977 (Die Auskunft erfolgt mit Einschränkungen nach dem Archivgesetz NRW) Standesamtsregister einschließlich Namensindex Geburten bis 1915 Eheschließungen bis 1945 Sterbefälle bis 1995 Die Zusammenstellungen von Erich Pott (+) zu den evangelischen Familien werden von Wilfried Strothotte laufend ergänzt und sind in einer z. Zt. über 95.000 Personen umfassenden Datenbank vor Ort im Lesesaal abrufbar. Die Genealogische Datenbank von Klaus Hagemann (+) zu katholischen Familien aus dem Kreisgebiet ist ebenfalls im Lesesaal abrufbar. Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchengemeinde sind einzusehen im Landeskirchlichen Archiv. Die Kirchenbücher der katholischen Kirchengemeinde können beim Erzbistumsarchiv Paderborn eingesehen werden.
Besucherzahlen, unterteilt in Forschungsgebiete (2016) wissenschaftlich: 126 genealogisch: 176 Schüler: 60 Sonstige: 40
Erste Erwähnung des Stadtnamens „Gütersloh“
Auf dem Bild ist ein Faksimile des ersten urkundlichen Nachweises des Namens „gutherlo“ zu sehen. Dieses hängt im Eingangsbereich des Stadtarchives Gütersloh aus. Die Ortschaft Gütersloh wurde erstmals im Jahr 1184 in einer Urkunde des Bischofs von Osnabrück erwähnt. Heute zum Stadtgebiet gehörende Orte und Stadtteile wurden z. T. wesentlich früher erstmals erwähnt: Isselhorst bereits im Jahr 1050, Spexard, Pavenstädt und Nordhorn im Jahr 1088, Ebbesloh im Jahr 1151.
Übertragen aus dem Lateinischen bedeutet der Text:
Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreieinigkeit. Arnold, von Gottes Gnaden demütiger Diener der Kirche Osnabrück. Allen gläubigen Christen kund und zu wissen, dass der Herr Ludolf, in dessen Erbherrschaft die Kirche (das Kloster) miniatur|Erste urkundlicher Nachweis des Namens „gutherlo“. Oesede gelegen ist, uns den Zehnten in Gütersloh unter der Bedingung zurück- gegeben hat, dass wir ihn wiederum zum Unterhalt dieser Kirche (dieses Klosters) weiter übertragen. Dass dies so geschehen ist, bestätigen wir mit unserer Amtsgewalt und durch Beifügung unseres Siegels. im Jahre der Menschwerdung des Herrn MCLXXXXIIII (1184). Zeugen: Lentfrit, Probst, Tetmar, Klosterverwalter; Radolf, Kaplan; die Ministerialen (weltliche Dienstleute) Hartbraht, Gerhart, Everhart. Dieses ist glücklich geschehen im Jahre der Menschwerdung des Herrn MCLXXXIIII (1184). Amen.
Der letzte Satz ist (in roter Tinte) wohl später hinzugefügt worden.
Siehe auch Liste von Archiven in Nordrhein-Westfalen
Weblinks Geschichte anschaulich - das Stadtarchiv auf www.guetersloh.de
Einzelnachweise
Gutersloh Kategorie:Geschichte (Gütersloh) Kategorie:Kultur (Gütersloh) Kategorie:Organisation (Gütersloh) Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 1984